11. April 2004

An: Anna Morgen
Al: Hi, ich bin’s schon wieder.
An: *lacht* Hallo Alex. Tut mir leid, aber ich bin gerade auf dem Weg in ein Meeting, kann ich Dich zurück rufen?
Al: Klar...tut mir leid, wenn ich störe.
An: Ach was, Du störst mich nie. Trotzdem, ich muß dann los. Ist so in ner Stunde o.k.?
Al: Ich denke schon. Versuch es einfach, ja?
An: Alles klar. Dann bis bald.
Al: Ja, bis bald.

Eine Stunde und zwölf Minuten später

Al: Hier der tolle Typ mit dem sexy Hüftschwung.
An: *lacht* Hier ist Ihre Physiotherapeutin. Ich muß Ihnen sagen, dass das Ihrem Rücken nicht gut tut.
Al: *lacht* Hallo Anna. Meeting gut überstanden?
An: Soweit ganz gut, ja. Waren ein paar doofe Menschen dabei, aber selbst die kann man mit viel Geduld von ihrem Vorteil überzeugen.
Al: Du kannst das bestimmt besser als jeder Andere.
An: Uhhhh, Alex...mir tropft schon der Schleim aus dem Hörer.
Al: *beleidigt* Ich wollte nur nett sein.
An: Das bist Du doch auch.
Al: Wie war Dein Abend mit Maria?
An: Sehr schön. Wir haben uns zwar beide bei „Message in a bottle“ die Augen ausgeweint, aber ansonsten war es toll. Die Lasagne war seeeehr lecker *lacht*.
Al: *lacht* Schade, dass ich so weit weg bin.
An: Du sagst es.
Al: Um noch mal auf Steven zurück zu kommen...
An: Du gibst nie auf, was?
Al: *kichert* Selten.
An: Na dann, schieß los.
Al: Ich wollte eigentlich nur noch mal sagen, dass Du Dich nicht mit ihm treffen solltest und wenn doch, dann nur, wenn Du mental gefestigt bist.
An: Mental gefestigt? Wo hast Du denn das her?
Al: *lacht* Man lernt so einiges in einer Therapie.
An: Verstehe.
Al: Und?
An: Was und?
Al: Wirst Du Dich mit ihm treffen?
An: Ich weiß es nicht. Vielleicht. Im Moment geht er mir ziemlich auf die Nerven mit seinem andauernden Angerufe.
Al: Das ist ein gutes Zeichen!
An: *lacht*...wenn ich Dich nur glücklich machen kann.
Al: Das tust Du doch dauernd.
An: Hast Du denn Sarah wieder gesehen?
Al: Ein paar Mal, ja. War am Anfang recht hart...mittlerweile komme ich damit aber ganz gut zurecht.
An: Wie ist das so...ich meine...ist es nicht komisch, wenn man den Menschen wieder trifft, mit dem man eigentlich vor hatte, sein ganzes Leben zu verbringen? Will man ihn da nicht dauernd in den Arm nehmen und ruft sich dann selbst zur Ordnung?
Al: Am Anfang war das so. Ich war ein paar Mal schon kurz davor sie in den Arm zu nehmen, einfach aus Gewohnheit. Doch dann ist mir Gott sei Dank noch rechtzeitig eingefallen, dass das jetzt wohl nicht so gut kommt.
An: Wie hat sie reagiert?
Al: Ich glaube, es war ihr ein bißchen peinlich, mich wieder zu sehen...aber ansonsten...keine Ahnung. Sie schien ganz normal zu sein. Wir haben uns unterhalten so nach dem Motto: Was machst Du? Wie geht es Dir? Und das war es dann auch schon.
An: Ich sollte mich wohl nicht mit Steven treffen.
Al: Du wirst doch wohl nicht vernünftig werden?
An: *lacht* Ich beherzige nur Deinen Rat. Du kannst sehr überzeugend sein.
Al: *lacht* Endlich etwas, was ich gut kann.
An: Oh, Du kannst viele Sachen ziemlich gut.
Al: Zum Beispiel?
N: *Im Hintergrund* Ist das Anna?
Al: Ja, aber sie will mir gerade sagen, was ich gut kann, da kannst Du jetzt nicht stören.
N: *Im Hintergrund* Jetzt stell Dich nicht so an.
K: *Im Hintergrund* Du hast doch gehört, was A.J. gesagt hat. Er muß sich erst seine Streicheleinheiten abholen *lacht*
Al: Danke Kev, wenigstens einer der mich versteht.
An: Hallo? Redet auch jemand mit mir?
Al: Tut mir leid. Manchmal sind die Jungs einfach lästig.
K: *Im Hintergrund* DAS habe ich gehört. Sag ihr, das es nur einen gibt, der hier lästig ist und das bist Du!
An: *lacht* Sie lieben Dich, ich höre es ganz deutlich.
Al: Sie haben nur eine komische Art, das zu zeigen.
