Kapitel 29
Da mir bis zum Abend nicht mehr viel Zeit blieb, komplimentierte ich Will kurzerhand hinaus und begab mich dann unter die Dusche. Aus den Tiefen meines Kleiderschranks förderte ich eines meiner neuen Kleider zu Tage. Auf dem schwarzen, weichen Stoff war die rote Silhouette einer tanzenden Frau abgebildet und während ich hinein schlüpfte, erinnerte ich mich schmerzhaft daran, wie ich es vor AJ aus meiner Einkaufstüte gezogen hatte. Damals hatte ich mich gerade für mein Verhalten am Strand bei ihm entschuldigt und unglaublicher Weise hatte er ganz ruhig und verständnisvoll reagiert. Vielleicht, und das gestand ich mir nur sehr ungern ein, hatte Will doch recht.
Punkt acht klingelte Will an der Tür und als ich ihm öffnete stieß er einen leisen Pfiff aus.
Wow Sky. Hast Du heute Abend etwas Größeres vor?
Wie meinst Du das?
Dir werden sämtliche Männer zu Füßen liegen.
Ach, es reicht mir schon, wenn Du das tust, neckte ich ihn, nahm meine Jacke und die Hausschlüssel vom Haken, verabschiedete mich mit einem schmatzenden Kuß bei Boomer und zog gleich darauf die Haustür ins Schloß.
Dein Wagen scheint ja wieder in Ordnung zu sein, bemerkte ich, während mir Will die Beifahrertür aufhielt.
Ja. Allerdings hat mich der Spaß 500 Dollar gekostet. Meinst Du, ich sollte die Werkstadt verklagen?
Wegen was denn?
Seelische Grausamkeit oder ... uhm ... räuberische Erpressung.
Er schloss die Tür, ging um den Wagen herum und lies sich gleich darauf neben mir auf den Fahrersitz fallen.
Seelische Grausamkeit klingt gut, grinste ich.
Gut, ich werde morgen die Klageschrift vorbereiten, entgegnete er mit einem ernsten Nicken und dann, während er den Wagen startete und in die Dämmerung hinaus fuhr Gott riechst Du gut. So etwas sollte ebenfalls verboten werden.
Du könntest gleich ne Sammelklage einreichen, schlug ich vor.
Guter Plan.
Aber dann will ich auch eine entsprechende Beteiligung haben, dass das klar ist.
Frauen, seufzte Will theatralisch sie wollen tatsächlich immer nur das Eine.
Du meinst Deinen stahlharten Männerkörper? kicherte ich, während ich ihm eine Hand auf das Knie legte. Vor Schreck fuhr er beinahe auf den Randstein hinauf und ich brach in Gelächter aus.
Tu das nie wieder! drohte er mir mit anklagend erhobenem Zeigefinger und ich setzte mein unschuldigstes Lächeln auf.
Gib es zu. Du stehst doch darauf.
Aber nicht, wenn ich ein Steuer in der Hand habe, erwiderte er schmunzelnd.
Will war immer wieder für eine Überraschung gut. Eben war ich noch der Meinung gewesen, seine vielen Facetten zu kennen und dann schleppte er mich auf diese Party. Wobei Party für das hier schon fast untertrieben war. Event hätte es wohl besser getroffen.
Das Haus war einfach riesig. Eine Villa. die in mitten eines weitläufigen Geländes thronte, zu dem ein eigenes Waldstück, zwei Tennisplätze, eine Kegelbahn, ein Basketballplatz und nicht zu letzt eine atemberaubende Poollandschaft gehörte.
Der Platz vor dem gigantischen Eingangsportal war geschmückt mit einem beleuchteten Springbrunnen und voll gestellt mit Limousinen, den teuersten und größten Autos von Marken wie BMW, Mercedes, Porsche, Ferrari, Bentley und Fabrikaten, von denen ich noch nie gehört hatte und an einigen Fahrzeugen lehnten tatsächlich die dazugehörigen Fahrer.
