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Kapitel 24
...danach hielt ich es einfach für besser, erstmal für eine Weile von der Bildfläche zu verschwinden, beendete Sarah ihre Geschichte tja, und dann war ich die nächsten Monate so damit beschäftigt, den Bullen und Carvelliens Spürhunden aus dem Weg zu gehen, das ich mich immer weiter von New York entfernt habe. Als ich schließlich in New Orleans gelandet war, wurde mir bewusst, das ich zurück musste.
Eve nickte. Durch Carvellien war sie ziemlich gut über Sarahs bisheriges Leben unterrichtet. Ich war nie lange an einem Ort, immer unterwegs, habe mich bei den Pennern verkrochen und gehofft, das alles gut geht. Ich habe sogar meinen Namen geändert. Wie hast Du das nur angestellt? Eve schüttelte den Kopf. Selbst Carvellien war von dieser Aktion beeindruckt gewesen. Sarah lächelte ich habe unterwegs äußerst interessante Bekanntschaften gemacht. Ich habe unter anderem einem stadtbekannten Urkundenfälscher in Memphis geholfen, vor den Bullen zu fliehen. Was soll ich sagen...er war mir sehr dankbar dafür, sie schmunzelte, als sie an den alten Freddy mit dem abwesenden Blick und dem Holzbein dachte. Tja, und den Rest kennst Du ja. Als ich wieder in New York war und die Gerüchte hörte, Du hättest Dich auch mit Carvellien eingelassen und seist verschwunden...tja, da musste ich einfach kommen, liebevoll drückte sie Eves Hand. Eve nickte und versuchte ihr falsches Lächeln aufrecht zu erhalten. Dieses gönnerhafte Getue drehte ihr den Magen um. Es war wie immer, nichts hatte sich verändert. Sarah Parker, der Nabel der Welt, Rächerin der Unterdrückten und Schwachen. Ha, wenn sie wüßte! Hör zu, fuhr Sarah eindringlich fort Du musst mich hier heraus bringen, noch heute Nacht. Ich muss mit den Beweisen zur Polizei und dann sind wir endlich wieder frei und können nach Hause zu Mum und Dad. Zurück in das Spießerleben nach Florida? Eve schüttelte sich innerlich bei dieser Vorstellung. Niemals! Aber das würde sie Sarah bestimmt nicht auf die Nase binden. Stattdessen zauberte sie ein breites Grinsen auf ihr Gesicht ja, das währe schön. Endlich wieder nach Hause, weg von diesem Mistkerl. Endlich wieder frei sein... hier zwang sie sich auf zu hören. Sie sollte es nicht übertreiben. Doch Sarah glaubte anscheinend jedes Wort und das war auch gut so. Wir schaffen das, ich verspreche es Dir, sagte sie eindringlich. Eve entzog ihr vorsichtige ihre Hand und stand auf. Ja, ich weiß. Wir haben immer alles geschafft, was wir uns vorgenommen hatten, nicht wahr? Ich werde mir etwas überlegen, in Ordnung? Ich komme später nochmal vorbei. Sarah nickte. Der Gedanke, wieder alleine in diesem furchtbaren Zimmer zu sein, in dem sich außer ihr nur eine durchgelegene Matratze befand, gefiel ihr nicht besonders. Aber sie musste einsehen, das sie keine andere Wahl hatte.
