Kapitel 32
Alex stand im Fahrstuhl, der nach oben ihrer Suite entgegen rauschte, und betrachtete Amy mit einem liebevollen Lächeln. Sie hatte noch im Wagen ihre Schuhe ausgezogen und die Riemchensandalen baumelten nun locker in ihrer Hand, während sie mit dem Rücken gegen die Fahrstuhlwand lehnte und ein verträumtes Lächeln auf den Lippen trug.
Nach dem fulminanten Erfolg ihres Auftritts hatte Larry darauf bestanden, dass sie sich noch auf mindestens zwei Aftershow-Partys blicken ließen und Amy hatte ohne zu zögern zugestimmt. Sie hatte diesen Abend sichtlich genossen, die Glückwünsche und Aufmerksamkeit der anwesenden Gäste entgegen genommen und dabei immer wieder so ausgesehen, als könne sie gar nicht richtig glauben, was da alles um sie herum passierte. Mehrmals war sie interviewt worden und auch wenn die Fragen nach dem so künstlich aufgebauschten Sexskandal unvermeidlich blieben, so hatten sich die Journalisten durchweg auch positiv über ihren Auftritt und den Song geäußert.
Somit war der gesamte Abend für Amy hervorragend gelaufen und trotzdem hatte sie ihm nie das Gefühl gegeben, dass er für sie nun weniger wichtig oder gar störend war. Immer wieder hatte sie seine Nähe gesucht, sich an ihn geschmiegt und mit ihm ihre Gedanken geteilt. Erst als sie vor dem letzten Veranstaltungsort in die bereitstehende Limousine gestiegen waren hatte sie sich in sich selbst zurückgezogen und schwieg seitdem. Er gönnte ihr diesen Moment des stillen Glücks, wusste er doch ganz genau wie kostbar er war. In nächster Zeit würde ihr kaum Zeit zum Atmen bleiben und sie jetzt so zu sehen, glücklich in sich selbst und in diesen Abend versunken, liebte er sie mit allem was er hatte.
Es war für ihn beinahe unbegreiflich, wie sich ihre Beziehung und Amy selbst im Laufe der letzten Wochen verändert hatten. An die Stelle von Kälte und Anfeindungen, war plötzlich ein Miteinander und Vertrauen getreten. Wo sie sich vorher angeschwiegen und wie Fremde nebeneinander her gelebt hatten, war plötzlich Nähe und Verständnis entstanden. Alleine der Umstand, dass es für ihn mittlerweile komplett unwichtig geworden war, ob sie nun mit diesem Zack etwas gehabt hatte oder nicht, zeigte ihm ganz deutlich, wie nahe sie sich inzwischen gekommen waren.
Was allerdings blieb und was er leider nicht beeinflussen konnte war nach wie vor die Angst, dass dies alles morgen schon wieder vorbei sein könnte. Er kannte Amy nun schon eine ganze Weile und wenn er eins wusste dann, dass man nie genau sagen konnte, was in ihrem hübschen Kopf gerade vor sich ging. Obwohl ... eigentlich wusste er dies in letzter Zeit ziemlich genau, weil sie ihn immer wieder einen Einblick in ihre tiefsten Ängste und Befürchtungen gewährte, was für sie schon sehr ungewöhnlich war.
Wie er es also auch drehte und wendete ... er war zwar mehr als froh darüber, dass es zwischen ihnen so gut lief, aber er hatte scheinbar noch nicht vollkommen verinnerlicht, dass sie ein neuer Mensch geworden war. Vielleicht waren die Wunden, die sie ihm in der Vergangenheit zugefügt hatte zu tief, vielleicht ihre Veränderung aber auch zu radikal, als dass er sich in so kurzer Zeit auf die neue Amy voll und ganz einlassen konnte.
Woran denkst du? holte ihn ihre sanfte Stimme zurück in die Wirklichkeit, gerade in dem Moment, als der Fahrstuhl in ihrem Stockwerk zum Stehen kam.
