Kapitel 30
Es war bereits nach sechs und Keylie tigerte nervös durch ihre Garderobe. Der ganze Tag war bereits anstrengend und nervenaufreibend gewesen, wenn zu ihrer eigenen Verwunderung auch alles wie am Schnürchen geklappt hatte.
Angefangen bei ihrer Abfahrt vom Hotel, bei der sich tatsächlich alle pünktlich in der Hotellobby versammelt hatten. Drei Vans mit getönten Scheiben hatten sie zur Radio City Hall gebracht, wo sie am Hintereingang von einer jungen, blonden Frau in Empfang genommen wurden, die sich als Carrie Fisher vorstellte und mit einem breiten Lächeln betonte, dass sie mit der gleichnamigen Schauspielerin weder verwandt noch verschwägert sei. Carrie hatte sie dann zu ihren Garderoben geleitet und Keylie hatte sich zusammen reißen müssen um nicht vor Stolz zu platzen, als sie tatsächlich ihren Namen auf einem Zettel neben der Tür bemerkte.
Irgendwie erschien ihr dies alles mehr als unwirklich. Vor ein paar Wochen war sie noch ein Niemand gewesen, niemand kannte ihren Namen, geschweige denn ihr Gesicht und jetzt prangte ihr Name neben ihrer eigenen, persönlichen Garderobe, sie befand sich in New York City in der legendären Radio City Hall und würde heute Abend vor einem Millionenpublikum auftreten.
Ihre Gedanken hatten für einen Moment die Nacht vor fünf Wochen gestreift, als sie plötzlich und vollkommen orientierungslos in diesem neuen Leben aufgewacht war. War dies ihr Schicksal? War sie deshalb hier? Um zu sehen, wie sich ihre Träume in der Realität anfühlten? Ob das, was hier geschah wirklich das war, was sie sich so inbrünstig wünschte? Aber warum dann ausgerechnet sie? Wie immer türmten sich also bei diesen Gedanken Fragen über Fragen vor ihr auf und sie verbannte somit diese Nacht und ihre Folgen wieder in den hintersten Winkel ihres Gehirns. Vielleicht würde sie niemals Antworten finden und sich weiterhin mit all diesen undefinierbaren Gefühlen auseinander zu setzen erforderte zu viel Kraft von ihr, die sie im Moment einfach nicht aufbringen konnte.
Alex und ihre Garderobe lagen direkt nebeneinander und wurden durch eine Tür miteinander verbunden. Ständig herrschte ein geschäftiges Hin und Her, andere Künstler klopften an ihre Türen und sagten Hallo und Keylie war ständig dabei sich unauffällig zu kneifen um zu sehen, ob sie sich tatsächlich noch in der Realität befand.
Dann kamen die Proben. Alex war relativ schnell fertig. Er stellte sich auf die Mitte der Bühne, bekam ein Mikrophon in die Hand gedrückt und las zwei Mal seinen Text vom Teleprompter ab. Eigentlich, so befand Keylie, war es eine Zumutung, dass sie Alex lediglich wegen diesen fünf Minuten hier einfliegen ließen. Für sie war es einfach eine seltsame Vorstellung, dass man sich in ein Flugzeug setzte und tausende von Meilen zurücklegte, ohne einen Urlaub oder einen längeren Geschäftstermin geplant zu haben. Der ganze Aufwand, für nur zehn Minuten auf einer Bühne, erschien ihr einfach unfassbar.
Als Carrie ihr dann bedeutete, dass sie nun selbst mit der Probe ihres Songs an der Reihe sei, überflutete sie Angst und Panik wie aggressive Säure. Im gesamten Saal wuselten eine Menge Menschen herum, auf jeden Fall genug für Keylie um sich beobachtet zu fühlen. Als sie hinter der Band langsam die Stufen zur Bühne erklomm, hatte sie die Hände tief in den Taschen ihrer Kapuzenjacke vergraben und die Lippen fest aufeinander gepresst. Hier oben konnten ihr selbst Alex und Larry nicht mehr helfen und dass die gesamte Crew, inklusive Johnny Whright, ihrer Security und dem gesamten, mitgereisten Tross im Zuschauerraum stand und gespannt zu ihr aufblickte, machte es nicht gerade besser.
