Kapitel 23
Rückkehr

Mit offenen Augen lag ich auf dem Rücken und starrte an die Decke aus Schrott und Gerümpel. Die ersten Sonnenstrahlen fielen durch das löchrige Dach und ich war froh, dass diese Nacht endlich vorbei war. Ich hatte kaum ein Auge zu getan. Der festgestampfte Lehmboden war furchtbar unbequem und je länger ich hier gelegen hatte, um so kälter wurde mir. Nick hatte mir schließlich seine Jacke gegeben, aber auch das half nicht wirklich.
Schließlich setzte ich mich müde auf, rieb mir die Augen und lies die Jacke von meinen Schultern gleiten.
„Guten Morgen,“ sagte Nick und als ich zu ihm hinüber blickte, sah er so wach und frisch aus, als käme er gerade aus der Dusche.
„Guten Morgen,“ erwiderte ich und gähnte. „Wie machst Du es nur, dass Du so ausgeruht aussiehst? Ich komme mir vor, als hätte ich nächtelang nicht geschlafen und mir tut jeder Knochen im Leib weh.“
Nick grinste. „Du bist nichts gewohnt, was? Das Hotel mit seinem weichen Bett, dem wundervollen Badezimmer und jeder Menge zu essen hat Dich weich gemacht.“
„Ich bin erst ein paar Tage hier. Mein Körper hatte gar keine Zeit sich darauf einzustellen,“ widersprach ich.
Nick lachte leise, stand dann von seiner Obstkiste auf und streckte sich.
„Wir sollten langsam aufbrechen, was meinst Du?“ fragte er.
„Hm,“ stimmte ich ihm zu. „Ich hoffe bloß, dass mein Verschwinden gestern nicht mehr aufgefallen ist.“
„Das wirst Du sicherlich noch früh genug heraus finden.“
„Wohl wahr.“
Ich stand ebenfalls auf, reichte ihm seine Jacke und klopfte mir den Staub von den Kleidern, dann machten wir uns auf den Rückweg.
Als wir den schmalen Trampelpfad zur Straße hinauf kletterten fragte ich mich erstaunt, wie ich in der Nacht hier herunter gekommen war ohne mir den Hals dabei zu brechen. Der Weg war nicht nur schmal und steil sondern auch von Unkraut überwuchert und überall schauten scharfe Kanten und spitze Enden heraus.
Die Stadt wirkte verlassen, doch dieser Eindruck konnte mich nicht mehr täuschen. Ich fühlte mich die ganze Zeit beobachtet, spürte unsichtbare Augen auf mir ruhen und hätte mich am liebsten unsichtbar gemacht.
Nick hingegen wirkte beinahe unbekümmert während er mir voraus ging und obwohl er sich immer noch nahe den Hauswänden hielt, suchte er nicht mehr so offensichtlich nach Deckung wie noch in der Nacht zuvor.
Ich trottete hinter ihm durch ein Gewirr von Straßen und Trümmern und versuchte meine Orientierung wieder zu erlangen. Wir hatten ein beträchtliches Stück Weg in der Nacht zurück gelegt und es dauerte demnach eine ganze Weile, bis wir schließlich in der Nähe des Hotels ankamen.
Nick drückte sich in einen Hausflur, bedeutete mir allerdings, auf der Straße zu bleiben.
„Von hier ist es nicht mehr weit. Ab jetzt kannst Du alleine weiter gehen.“
„Und Du?“ fragte ich etwas überrascht.
„Ich kann leider nicht mit kommen. Wir sollten nicht zusammen gesehen werden. Weder von den Fachats, noch von den Beobachtern. Das ist besser für uns beide.“
„Sicher,“ ich nickte und schämte mich gleichzeitig für meine Dummheit. „Dann also ... uhm ... vielen Dank für Deine Hilfe.“
„Gerne geschehen. Ich könnte mir unangenehmeres vorstellen als mit Dir eine Nacht zu verbringen,“ grinste er.
„Ich auch,“ lächelte ich.
