3 Doors Down "Seventeen Days"


Gespannt habe ich auf das Nachfolgealbum zu „The better life“ und „Away from the sun“ gewartet.
Wurden die Fans auch zwischendurch mit einem 7 Titel umfassenden Live-Album getröstet, so konnte dies, trotz seiner Genialität, neue Songs mit neuen Lyriks und neuen Melodien nicht ersetzen.
Jetzt ist es also da.
Was sofort auffällt: Knaller wie „Kryptonite“, „Looser“ oder „When you’re gone“ fehlen, trotzdem ist „Seventeen Days“ ein gelungenes Album nach alt bekannter 3DD Manier.

1. Right were I belong

Gleich der Eröffnungstrack zeigt, wo 3DD einmal herkamen. Harte E-Gitarren, schneller Beat, aggressiv und mitreißend. Leider eines der wenigen Titel, die an hervorragende Songs wie „Duck and Run“ oder „Changes“ erinnern.
Textlich beschäftigen sich die fünf oft mit Beziehungen (ihren eigenen?). Auch hier der Versuch objektiv auf sich selbst zu blicken.
Durch die Erfahrungen on Tour und im Musikgeschäft scheint sich die Welt weiter zu drehen, während sie zu Hause stehen bleibt. Trotzdem: Right were I belong.
On a roller-coaster ride it feels like I’m lying next to a ghost at night. I don’t know why I gave you my heart, cuz sometimes it feels so wrong. In spite of all this weather, I know why we are together and I swear right now I’m right where I belong.

2. It’s not me

Obwohl dieser Track bereits auf dem Live-Album zu hören war, entfaltet er doch erst jetzt seine ganze Wirkung. Vielleicht weil er schon seit einer ganzen Weile geschrieben ist, erinnert er noch am ehesten an die guten, alten Vorgängeralben.
Look what you did, is this who you wanted me to be? It’s not me, no. Look what you did, is this how you wanted it to be? And this life you gave away was meant for me.

3. Let me go

Die erste Singleauskopplung und noch einmal vom Beat her etwas langsamer als der davor. Es ist sowieso auffällig, dass dieses Album allgemein eher verhalten und langsamer daher kommt. Teilweise ein wenig schade.
Es ist wohl nie einfach zu erkennen, dass die Liebe sich als etwas anderes entpuppt, als man zu Anfang dachte. Mutig zu sagen, was man denkt:
You love me, but you don’t know who I am. I’m torn between this life I lead and where I stand. You love me but you don’t know who I am so let me go, let me go.

4. Be somebody

Eines meiner Lieblingslieder auf diesem Album, auch wenn es ebenfalls wieder eher in die langsame Gangart fällt.
Die Beziehung zwischen Eltern und Kindern ist wohl nie einfach, erst recht nicht, wenn die Kinder erwachsen werden und ihr eigenes Leben leben möchten. Hier aus der Sicht des Jungen erzählt:
I’m trying to be somebody, I’m not tryin to be somebody else. This life is mine I lead, don’t you know me? I won’t ever let you down.

5. Landing in London (feat. Bob Seger)

Der Song beginnt mit einem schönen Arkustik-Gitarren-Spiel, doch inzwischen wünscht man sich dann doch mal wieder etwas fetzigeres, so dass diese romantische, später mit Streichern untermalte Ballade nicht wirklich die Würdigung erhält, die sie vielleicht verdient hätte.
Bob Seger kennt man auch irgendwoher (fragt mich nur nicht woher). Nette, raue, dunkle Stimme, die leider nur zwei Sätze in einer Strophe singen darf und ansonsten im Refrain mit Brad Arnolds Stimme verschmilzt.
Textlich einmal mehr die Betonung, dass man es ohne seine Liebste niemals schaffen würde:
And when the night falls in around me and I don’t think i’ll make it through, I’ll use your light to guide the way, cuz all I think about is you.

6. The real life

Es geht aufwärts mit dem Beat. Zwar noch nicht in die guten alten „Duck and Run“ Gefilde, aber immerhin.
Die Strophe, wie meist bei 3DD eher etwas ruhiger und textlastig, bis dann zum Refrain die E-Gitarren und das Schlagzeug mit Vehemenz einsetzen.
Textlich sehr interessant:
I wanted to find somewhere to hide, when I opened up and let those fears inside. I wanted to be anyone else, only to find that there was no one there but me.

