Kapitel 43
Das Schlachtfeld

Der Himmel war wolkenverhangen und schluckte damit auch die wenigen Strahlen des Mondlichtes. Um uns herum war es stockdunkel und ich konnte nicht viel weiter als bis zu meinen Schuhspitzen sehen während wir uns langsam vorwärts tasteten.
Stattler hatte die Gruppen einzeln instruiert und sie zu verschiedenen Punkten rund um das Hauptquartier der Fachats dirigiert. Rachel war mit drei Handgranaten, einem Maschinengewehr, das sie sich lässig über die Schulter gehängt hatte und einem Funkgerät losgeschickt worden. Sie sollte bescheid geben, wenn sie in Stellung war. Direkt nach der Zündung würden die Beobachter angreifen und in der allgemeinen Verwirrung sollten Kavin, Stattler, Mayo, Julia und ich uns zu den Gefangenen durchschlagen.
Noch klang das für mich alles wie aus einem schlechten Film. Nur weil wir in Trümmern lebten hieß das noch lange nicht, dass wir uns wie Tiere aufführen durften. In den letzten Wochen war in mein Leben wieder so etwas wie Normalität eingekehrt und ich merke erst jetzt, wie gut mir diese kurze Zeit des Luftholens getan hatte. Doch im Moment war wieder alles in Frage gestellt, was ich bei den Beobachtern inzwischen gelernt und erreicht hatte. Vielleicht würde es für mich gar kein Morgen mehr geben. Vielleicht, und das gestand ich mir nur sehr ungern und mit Bauchschmerzen ein, kamen wir viel zu spät. Vielleicht waren AJ und Nick tatsächlich schon tot und Hakim Fachat wartete nur darauf, auch die anderen Beobachter dem Erdboden gleich zu machen. Ich schüttelte den Kopf um dieses beängstigenden Gedanken aus meinem Kopf zu vertreiben. Jetzt war keine Zeit um sich darüber Gedanken zu machen. Nick und AJ lebten und wir waren auf dem Weg um sie zu befreien.
Zu meiner Rechten knackte ein Funkgerät.
„Hier Einheit drei. Wir sind in Stellung,“ quäkte eine männliche, verzerrte Stimme.
„In Ordnung Einheit drei. Einheit eins und zwei, wie sieht es bei euch aus?“ fragte Stattler nach.
„Einheit eins. Wir haben gerade unseren Zielort erreicht.“
„Einheit zwei. Wir sind gleich da.“
„Gut. Rachel, wie sieht es aus?“
„Hier Rachel.“ Sie war kaum zu verstehen, so sehr rauschte es in dem Funkgerät. Außerdem schien sie zu flüstern, was das Ganze nicht wirklich besser machte. „Ich komme jetzt gleich zum ersten Wachposten. Ich melde mich wieder, wenn ich drin bin.“
„In Ordnung. Viel Glück,“ entgegnete Stattler und unterbrach dann den Funkverkehr.
„Gott steh uns bei,“ hörte ich Kevin neben mir leise murmeln und ich fügte ein ebenso leises „Amen“ hinzu.
Plötzlich spürte ich Stattlers Arm an meiner Hüfte. „Halt!“ flüsterte er. „Hier bleiben wir, bis wir von Rachel das Signal bekommen.“
Wir kauerten uns in den Schutz eines Hauseingangs. Was vor uns lag, konnte ich nicht sagen, da ich immer noch nicht weiter sehen konnte, aber ich spürte die Gefahr in der wir schwebten beinahe körperlich. Stattler war angespannt, Mayo und Julia hielten ebenfalls ihre Waffen im Anschlag und lauschten auf jedes verdächtige Geräusch. Kevin hatte sich neben mich gekauert und ich konnte ab und an seine Augen in der Dunkelheit aufblitzen sehen.
Eine Zeit lang, die mir wie eine Ewigkeit vorkam, passierte gar nichts. Nervös begann ich an meinen Fingernägeln zu kauen, eine Angewohnheit, die ich mir eigentlich im Alter von vierzehn Jahren erfolgreich abgewöhnt hatte.