Das Innere des Hauses war mit Worten einfach nicht zu beschreiben. Ich hatte so etwas elegantes, luxuriöses und teilweise auch dekadentes noch nie in meinem Leben gesehen. Gold, Marmor, Mahagoni Vertäfelungen, teuere Perserteppiche und Gemälde, die einem Kenner sicherlich die Tränen der Rührung in die Augen getrieben hätte, begrüßten uns und mit diesen ganzen Dingen auch etwa 200 Gäste, die sich gleichmäßig in der unteren Etage verteilten.
Noch bevor wir die Eingangshalle richtig betreten hatten, fühlte ich mich absolut deplaziert, underdressed und unsicher. Und dieses Gefühl verstärkte sich noch, als ich den ersten Blick auf die Inneneinrichtung und die Gäste erhaschte. Schöner Wohnen vereinte sich mit Vogue, Elle, Vanity Fair und dem Wirtschaftsteil der Times. Sofort fielen mir unzählige Titel von Artikeln ein, die ich hierüber schreiben konnte. Warum war meine Kamera zu Hause?
Wie heißt Dein Freund noch mal? raunte ich Will zu, während ich mich staunend umsah.
Kerry Vanderbilt. Aber sag es nicht weiter, grinste Will neben mir und ich hätte ihn am liebsten dafür erschlagen, dass er mich so unvorbereitet hier her geschleppt hatte.
Das hättest Du mir ruhig vorher sagen können, zischte ich, inzwischen nicht mehr ganz so freundlich.
Du wärst nie im Leben mitgekommen, entgegnete er und hör auf wie ein verschrecktes Häschen zu schauen. Die meisten Leute hier sind tatsächlich sehr nett und können Dir im Übrigen nicht einmal annähernd das Wasser reichen.
Wers glaubt wird selig, grummelte ich und durchquerte an seiner Seite die Eingangshalle um gleich darauf eine Art Ballsaal zu betreten.
Allerdings widersprach das vornehme Interieur der lauten Hip-Hop Musik und den zuckenden, tanzenden Körper, die sich alle köstlich zu amüsieren schienen.
Klasse Akustik, oder? meinte Will dicht an meinem Ohr.
Hm, gab ich zurück, zu fasziniert um auch nur ein Wort heraus zu bekommen.
Wir durchquerten den Saal, schüttelten einige Hände, lachten über Scherze, die tatsächlich gar nicht mal so schlecht waren, und landeten schließlich in einer Ecke, von der aus wir das Geschehen um uns herum bestens beobachten konnten.
Ich wippte abwesend im Takt der Musik und konnte mich ansonsten von dem Anblick vor mir nicht los reißen. Für einen Moment vergas ich alles, was mir bis eben auf der Seele gelegen hatte. Ich dachte nicht an AJ, nicht an Luke, nicht an Hannah, nicht an mein verkorkstes Leben oder an meine mehr als bedenkliche Zukunft. Ich lebte für den Augenblick und im Nachhinein muß ich Will für diese halbe Stunde Ruhe in meiner Seele wirklich dankbar sein.
Nach einer ganzen Weile stellte Will fest, dass wir noch nichts zu trinken hatten. Mit mir im Schlepptau bahnte er sich einen Weg durch die tanzenden Körper, trat wieder hinaus in die Eingangshalle, wandte sich nach rechts und stieg gleich darauf einige Stufen hinunter.
Wo führst Du mich nur hin? fragte ich kichernd, als der Gang immer schmaler wurde, was für normale Maßstäbe immer noch breit wie eine Autobahn war, und die Kunstgegenstände an den Wänden immer spärlicher wurden.
Dorthin, wo es immer etwas zu trinken und zu essen gibt, entgegnet er schmunzelnd.
Das hätte es oben auch gegeben. Da war eine riesige Bar, falls Du die übersehen haben solltest und daneben so viel zu essen, dass Du gleich drei Mal davon hättest satt werden können und die restlichen Gäste ebenfalls.
Ich weiß. Aber die Küche mußt Du Dir unbedingt ansehen.
Als er gleich darauf eine Tür aufschob, mußt ich ihm vollkommen zustimmen.
Der Raum war einfach riesig. Höchstwahrscheinlich hätte der komplette Grundriss meines Hauses inklusive Garten hier hinein gepasst.
