Kapitel 47
Ein neues Leben
Als ich das nächste Mal erwachte, tauchte helles Sonnenlicht das Zimmer in einen warmen Schimmer. Das Bett neben mir war leer, scheinbar hatte Nick sich irgendwann heimlich, still und leise verdrückt.
Einen Moment blieb ich noch liegen, schloss die Augen und dachte über ihn nach. Eigentlich hätte er glücklich sein sollen. Hakim war tot, er war wieder zurück bei den Beobachtern, Nashril und Sahid waren bei ihm und auch AJ ging es den Umständen entsprechend gut. Warum war er dann nur so verzweifelt? War da etwas, das ich noch nicht wußte? Oder hatten ihn die schrecklichen Erlebnisse eingeholt?
Immerhin hatte er eine ganze Weile dort gelebt, hatte sicherlich Dinge getan, für die er sich im Nachhinein schämte und nicht zuletzt hatte er eine Nacht in der Gewalt der Fachats verbracht. Vielleicht hatte er sogar dabei zusehen müssen, wie sie AJ quälten.
Bei diesem Gedanken angekommen schlug ich schließlich die Decke zurück und setzte mich auf. Ich mußte mit eigenen Augen sehen, dass es AJ gut ging, dass er hier im Waldorf Astoria war. Ich wollte ihn berühren, wollte ihm sagen, wie sehr ich ihn liebte.
Leider war die Umsetzung dieses Wunsches nicht ganz so einfach. Ich fand zwar ein paar Kleider, die achtlos über einem Stuhl hingen, doch ich benötigte beinahe eine halbe Stunde um sie anzuziehen, weil die Welt vor meinen Augen immer wieder verschwamm und ich mich ungeheuer schwach und zittrig fühlte.
Schließlich stand ich dann aber doch an meiner Zimmtür, zog sie auf und blickte hinaus in den Gang. Nichts regte sich, das Hotel wirkte wie ausgestorben.
Ich trat hinaus in den Flur und überlegte, wo sie AJ wohl unter gebracht hatten. Ich beschloss, bei seinem Zimmer anzufangen.
Mit wackligen Beinen stieg ich hinunter in den zweiten Stock, lief den langen Gang entlang und stand schließlich vor seiner geschlossenen Zimmertür. Plötzlich kamen mir Zweifel, ob es wirklich so gut war dort hinein zu gehen. Vielleicht wollte er mich gar nicht sehen. Er war so wütend auf mich, Kevin und Nick gewesen, hatte mir mehr als deutlich gemacht, dass er mit mir nichts mehr zu tun haben wollte. Warum sollte er seine Meinung plötzlich geändert haben?
Schließlich nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und griff nach dem Türknauf. Wenn ich nicht hinein ging, würde ich niemals erfahren, was er über mich dachte.
Leise betrat ich das Zimmer. Die Vorhänge waren zugezogen, doch eine kleine Lampe brannte auf dem Nachtisch. AJ lag in seinem Bett, um den Kopf hatte er einen weißen Verband gewickelt, seine Augen waren geschlossen, seine Hände lagen locker auf der Bettdecke und von einem Infusionsständer neben seinem Bett führte ein Schlauch zu seinem Arm hinunter.
Ich war so von diesem Anblick gefangen, dass ich die Gestalt, die neben seinem Bett in einem Sessel gesessen hatte, erst bemerkte, als sie aufstand und leise auf mich zukam.
Hallo Rebecca, begrüßte Kevin mich flüsternd.
Hey Kev, entgegnete ich lächelnd und seufzte dann leise, als er mich in seine Arme zog.
Wie geht es dir? fragte er, nahe an meinem Ohr.
Noch etwas zittrig, aber es geht schon.
Das ist gut. Er schob mich ein Stück von sich und musterte mich von oben bis unten, als wolle er sich mit eigenen Augen davon überzeugen, dass mit mir alles in Ordnung war.
Und bei dir? fragte ich.
Mein Schutzengel scheint Überstunden gemacht zu haben, lächelte er. Ein paar kleine Kratzer, das war es dann aber auch schon.