Zwei Männer, die sich ihr als Produzent und Regisseur dieses Abends vorstellten, gaben ihr Anweisungen. Sie platzierten die Band hinter den für sie bereit stehenden Instrumenten, deuteten auf ein großes, mit Klebeband auf dem Boden befestigtes Kreuz und verkündeten Keylie, dass sie diesen Punkt nicht verlassen dürfe, da die Kameras entsprechend positioniert sein würden. Keylie traute sich vor lauter Angst kaum, sich richtig auf der Bühne umzusehen und vermied es so lange wie möglich in die Zuschauerränge hinunter zu blicken, doch als sie es schließlich doch tat wurde ihr auf der Stelle klar, dass sie diese Anweisung des Regisseurs nicht würde einhalten können.
Ich werde nicht hier stehen bleiben, verkündete sie also, während im Hintergrund die Band damit begann, ihre Instrumente zu stimmen.
Sie nahm die Hände aus den Taschen und deutete den kleinen Steg hinunter, der etwa fünf Meter ins Publikum hinein ragte. Ich werde dort hinunter gehen und ganz vorne zumindest die ersten beiden Strophen singen.
Produzent und Regisseur wechselten einen kurzen Blick und schüttelten dann die Köpfe. Das geht nicht, entgegnete der Regisseur bestimmt.
Es wird gehen müssen, gab Keylie unnachgiebig zurück. Von hier hinten kann ich niemanden sehen. Ich möchte aber den Journalisten und dem Publikum in die Augen schauen können. Das ist mir sehr wichtig.
Aber ... , setzte der Regisseur an, während sich unvermittelt Larrys Stimme zu Wort meldete.
Gibt es ein Problem? fragte sie mit ihrer dunklen Stimme und trat gleich darauf an Keylies Seite.
Ich möchte nicht von hier hinten singen Larry, erklärte Keylie. Ich kann hier nichts sehen.
Aber die Kameras sind entsprechend eingerichtet, wiederholte der Regisseur und wirkte, als würde er langsam die Geduld verlieren.
Sie wollen mir doch nicht erzählen, dass diese Dinger festgewachsen sind und sie daran nichts mehr ändern können, bemerkte Larry mit gerunzelter Stirn. Amy Salinas tritt hier heute Abend auf und hat eine Botschaft für die Leute da draußen und sie täten gut daran diese so gekonnt wie möglich in Szene zu setzen.
Der Produzent schnaubte belustigt, was in Keylies Ohren beinahe wie eine Beleidigung klang und höchstwahrscheinlich auch so gemeint war. Diese Männer hatten keine Ahnung von der veränderten Amy, von ihrer neuen Qualität als Sängerin und Songschreiberin. Für sie war sie nur eine kleine, unbedeutende Vollidiotin, die im Moment in den Schlagzeilen stand, weil sie mit einem anderen Mann gevögelt hatte, wovon es auch noch Fotos gab, aber keinerlei Talent besaß. Und Keylie konnte ihnen dies noch nicht einmal verübeln.
Was halten sie davon, wenn sie sich den Song erst einmal anhören? Vielleicht verstehen sie mich dann besser, schlug sie also vor.
Es würde uns auf jeden Fall in unserem Zeitplan voran bringen, bemerkte der Regisseur mit missmutiger Miene.
Gut, nickte Keylie, schenkte Larry noch ein kurzes, dankbares Lächeln, bevor sie sich der Band zuwandte. Also gut Jungs. Ihr wisst, was ihr zu tun habt.
Ein kollektives Nicken antwortete ihr. Befriedigt ging sie hinüber zu dem Mikrophonständer, zog das Mikro aus der Halterung und stellte sich wieder vor ihre Band in die Mitte der Bühne. Einen Moment fummelte sie mit zitternden Fingern an dem kleinen Knopf in ihrem Ohr herum, der ihr die Musik unverzerrt direkt in ihr Gehirn schicken sollte, dann hörte sie, wie der Schlagzeuger seine Stöcke in der Luft aneinander schlug um den Takt vorzugeben und augenblicklich raste ihr Pulsschlag in ungeahnte Höhen.