„Grüß mir Kevin, ja?“
„Das mache ich. Denkst Du ... ich meine ... glaubst Du, wir sehen uns wieder?“ fragte ich leise.
„Davon bin ich überzeugt,“ lächelte er.
„Also gut ... uhm ... benimm Dich anständig und pass auf Dich auf, ja?“
„Klar Mom,“ grinste er. „Und Du pass auf Dich auf. Lass Dich von AJ nicht ärgern. Er ist eigentlich kein schlechter Kerl.“
Ich nickte weil ich nicht wußte, was ich darauf noch sagen sollte, hob zum Abschied die Hand und drehte mich dann abrupt herum. Warum fiel es mir nur so schwer, mich von ihm zu verabschieden? Hatte ich gestern Abend nicht noch so etwas wie Angst vor ihm verspürt?
Es war manchmal schon seltsam, wie schnell sich das Bild eines Menschen in unseren Köpfen ändern konnte.

Ich erreichte unbehelligt das Walldorf Astoria. Vor dem Eingangsportal standen wie immer zwei Wachen, die nicht schlecht staunten, als ich einfach so die Straße herunter geschlendert kam.
In einer der Wachen erkannte ich Julia und nickte ihr freundlich lächelnd zu, während ich an ihr vorbei ging und die schwere Eingangstür aufzog.
Ich trat in die Lobby und hielt verunsichert inne. Vor mir stand eine Gruppe von vielleicht zehn Männern, die leise miteinander murmelten. Darunter erkannte ich Dwain, Kevin, Stattler und auch AJ stand bei Ihnen.
Letzterer entdeckte mich zu erst. Seine Augen wurden groß und während er mit ausgestrecktem Finger auf mich zeigte rief er „Da ist sie.“
Mein Magen verwandelte sich augenblicklich in einen harten, kantigen Ziegelstein. Mein Verschwinden war wohl doch entdeckt worden und meine schlimmsten Befürchtungen schienen sich zu bewahrheiten.
Langsam ging ich näher an die Gruppe heran, die sich alle zu mir umgedreht hatten und mir mit teilweise finsterem Blick entgegen starrten.
„Rebecca! Es freut mich, Dich wohlauf zu sehen,“ begrüßte mich Kevin mit einem kurzen Blick auf meine bandagierten Hände, doch die steile Falte zwischen seinen Augen zeigte ganz deutlich seinen Unmut.
„Es tut mir leid,“ sagte ich sofort. „Ich ... habe mich irgendwie im Keller verirrt und ... nun ja ... ,“ ich stockte. Ich konnte hier weder erzählen, warum ich in das Labyrinth geflüchtet war, noch, wer mich gerettet hatte.
„Du hast uns einen ganz schönen Schrecken eingejagt,“ sagte AJ und fixierte mich mit seinem Blick. „Ich bin froh, dass Dir nichts passiert ist.“
Zustimmendes Gemurmel begleitete seine Aussage und die ersten verabschiedeten sich mit dem Hinweis auf ihre Arbeit, die auf sie wartete.
„Ich schlage vor, Du machst Dich erst einmal frisch und dann kommst Du in meiner Suite vorbei. Ich muß mit Dir reden,“ sagte Kevin und der Ton in seiner Stimme duldete keinen Widerspruch.
Also nickte ich und wandte mich zum Gehen.
„Warte, ich komme mit,“ sagte AJ schnell und folgte mir durch die zerbrochene Glasscheibe in das Treppenhaus.
„Es tut mir leid,“ flüsterte er, als wir außer Hörweite waren. „Als ich aus dem Keller raus kam, warst Du schon weg. Wir haben ne Weile nach Dir gesucht, Dich aber nicht gefunden.“
„Na vielen Dank. Immerhin habe ich Dir die ganze Geschichte zu verdanken,“ schnaubte ich.
„Ich weiß. Es tut mir wirklich leid.“
„Ach, steck’s Dir sonst wohin.“ Ich war müde, frustriert und wütend und AJ kam mir in dieser Stimmung gerade recht.