Das Polizei Revier von New Haven war in einem gläsernen Gebäudekomplex in der Innenstadt untergebracht. Nach einigem Suchen fand Howie einen Parkplatz und stellte den Motor ab. Sofort verstummte das monotone Summen der Klimaanlage und man konnte förmlich spüren, wie die Temperatur im Wagen kontinuierlich anstieg. O.k., nochmal für alle zum Mitschreiben, sagte Kevin und drehte sich auf dem Beifahrersitz zu seinen Freuden um überlast mir das Reden. Und das meine ich auch so, fügte er mit einem kurzen Blick auf A.J. hinzu. Danke, ich habe verstanden, brummte dieser und lehnte den Kopf wieder an die Glasscheibe. In seinen Augen war das ganze Theater hier sowieso nur Zeitverschwendung. Die Polizei würde ihnen sowieso nicht helfen. Carvellein genoss hier scheinbar einen viel zu guten Ruf, als das sie in irgend einer Weise daran kratzen konnten. Nach einem letzten Blick in die Runde öffnete Kevin schließlich die Tür und stieg aus. Die Anderen folgten ihm. Sofort schlug ihnen die warme Luft von New England entgegen. Fast wie in Florida, dachte A.J. und erinnerte sich daran, wie kühl es noch zu dem Zeitpunkt gewesen war, als er Sarah in New York getroffen hatte. Getroffen? dachte er ironisch. Naja, so konnte man es auch ausdrücken. Nacheinander betraten sie die Polizeistation und wurden sofort von angenehmer Kühle empfangen. Kevin machte sich ohne Zögern auf den Weg zum großen Empfangstresen, hinter der eine junge Polizisten saß und gebannt auf ihren Computermonitor starrte. Guten Tag, machte sich Kevin bemerkbar und die Polizisten sah zu ihm auf. Sofort huschte ein Lächeln des Erkennens über ihr Gesicht und A.J. wagte zu hoffen, das vielleicht doch nicht alles so aussichtslos war. Wozu hatte man einen großen Namen, wenn er ihnen in so einem Moment nichts nützte? Guten Tag Mr. Richardson, entgegnete die Polizisten und ihr Lächeln wurde breiter, als sie auch den Rest der Backstreet Boys hinter ihm erkannte was kann ich für Sie tun? Nun..., Kevin warf einen kurzen Blick auf ihr Namensschild ...Officer Dunken. Wir haben die große Befürchtung, das eine Freundin von uns entführt wurde und wir wissen sogar mit ziemlicher Sicherheit, wo sie sich aufhält. Mit wem können wir darüber sprechen? Das breite Lächeln von Officer Dunken war einem geschäftsmäßig interessiertem Gesichtsausdruck gewichen. Wenn Sie möchten, kann ich die Vermisstenanzeige aufnehmen. Wir werden dann alles tun was nötig ist..., Kevin unterbrach sie entschuldigen Sie bitte, sagte er mit seinem gewinnendsten Lächeln hier geht es leider nicht um eine einfache Vermisstenanzeige. Wir wissen, das Sarah entführt wurde und gegen ihren Willen festgehalten wird. Wir wissen zudem, wo das ist. Wir möchten, das jemand sofort dort vorbei fährt und nach dem Rechten sieht. Officer Dunkens Gesichtsausdruck wurde um eine Spur kühler. Ich kann ihre Aufregung verstehen Mr. Richardson, aber so einfach ist das nunmal nicht. Können wir denn wenigstens mit dem zuständigen Officer sprechen? Officer Dunken seufzte. Warten sie einen Moment. Sie griff zum Telefon und wählte eine kurze Nummer Charlie? Hier ist Sue. Kannst Du bitte mal kurz herunter kommen? Ich habe hier ein paar Herren, die über eine Entführung mit Dir sprechen möchten...ja...hm...in Ordnung. Sie legte den Hörer auf und wandte sich wieder an Kevin mein Kollege kommt gleich zu Ihnen. Nehmen Sie doch bitte dort drüben noch einen Moment Platz, dabei deutete sie auf eine Sitzgruppe hinter ihnen. Ich danke Ihnen, Officer Dunken. Drücken Sie uns die Daumen, das wir sie noch rechtzeitig finden. Das mache ich. Die fünf wandten sich um und durchquerten die Empfangshalle. Das war bis jetzt ja noch nicht sehr hilfreich, meinte Nick, als sie sich auf die einfachen Holzbänke gesetzt hatten. Nur Geduld, entgegnete