Die Gitarre setzte ein und spielte die ihr mittlerweile so vertrauten Anfangsakkorde, während sie das Mikrophon zum Mund führte. Wie im Schlaf fand sie ihren Einsatz und während sie die ersten Worte hervorhauchte, ging sie ganz langsam auf den kurzen Steg zu. Sie versuchte sich vorzustellen, wie es da unten heute Abend aussehen würde. Die Journalisten würden den schmalen Graben komplett ausfüllen, dahinter würde das Publikum sitzen und wahrscheinlich eher gelangweilt ihrem Auftritt entgegen sehen und sie selbst würde von hellem Licht geblendet einer Herzattacke nahe sein.
Mit einem letzten, kleinen Schritt erreichte sie das Ende des Steges genau in dem Moment, als der Refrain einsetzte. Die Gitarre wurde rockiger, das Schlagzeug setzte mit Vehemenz ein und ihre Stimme wurde lauter.
Happy Now
Im down on the ground
Happy Now
Like you wanted
Die zweite Strophe folgte und sie befand sich mittlerweile so tief in diesem Song und ihren Gefühlen dafür, dass sie ihre Aufregung komplett vergessen hatte. Alles was in diesem Moment zählte war die Melodie, die ihre Stimme trug und ihr Körper, der jeden einzelnen Ton mit gezielten Bewegungen zu unterstützen schien. Bis jetzt hatte sie nicht gewusst, ob sie wirklich in der Lage sein würde einen Song live auf einer Bühne zu performen, doch jetzt stellte sie fest, dass sie am liebsten nie wieder damit aufhören wollte.
Während sie den Refrain ein zweites Mal sang, ging sie langsam wieder zurück zu ihrer Band, postierte sich auf dem am Boden festgeklebten Kreuz und genoss dann das Gitarrensolo, das die Halle in ihren Grundfesten zu erschüttern schien.
Ein letztes Mal setzte ihre Stimme kräftig und anklagend ein, dann zog sich das Schlagzeug langsam wieder zurück, das Gitarrenspiel sank in einen leise gezupften Rhythmus und ihre Stimme hauchte ein letztes Forget me bevor das Stück mit einem tiefen Seufzer aus ihrer Kehle endete.
Das laute Klatschen und Pfeifen, das daraufhin einsetzte, klang in der riesigen Halle unglaublich dünn aber schien von Herzen zu kommen und für Keylie war dies die größte Auszeichnung überhaupt. Die Menschen die sie kannten und die ihr etwas bedeuteten, respektierten ihre Arbeit. Alles andere schien erst einmal zweitrangig.
Von rechts näherten sich erneut Produzent und Regisseur und Keylie war gespannt, was sie jetzt zu sagen hatten.
Sie bekommen ihren Runway, war alles was der Regisseur sagte und Keylie hätte ihn am liebsten umarmt. Stattdessen nickte sie lächelnd, gab ein Danke zurück und beeilte sich dann mit ihrer Band im Schlepptau die Bühne zu verlassen.
Unten wartete bereits Alex auf sie, der sie mit einem breiten, strahlenden und stolzen Lächeln in die Arme schloss.
Du warst großartig, murmelte er nahe an ihrem Ohr.
Ich kann es ja selbst nicht glauben, aber ich befürchte, du hast recht, lachte sie leise und genoss das vertraute Gefühl seiner Arme um ihren Körper.
Hey, hey. Das klingt mir verdächtig nach Größenwahnsinn, schmunzelte er und schob sie ein Stück von sich um ihr in die Augen sehen zu können.
Nein, widersprach sie und schüttelte lächelnd den Kopf. Ich weiß jetzt nur, wofür ich das alles tue. Und es fühlte sich ... einfach ... unglaublich gut an.
Ja, nickte Alex und sein Lächeln wurde noch weicher. Du hast es verdient.
Da bin ich mir noch nicht so sicher, aber ... , sie verstummte verlegen und senkte den Blick.
Doch, hast du, bemerkte Alex noch einmal mit Nachdruck, bevor sich ihre Lippe zu einem langen, zärtlichen Kuß trafen.
Kurz danach mussten sie sich schließlich trennen und Keylie war überrascht, wie einsam und verloren sie sich plötzlich ohne ihn fühlte. Auch wenn Larry stets an ihrer Seite blieb und sie in allen schwierigen Situationen unterstützte, so fehlte ihr doch Alex Präsenz und die Sicherheit, die diese ihr vermittelte. Zum ersten Mal spürte sie, wie wichtig er für sie inzwischen geworden war, wie tief und innig sie ihn liebte und wie sehr sie auf ihn angewiesen war.