„Hey,“ er hielt mich am Arm fest und drehte mich zu sich herum. „Es tut mir wirklich leid.“
„Das sagtest Du bereits.“
„Wer konnte denn auch ahnen, dass Du einfach davon rennst? Es war doch nur ein flüchtiger Kuß, nichts weiter.“
„Nichts weiter, hm? Schon mal darüber nachgedacht, dass manche Menschen nicht unbedingt auf diese Art von Spaß stehen?“
„Ich weiß. Ich verspreche hoch und heilig, dass das nicht wieder vorkommen wird!“ Er hob eine Hand und sah mich treuherzig an.
Mein Widerstand schmolz dahin wie Butter in der Sonne, doch ich wollte nicht so schnell nachgeben. Sollte er sich ruhig noch eine Weile Gedanken machen.
Ohne ein weiteres Wort drehte ich mich also herum und strebte meiner Zimmertür zu. AJ blieb mir dicht auf den Fersen und so war ich schließlich dazu gezwungen, ihm die Tür vor der Nase zuzuschlagen.
„Ich mach’s wieder gut,“ hörte ich seine Stimme dumpf hinter der Tür. „Versprochen!“
Mit einem Kopfschüttelnd wandte ich mich ab, entledigte mich auf dem Weg ins Bad meiner verdreckten Kleider und stellte mich erst einmal unter die Dusche. Das Seifenwasser brannte auf meinen Händen wie Feuer, doch nachdem ich die Wunden richtig gesäubert hatte, blieben lediglich ein paar Kratzer zurück, die nicht sonderlich gefährlich aussahen.
Nachdem ich abgetrocknet, angezogen und rein äußerlich wieder einigermaßen hergestellt war, wappnete ich mich innerlich gegen Kevins Standpauke, die jetzt ganz sicher auf mich zukam.
Leider hatte ich sie mehr als verdient ... nun ja ... eigentlich hätte AJ sie verdient, aber ich war nicht der Typ, der andere Leute verpetzte. Also mußte ich da wohl oder übel durch.

Kevin öffnete auf mein Klopfen hin und sah immer noch verärgert aus. Und noch etwas anderes lag in seinem Blick. So etwas wie Misstrauen, was mich mehr verunsicherte, als es ein lauter Wutausbruch gekonnt hätte.
Er bedeutete mir, auf einem der Sofas Platz zu nehmen und setzte sich dann mir gegenüber.
Eine ganze Weile sagten wir beide kein Wort. Jeder wartete darauf, dass der andere anfing zu reden. Schließlich brach Kevin das Schweigen.
„Verrätst Du mir, wo Du die ganze Nacht gewesen bist?“ fragte er kühl.
„An einem sicheren Ort,“ gab ich zurück und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Weißt Du,“ fuhr er fort „Ich war, ehrlich gesagt, ziemlich aufgebracht, als AJ zu mir kam und erzählte, dass Du wohl einfach so in den Keller spaziert bist.
Wir haben einen Suchtrupp losgeschickt, der Dich da unten aber nicht gefunden hat. Wir haben das Schlimmste angenommen und waren dazu verdammt auf den nächsten Morgen zu warten.
Und dann kommst Du so mir nichts Dir nichts ins Hotel spaziert, als sei nichts gewesen. Findest Du das nicht auch ein wenig merkwürdig?“
„Merkwürdig? Was soll das heißen? Denkst Du, ich war bei den Fachats? Glaubst Du, ich wäre noch am Leben, wenn die mich in die Finger bekommen hätten?“
„Ich weiß nicht. Mal ehrlich ... Dein Auftauchen bei der Besprechung mit Nick, Dein Verschwinden kurz darauf ... die ganze Geschichte ist doch sehr seltsam.“
Ich biss mir auf die Lippen um ihn nicht einfach anzuschreien, dann atmete ich ein paar Mal tief durch und sah ihm fest in die Augen.