Daran, was ich gleich mit dir anstellen werde, grinste er breit, legte ihr einen Arm um die Taille und führte sie aus der Kabine den langen Gang und zu ihrem Zimmer hinunter.
Hm ... wie wäre es mit kuscheln und dann einschlafen? fragte sie und schmiegte ihren Kopf an seine Schulter, während er die Codekarte aus seinem Jackett zog.
Abgelehnt. Mir schwebt da eher etwas mit viel nackter Haut und Eiswürfeln im Kopf herum, gestand er kichernd, öffnete die Tür und schob sie vor sich her in die Dunkelheit ihres Zimmers.
Kaum hatte er die Tür geschlossen zog er sie bereits an sich und suchte in der Finsternis nach ihren vollen Lippen. Sie kicherte, als er sie knapp verfehlte und stattdessen ihr Kinn küsste. Langsam arbeitete er sich etwas höher und seufzte leise, als er ihren Mund schließlich süß und nachgiebig mit seinen Lippen erreichte. Ihre Schuhe fielen mit einem dumpfen Laut auf den weichen Teppich, gleich darauf fuhren ihre Hände sanft über die Aufschläge seines Jacketts.
Alex, ganz im Ernst, hörte er sie leise, nahe an seinem Mund murmeln. Ich bin zum Umfallen müde.
Lass mich nur machen, schmunzelte er, schob sie vor sich her durch den Wohnraum und auf das Schlafzimmer zu und hörte dabei nicht auf ihr Gesicht mit kleinen Küssen zu bedecken.
Er spürte, wie sie ihm die Arme um den Nacken schlang und ihren Körper vertrauensvoll an seinen schmiegte. Seine Hände streichelten zärtlich über ihre nackten Arme, wanderten über ihr Schlüsselbein und die Schultern und fanden schließlich den Reißverschluß, mit dem sich ihr Kleid öffnen ließ.
Nachdem das Kleidungsstück raschelnd zu Boden geglitten war, schob er sie noch ein Stückchen weiter rückwärts, fasste nach ihren Händen und ließ sie dann langsam auf das Bett gleiten.
Seine Augen gewöhnten sich langsam an die Dunkelheit, so dass er jetzt zumindest die Konturen der Möbel im Zimmer erkennen konnte. Die Lichter der Stadt, die durch die Vorhänge blinzelten, malten ein bizarres, schimmerndes Muster auf Amys geschmeidigen Körper, der sich jetzt wie eine träge Katze auf dem Bett ausstreckte, was ihn dazu veranlasste sich aufgeregt über die Lippen zu lecken. Ohne große Hektik entledigte er sich nun seiner eigenen Kleider, während sein Blick dabei jeden Quadratzentimeter ihrer samtenen Haut abtastete. Sie lächelte sanft, während sie immer wieder müde blinzelte und schließlich die Arme nach ihm ausstreckte, um ihn gleich darauf neben sich auf das Bett zu ziehen.
Du wirst dich ganz schön anstrengen müssen, wenn du mich vom sofortigen Einschlafen abhalten willst, flüsterte sie grinsend, doch ihre erhöhte Atemfrequenz und die Anspannung in ihrer Stimme verrieten ihm, dass sie viel zu sehr darauf brannte von ihm berührt zu werden, als dass sie einfach in seinen Armen einschlafen könnte.
Er ließ sich jede Menge Zeit, ließ seine Fingerspitzen aufreizend langsam und federleicht über ihr Dekollte wandern, fuhr den Spitzenbesatz ihres BHs nach und setzte seinen Weg dann über ihr Brustbein hinunter zu ihrem flachen Bauch fort, der unter seinen Berührungen leicht zu vibrieren begann.
Uhm, murmelte sie genüsslich. Ich glaube, ich überlege mir das mit dem Schlafen doch noch einmal.
Bist du dir sicher? schmunzelte er und drückte seine Lippen zärtlich in ihre Halsbeuge.