Der Gedanke erschreckte sie ein bisschen. Sie war es bisher gewohnt auf eigenen Füßen zu stehen, sie war eine selbstbewußte, selbständige Frau gewesen und hatte ihre Entscheidungen für sich alleine getroffen. Sich plötzlich in dieser Art von Abhängigkeit zu sehen, rief die unterschiedlichsten Gefühle in ihr hervor.
Da war Erleichterung darüber, dass sie nun nicht mehr alleine war, da war Freude und Glück, weil sie ihn so innig liebte, wie noch niemals einen anderen Menschen zuvor und diese Liebe tatsächlich erwidert wurde, doch da war auch Angst, dass sie dies alles wieder verlieren könnte.
Unter all den positiven Gefühlen schlummerte nämlich immer noch die Befürchtung, dass sie das alles gar nicht verdient hatte, weil sie das Leben einer anderen Frau lebte. Liebte Alex wirklich sie Keylie oder schlug sein Herz weiterhin für Amy, die Frau, in die er sich ursprünglich verliebt hatte, die ihn bis vor fünf Wochen in seinem Leben begleitet hatte und die für ihn immer noch so präsent war, als wäre nichts geschehen? Nur Keylie selbst wusste, dass Amy nur noch eine Hülle war in der sich ein neuer, komplett anderer Geist befand und sie fragte sich ängstlich, was Alex und der Rest der Welt wohl von ihr denken würden, wenn heraus kam, dass Amy eigentlich nicht mehr existierte.
Ihr Unbehagen steigerte sich von Minute zu Minute. Sie hatte gehofft, Alex in ihrem Hotelzimmer anzutreffen, doch auch nachdem sie geduscht, sich frisiert und ihr Kleid für den heutigen Abend angezogen hatte, war er nicht aufgetaucht. Schließlich war sie mit Larry, Fishie und der Band zurück zur Radio City Hall gefahren und wartete nun nervös und angespannt in ihrer Garderobe darauf, dass er auftauchte, sie in den Arm nahm und ihr sagte, dass alles gut werden würde.
Würdest du dich verdammt noch mal hinsetzen, beschwerte sich Larry in diesem Moment und deutete bestimmend auf eines der schwarzen Ledersofas.
Oder trink nen Beruhigungstee, fügte Fishie mit einem Blick auf den langen Tisch mit Erfrischungen hinzu.
Wo bleibt er denn nur? fragte Keylie, während sie sich seufzend neben Larry auf das Sofa fallen ließ.
Ihre Freundin trug heute Abend einen eleganten, schwarzen Rock, in dem bei jeder Bewegung feine Silberfäden funkelten und darüber eine rote Bluse, die sich gefährlich über ihrem riesigen Busen spannte.
Ach komm schon. Du weißt doch inzwischen, wie das bei Interviews so ist. Da werden noch Fotos geschossen, ein paar Gespräche geführt und Promotion für das neue Album gemacht. Da kannst du nicht einfach sagen so, ich muß dann los. Meine Freundin wartet..
Aber in einer dreiviertel Stunde sollen wir draußen über den roten Teppich gehen, bemerkte Keylie verzweifelt. Was, wenn er es nicht rechtzeitig schafft? Dann muß ich da alleine raus und glaub mir, dann sterbe ich. Auf der Stelle.
Notfalls geht Fishie mit dir, entgegnete Larry, was Fishie einen erschrockenen Laut entlockte.
Ich? Ha, ha, guter Witz, gab er grimmig zurück.
Er wirkte heute in seinem eleganten, schwarzen Anzug mit der roten Krawatte verändert. Irgendwie erwachsener und selbstsicherer, als Keylie ihn jemals erlebt hatte.
Ihr werdet beide mitgehen, stellte Keylie klar.
Nur in deinen Träumen, schnaubte Larry.
Oh doch. Wenn ich leiden muß, dann ihr auch.
Vergiss es. Ich werde ganz bestimmt nicht zwischen diesen ganzen verhungerten Weibern hindurchwalzen. Wie sieht das denn aus?
Du hast dafür mehr Grips und Ausstrahlung als sie alle zusammen, lächelte Keylie sanft.
