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Kapitel 15
Die Polizei war wieder abgezogen und A.J. brummte der Schädel von der ewig langen Fragerei. Sie hatten alles über Sarah wissen wollen. Wie sie sich kennen gelernt hatten, wie es dazu kam, dass sie bei ihm wohnte und ob sie sich irgendwie auffällig verhalten hatte. Im Laufe des Gespräches wurde er immer ungehaltener. Die Polizei schien mehr an der Mörderin Sarah OConner bzw. Parker interessiert zu sein, als an dem Menschen Sarah, der offensichtlich in Schwierigkeiten steckte. Außerdem liesen sie unmissverständlich durchblicken, dass sie an einer Beteiligung Carvalliens an dieser Geschichte mehr als nur Zweifel hatten. Er sei im Zuge der Ermittlungen wegen des Mordes an John Furgeson eingehend überprüft worden und seine Weste sei blütenweiß. Jetzt saßen die fünf Backstreet Boys schweigend in Kevins Wohnzimmer. Kristin war in die Küche verschwunden um ihnen einen kleine Imbis zu richten. Das tat sie wohl eher um sich selbst zu beruhigen, denn Appetit hatte keiner von ihnen. Das ist nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt hatte, sagte Nick in die Stille hinein und knackte hörbar mit den Fingern. Nein, ganz und garnicht, pflichtete ihm Howie bei. Ich werde auf jeden Fall nicht untätig hier herum sitzen, sagte A.J. aufgebracht und sprang von seinem Sessel auf. Was hast Du vor? fragte Kevin alarmiert, dem das aufbrausende Temperament seines Freundes bestens bekannt war. Ich werde zu Carvallien fahren. Notfalls muss er mich durch das ganze Haus führen um mir zu beweisen, dass Sarah nicht dort ist. Das bringt doch nichts, entgegnete Kevin und die Vernunft in seiner Stimme brachte A.J. zur Weißglut ich werde auf jeden Fall nicht untätig die Hände in den Schoß legen und warten bis diese Idioten von der Polizei irgendetwas unternehmen, schrie er. Jetzt mach mal halblang, sagte Brian und legte A.J. beschwichtigend eine Hand auf die Schulter. Doch er schüttelte sie erbost ab was seid ihr nur für Weicheier, ereiferte er sich und war schon auf dem Weg zur Tür. Hastig folgten die anderen Jungs ihm und Kevin erwischte ihn gerade noch, als er die Haustür hinter sich zu ziehen wollte. Jetzt mal langsam, mittlerweile hatte auch er die Stimme erhoben mit unüberlegten Handlungen erreichen wir garnichts. Ich muss zu ihr, rief A.J. und versuchte sich aus Kevins fester Umklammerung zu befreien. Ohne Erfolg. A.J. bitte, schaltete sich nun Kristin ein, die durch die lauten Stimme aus der Küche heraus getreten war. Lass uns wieder ins Wohnzimmer gehen und alles in Ruhe besprechen, ja? Wenn wir keine Lösung finden, kannst Du immer noch davonrennen. A.J. hielt für einen Moment inne. Das klang alles so vernünftig. Aber seine innere Stimme flüstert ihm unaufhörlich zu, dass er nicht mehr viel Zeit hatte. Unschlüssig blickt er von seinen Freunden, die ihn besorgt anstarrten, zu seinem Wagen, der in der Einfahrt stand. Fahren oder bleiben? Fahren oder bleiben? Fahren oder... Carvallien wird Dich wahrscheinlich nicht einmal rein lassen, unterbrach Brian seine Gedanken zumindest nicht, wenn Du mit dieser Wut im Bauch und hochrotem Kopf bei ihm auftauchst, ergänzte Nick. A.J. warf einen letzten Blick auf sein Auto und seufzte dann. Leider hatten sie recht. In Ordnung, sagte er, trat einen Schritt zurück in das Haus und schloss die Tür. Aber wehe, Euch fällt nichts Besseres ein, dann bin ich sofort weg. Kevin nickte und zog ihn