In der Mitte stand ein Küchenblock, wie ich ihn bisher nur in Großküchen gesehen hatte. Kupferne Töpfe und Pfanne hingen darüber von der Decke, alte Vitrinen und Buffets zogen sich die Wände entlang und waren mit dem erlesensten Porzellan und Kristall angefüllt. An der Stirnseite ragten zwei chromglänzende Kühlschranktüren empor, die ein wenig deplaziert wirkten, deren Inhalt aber alles hielt, was die gigantischen Ausmaße dieser Monstren versprachen.
Überraschender Weise waren wir nicht die einzigen Besucher. Hinter dem Küchenblock ragte ein massiver Esstisch mit etwa einem dutzend Stühlen in den Raum hinein und die Hälfte davon war von Gästen besetzt, die einige Flaschen Wein geöffnet hatten und sich lachend unterhielten. In einer Ecke stand noch einmal ein Grüppchen, die sich gerade eine Flasche Champagner teilten und sich dabei über ihren letzten Skiurlaub in Aspen unterhielten.
Als Will und ich die Küche betraten, wandten sich uns die meisten Gesichter freundlich lächelnd zu, wir wurden mit einem kurzen Hallo begrüßt, dann wandten sich die Gespräche wieder anderen Dingen zu und Will ging zielstrebig auf eine der Kühlschranktüren zu. Er nahm zwei Flaschen Bier heraus und
nach einiger Zeit, in der er sicherlich sämtliche Schubladen geöffnet und wieder geschlossen hatte, fand er auch einen Öffner.
Schließlich lehnten wir entspannt nebeneinander an den Kühlschranktüren und genossen den ersten Schluck.
Du hast auf jeden Fall nicht zu viel versprochen, sagte ich.
Ja, Kerry weiß, wie man ne Party schmeißt.
Ich senkte die Stimme, damit die anderen uns nicht hören konnten es ist alles so unwirklich, findest Du nicht? Ich habe noch niemals etwas vergleichbares gesehen.
Man gewöhnt sich daran. Spätestens wenn Du Kerry kennen lernst. Er ist ... hm ... für ihn sind diese Dinge normal und er ... vermittelte einem auch dieses Gefühl. Verstehst Du, was ich meine?
Du meinst, man hört irgendwann auf, an jeder Ecke ein neues Wunder zu sehen? fragte ich ungläubig.
So in der Art, ja, lachte Will leise und nahm einen erneuten Schluck von seinem Bier.
Wie habt ihr Euch kennen gelernt? fragte ich weiter.
Kerry und ich?
Hm, nickte ich.
Während des Studiums. Er war der Meinung, dass ihm ein wenig Jura nicht schaden könnte und da er sich noch dazu gegenüber seinem Vater durchgesetzt hatte und in das Studentenheim gezogen ist, waren wir Zimmergenossen. Wir hatten eine ... hm ... ziemlich aufregende Zeit.
Kann ich mir lebhaft vorstellen, schmunzelte ich.
Na ja ... jedenfalls hat sich die Freundschaft ganz gut gehalten. Wir sehen uns recht selten, telefonieren aber mindestens einmal im Monat und wenn er solche Partys schmeißt, werde ich grundsätzlich eingeladen.
Ist er überhaupt hier? Ich denke nicht, dass wir ihn schon gesehen haben, oder?
Nein, gesehen noch nicht, aber glaub mir, er ist hier. Kann sein, dass er gerade seine berühmt berüchtigte Auszeit genommen hat. Meistens geht es dabei um Frauen und Drogen ... aber alles irgendwie in Maßen.
Alles irgendwie in Maßen, wiederholte ich das klingt nicht sehr aufbauend.
Ich weiß, aber was soll ich machen? So lange er den Eindruck macht, das alles im Griff zu haben, sage ich wenig bis nichts.
Bis es vielleicht zu spät ist, sagte ich leise.
Will zuckte lediglich mit den Schultern. Was hätte er auch sagen sollen?