Das ist mehr als gut, lächelte ich.
Ja, er nickte.
Wie ... wie geht es ihm? fragte ich dann leise und deutete mit dem Kopf zu AJ hinüber.
Kevin lies mich los und folgte meinem Blick. Er ist noch nicht zu sich gekommen, aber der Doc meint, er hätte großes Glück gehabt. So wie es aussieht hat er keine inneren Verletzung davon getragen, alles andere wird heilen.
Gott sei Dank, entfuhr es mir, was Kevin ein sanftes Lächeln entlockte.
Ich würde mir gerne einen Kaffee holen und nach Thali sehen, sagte er dann. Würdest du für einen Moment auf ihn aufpassen? Nicht dass er irgendwelche Dummheiten macht.
Natürlich. Deshalb bin ich hier.
Gut. Er nickte, drückte mir noch einmal die Schulter und verließ dann das Zimmer.
Langsam näherte ich mich dem Bett, zog den Sessel in dem Kevin gesessen hatte etwas näher an sein Bett heran und setzte mich vorsichtig.
In dem warmen Schein der Lampe sah er noch unheimlicher aus, als ich ihn von unserer kurzen Begegnung im Keller in Erinnerung hatte. Es schien, als sei sein ganzes Gesicht angeschwollen, seine Augenlider waren lila angelaufen und seinem Mund entströmte ein trockenes Rasseln.
Vorsichtig griff ich nach seiner Hand, die sich eiskalt unter meinen Fingern anfühlte.
Hallo AJ, flüsterte ich. Wie fühlst du dich?
Natürlich bekam ich keine Antwort.
Ich weiß nicht ... ich ... schäme mich so für das, was wir dir angetan haben, murmelte ich und konnte nur mit Mühe die Tränen zurück halten. Ich wollte nicht, dass das passiert. Ich wünschte ... ich wünschte, das alles wäre nie passiert. Dann wären wir jetzt sicherlich glücklich, würden heute Abend gemeinsam im Storchennest sitzen und Musik machen.
Weißt du noch, du hast mir damals erzählt, wieviel dir die Musik bedeutet. Dass sie dich vollkommen macht.
Soll ich dir was sagen? Ich habe das Gefühl, dass nur du mich vollkommen machen kannst. Ich ... ich hatte solche Angst um dich und ... ich ... könnte den Gedanken nicht ertragen, dass ... dass du nicht mehr zu mir zurück kommst. Ich hoffe wirklich, dass du wieder ganz gesund wirst und dass ... dass du irgendwann vergessen kannst, was passiert ist.
Ich schluckte und starrte auf sein bleiches Gesicht hinunter. Ich liebe Dich, flüsterte ich und wischte mir ärgerlich einige Tränen von der Wange.
Ich liebe dich auch, murmelte er unvermittelt und ich zuckte erschrocken zusammen.
Ganz langsam öffnete er die Augen, blinzelte ein paar Mal und richtete seinen Blick dann auf mich.
Du hast mich gehört? fragte ich ungläubig.
Ich ... glaube ... nur die Hälfte, aber das ... das macht nichts, presste er hervor. Das wichtigste ... hab ich wohl mitgekriegt.
Es tut mir so leid, sagte ich.
Mir tut es auch leid, murmelte er und versuchte krampfhaft, seine Augen offen zu halten, doch sie fielen ihm immer wieder zu und schließlich gab er den Kampf wohl auf. Er drückte sanft meine Finger und seufzte dann leise.
Mit klopfendem Herzen sah ich auf ihn hinunter und fühlte, wie sich ganz langsam eine angenehme Ruhe in mir ausbreitete. Irgendwie waren wir wohl alle noch einmal davon gekommen. Auch wenn die Chancen dafür nicht sonderlich rosig ausgesehen hatten.
Wie ... geht es ... Nick und ... Kev? fragte AJ mit geschlossenen Augen.
Es geht ihnen gut. Nick humpelt ein bißchen, aber er sagt, das wird wieder und Kevin ... nun ja ... er ist wohl ein Glückskind.