„Was macht sie nur so lange?“ hörte ich schließlich Kevin flüstern.
„Vielleicht ist sie auf eine Wache gestoßen,“ gab Stattler zu bedenken. „Wir müssen abwarten.“
Weitere zehn Minuten verstrichen, die sich endlos in die Länge zogen. Ich versuchte mich auf die Straße vor uns zu konzentrieren, lauschte auf jedes verdächtige Geräusch, doch alles was ich hören konnte, war das Atmen meiner vier Mitstreiter und mein Herzschlag, der laut und hektisch in meinen Ohren hämmerte.
Schließlich gab das Funkgerät ein leises Knacken von sich und ich atmete bereits auf, als sich eine männliche Stimme meldete. „Hier Einheit zwei. Hier tut sich irgendetwas. Die Wachposten ziehen sich zurück.“
„Wiederholen bitte.“ Stattler hielt sich das Funkgerät ans Ohr und wirkte zutiefst beunruhigt.
„Die Wachen ziehen sich zurück. Frag’ mich nicht.“
„Hier Einheit drei. Bei mir das gleiche. Sie sind von ihrem Aussichtshügel runter und verschwunden.“
„Alle bleiben auf ihrer Position,“ gab Stattler durch, dann lies er das Funkgerät sinken und starrte Kevin an.
„Was hat das zu bedeuten?“ fragte dieser leise.
„Ich habe keine Ahnung,“ gab Stattler zu. „Auf jeden Fall ist das kein gutes Zeichen. Rachel hat sich auch noch nicht gemeldet.“
„Vielleicht ist etwas schief gegangen,“ gab Mayo zu bedenken.
„Du meinst, sie haben sie geschnappt?“ fragte Julia.
„So etwas ähnliches.“
„Wenn sie sie geschnappt hätten, hätte Rachel uns sicherlich noch irgendwie gewarnt,“ gab Stattler zu bedenken.
„Wir können hier nicht einfach so herum sitzen,“ meldete sich Kevin zu Wort. „Wer weiß was ... ,“
„Ja, ja, ja,“ unterbrach ihn Stattler. „Lass mich einen Moment nachdenken, in Ordnung?“
Wir schwiegen erneut.
„Nun gut,“ flüsterete Stattler, nahm das Funkgerät auf und sprach hinein. „An alle Einheiten. Wir müssen den Plan ändern. Wenn ich das Kommando gebe, schleicht ihr euch an den Posten vorbei. Seid vorsichtig, vielleicht ist das ein Hinterhalt. Einheit vier, ihr seid am nächsten am Waffenlager dran. Versucht bis dorthin vorzudringen. Wir müssen davon ausgehen, dass Rachel es nicht geschafft hat und eventuell in der Gewalt der Fachats ist. Haben das alle verstanden?“
Nacheinander meldete sich jede Einheit, dann wurde es wieder still. Stattler wandte sich nun an uns.
„Wir werden hier warten, bis es dort drüben los geht. Wir teilen uns in zweier Gruppen auf. Kevin, du gehst mit Mayo, Rebecca, du hältst dich an Julia. Kevin, ihr nehmt das linke, Julia ihr das linke Gebäude. Ich gebe euch Rückendeckung. Alles klar?“
Zustimmendes Gemurmel antwortete ihm. Julia schob sich an mich heran und lächelte mir aufmunternd zu, was ich in dem diffusen Dämmerlicht mehr erahnen als sehen konnte.
„Dann also ... Showtime.“ Stattler hob erneut das Funkgerät. „Also dann Leute. Gebt euer bestes. Viel Glück.“
Für einige Sekunden blieb es noch still. Ich hielt die Luft an und versuchte mir vorzustellen, was jetzt, außerhalb unserer Reichweite vor sich ging. Ich sah dunkle Gestalten, die sich im Schatten vorwärts tasteten. Ich sah ängstliche, angespannte Gesichter, die in jeder Niesche eine Gefahr witterten und ich hörte den ängstlichen Herzschlag von sechzig Beobachtern, die gerade ihr Leben riskierten um die beiden Männer, die mir so viel bedeuteten zu retten.