Hm, nickte sie, während sie träge einen Arm hob und ihn locker um seine Taille schlang. Ihre Hand begann damit, seinen Rücken hinauf und hinunter zu streicheln und diese sanfte Berührung sorgte augenblicklich dafür, dass er in lodernden Flammen stand.
Seine Lippen wanderten weiter, zogen eine heiße Spur über ihre Schulter, das Schlüsselbein hinunter und schlossen sich gleich darauf um ihre Brustwarze unter dem samtigen Stoff ihres BHs. Ihre Reaktion kam prompt. Ein heiseres Keuchen drang über ihre Lippen und ihre Fingernägel bohrten sich in seine festen Rückenmuskeln.
Seine freie Hand schloss sich nun um ihre andere Brust und drückte sie vorsichtig, während sein Daumen immer wieder über die kleine, harte Erhebung unter dem Seidenstoff kreiste.
Alex, flüsterte sie atemlos.
Hm? murmelte er, während sich seine Zähne in die weiche, fiebrige Haut knapp über dem Rand ihres BHs gruben.
Ich verglühe gleich.
Das war beabsichtigt, schmunzelte er, während er von ihrer Brust abließ, sich über sie beugte und kleine, leise schmatzende Küsse auf die Stelle knapp über ihrem Bauchnabel drückte.
Ich weiß, aber ... oh ... , sie verstummte augenblicklich und hielt die Luft an, als sich seine Hand in einer geschmeidigen Bewegung noch etwas tiefer und damit zwischen ihre Schenkel schob.
Was wolltest du sagen? grinste er.
Nicht so wichtig, presste sie zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor, während sich ihre Finger in seinem Haar verloren.
Er verstärkte den Druck seiner Fingerspitzen und fühlte die lodernde Glut, die sich in ihrem verführerischen Dreieck gesammelt hatte. Sie stöhnte leise auf, ihr Rücken bog sich ihm entgegen und der Griff in seinem Nacken wurde fester.
Gefällt dir das? hauchte er, auch wenn er die Antwort bereits kannte.
Wovon du ausgehen kannst, lächelte sie und verzog dann ihr Gesicht vor süßer Qual, als sich seine Hand unter den weichen Stoff ihres Höschens schob.
Er brachte sein Gesicht wieder mit ihrem auf gleiche Höhe, während seine Finger nicht aufhörten, sie mit langsamen, kreisenden Bewegungen zu streicheln.
So wird es immer sein, murmelte er an ihrer Wange, während er sich noch etwas höher schob und seine Zähne vorsichtig an ihrem Ohrläppchen knabberten.
Versprichst du es? presste sie hervor und stöhnte gleich darauf kehlig auf.
Ich verspreche es, entgegnete er und tauchte dann mit zwei Fingern in ihr heißes, enges Inneres ein.
Sie bewegte sich nun unruhig unter ihm, brachte es dabei irgendwie fertig, den Verschluss ihres BHs zu öffnen und das Kleidungsstück gleich darauf ungeduldig von sich zu schleudern.
Fass mich an, bettelte sie leise und ohne von ihrem Schoß ab zu lassen schloss er die andere Hand um ihre weiche, im schwachen Licht betörend schimmernde Brust.
Ihre Arme waren mittlerweile wieder auf die Bettdecke geglitten, ihre Finger krampften sich in die Laken, während sie leise stöhnte und sich unter seinen zärtlichen Berührungen wand. Seine Augen ruhten lächelnd auf ihrem Gesicht, er fühlte seinen hämmernden Pulsschlag, der ihm mittlerweile bis zum Hals schlug und ein beinahe schmerzhaftes Echo in seinem Geschlechtsteil fand und er musste seine gesamte Beherrschung aufbringen, um nicht einfach kopflos über sie herzufallen.
Er wollte sie lieben, ja, aber er wollte sie vorher auch ein bisschen quälen, ihr beweisen, dass das, was sie bisher gemeinsam erlebt hatten, nur die Spitze des Eisbergs gewesen war und dass es noch viel mehr gab, das es zu entdecken galt.