Auf AJs Gesichtzügen erschien ein Lächeln. Eigentlich war das immer mein Part, sagte er.
Oh ja. Davon bin ich überzeugt, schmunzelte ich.
Sein Griff um meine Finger wurde fester. Versprich mir ... Er hustete und versuchte danach röchelnd Luft zu holen. Versprich mir, setzte er noch einmal an dass ... du hier bei mir bleibst. Bitte.
Ich gehe nicht weg, versprach ich und strich ihm sanft über den Arm.
Das ist gut, murmelte er und entspannte sich sichtlich. Ganz langsam wurden seine Atemzüge tief und regelmäßig und seine Finger, die meine Hand immer noch fest umklammert hielten entspannten sich.
Liebevoll blickte ich auf ihn hinunter und konnte mir nicht vorstellen, jemals wieder ohne ihn zu sein.
Als es schließlich Nacht wurde, scheuchte mich Kevin hinaus. Den ganzen Tag hatten wir gemeinsam an AJs Bett gesessen, hatten auf seine ruhigen Atemzüge gelauscht und in einvernehmlichen Schweigen unsere Gedanken schweifen lassen. Doch nun war er wohl der Meinung, dass ich ebenfalls Ruhe brauchte.
Du mußt was essen und schlafen. Du nützt ihm nichts, wenn du gleich neben seinem Bett zusammen brichst, erklärte Kevin bestimmt.
Ich kann nicht gehen. Ich habe versprochen, hier bei ihm zu bleiben, widersprach ich.
Kevin seufzte. Dann geh wenigstens für eine Weile nach unten, iss was und komm dann wieder. Du siehst fast blasser aus als er.
Mir geht es gut, protestierte ich stur.
Klar, ich sehe es ganz deutlich, gab Kevin ironisch zurück.
Ich schnaubte und heftete meine Augen wieder auf AJ. Er schlief immer noch tief und fest und wenn ich ganz ehrlich war, sehnte sich mein Körper nach ein wenig Bewegung und frischer Luft.
In Ordnung, stimmte ich schließlich zu. Aber nicht lange.
Wie auch immer, Hauptsache du gehst überhaupt, grinste Kevin.
Ich erhob mich und streckte meine steif gewordenen Glieder.
Wenn er aufwacht sag ihm, dass ich gleich wieder da bin, ja?
Das werde ich. Mach dir keine Sorgen.
Das sagst du so einfach, murmelte ich, durchquerte das Zimmer und stand gleich darauf im Flur.
Und nun? Ich hatte eigentlich keine besondere Lust hinunter in den Speisesaal zu gehen. Mir war einfach noch nicht nach Gesellschaft, egal von wem.
Schließlich wandte ich mich dem Treppenhaus zu, stieg zwei Stockwerke hinauf und erklomm danach die Treppe hinauf auf das Dach. Es wehte ein leichter Wind und vertrieb augenblicklich die Nebelschwaden und die Müdigkeit aus meinem Kopf.
Langsam schlenderte ich zum Stochennest hinüber, allerdings fiel mir auf der Hälfte der Strecke ein, dass ich keinen Schlüssel bei mir hatte und es deshalb nicht betreten konnte. Für einen Moment spähte ich durch eines der Fenster hinein, stellte fest, dass sich nichts verändert hatte und drehte mich dann unschlüssig herum.
Am anderen Ende des Daches entdeckte ich plötzlich eine Gestalt, die sich dunkel vor dem Grau des Himmels abhob, und langsam schlenderte ich auf sie zu. Nick saß auf einem kleinen Mäuerchen und lies die Beine in die Tiefe baumeln.
Hey, was machst du denn hier? begrüßte ich ihn und setzte mich vorsichtig neben ihn. Allerdings lies ich meine Füße auf der anderen Seite der Mauer auf dem Boden stehen.
Nick zuckte mit den Schultern. Nachdenken glaube ich.
Worüber?
Erneut zuckte er mit den Schultern.
Willst du mir nicht erzählen, was los ist?