In diesem Moment zerriss der Knall eines Schusses die Stille der Nacht, auf die sofort eine ganze Salve von Schüssen folgte. Julia packte mich am Arm und drängte mich unaufhaltsam nach draußen und ich hörte, wie die anderen uns folgten.
Geduckt liefen wir an der Hauswand entlang. Die Schüsse wurden nun noch lauter und zahlreicher, lautes Geschrei mischte sich unter den Kampflärm. Das Getrappel von Füßen war zu hören, vor uns in der Dunkelheit blitzten immer wieder orangene Blitze auf und ohne dass es mir wirklich bewußt gewesen wäre zog ich die Waffe aus meinem Hosenbund und entsicherte sie.
„Hier lang,“ rief Julia und bedeutete mir, ihr zu folgen. Wir bogen um eine Ecke und direkt vor mir, wie aus dem Boden gewachsen, stand plötzlich ein Mann. Sein schwarzes Haar lag wie ein Helm um seinen Kopf, über die linke Gesichtshälfte rann Blut und seine Augen glitzerten wild in dem schmalen Gesicht. Bevor ich überhaupt reagieren konnte hatte Julie bereits die Waffe auf ihn gerichtet und mit einem lauten Knall sackte er in sich zusammen.
„Komm weiter,“ rief sie und zerrte mich einfach hinter sich her. Ich stolperte und konnte mich gerade noch fangen, bevor ich der Länge nach auf das Pflaster schlagen konnte. Um mich herum herrschte ein ungeheurer Lärm, hier und da blitze es auf und erhellte die bizarre Szene vor uns.
Wir waren noch nicht einmal in das Hauptquarier vorgedrungen, aber bereits hier herrschte das blanke Chaos. Zwei Einheiten der Beobachter hatten sich in Hauseingange zurück gezogen und feuerten, was das Zeug hielt. Vor uns rückte eine Gruppe von vielleicht zwanzig Fachats immer näher und ich fragte mich, noch während ich hinter Julia her rannte, woher sie gewußt hatten, dass wir hier waren. Wir hätten es doch wenigstens bis hinter ihre Verteidigungslinien schaffen müssen.
„Hier rein,“ brüllte Julia um sich über den Lärm hinweg verständlich zu machen und zog mich in einen Hauseingang.
„Das ist gar nicht gut,“ murmelte sie, während sie mit einem schnellen Blick ihr Magazin überprüfte. „Was machen die Schweine hier? Die sollten friedlich schlummernd in ihren Bettchen liegen.“
„Sie haben sicherlich damit gerechnet, dass wir kommen,“ gab ich zu bedenken und versuchte in der Dunkelheit draußen Kevin und Stattler auszumachen, doch ich sah nichts außer Schwärze, die ab und an von einem kurzen Aufblitzen der Mündungsfeuer erhellt wurde und mir schmerzhaft in den Augen brannte.
„Okay. Wir schleichen uns einfach weiter, halten uns im Schutz der Gebäude. Wir werden versuchen uns in diese Scharmützel nicht mit einbeziehen zu lassen, hörst du?“ ermahte sie mich. Ich konnte nur nicken. Ich hatte sowieso irgendwo unterwegs das Gefühl für die Realität verloren. Wahrscheinlich in dem Moment, als mich die gebrochenen, toten Augen des Mannes ansahen, bevor er endgültig in sich zusammen gesackt war. Wir hatten einen Menschen getötet und das nur, weil er uns im Weg gestanden hatte. Wer war unser Feind eigentlich? Warum mußte wir hier durch die Dunkelheit rennen, hindurch durch Maschinengewehr Salven und lautem Geschrei? Der Krieg war doch vorbei verdammt noch mal.
„Weiter,“ riss mich Julia aus meinen verwirrten Überlegungen und anstandslos folgte ihr ihr wieder hinaus auf die Straße.
