05. November 2003
Hallo Anna,
entschuldige, dass ich mich erst jetzt melde, aber Dein Brief hat eine Weile gebraucht, bis er zu mir durch gedrungen ist. Sowohl physisch (die Mühlen der Fanbriefleser arbeiten langsam), als auch Deine Worte, die Du mit so viel Sorgfalt ausgewählt zu haben scheinst.
Was soll ich sagen...scheinbar weißt Du tatsächlich, von was Du redest und diese Idee mit den Songtexten war ziemlich genial. Ich habe nun meinen eigenen Scheidungs-Soundtrack und bin stolz darauf!
Was mich am meisten gefreut hat, ist wohl die Tatsache, dass Du weder geschrieben hast das hätte ich Dir gleich sagen können noch sie war von Anfang an nicht die Richtige für Dich oder Du armer, armer Mann. Komm zu mir, ich tröste Dich. Ungefähr so sahen nämlich die anderen Briefe aus und ich habe dafür gesorgt, dass ich diese erst gar nicht lesen muss.
Viele haben mir geschrieben, dass ich nicht traurig sein soll, dass es noch so viel andere Frauen gibt und sich jede nach mir verzehrt. Auch das halte ich für unwahrscheinlich und an so etwas habe ich kein Interesse. Wer weiß ob ich das jemals wieder haben werde.
Ich brauche kein Mitleid, ich suche Verständnis.
Es war eine harte Zeit...ist es noch. Ich vermisse sie, auch wenn ich mit etwas Abstand sagen muss, dass es wohl tatsächlich nicht zu ändern war. Wir haben nicht wirklich etwas falsch gemacht, wir haben uns nur langsam aber sicher von einander entfernt.
Manchmal frage ich mich, ob das Heiraten daran schuld ist. Wird man zu träge? Meint man, den anderen so sicher an seiner Seite zu haben, dass man sich nicht mehr genug anstrengt?
Glück ist so zerbrechlich...wir gehen oft zu sorglos damit um. Das ist wohl das, was ICH in meinem Leben gelernt habe. Nichts ist von Dauer.
Es ist schon komisch, diese Gedanken mit jemand völlig Fremden zu teilen. Ich meine...wer gibt mir die Garantie, dass nicht schon morgen meine Worte in irgend einer Zeitschrift erscheinen? Woher soll ich wissen, ob ich mir nicht gerade den nächsten Tritt einhandle?
Die Wahrheit ist, dass ich es nicht wissen kann und doch gehe ich dieses Risiko ein, weil ich denke, dass es das wert ist. Deine Worte sind anders, als die der Anderen. Du weißt nichts von mir und hast doch ganz bestimmte Nerven in mir getroffen. Das lässt mich hoffen und mich Dir nahe fühlen.
Also hiermit ein großes Dankeschön für den Respekt, den Du mir und Sarah entgegen gebracht hast und Deine Wahrheit, die mich ein wenig getröstet hat. Ich hoffe, ich höre bald wieder von Dir!?
God bless you. Peace.
Alex