Für einige wenige Sekunden ließ er von ihr ab, um ihr das Höschen abzustreifen, dann zog er sie wieder dicht an sich. Augenblicklich schlang sie eines ihrer langen Beine um seine Hüfte, spannte sämtliche Muskeln an und drückte ihn somit noch ein Stückchen weiter an ihren geöffneten Schoß heran. Keine Frage, sie wollte ihn. Jetzt und sofort. Aber er hatte andere Pläne.
Mit den Händen auf ihren Schultern schob er sie ein Stückchen von sich und ruhte nicht eher, bis sie ihm den Rücken zu kehrte. Während sich eine Hand um ihre Brust schloss, wanderte die andere über ihren weichen, makellosen Schenkel hinunter. Der Druck seiner Finger bedeutete ihr schließlich, ein Bein zu heben und es nach hinten über seine Taille zu legen, dann fanden sie mit zielstrebiger Sicherheit zurück in die feuchte Hitze ihres Schoßes.
Sie stöhnte erneut auf und drückte reflexartig ihren wundervoll gerundeten Po gegen seine erregte Männlichkeit. Das war beinahe mehr, als er ertragen konnte. Ihr weiches Fleisch rieb sich immer wieder an ihm, ihr Keuchen wurde lauter, vernebelte ihm die Sinne und beschleunigte damit die Bewegung seiner Finger.
Ihre Hand schloss sich wie eine Stahlklammer um seinen Unterarm und versuchte ihn damit an Ort und Stelle zu halten, doch mit einem leisen Lachen zog er sich zurück, begann damit, kleine Kreise direkt über ihrem Schambein zu ziehen und grub seine Zähne in das weiche Fleisch ihres Halses.
Bitte, wimmerte sie, doch er ignorierte ihr Flehen.
Seine Handflächen begannen nun mit sanftem Druck über ihren Körper zu wandern, trafen sich zwischen ihren Brüsten, umrundeten in einem aufreizenden Tanz ihre Brustwarzen und fuhren dann mit sanftem Druck darüber.
Amy krümmte sich in seinen Armen zusammen und drängte damit ihre Kehrseite noch fester an seinen, in schmerzhaften Flammen stehenden Unterleib, was ihm ein kehliges Knurren entlockte.
Komm zu mir, bettelte sie und diesmal hatte er diesem heiseren Flüstern nichts mehr entgegen zu setzen.
Er rutschte ein Stückchen nach unten, fühlte wie er zwischen ihre Schenkel glitt und gleich darauf in ihr heißes Inneres eintauchte.
Sofort begann sie sich vor ihm zu bewegen. Ihre Hüften kreisten, zogen sich immer wieder ein Stück von ihm zurück, um gleich darauf mit Nachdruck zurück zu schnellen und haltsuchend klammerte er sich an ihrem fiebrigen Körper fest.
Baby langsam, flehte nun er.
Ich kann nicht, stieß sie hervor und begann sich noch schneller zu bewegen.
Seine Hände legten sich fest auf ihr Becken und drückten sie an sich, was sie zumindest für einen kurzen Moment verharren ließ. Keuchend und nach Luft ringend versuchte er sich zu sammeln und die Erregung irgendwie einzudämmen, die wie flüssiges Feuer durch seine Adern raste und inzwischen jeden Winkel seines Körpers in Besitz genommen hatte.
Ihre Hand tauchte vor ihm auf. Erst schob sie sich vorsichtig über seine Brust, tastete dann einen Moment, bevor sie ihr Ziel scheinbar gefunden hatte. Gleich darauf kniffen ihn ihre Finger in die Brustwarze, was sein Becken mit einem heftigen, ruckartigen Stoß quittierte,
Ach so funktioniert das, hörte er sie lachen, während sie dabei atemlos keuchte.