Das Gewehrfeuer war leiser geworden, allerdings mischten sich nun laute Schmerzenschreie und Hilferufe unter die vereinzelten Schüsse und mir drehte sich der Magen um.
Immer in Bewegung bleiben.
Nicht stehen bleiben.
Nicht umsehen.
Ich schlüpfte hinter Julia durch eine Lücke in der Mauer und sah mich unvermittelt einer riesigen Straßenkreuzung gegenüber. Es herrschte ein heilloses Durcheinander. Überall sah ich huschende Schatten, die sich vor dem hell lodernden Lagerfeuer in der Mitte abhoben. Befehle wurden gebrüllt, schwere Stiefel verursachten dumpfe Laute auf dem Asphalt und der Geruch nach Schießpulver hing ätzend in der Luft.
„Nach links. Siehst du das Gebäude da drüben mit der blauen Tür?“
Ich folgte Julias ausgestrecktem Finger. Auf der anderen Seite des Platzes, bewacht von einer ganzen Handvoll Fachtas befand sich das Gefängnis, in dem sich vermutlich Nick und AJ aufhielten. Diesem Ort so nahe zu sein schien irgendetwas in mir zu berühren. Ich straffte mich innerlich, mein Blick klärte sich und begann das ganze Wirrwar um mich herum wirklich aufzunehmen. Ich sah plötzlich Beobachter, die sich Gefechte mit den Fachtas lieferten und dabei gar nicht mal so schlecht aussahen. In einiger Entfernung sah ich plötzlich Kevin, der hinter Mayo geduckt über den Platz hastete.
„Okay, bleib in meiner Nähe und wenn uns einer von den Pissern zu nahe kommt, dann wirst du das Ding da in deiner Hand gefälligst benutzen, ist das klar? Ich habe keine Lust mich hier abknallen zu lassen.“
Ich nickte automatisch, sah allerdings, dass Julia nicht wirklich von meinen kämpferischen Qualitäten überzeugt war. Aber was hätte sie jetzt noch tun können?
Also setzten wir uns erneut in Bewegung, gingen immer wieder hinter Autowracks und kleineren Schuttbergen in Deckung und näherten uns damit immer weiter der blauen Eingangstür. Wir hatten sie beinahe erreicht und innerlich war ich mehr als erstaunt, wie leicht es gewesen war bis hier her zu kommen, als wir entdeckt wurden.
Ein lauter Schrei, ein Schuß, der über uns hinweg donnerte und schon sausten uns die Kugel nur so um die Ohren. Julia riss mich mit sich flach hinunter auf den Boden. Fluchend zog sie ihr Maschinengewehr heran und begann zu feuern.
„Nun mach schon,“ brüllte sie mir zu, da ich immer noch wie versteinert neben ihr lag.
Mit zitternden Händen versuchte ich die Pistole unter mir hervor zu ziehen.
„Nein! Verdammt noch mal lauf! Ich geb dir Feuerschutz.“
Ich sollte laufen? Durch den Kugelhagen? Hatte sie sie noch alle?
„Jetzt mach schon. Ewig wird mein Magazin nicht reichen,“ brüllte sie erneut, während sie sich in die Höhe stemmte und wild und ohne erkennbares Ziel drauf los feuerte.
Ohne mein Zutun stemmte ich mich in die Höhe und rannte los. Am liebsten hätte ich die Augen fest zu gekniffen, aber das ging leider nicht. Haken schlagend wie ein Hase rannte ich quer über den Platz. Asphalt spritze vor meinen Füßen auf, da wo die Kugeln einschlugen rissen sie kleine Löcher in den Boden. Eine Kugel pfiff ganz nahe an meinem Ohr vorbei und hinterlies ein lautes Klingeln.
Mein Herz schlug mir inzwischen bis zum Hals und ich spürte, wie mir langsam die Puste ausging. Eine weitere Gruppe der Beobachter hatte inzwischen die Wachen vor dem Haus unter Beschuss genommen, in dem sich – hoffentlich – Nick und AJ aufhielten. Ich hielt mich rechts von ihnen und drückte mich gleich darauf schwer atmend und am Rande einer ausgewachsenen Panik in einen weiteren Hauseingang und überlegte fieberhaft, was ich nun tun sollte.
