The Rasmus "Dead Letters"


Und wieder einmal ein geniales Album aus dem hohen Norden: Vier Finnen rocken was das Zeug hält.
Manchmal erinnert die Musik ein wenig an die großen Rockbands der 80er ... Metallica, Whitesnake ... und trotzdem hat das Album seinen ganz eigenen Stil und seine ganz eigene Faszination.
„Dead Letters“ sind übrigens (verrät uns das Booklett) Briefe, die nicht zugestellt werden können, da der Empfänger nicht auffindbar ist und die auch nicht zurück an den Absender geschickt werden können.

1. First day of my life

Gleich am Anfang werden wir mit harten aber melodischen Gitarrenriffs auf die folgenden knapp 40 Minuten eingestimmt.
Wie bei den meisten Songs stehen die Instrumente im Vordergrund und ziehen sich etwas in den Hintergrund zurück wenn gesungen wird.
Dieses Lied ist die zweite Auskopplung nach „In the shadows“ ... freut Euch schon einmal darauf!
Den Inhalt der Texte zu verstehen und sie auf einen Nenner zu bringen fällt meist recht schwer.
Hier geht es wohl um das Gefühl wenn man von dem langen und stressigen Tourleben zurück kommt und endlich wieder mit seiner Liebsten - seinem zu Hause – zusammen sein kann.
And you say I’ll heal you I’ll always be yours
Ans you say I’ll kill you if I do something wrong

2. In the shadows

Als erste Auskopplung hinreichend bekannt, verliert dieser Chartstürmer trotzdem nichts von seiner Faszination.
Der Inhalt ... ? ... ist wohl Interpretationssache ... für mich geht es hier um das Gefühl sein ganzes Leben auf etwas zu warten ... etwas Großes, dass das Leben komplett verändern wird und von dem wir meinen, dass es uns glücklich macht.
And sometimes I feel that I should go and play with the thunder
Cause somehow I just don’t wanna stay and wait for a wonder

(da gibt es ja nun auch noch die Textzeile:
They say that I must learn to kill before I can feel safe
But I, I’d rather kill myself than turn into their slave

Hier geht es wohl um die Ansichten zur Wehrpflicht, wie ich einem Interview erfahren habe :-))

3. Still standing

Der Song fängt ruhig und beschaulich an (I wish you were here tonight with me to see the northern lights) aber spätestens wenn der Refrain mit einem genialen Winzigkeits-Schlagzeug-Solo einsetzt ist von Ballade keine Spur mehr zu hören.
Wer etwas religiös angehaucht ist könnte darin sicherlich auch einen spirituellen Sinn sehen ... vielleicht geht es aber auch nur um eine Person, die man verloren hat und die jetzt von oben auf uns hinunter blickt.
Burns like a thousand stars, though you’re light years away
Burns like a thousand stars or more

4. In my Life

Dieser Song entfaltet ganz zum Schluß seine geniale melodiöse Pracht. Etwas zum „Headbangen“, was in diesem Fall sowohl ein Ausdruck im Aufgehen der Musik ist, als auch eine Bestätigung des Textes.
Es liegt an Dir, was Du aus Deinem Leben machst und die, die Dir etwas anderes einreden wollen, verschwenden ihre Zeit.
In my life I decide and it turns me on
How I am, how I live, who I love
In my way I feel strong
And it turns me on
In my life, I dedice, I decide

5. Time to burn

Wenn ich mich unbedingt für einen Lieblingssong auf dieser CD entscheiden müsste, dann wäre es wohl dieses.
Er hat was unheimlich Eingängiges (tut mir leid, ich steh’ auf so etwas ;-)) ... Suchtfaktor hoch 10.
Hier geht es wohl um die Suche nach einem Rückzugsort, Ruhe in dem Strudel des Lebens ... ein Ort, den Niemand erreichen kann ... zu einem Zeitpunkt, an dem man noch nicht einmal die Zeit hat um sich ausgebrannt zu fühlen.
They follow me home, disturbing my sleep
But I’ll find a place, place where they cannot find me

6. Guilty

Das Intro erinnert ganz entfernt an Linkin Park, der Rest eher nicht :-).
Auch ein Lied mit erhöhtem Suchtfaktor, da der Refrain einfach immer wieder im Hirn kreist:
Guilty (ohohoho), Guilty I feel so
Empty (ohohoho), Empty you know how to make me feel

Im Text wird ein Blick auf eine Beziehung geworfen, die sich durch die Entfernung und das wenige Sehen auseinander gelebt hat.
Jeder der Partner verändert sich und zurück bleiben Schuldgefühle und die Erkenntnis sich so verändert zu haben, dass man sich eigentlich gar nicht mehr kennt.
And you’ve said I seem so dead, that I have changed
But so have you

7. Not like the other girls

Hier das Intro ein wenig im guten, alten Metallica-Style Marke „Nothing else mathers“. Eine der zwei wirklichen Balladen auf diesem Album und ebenfalls einer meiner Favoriten.
Der Refrain sagt eigentlich alles:
She’s fading away
Away from this world
Drifting like a feather
She’s not like the other girls
She lives in the clouds
And talkes to the birds
Hopeless little one
She’s not like the other girls I love

(*seufz* hach, ist das schööööööön)
Und zum Abschluß gibt es ein umwerfend, geniales, wundertolles Gitarrensolo!!!

8. The one I love

Ein herzzerreissender Text mit harten Gitarrenriffs und wuchtigem Schlagzeug untermalt, lädt dieser Titel ebenfalls zum Headbangen ein.
Was bleibt uns, wenn uns die Liebe verlassen hat?
This bed has become my chapel of stone
A garden of darkness to where I’m thrown
So take my life, I don’t need it anymore

9. Back in the picture

Ein Song über das wirklich wichtige im Leben ... Freunde! Mit ungewohnt fröhlicher Melodie und dem gewohnt knackigen Sound der Gitarren.
Dedicate everything I create
To my friends I would die for

10. Funeral Song

Leider schon das letzte Stück auf dieser hervorragenden Scheibe.
Cellos, im Hintergrund ganz leise eine Gitarre erinnert das Intro ein wenig an Apocalyptica (machen wohl die Cellos ... oder nennt man die Mehrzahl Cellis?!?)
Eine echte und wahre Ballade die spätestens an die gute alte „Carrie“ von Europe erinnert, nur einfach um Welten und unerreichbare Klassen besser.
I died in my dreams
What’s that supposed to meant
Got lost in the fire
I died in may dreams
Reaching out for your hand
My fatal desire

Fazit

Ein geniales Album, was wohl so tatsächlich nur aus dem kalten Norden kommen kann. Rockig und trotzdem melodiös, verzweifelt und doch so voller Hoffnung ... einfach eine Scheibe die jeder Rockfan haben sollte.

Rewind