Ich kann mir nur nicht vorstellen ... , mein Blick war beim Reden durch die Küche gewandert und ich stockte mitten im Satz, als ich die Gestalt bemerkte, die eben den Raum betreten hatte. Augenblicklich wich sämtliches Blut aus meinen Wangen und meine Knie wurden weich.
Was? Was kannst Du Dir nicht vorstellen? fragte Will, dem meine weit aufgerissenen Augen und die zusammen gepressten Lippen wohl entgangen waren.
AJ stand mit etwa dem gleichen Gesichtsausdruck in der Küchentür, eine dunkelhaarige Schönheit schaute ihm interessiert über die Schulter und als mein Blick etwas tiefer wanderte sah ich ihre Finger, die mit seinen verschlungen waren.
Sky? Will stieß mich sanft an und sah dabei fragend auf mich hinunter.
Hast Du gewußt, dass er hier sein würde? zischte ich ihm zu.
Wer?
Ich deutet mit dem Kopf zu AJ hinüber, der sich mittlerweile wieder gefangen zu haben schien und seelenruhig auf uns zukam.
Nein, erwiderte Will und ich glaubte ihm das sogar.
Darf ich? fragte AJ, als er uns schließlich erreicht hatte, und deutete auf den Kühlschrank.
Sicher, sagte Will sofort und trat einen Schritt zur Seite. Ich konnte mich allerdings keinen Millimeter rühren.
Mein Blick traf auf seinen, seine Hand verharrte auf dem Griff der Kühlschranktür, an der ich immer noch unbeweglich lehnte, und seinem Gesicht war keinerlei Gefühlsregung anzusehen.
Tschuldigung, murmelte ich schließlich und trat einen Schritt zur Seite.
AJ öffnete die Kühlschranktür, verschwand einen Moment dahinter und tauchte dann mit drei Bier und einer kleinen Flasche Evian wieder auf.
Hi, ich bin Will, sagte Will plötzlich und streckte AJ freundlich lächelnd die Hand entgegen.
AJ versuchte einen Moment die vier Flaschen in eine Hand zu bekommen, sah dann aber wohl ein, dass das nicht funktionierte und stellte zwei davon auf einem kunstvoll geschnitzten Buffet ab.
AJ, sagte er dann und ergriff Wills Hand und das ist Carla, dabei deutete er auf das rehäugige Geschöpf neben ihm.
Carla, Sky. Sky, Carla, stellte er uns dann einander vor und wir schüttelten uns wie in einem schlechten Bühnenstück die Hände. Wenn mein Herz nicht so schnell geschlagen hätte, dass ich bereits der Meinung war, bunte Punkte vor meinen Augen tanzen zu sehen und meine Beine nicht kurz davor gewesen wären unter mir weg zu knicken, hätte ich wahrscheinlich selbige in die Hand genommen und wäre davon gerannt so schnell ich nur konnte. So blieb ich allerdings wie festgewachsen, mit dem beunruhigenden Gefühl der Granitarbeitsplatte in meinem Rücken stehen und konnte meinen Blick nicht von ihm abwenden.
Es trat ein peinliches Schweigen ein, bis Carla und Will plötzlich gleichzeitig anfingen zu reden.
Ihr kennt Kerry? sagte sie.
Woher kennt ihr Kerry? fragte er.
Die beiden kicherten, während AJ und ich uns weiterhin belauerten ohne eine Miene zu verziehen.
Ich hatte nicht gewußt, dass Du hier sein würdest, sagte ich schließlich leise.
Hätte das denn etwas geändert? gab er zurück.
Ich wäre sicherlich nicht gekommen. Oh Gott Sky, ganz falsch ... aber sowas von falsch.
Vielen Dank, schnaubte er und war bereits dabei sich herum zu drehen, als hinter ihm eine freundliche, männliche Stimme ertönte.
Hey AJ, wo bleibt unser Bier?
Mir gefror augenblicklich das Blut in den Adern und wenn das überhaupt noch möglich war schlug mein Herz noch etwas schneller. Im Türrahmen gelehnt, mit der Ausstrahlung eines Filmstars und dem von mir so schmerzlich vermissten Lächeln, das jetzt allerdings im Bruchteil einer Sekunde verschwand, stand Luke und starrte mich an, als sehe er eine Fatamorgana.