weiter ins Haus hinein. Wenig später saßen sie wieder um den Wohnzimmertisch herum. A.J. hatte, immernoch aufgebracht, die Arme vor der Brust verschränkt. Wir dürfen nicht den Eindruck erwecken, dass wir wegen Sarah zu ihm kommen, überlegte Brian. Ha, das kauft er uns doch nie ab, sagte A.J. und seine Stimme triefte vor Missbilligung seine Bulldoggen haben ihm bestimmt bereits gesteckt, dass sie mit uns zusammen war. Der ist doch nicht blöd. Er wird Eins und Eins zusammen zählen und uns garnichts sagen. Aber versetz Dich doch mal in seine Lage, widersprach Kevin, dem Brians Idee garnicht so abwegig vorkam er weiß nicht, dass wir wissen, dass er etwas mit Sarah zu tun hat. Wenn wir bei ihm aufkreuzen und...sagen wir...über einen Wechsel unserer Plattenfirma nachdenken, wird er uns doch Tür und Tor öffnen. A.J. schüttelte den Kopf dann währe er doch schön blöd. Er wird sicherlich misstrauisch sein, überlegte Howie aber so eine Chance wird er sich nicht entgehen lassen, da bin ich mir sogut wie sicher. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert, schaltete sich nun auch Nick ein mehr als nein sagen kann er nicht. Wenn wir erstmal in seinem Haus sind, finden wir bestimmt eine Möglichkeit uns unauffällig nach Sarah umzusehen. Wenn sie überhaupt dort ist, gab Kristin zu bedenken und alle sahen sie mit finsterem Blick an. O.k., o.k., entgegnete sie und hob abwehrende die Hände war ja nur so ein Gedanke. Also Bone, was meinst Du? fragte Kevin und alle Augen richteten sich auf A.J. Dieser nickte bedächtig versuchen können wir es. Aber ich schwöre Euch, wenn er sich querstellt..., ja, ja, unterbrach ihn Kevin genervt ich denke wir haben verstanden. Wir sollten Clarice bitten, einen Termin zu vereinbaren, sagte Brian, der sich langsam für die Idee erwärmte das sieht glaubwürdiger aus. Spitzen Idee, Kevin griff zum Hörer. Wenig später verkündete er Clarice hängt sich gleich ans Telefon, sie meldet sich sofort wieder.
Eve hatte in ihrer Erzählung inne gehalten. Sarah blickte nachdenklich an ihr vorbei Richtung Tür. So sind also meine Fingerabdrücke auf die Waffe gekommen. Eve nickte. Ja, er hatte alles perfekt geplant. So konnte er Dir den Mord in die Schuhe schieben und noch dazu die Diamanten für sich behalten. Doch was für ein Motiv sollte ich denn gehabt haben? Ich glaube nicht, dass er sich zu diesem Zeitpunkt schon darüber Gedanken gemacht hatte. Allerdings hast Du ihm auf der Party, zwei Wochen später, den entsprechenden Grund geliefert. Ach ja, die Party. Soweit ich weiß, kam es wohl zu einem Streit zwischen mir und John, richtig? Eve nickte. Sie öffnete den Mund um mit ihrer Erzählung vorzufahren, als irgendwo im Haus ein Telefon klingelte. Stumm sahen sich die beiden Schwestern an und warteten, was passieren würde. Es klingelte ewig lange und als sie schon dachten, es würde keiner mehr abnehmen, hörten sie Perkins weit entfernte Stimme. Die Worte konnten sie nicht verstehen, doch er machte eine längere Pause und sie hörten seine Schritte auf dem Marmorfußboden der Eingangshalle. Wenig später lief er mit strammen Schritt zurück und seine Stimme klang immer noch freundlich, als er wieder in den Hörer sprach. Kurze Zeit später kehrte wieder Totenstille ein. Erzähl mir von der Party, sagte Sarah schließlich und Eve begann von dem Abend zu erzählen, der Sarahs Leben von grundauf verändern sollte.
Kapitel 16 |
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