Wenn ich das selbst wüsste, murmelte er.
Wir schwiegen einen Moment, dann probierte ich eine andere Taktik. Wie geht es Nashril und Sahid?
Ihnen geht es gut. Thali hat sich um sie gekümmert.
Wie ... hat Nashril die Nachricht vom Tod ihres Bruders aufgenommen? fragte ich weiter.
Nick schwieg, doch sein gesamter Körper schien plötzlich unter Spannung zu stehen.
Nick? ich berührte ihn sanft an der Schulter und er zuckte erschrocken zusammen. Mit großen Augen sah er mich an, dann seufzte er abgrundtief und lies seinen Blick wieder über die Häuserschluchten wandern.
Sie ist ... ziemlich ... traurig, sagte er schließlich stockend.
Das kann man doch auch verstehen, sagte ich sanft.
Sicher. Es ist nur ... , er schüttelte den Kopf. Sie denkt sicher, ich hätte ihn umgebracht. Sie versteht nicht ... sie kann nicht ... ach, ich weiß auch nicht.
Hast du mit ihr darüber gesprochen?
Er nickte, nur um gleich darauf den Kopf zu schütteln. Nicht wirklich. Ich ... wußte nicht, was ich tun sollte, also bin ich gegangen.
Zu mir, stellte ich fest.
Er nickte.
Du solltest zu ihr gehen, seufzte ich. Sie braucht dich.
Ich glaube nicht. Ich habe ... alles falsch gemacht. Ich habe sie betrogen, ich habe ihren Bruder auf dem Gewissen und ... ,
Nein, das stimmt nicht Nick und das weißt du auch.
Oh doch Rebecca. Seine blauen Augen richteten sich funkelnd auf mich. Wenn ich nicht zu den Fachats gegangen wäre, dann wäre das alles nicht passiert. Wir würden alle glücklich und zufrieden miteinander leben und hätten nicht dieses Chaos, in dem wir alle versinken. Schau dir AJ an. Du kannst dir noch nicht einmal ansatzweise vorstellen, was sie mit ihm angestellt haben. Und du? Du trägst deinen Arm in Gips und träumst von schwarzen Männern die dich als Schutzschild benutzen. Du ... ich ... , er stockte und schluckte hart.
Hör mir zu, sagte ich eindringlich und nahm seine zitternde Hand in meine. Du kannst nichts dafür, hörst du? Wenn du nicht zu den Fachats gegangen wärst, hätte Hakim uns vielleicht eines Tages einfach überrannt, ohne dass wir etwas davon mitbekommen hätten.
AJ ... nun ja ... ich befürchte, er ist zu einem großen Teil selbst schuld an dem, was passiert ist und ich ... hm ... mein Arm wird heilen und die Albträume werden verschwinden, weil du dafür gesorgt hast, dass wir alle wieder sicher leben können. Ich glaube, wir verdanken dir sehr viel und das solltest du niemals vergessen.
Ich weiß nicht Rebecca, er schüttelte den Kopf. Ich kann ... , er schüttelte den Kopf und wandte seinen Blick ab. Ich kann nicht mehr in den Spiegel sehen, verstehst du? Das was ich dort sehe bin nicht ich. Ich weiß nicht ... wer ich bin, was ich will, wo ich hin gehöre.
Dann lass dir helfen, sagte ich leise, doch er schüttelte den Kopf.
Denk doch auch einmal an Nashril und deinen Sohn. Sie sind jetzt ganz alleine, sind umgeben von Fremden. Sie brauchen dich.
Nick schwieg einen ganze Weile, dann wandte er mir wieder sein Gesicht zu. Meinst du wirklich?
Ich bin mir ganz sicher. Sie liebt dich. Das hat sie mir selbst gesagt. Du solltest ... zu ihr gehen, mit ihr reden, sie in den Arm nehmen. Sie ist eine sehr starke Frau, sie wird wissen, was für euch beide das Richtige ist.
Ich ... ich schäme mich so, flüsterte er kaum hörbar.
Wofür?