Ja, ja, schon klar. Und in der Hölle schneit es, gab Larry missmutig zurück, aber das Funkeln in ihren Augen zeigte Keylie ganz deutlich, dass sie sich über dieses Kompliment freute.
Guten Abend Ladys, tönte es unvermittelt vom Durchgang zu Alex Garderobe und wie von der Tarantel gestochen fuhr Keylie in die Höhe.
Hey, da bist du ja! stieß sie erleichtert hervor, als sie Alex entdeckte.
Sein Anblick raubte ihr für einen Moment den Atem. Er trug einen schwarzen Nadelstreifenanzug mit passender Weste, darunter ein ebenfalls schwarzes Hemd ohne Krawatte. Seine Augen waren dick mit schwarzem Kajal umrandet und sein Lächeln ließ sein Gesicht erstrahlen, als er Keylie nun an sich zog
Sorry, hat ein bisschen länger gedauert. Die wollten einfach nicht locker lassen. Erst als Johnny sie daran erinnert hat, dass ich heute Abend noch nen Termin habe, haben sie den Fotoapparat weg gepackt. Aber jetzt lass dich erst einmal ansehen.
Er schob sie ein Stück von sich und ließ seine Augen über ihren Körper wandern, was ein angenehmes Prickeln in Keylies Magengegend auslöste.
Sie hatte das Kleid vor einer Woche in einer Nobelboutique in L.A. erstanden und es Alex aus ihr nicht näher bekannten Gründen bisher vorenthalten.
Der himmelblaue Chiffonrock schwang elegant bei jedem Schritt um ihre Knie, die Korsage schmiegte sich wie eine zweite Haut an ihren Oberkörper und drückte ihre Brüste ansprechend in die Höhe, so dass die samtige, leicht gebräunte Haut einen angenehmen Kontrast zu den unzähligen Perlen und Strasssteinen bildete, mit der die Korsage besetzt war. Ihr Haar hatte sie in mühevoller Arbeit geflochten, eingedreht und aufgesteckt und nur ein paar widerspenstige, dunkle Strähnen schmiegten sich nun an ihren Hals.
Wow. Vom niedlichen Frosch zum strahlenden Schwan, kommentierte er mit einem breiten Lächeln, während seine Augen förmlich an ihrem Ausschnitt festklebten.
Dankeschön, lächelte Keylie, legte ihm eine Hand unter das Kinn und zwang ihn so, seinen Blick zu heben.
Seine dunklen Augen versanken in ihren, bevor sich seine Lippen vorsichtig auf ihre senkten, damit er ihr Makeup nicht ruinierte.
So ihr zwei Turteltäubchen. Wenn ihr euch dann für fünf Minuten von einander losreißen könntet? Wir haben noch ein paar Dinge zu besprechen, meldete sich Larry zu Wort.
Gleich, murmelte Keylie, deren Lippen immer noch nach Alex Berührung lechzten. Er hatte sie eindeutig viel zu lange allein gelassen.
Nein, jetzt sofort. In zwanzig Minuten müsst ihr nämlich in den Wagen steigen, der euch einmal um dieses Gebäude herum fährt, um euch dann vorne wieder abzusetzen.
Was für ein Blödsinn, murmelte Keylie, während ihre Hände über das Revers von Alex Anzug streichelte.
Wem sagst du das, kommentierte Larry. Aber im Musikbuisiness ist eben alles nur Lug und Trug.
Dieser Ausspruch sandte eine glühende, erschrockene Salve durch Keylies Körper. Lug und Trug. War das nicht auch genau das, was sie hier veranstaltete? Sie war nicht Amy. Sie war Keylie. Auch wenn sie sich in dem Körper dieser anderen Frau befand.
Keine Panik mein Schatz, hörte sie Alex leise an ihrem Ohr murmeln, der ihr Zusammenzucken scheinbar bemerkt hatte. Ich bin die ganze Zeit an deiner Seite und Marcus und Jack sind auch noch da. Dir kann also gar nichts passieren.
Hm, murmelte sie leise, löste sich dann von ihm und versuchte zu lächeln. Sie hatte es bis hierher geschafft, jetzt würde sie den Rest hoffentlich auch noch mit Anstand hinter sich bringen.