„Ich war mit Nick zusammen und falls Du mir nicht glaubst, kannst Du ihn ja selbst fragen,“ Kevins Augenbrauen schnellten verblüfft in die Höhe, doch ich war nun so richtig in Fahrt. „Ich bin eine Ewigkeit in diesem beschissenen Tunnelsystem herum gerannt und habe schließlich einen Ausgang gefunden, nur um festzustellen, dass ich mich besser verlaufen hätte als mitten in der Nacht in dunklen Straßen zu stehen, in denen es von Fachats nur so wimmelt.
Nick hat mich zu diesem „sicheren Ort“ mitgeschleift und dort habe ich eine mehr als unbequeme Nacht damit verbracht die Minuten zu zählen, bis es endlich hell wird. Glaub mir, das hat überhaupt keinen Spaß gemacht.
Es tut mir leid, dass ihr so viele Umstände wegen mir hattet, aber es war ganz sicher nicht meine Absicht das ganze Hotel in Aufregung zu versetzen.“
„Warum bist Du überhaupt alleine aus der Kellerbar gegangen?“ hakte Kevin nach.
Mist. Wie sollte ich das jetzt erklären?
„Das ist nicht so wichtig,“ erwiderte ich und bemühte mich, Kevins durchdringendem Blick Stand zu halten.
Für einen Weile trugen wir ein stilles Gefecht aus, schließlich seufzte Kevin und nickte.
„In Ordnung. Können wir uns darauf einigen, dass das nicht wieder vorkommen wird?“
„Eye, eye Sir,“ gab ich immer noch beleidigt zurück.
Erneut seufzte er, dann stand er auf, kam um den Couchtisch herum und lies sich neben mir auf dem Sofa nieder.
„Es tut mir leid,“ sagte er ruhig und legte mir eine Hand auf den Arm. „Wir haben uns einfach riesige Sorgen um Dich gemacht. Ich bin für alle hier verantwortlich und ich hätte es mir nie verziehen, wenn Dir irgendetwas passiert wäre.“
„Das ist lieb von Dir,“ gab ich schließlich nach „aber ich bin ein großes Mädchen Kevin. Ich kann durchaus auf mich alleine aufpassen. Und selbst wenn mir irgendetwas passiert wäre, wäre es nicht Deine Schuld gewesen. Du kannst nicht jeden auf Schritt und Tritt bewachen oder ihm beistehen. Jeder muß sein eigenes Leben leben.“
„Das mag sein. Aber Du bist noch nicht sehr lange hier. Vieles muß Dir noch sehr fremd vorkommen.“
„Das stimmt. Aber keine Sorge, ich bekomme das schon hin.“
Für eine Weile lächelten wir uns an, dann schüttelte Kevin resigniert den Kopf. „Ich mag mich in solchen Situationen selbst nicht, aber ich dachte wirklich ... ,“ erneut schüttelte er den Kopf und verstummte dann mitten im Satz.
„Belassen wir es einfach dabei, in Ordnung?“
„In Ordnung,“ nickte er und lies sich, nun schon wesentlich entspannter in die Polster zurück sinken.
„Ich habe mir überlegt, wie ich Euch hier helfen kann,“ sagte ich und lehnte mich ebenfalls zurück.
„Und? Wie sieht Dein Plan aus,“ sagte Kevin freundlich.
„Ich befürchte, der Plan ist nicht besonders gut und durchführbar wohl auch nicht,“ gab ich zu bedenken.
„Na, das werden wir nie erfahren, wenn Du nicht mit der Sprache heraus rückst. Oder ist es ein Geheimnis?“ grinste er.
„Nein, nein. Ich hatte die Idee einer Radiostation. Du weißt schon ... Funkkontakt und vielleicht ein bißchen Radio zu besonderen Anlässen. Aber Nick meinte, Du und Stattler hätten sich darüber schon Gedanken gemacht und den Plan wieder verworfen.“
„Das stimmt,“ nickte er und lächelte, als er meinen enttäuschten Gesichtsausdruck sah. „Wir hatten damals gleich mehrere Probleme. Das Saatgut wollte nicht aufgehen, ein paar unserer Leute waren bei einer Nacht und Nebel Aktion von den Fachats entführt worden und außerdem fehlte uns das entsprechende Know How um eine so wichtige und komplexe Sache wie eine Funkstation in die Tat umzusetzen.“
„Warum habt ihr nicht später noch einmal darüber nachgedacht?“ hakte ich nach.