Für das alles hier, er machte eine ausholende Handbewegung und versuchte dabei vergeblich, die Tränen in seinen Augen wegzublinzeln. Ich kann ihr doch unmöglich wieder unter die Augen treten, nachdem ich ihr ihr zu Hause und ihre Familie genommen habe.
Du bist ihre Familie Nick. Niemand sonst.
Er biss sich auf die Unterlippe und schwieg.
Eine ganze Weile saßen wir so beieinander, hielten uns an den Händen und starrten hinaus in die Nacht.
Ich sollte jetzt gehen, sagte er schließlich und zog geräuschvoll die Nase hoch.
Das denke ich auch. Geh zu ihr.
Er nickte langsam und sah dann zu mir herüber.
Ich danke dir, sagte er leise. Für ... alles.
Was auch immer ich getan haben soll, ich sage mal ... danke, lächelte ich.
Er stand auf und ich erhob mich ebenfalls. Vorsichig zog er mich zu sich heran und hauchte mir einen Kuß auf die Wange.
Versprich mir, dass du mit AJ glücklich wirst, sagte er leise.
Ich werde alles in meiner Macht stehende dafür tun, entgegnete ich mit einem Kloß im Hals.
Das ist gut. Er braucht dich und er liebt dich.
Ich weiß, nickte ich.
Gut. Der Ansatz eines Lächelns erschien auf seinem Gesicht und lies erahnen, welch ein fröhlicher und glücklicher Mensch er einmal gewesen war.
Ich bin da wenn du mich brauchst, sagte ich aber im Moment, sollten Nashril und Sahid an erster Stelle stehen.
Ich werde es mir merken, nickte er, dann lies er mich los und schlenderte langsam über das Dach zur Luke hinüber. Kurz bevor er sie erreicht hatte drehte er sich noch einmal zu mir herum. Kommst du nicht mit? fragte er.
Nein. Ich werde ... noch ein bißchen hier sitzen bleiben, entgegnete ich.
Er nickte, warf mir dann eine Kußhand zu und verschwand wenig später nach unten.
Ich wandte mich wieder der Dachkante zu, lies mich zurück auf das Mäuerchen sinken und lies meinen Blick über die kantige Silhouette Manhattens gleiten.
Ich erinnerte mich zurück an glückliche Zeiten im Schoße meiner Familie, dachte an meine Freunde, die alle in diesem Krieg umgekommen waren und mit denen mich einmal so viel verbunden hatte.
Ich hatte hier ein neues Leben gefunden. Anders zwar, manchmal sogar äußerst beängstigend, doch trotzallem sicher und geborgen. Ich hätte mir niemals vorstellen können, dass dies überhaupt möglich war, dass die Wunden anfangen könnten zu heilen und ich in der Lage sein würde, mein Herz neuen Dingen und Menschen zu öffnen.
Ich dachte an Stattler, Thali und Dwain, die jeder für sich ihr bestes gaben um unsere Gemeinschaft voran zu bringen. AJ erschien vor meinem geistigen Auge und ein zaghaftes Lächeln stahl sich auf mein Gesicht. Ich war nicht mehr allein.
Ein bißchen fühlte es sich so an, als hätte ich mich in einem riesigen, schnell rotierenden Strudel befunden und hätte die Hand gerade im richtigen Moment ausgestreckt. Kevin hatte sie ergriffen und mich zurück ans Licht gezogen. In eine Welt, die zwar zerstört und düster war, in der aber die Liebe überlebt hatte.
Langsam stand ich auf und warf noch einmal einen letzten Blick über das Häusermeer unter mir. Die Stadt der Träume hatte alles gehalten, was mir die Feiheitsstatuer mit der Fackel in ihrer erhobenen Hand versprochen hatte.
Bring mir Deine Müden, Deine Armen,
Deine geduckten Massen, die sich nach Freiheit sehnen ...
Schick diese Heimatlosen, Sturmgebeugten zu mir.
Ich erhebe meine Fackel neben dem goldenen Tor
Niemals hatten diese Worte wohl mehr Bedeutung, als in diesem Moment.
The End