Ich gebe zu, jetzt komme ich nicht mehr mit, sagte Will neben mir leise.
Geht mir genau so, stimmte ihm AJ zu, während er fragend zwischen Luke und mir hin und her blickte.
Hallo Skyler, sagte Luke und machte zwei zaghafte Schritte in die Küche hinein, was immer noch den beruhigenden Abstand von gut zehn Metern zwischen uns lies.
Was tust Du hier? entfuhr es mir und war dabei selbst überrascht, wie eisig kalt meine Stimme klang.
Ich ... also ... lass Dir erklären ... ,
Erklären? ERKLÄREN?? Mein Puls raste, ich ballte meine Hände zu Fäusten und war mir nicht sicher, was ich als nächstes tun würde. Meinst Du nicht, Du hättest mir schon viel früher etwas erklären sollen?
Die Augen der restlichen, anwesenden Gästen huschten äußerst interessiert zwischen Luke und mir hin und her. Klar, sie witterten einen Skandal, noch dazu, da AJ anwesend war. Mal ganz abgesehen davon, dass das hier sicherlich interessanter war, als der Champagner, der Wein oder die Aprèsskiparty in Aspen.
Moment, AJ starrte mich entsetzt an als ihm langsam zu dämmern begann, was hier gerade los war. Ist das ... also ... der Luke?
HALT DU DICH DA RAUS, fuhr ich ihn an, im Moment einfach nicht in der Lage meine Wut in irgendeiner Weise einzudämmen. Wie ätzende, kochendheiße Blitze fuhr sie aus mir heraus und traf alles, was auch nur zufällig in der Nähe war.
Der Luke? echote Will neben mir.
Ja, der Luke, antwortete Luke leise und senkte den Blick.
Was ist denn hier ... , eine weitere Person betrat die Küche, doch in dem Moment in dem sie mich entdeckte, erstarrte sie augenblicklich zur Salzsäure, den Mund immer noch geöffnet und mit dem Ausdruck völliger Fassungslosigkeit auf dem Gesicht.
War ja klar: Vier Flaschen, vier Personen schoss es mir durch den Kopf, doch mit ihrem Anblick hatte ich nicht im entferntesten gerechnet.
Hannah? ächzte ich und spürte, wie der Boden unter meinen Füßen gefährlich zu schwanken begann.
Oh mein Gott, entfuhr es ihr und sie schlug entsetzt eine Hand vor den Mund.
Wir wollten es Dir sagen Sky, sagte Luke hastig. Ehrlich. Aber ... irgendwie ... es hat sich nie ... ,
Sag jetzt nicht die passende Gelegenheit ergeben sonst schwöre ich, dass ich Dir sämtliche Zähne ausschlage, zischte ich und tastete Halt suchend nach irgendetwas, das mich vor dem drohenden Sturz bewahren würde. Wills warme Hand fing mich irgendwie auf und ich schloss für einen Moment die Augen weil ich hoffte, dass das hier alles nur ein böser Traum war, aus dem ich in den nächsten Sekunden erwachen würde. Doch als ich sie wieder öffnete, standen mir immer noch AJ, Luke und Hannah gegenüber, jeder mit grenzenlosem Entsetzen auf dem Gesicht.
Lass uns einen Moment an die frische Luft gehen, ja? sagte Will neben mir sanft.
Ja, ich denke, das ist eine gute Idee, murmelte ich und lies mich von ihm hinaus führen. Das Gefühl, so nahe an Luke und Hannah vorbei zu müssen, war beinahe zu viel für meine überspannten Nerven. Übelkeit stieg in mir auf, die Gedanken überschlugen sich in meinem Kopf, ohne dass ich auch nur einen davon hätte greifen können und mir wurde eiskalt.
So lange hatte ich in Ungewissheit gelebt, hatte mir eingeredet, dass es sicherlich eine ganz einfache Erklärung für Lukes und Hannahs Verhalten gab. Allerdings hätte ich nie gedacht, dass es in beiden Fällen die gleiche war.