7. Behind those eyes

Wäre die Melodie nicht ein wenig anders, könnte man meinen, noch in Track 6 festzustecken. Was 3DD normaler Weise für mich ausmacht, nämlich die unverkennbare Beat-Struktur, wird Ihnen hier zum Verhängnis. Spätestens hier wird es nämlich schwer, die einzelnen Songs auseinander zu halten.
Trotzdem hörbar und mitreißend:
There’s something I can see, there’s something different in the way you smile, behind those eyes you lie. And there’s nothing I can say, cause I’m never gonna change your mind. Behind those eyes you hide.

8. Never will I break

Endlich ist wieder echter Rock zu hören. Harte Gitarren Riffs, die wunderbar zum Text passen:
The road I walk is paved with the broken promises I made. At least a million times I’ve fallen, but never will I break.

9. Father’s Son

Hier hört man dann mal ganz deutlich, dass die Jungs aus dem tiefen Süden kommen. Die Gitarre klingt am Anfang ein bißchen wie ein verrückt gewordenes Bango (schreibt man das so??), der Refrain klasse und endlich der Beweis dafür, dass auch 3DD sich weiter entwickeln können. Hinter den Text bin ich allerdings noch nicht ganz gestiegen ;-).
Auf jeden Fall geht es nicht um eine romantische Vater-Sohn-Beziehung:
In the glare of a neon sign she laid her body down. The damned walkes in beside her and he laid his money down. He said don’t try to scream now, but I want this one to hurt. And tonight, my pretty one, I’m gonna get my moneys worth.

10. Live for today

Angeblich singt Brad Arnold nicht nur, sondern spielt auch die Drums und die sind bei diesem Track endlich mal wieder in voller Pracht zu hören.
Hier kommt das gute, alte „Carpe Diem“ Motto zur Sprache:
God only knows all the places I’ve been, but I love this life that im liven in. I won’t look back to regret yesterday, we’re not handed tomorrow so I’ll live for today.

11. My world

Auch wieder ein etwas schnellers Stück, mit einem schönen Gitarren Solo in der Mitte und am Schluß, was das Stück dann doch noch einmal heraus reißt.
Textlich spricht es mir aus der Seele. Die Jammer-Gesellschaft von heute, die immer bei anderen die Fehler suchen und keine Verantwortung übernehmen wollen ... that’s not the world I live in!
There’s always someone to blame for the things you do to yourself. You think that everything that’s going wrong is because of someone else. And you’re trapped inside this world you made yourself.

12. Here by me

Zum Abschluss noch einmal eine typische 3DD Ballade. Arkustik Gitarren, angenehm ruhiges Schlagzeug, Streicher im Hintergrund und die ungewohnt sanfte Stimme von Brad.
Everything I have in this world and all that I’ll ever be, it could all fall down around me, just as long as I have you right here by me.

13. + 14. Bonus Tracks: Here without you + Away from the sun
(Arcoustic Versions)

Was hier wirklich „arcustic“ ist, ist schwer zu erkennen. Es gibt geringfügige Abweichungen zu den vorhergehenden Albumversionen, aber diese sind nicht so gravierend, dass man hier staunend von etwas Neuem sprechen könnte.
Immerhin umfasst das Album somit 14 Tracks mit einer Gesamtlänge von knapp 52 Minuten.

Fazit:

Es fehlen die absoluten Knaller, ansonsten ist „Seventeen Days“ ein typisches 3 Doors Down Album, dass man gerne immer wieder anhört.
Für Menschen, die „The better life“ und „Away from the sun“ noch nicht ihr Eigen nennen, sind diese Alben allerdings zu erst zu empfehlen.
Das Booklet ist als solches eigentlich nicht vorhanden, da das Cover aufgeklappt wird und außer den Texten (denen allerdings sämtliche Satzzeichen fehlen und deshalb mehr als schwer verständlich sind) und einem Foto der Band nichts zu bieten hat.

Als eingefleischter 3DD Fan vergebe ich trotz der genannten Schwächen 4 Sterne, auch wenn es vielleicht eher nur drei verdient hätte ;-).

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