N: *Im Hintergrund* Was hat sie gesagt?
Al: Schluß jetzt, ich verschwinde hier...ist ja nicht zum Aushalten *eine Tür wird geöffnet und wieder geschlossen - hallende Schritte - atmen*
An: Wo bist Du jetzt?
Al: Im Hotelflur. Ich möchte schon gerne was von meinem Gespräch haben.
An: Ich verstehe. Und wo gehst Du jetzt hin?
Al: *eine Tür wird geöffnet und fällt wenig später wieder ins Schloß* Ich bin jetzt auf dem Dach. Erstens hat man hier den besten Empfang und zweitens seine Ruhe.
An: Du Armer. Mußt auswandern um in Ruhe telefonieren zu können.
Al: *seufzt theadralisch* Ja, man hat es nicht gerade leicht.
An: *lacht* Ich bedauere Dich ja schon gebührend.
Al: Danke, das ist lieb von Dir. Jetzt verrate mir noch, warum Du Maria nichts von mir erzählt hast.
An: Vergisst Du eigentlich nie etwas? Ist ja furchtbar.
Al: He...ich kann nichts dafür. Ich interessiere mich eben für Deine Briefe. Oder wäre es Dir lieber, wenn ich sie nicht so aufmerksam lesen würde?
An: Nein, natürlich nicht.
Al: Na also. Dann sprich.
An: Hm...ist schwer zu erklären. Ich wollte nicht, dass sie mich für verrückt erklärt. Ist doch schon irgendwie komisch, findest Du nicht?
Al: Eigentlich nicht. Aber ich bin das gewohnt, Du lernst eine ganz neue Welt kennen.
An: Das stimmt allerdings. Langweilig wird es mit Dir nie.
Al: Na, das will ich aber auch hoffen. Wo bist DU eigentlich gerade? Noch auf der Arbeit?
An: Ja, ich habe gerade Mittagspause, die aber leider in fünf Minuten schon beendet ist.
Al: *enttäuscht* Ohhhh, schade. Wir sollten demnächst mal telefonieren, wenn wir beide Zeit haben. Macht doch keinen Spaß auf zu hören, wenn es am schönsten ist.
An: Da hast Du vollkommen Recht. Sollen wir einen Termin ausmachen?
Al: Wie wäre es mit morgen Abend?
An: Bei Dir Abend oder bei mir Abend?
Al: *seufzt* Das ist schwieriger als ich dachte.
An: *lacht* Du gibst viel zu schnell auf.
Al: Also gut...bei Dir und bei mir Abend. Wieviel Uhr ist es jetzt bei Dir?
An: halb zwei
Al: Mittags?
An: Ich glaube ich hatte gerade etwas von Mittagspause erwähnt, oder?
Al: Oh...Stimmt. O.k....dann haben wir also....sechs Stunden Zeitverschiebung. Wenn ich also hier um...sagen wir...zwölf anrufe ist es bei Dir...*entsetzt* sechs Uhr morgens??...Das gehört wohl nicht mehr zum „Abend“, oder?
An: *kichert* Nicht wirklich, nein.
Al: *enttäuscht* Klingt, als kämen wir nie beide abends zusammen.
An: Ist das so schlimm?
Al: Na, ja...wäre doch schön wenn wir beide die Sterne sehen könnten.
An: *seufzt* Romantisch auch noch...was habe ich mir da nur eingehandelt?
Al: *lacht* Tja...ich habe so einige versteckte Qualitäten.
An: *kichert* Ich merke es. Hör zu...warum rufst Du nicht einfach um zwölf an?
Al: 12 Uhr nachts?
An: Yep. Ich muß sowieso früh aufstehen. Dann ist es bei mir noch dunkel...also irgendwie doch die Sterne und so.
Al: Bist Du Dir sicher? Ich meine...so früh morgens ist schon hart.
An: Ach was...das schaffe ich schon.
Al: Ich bewundere Dich! Also gut, auf Deine Verantwortung.
An: *lacht* Keine Sorge, das wird schon.
An: Gut...dann...müssen wir jetzt nur noch auflegen.
Al: *lacht* Mal sehen, wie schnell wir diesmal sind.
An: Auf drei?
Al: Ich bin dabei.
An: ...
Al: Was ist?
An: Ich warte, dass Du anfängst zu zählen.
Al: Oh...o.k....eins...zwei...drei
An: ...
Al: ...
An: So wird das nichts.
Al: *seufzt* Ich weiß.
An: Ich muß aber wirklich Schluß machen. Ich bin jetzt schon zu spät.
Al: O.k., dann schnell. Eins, zwei...
An: Es war schön Deinen Stimme zu hören.
Al: Ich fand es auch schön.
An: Tut mir leid, ich habe Dein Zählen unterbrochen.
Al: Macht nix. Also ein neuer Versuch. Bis morgen, ja?
An: Ja.
Al: Eins, zwei, drei.

12. April 2004