Durch die blaue Tür konnte ich das Haus unmöglich betreten. Zumindest nicht, wenn ich vorhatte den Keller lebend zu erreichen. Auf der anderen Seite des Platzes sah ich Julia, die gerade ihr Maschinengewehr wegwarf, einen Revolver hervorzog und wild schießend los rannte um sich eine neue Deckung zu suchen. Mit großen Augen blickte ich mich um und erkannte einen Mann, der in aller Seelenruhe anlegte und auf Julia zielte.
Ich handelte instinktiv. Ich riss den Revolver hoch, kniff ein Auge zu und drückte ab. Mein Arm wurde in die Höhe gerissen und ich taumelte einige Schritte rückwärts. Im Fallen sah ich noch, wie Julia mitten in der Bewegung inne hielt, erstaunt an sich herunter sah und dann in sich zusammen sackte.
Ich schrie, während ich auf dem Boden aufschlug. Sofort rappelte ich mich wieder auf und robbte Richtung Hauseingang. Ich hatte den Kerl nicht getroffen, natürlich nicht. Dafür war etwa zwanzig Meter weiter ein Mann zusammen gebrochen, der sich schreiend sein Bein hielt.
In letzter Sekunde sah ich, wie der Soldat auf mich zielte. Mit letzter Kraft stieß ich mich ab und landete auf dem Rücken in dem kalten Hauseingang, genau in dem Moment, als die Kugel dort einschlug, wo ich bis eben noch gekauert hatte.
Hastig krabbelte ich tiefer in den Hauseingang hinein, zog mich immer weiter von der offenen Tür zurück und spürte gleich darauf, wie mein Stiefel ins Leere griff. Unter mir führte eine Treppe in die Tiefe.
Mit letzter Kraft zog ich mich am Geländer in die Höhe und stolperte die Stufen hinunter. Nur weg hier. Nicht stehen bleiben. Als ich den unteren Treppenabsatz erreicht hatte rannte ich blind den kurzen Flur entlang. Die geschlossenen Kellertür bremste schmerzhaft meinen Vorwärtsdrang, als ich ungebremst in sie hinein rannte. Dabei schlug ich mir das Knie an und hüpfte einen Moment leise jaulend und mit schwerzverzerrtem Gesicht auf einem Bein.
Meine innere Stimme holte mich schließlich ins Hier und Jetzt zurück. Ich riss die Tür auf und humpelte hindurch. Schwärze empfing mich und mit ausgestreckten Armen, immer noch die Waffe in der Hand, tastete ich mich vorwärts. Ich versuchte durch den roten Schleier aus Angst und Übelkeit einen klaren Gedanken zu fassen.
Auf welcher Seite schloss sich das Gefängnis an? Gab es vielleicht einen Weg hier heraus?
Meine Hände tasteten hektisch über kalte Mauern, der Griff des Revolvers gab dabei kratzende Geräusche von sich, mein abgehacktes Atmen übertönte das Rauschen in meinen Ohren und für einen kurzen Moment hatte ich das Gefühl das Bewußtsein zu verlieren. Ich mußte hier raus. War denn niemand hier, der mir helfen konnte? Was ... ? Wo ... ?
Als meine Hände ins Leere griffen verlor ich den Halt und stürzte kopfüber vorwärts. Ich schrie auf, als mein Kreuz schmerzhafte Bekanntschaft mit scharfkantigen Treppenstufen machten, ich hörte das trockene Krachen, als mein Arm brach. Die Pistole wurde mir aus der Hand geschlagen und schlitterte in die Dunkelheit davon. Die Welt drehte sich um mich herum und als ich schließlich unten aufschlug verblassten sämtliche Geräusche und ich driftete seelig in die alles zurückdrängende Stille davon.

Kapitel 44