Kleines Biest, neckte er sie, ließ seine Hand wieder zwischen ihre Schenkel wandern und begann sie dort sanft und quälend langsam zu massieren.
Oh mein Gott, stieß sie hervor, bevor sie das Gesicht im Kissen vergrub, aus dem gleich darauf ihr heiseres, lautes Stöhnen gedämpft hervor drang.
Von Sekunde zu Sekunde wurde es für ihn schwieriger, sich zurück zu halten. Die kehligen Laute, die immer noch sein Ohr umschmeichelten machten das Ganze auch nicht viel besser und ehe er es sich versah, ließ er die Zügel davon schnellen.
Sein Körper bewegte sich nun ohne sein Zutun. Immer wieder stieß er in sie hinein, presste dabei ihren Oberkörper mit seinen starken Armen an seine Brust und versuchte seine heiseren Schreie damit zu dämpfen, dass er sein Gesicht in ihr Haar drückte.
Eine unaufhaltsame Welle aus Ekstase raste zügig aus den Tiefen seines Selbst an die Oberfläche, sammelte sich für einen quälenden, bittersüßen Moment in seinen Lenden, bevor sie sich in einer Explosion aus gleißendem Licht und heißer Erleichterung aus ihm löste.
Noch während er ein letztes Mal hart und fest in sie stieß, spürte er, wie Amy ebenfalls von den ersten Wellen des Orgasmus überschwemmt wurde. Sie drängte sich an ihn, ihre Arme stemmten sich in die Matratze und drückten damit ihren Körper noch fester an seinen eigenen. Jedes seiner Nervenenden schien zu prickeln, zu kribbeln und ihren Körper in sich aufzunehmen und alles was er in diesem Moment tun konnte war, sich hilflos an sie zu klammern und mit ihr gemeinsam in einen luftleeren Raum zu entschweben, wo animalische Instinkte das anerzogene Menschsein auflöste.
Ihre erhitzten, verschwitzen Körper waren bereits wieder auf ein angenehmes Maß abgekühlt, als Amy ihre Sprache wieder fand. Ihr Kopf ruhte auf seiner Brust, ihr Arm lag locker über seiner Hüfte und eigentlich hatte Alex gedacht, dass sie bereits eingeschlafen sei.
Kennst du diese Filme, in denen der Hauptakteur einen Tag wieder und wieder erlebt? fragte sie mit leiser, schläfriger Stimme.
Hm, brummte er bestätigend, weil er sich noch nicht wirklich wieder in der Lage sah, einzelne Worte hervor zu bringen.
Ich würde gerne diesen Tag immer wieder erleben.
Ich denke, murmelte er, räusperte sich kurz, weil sich sein Mund ganz ausgetrocknet anfühlte, und setzte noch einmal neu an. Ich denke, das wirst du auch. Vielleicht in einer jeweils abgewandelten Form, aber das Gefühl kann das gleiche sein, wenn du es zulässt.
Sie schwieg einen Moment, bevor sie weiter sprach. Ich zweifle daran. Ehrlich gesagt ... , sie verstummte erneut, was ihn dazu veranlasst, blinzelnd die Augen zu öffnen und ein Stück von ihr abzurücken um sie ansehen zu können.
Ja? hakte er leise nach.
Das hier ist viel zu schön um etwas anderes als ein Traum sein zu können. Ich ... ich ... denke ... ich meine ... ich warte eigentlich jede Minute darauf, dass ich aufwache und ... alles vorbei ist.
Unter leisem Ächzen rollte er sich mit ihr auf die Seite und zog sie in eine feste, liebevolle Umarmung.
Ich kann dir versichern, dass das hier die Realität ist, flüsterte er mit einem sanften Lächeln. Und ich verspreche dir, dass sich zumindest in Bezug auf uns nichts ändern wird. Ich liebe dich nämlich, weißt du?
Sie biss sich auf die Unterlippe und ließ ihren Blick von seinem Gesicht über seine Schulter hinweg wandern, als traue sie sich nicht, ihm in die Augen zu sehen.