„Ich habe nie aufgehört darüber nachzudenken, habe die Bücher, die wir nach und nach zusammen getragen haben, nach einer entsprechenden Bauanleitung durchsucht und nichts wirklich brauchbares gefunden.“
„Ich könnte es schaffen,“ sagte ich eindringlich.
„Kennst Du Dich denn mit so etwas aus?“
„In der Theorie schon, bei der Praxis wird mir Dwain sicherlich helfen.“
„Meinst Du?“ fragte Kevin skeptisch.
„Du nicht?“
„Hm ... Dwain scheint sich noch nicht entschieden zu haben, ob er hier bleibt. Ich glaube er überlegt, ob er bei den Fachats nicht besser aufgehoben ist. Er strebt nach Macht und Ansehen und das wird er hier sicherlich nicht erreichen.“
„Vielleicht aber doch. Wenn er eine Aufgabe hat, die erstens nur er erledigen kann und die ihn zweitens vollkommen fordert ... ,“
„Vielleicht, vielleicht nicht ... das ist eine ernste Sache Rebecca. So lange ich nicht weiß, auf wessen Seite er steht, würde ich ihm am liebsten gar nichts über uns erzählen. Das Dilemma ist, dass er, ohne dass ich ihm etwas verrate, sicherlich sofort zu den Fachats geht. Wie soll ich ihn davon überzeugen, dass er hier gut aufgehoben ist, wenn ich ihm nicht sagen kann, was ihn erwartet?
Andererseits ... wenn er tatsächlich geht, nachdem er sämtliche unserer Geheimnisse, Organisationen und Interna kennt, haben wir ein echtes Problem.“
„Das verstehe ich. Vielleicht sollte ich mal mit ihm reden, was meinst Du? Wir kennen uns jetzt schon sehr lange und ich hatte immer das Gefühl, dass er mir zumindest ansatzweise vertraut.“
„Ich halte das für eine gute Idee. Du kannst sehr überzeugend sein ... ,“ dabei stahl sich ein spitzbübisches Grinsen auf sein Gesicht und ich mußte lachen.
„Ja, das kann ich tatsächlich ziemlich gut. Habe ich von meiner Mom geerbt. Die konnte sogar einen Eskimo davon überzeugen, dass er dringend einen Kühlschrank benötigt.“
„Du sollst niemanden überzeugen,“ widersprach mir Kevin. „Du sollst lediglich ... hm ... bei der Entscheidungsfindung behilflich sein. Einen Kühlschrank kannst Du zurück geben oder reklamieren, aber wenn Du einmal aus dem Kreis der Beobachter ausbrichst, bist Du auf Dich allein gestellt und es gibt keinen Weg zurück. Darüber sollte Dwain sich im Klaren sein.“
„Ich rede mit ihm,“ versprach ich.
„Gut,“ nickte Kevin und legte mir einen Arm um die Schulter. „Und Du warst tatsächlich die ganze Nacht mit Nick unterwegs?“
„Ja,“ lachte ich und boxte ihn spielerisch in die Seite. „Ich soll Dir einen schönen Gruß von ihm ausrichten.“
„Das ist nett, danke. Der alte Charmeur,“ grinste er.
Ich wollte lieber gar nicht wissen, was er damit meinte, also schwieg ich und genoss stattdessen das Gefühl seines Arms auf meiner Schulter. Es war lange her, dass ich so etwas wie körperliche Nähe genossen hatte. Im Gegensatz zu Nick, in dessen Nähe ich mir immer etwas unsicher und linkisch vorkam, fühlte ich mich bei Kevin geborgen und beschützt. Das war etwas, was ich schon eine ganze Weile nicht mehr empfunden hatte.

Kapitel 24