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Robert Downey Jr.
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Wer ihn nicht aus der Serie Ally McBeal kennt, dem sagen Filme wie Gothika und Chaplin vielleicht etwas. Downey ist einer der begnadetsten Schauspieler die man heute noch aufgetischt bekommt, und obwohl man es ihm nie zugetraut hätte, ein genialer Musiker mit der Fähigkeit schlagfertige Texte zu schreiben.
Dieses Album ist sehr akustisch. Es wird viel Wert auf Rhythmus und Text gelegt, welche bis auf zwei Songs, aus Downeys Feder stammen. Man erkennt wie viel Arbeit dahinter gesteckt haben muss.
She says youre throwing life away, to move with a man like me
Der erste Song des Albums ist wohl auch der eingängigste. Es geht darum sich einzugestehen wie man ist und sich treu zu bleiben. Man gewinnt einen Einblick in seine Persönlichkeit und den Zwiespalt aus Gewohnheiten auszubrechen und sie andererseits zu rechtfertigen.
This is a habit Im breaking now forever, Im weary from trying to shake it.
I think I leave today, cover it all this way
Ein Zustand der mir nur zu bekannt ist, und anderen sicher auch. Man macht eine Beziehung absichtlich kaputt, oder ist einfach nicht im Stande, an das Gute daran zu glauben. Geschweige denn Vertrauen zu fassen. Eine wunderschöne, ruhige Ballade mit der Kernaussage:
God grant me the strength to accept the things I can change, and change them.
Eingängige Texte und simple Akkorde, das ist Kimberly Glide. Wie versucht man seine Familie zu retten, wenn eigentlich schon alles kaputt ist? Wieder sehr persönlich, und ergreifend, wenn man an Downeys 13 jährigen Sohn Indio denkt.
You mistook me for a man who understands. She must return to cactus angels.
Beeindruckend bei diesem Stück ist, zu beobachten wie es sich über die Jahre entwickelt hat. Eine frühere Version davon "Snakes" ist auf dem dritten Soundtrack der Serie Ally Mcbeal zu hören. Jeder der dieses besitzt bekommt sofort nach den ersten Zeilen ein déjà-vu.
You have body, you give soul. Youre a soul survivor. Its so clear.
Die neuere Version ist allerdings um einiges gefühlvoller und ergibt auch einen völlig anderen inhaltlichen Sinn als"Snakes". Es geht um Zugehörigkeit, um inneres Verständnis. Diese Entwicklung haben wir wohl Downeys neuer Frau zu verdanken. Bewundernswert und zurecht das Kernstück dieses Albums.
Itll feel like lovers for the rest of our lives. I wont have to run around, you wont have to think twice! Our furious, curious, fantastic code.
Mein persönlicher Lieblingssong auf diesem Album. Trotz der beklemmenden Worte
all of my friends, all of my so-called brothers. We are dying, we are tired lässt einen dieser Song mit einem positiven Gefühl zurück. Man möchte etwas schaffen, etwas weltverbesserndes, und man wird aufgefordert, nie aufzugeben. Am Ende zählt nur eins: hör nie auf zu träumen!
Hang on little clowns, you might just turn the world around
Interessanter Titel. Wahrscheinlich konnte er selbst, bei diesen cryptischen Texten, zu keinem Besseren finden. Der erste Teil des Songs ist das totale musikalische Gegenteil des zweiten Teils und man kann die Texte auslegen wie man möchte. Wieder geht es um Liebe und darum dass man auch nicht verletzt wird, wenn man sie nicht zulässt.
I had barely deeply breathed. I was not the man to feel. So I turned as thin as string, and it catches in the wheel
take a straighter stronger course, to the corner of your life
Eines der beiden Coversongs auf diesem Album. Der zweite Teil dürfte jedem bekannt sein. Give peace a chance ist eine Homage an John Lennon und obwohl ich gestehe dass meiner Meinung nach, niemand auf der Welt diesen Song covern darf, ist es ihm gelungen und er berührt. Jeder sollte diese Worte kennen und ich bin froh dass Downey dazu beiträgt, dass sie nie vergessen werden.
Einer britischen Zeitung hat er erklärt, dass er sich wie ein Dummkopf vorkommen würde, wenn er annehmen könnte mit diesen Worten den Weltfrieden herbeizuführen. Es passt einfach so gut und ich musste es singen. Es fügte sich wie von selbst. Danke!
I will spare the details, of the rocks and the nails. The times that Ive lied. Cant lay down tonight, Ive already tried a hundred times.
Nach ein paar Mal hören, wächst einem auch dieser Song ans Herz. Wieder sehr ruhige Streicher und Klavierbegleitung, ausgeklügelte Wortfetzen und eine dunkle Wendung am Ende. Unwissende Reporter versuchen zu ergründen ob dieser Song eine Entschuldigung an Downeys frühere Lebensgefährtin Sarah Jessica Parker sein soll, aber wie immer hat er dazu seine ganze eigene Theorie. Stimmt, es hört sich so an. Aber es geht um Reinkarnation und das Gefühl sich aus einem früheren Leben zu kennen. Dazu muss man allerdings angestrengt zwischen den Zeilen lesen.
Das ist ein Song zu dem ich, ausnahmsweise, mal nicht viel sagen kann. Man muss ihn einfach selbst gehört haben. Versetzt euch in einen Menschen der Abgründe gesehen hat und vielleicht ein wenig Selbstkritik übt. Die wütenden Aussagen über Inkompetenz und Selbstsucht lassen einen hart schlucken.
It pains me youve put your foundation so at risk. Were you displeased? Breeding incompetence. You are dismissed!
Das Album endet mit einem fast stillen Cover. Nur Gesang und Klavier.
Smile though your heart is aching. Smile even though its breaking.
Damals 1992 als er den Film Chaplin gedreht hat, wurde Downey mehr oder weniger dazu gezwungen diesen Song aufzunehmen. Er konnte aber nichts damit anfangen. Wieso sollte man immer lächeln auch wenn es einem schlecht geht? Warum den Anderen etwas vorspielen? Er sah das als Anmaßung und sang ihn, mit Drogen zugedröhnt, eher halbherzig ein.
Jetzt hat er ihn neu eingesungen, mit dem Verständnis für dieses außergewöhnliche Stück von Charles Chaplin und der Erkenntnis dass der Mann Recht hatte. Es geht nicht darum Andere glauben zu machen dass es einem immer gut geht, sondern seine innere positive Einstellung nicht zu verlieren. Daher ist aus diesem Stück auch eine völlig andere Version geworden, verständnisvoll, geradezu andächtig, und man verzeiht Downey, dass seine Stimme an einigen Stellen wegbricht.
Thats the time, you must keep on trying. Smile, whats the use of crying? You find that life is still worthwhile, if you just smile.
Londons The Evening Standard lobt dieses Album mit den Worten: Downey Jr.'s effort is better, not because it sounds more like a Sting album than the last actual Sting album, but because it doesn't sound like it was made by an actor. Wenn man heutzutage, trotz seiner katastrophalen Vergangenheit, von den Zeitungen weltweit hoch gelobt wird, grenzt das an ein Wunder. Aber er verdient es, denn dieses Jazz-light Album ist mit einem Knall in die Musikwelt eingeschlagen. Sicherlich wird es keine großen Charterfolge feiern, da viele damit überfordert sind, diese Kunst zu verstehen. Aber es ist ein Geheimtipp, der eigentlich niemandem entgehen sollte.
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