Du liebst aber vielleicht ... die falsche Frau.
Wie könnte ich die falsche Frau lieben, wenn ich sie gerade jetzt in den Armen halte und sie nie wieder loslassen möchte? fragte er zärtlich.
Ihre Augen hefteten sich wieder auf sein Gesicht, liebkosten jede Kontur und bohrten sich dann in seinen sanften Blick.
Du hast keine Ahnung wer ich bin, hauchte sie und klang dabei beinahe verzweifelt.
Augenblicklich begann er sich unwohl zu fühlen und ohne dass er es gewollt hätte, tauchten die Bilder von vor einigen Wochen vor ihm auf. Amy, wie sie aus dem Schlaf schreckte, ihre offensichtliche Angst vor ihm, der Blick, mit dem sie ihr Spiegelbild vollkommen entsetzt angestarrt hatte ...
Wie meinst du das? fragte er mit belegter Stimme.
Sie seufzte abgrundtief und zuckte dann mit den Schultern. Das kann ich dir nicht erklären.
Warum nicht?
Weil du es mir nicht glauben würdest.
Kommt auf einen Versuch an, meinst du nicht?
Sie schien einen Moment zu überlegen und schüttelte dann den Kopf. Was ich noch viel mehr fürchte als die Möglichkeit, aus meinem Traum aufzuwachen, erklärte sie. Ist, dass du denkst, ich sei verrückt und dir die alte Amy wieder zurück wünschst.
Baby, flüsterte er und schüttelte nachsichtig den Kopf. Ich habe die alte Amy auch geliebt, aber die neue Amy ... ich weiß auch nicht ...
Er nahm sich einen Moment Zeit, um ihr Gesicht eingehend zu betrachten und ihr anschließend einen sanften Kuß auf die Lippen zu hauchen. ... was ich im Moment für dich empfinde, geht über dieses so oft benutzte Wort weit hinaus. Ich kann mir heute gar nicht mehr vorstellen, dass wir früher tatsächlich irgendwann so glücklich gewesen sind. Ich habe keine Ahnung, was mit dir passiert ist und manchmal, das gebe ich zu, macht es mir Angst, wenn du ... so ... offensichtlich anders als früher bist.
Und ich kann mir auch noch nicht einmal ansatzweise vorstellen, wie du es geschafft hast, dich so radikal zu verändern.
Ich weiß nur, dass ich dich für nichts auf der Welt wieder hergeben würde. Egal wer vor mir steht.
Er sah, wie sie krampfhaft schluckte, dann nickte sie langsam. Ich denke, das genügt mir.
Es genügt dir? stieß er mit hochgezogenen Augenbrauen hervor. Hey, ich habe mir wirklich Mühe gegeben.
Sie kicherte und er fühlte erleichtert, wie sich das unbestimmte Gefühl von Unbehagen wieder in den hintersten Winkel seines Gehirns zurückzog. Vielleicht würde er niemals begreifen, was mit ihr, ihm und ihnen gemeinsam passiert war, aber er wusste in diesem Moment zweifelsfrei, dass er keine Antwort auf diese Frage haben wollte wenn das bedeutete, dass er Amy verlor.
Also kuschelte er sich an sie, bettete seinen Kopf auf ihre Brust und genoss das Gefühl ihrer Fingerspitzen, die zärtlich sein Rückrat hinunter fuhren.
Ich liebe dich auch, hörte er sie leise murmeln. Mehr als ich sagen kann. Vielleicht habe ich dich nicht verdient, aber so wie es aussieht habe ich wohl, was das betrifft, kein Mitspracherecht.
Ganz eindeutig, nickte er lächelnd und zog sie noch etwas näher zu sich heran.
In diesem Moment gab er sich selbst ein Versprechen: Er würde nicht eher ruhen, bis er diese Unsicherheit und die Angst aus Amys Gedanken vertrieben hatte und wenn er dafür den Rest seines Lebens benötigte.