Kevin zuversichtlich immerhin werden wir gleich mit jemandem sprechen, der hier scheinbar auch was zu sagen hat. Deine Ruhe möchte ich haben, brummte A.J. und rutschte noch ein Stück tiefer auf seinem Stuhl hinunter, die Arme vor der Brust verschränkt. Bevor Kevin eine entsprechende Antwort geben konnte, kam schon ein Mann, in einem zerknitterten, grauen Anzug, auf sie zu. Er mochte etwa fünfzig Jahre alt sein, ein schon leicht angegrauter Schnurrbart prangte über seinen schmalen Lippen und seine Frisur schrie gerade zu nach einem Friseur. A.J. beschloss in der ersten Sekunde, das er ihn nicht leiden konnte. Guten Tag meine Herren, mein Name ist Detectiv Murdock. Er schüttelte jedem von ihnen die Hand, wobei A.J. das Gefühl hatte, er griffe direkt nach einem toten Fisch. Der Detectiv bat sie, ihm zu folgen und so landeten sie schließlich in einem kleinen Vernehmungszimmer, dessen eine Seite komplett von einem riesigen Spiegel eingenommen wurde. Stühle wurden herbei geschafft und dann saßen sie gemeinsam um den wackeligen Holztisch in der Mitte des Raumes herum. Also, meine Kollegin hat etwas von einer Entführung erzählt, eröffnete Murdock das Gespräch und zog ein Notizbuch aus der Innentasche seines Jacketts hervor erzählen Sie mir davon. Also erklärte Kevin heute zum dritten Mal, was sich zugetragen hatte, wobei er es bewusst vermied, Carvelliens Namen zu erwähnen. Als er endete, hatte Murdock mehrere Seiten seines Notizbuches vollgeschrieben und sah nun interessiert in die Runde. Und wo hält sich Miss..., er warf einen kurzen Blick in sein Büchlein OConner bzw. Parker ihrer Meinung nach inzwischen auf? Kevin holte tief Luft, die Anderen beugten sich gespannt vor und liesen Murdock nicht aus den Augen Michael Carvellien, entgegnete Kevin schlicht und sofort verschloss sich Murdocks Gesicht sie meinen Michael Carvellien, den Plattenboss? hakte er nach genau den, entgegnete A.J. gereizt und bekam von Brian unter dem Tisch sofort einen Tritt gegen das Schienbein. A.J. zuckte leicht zusammen und warf Brian eine bösen Blick zu, sagte aber nichts. Nun, Murdock klappte sein Notizbuch zu Mr. Carvellien ist ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft. Wir können nicht einfach so auf sein Anwesen maschieren und uns dort umsehen. Aber wir haben Ihnen doch eben erklärt..., versuchte es Brian, doch er wurde von Murdock unterbrochen es tut mir leid, aber ich glaube nicht, das ich im Moment etwas für Sie tun kann. Ich brauche handfeste Beweise, die Sie leider nicht haben. Auf Grund von Vermutungen kann ich nicht einfach so einen Durchsuchungsbefehl beantragen. A.J. hatte genug gehört und wütend sprang er auf. Durch den Schwung wurde sein Stuhl zurück geschleudert und landete mit lautem Krachen auf dem Boden. Ich verstehe das Alles nicht, rief er aufgebracht es heißt doch immer die Polizei, Dein Freund und Helfer. Davon habe ich allerdings bisher nicht viel gemerkt. Howie legte ihm beruhigend eine Hand auf den Arm und versuchte gleichzeitig den Stuhl wieder aufzurichten nein D., A.J. riss sich los das reicht. Wir waren jetzt schon in zwei Polizeidienststellen und nichts ist passiert. Sarah hockt immer noch bei diesem Perversen und wir reden uns hier den Mund fusselig. Ich habe keinen Nerv mehr, mir diese Ausflüchte an zu hören. Ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft, ha, das ich nicht lache. Mr. McLean, bitte. Ich kann ihnen versichern, das wir ihrem Anliegen nachgehen werden, aber im Moment kann ich einfach keine Leute zu Carvellien schicken... Schon gut, sparen Sie sich den Rest. Ich habe die Schnauze voll, und mit diesen Worten verließ A.J. im Sturmschritt den Raum und knallte die Tür hinter sich zu.
Kapitel 25 |
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