Kapitel 8

Keylie saß auf dem Sofa des Studios, hatte die Füße auf den niedrigen Glastisch davor gelegt und versuchte sich ihr Entsetzen nicht all zu deutlich anmerken zu lassen.
Drei Stücke hatte sie bisher gehört und jedes war schlimmer gewesen als das vorherige. Bis jetzt existierten zwar nur Beats und ein paar einfache Melodien, aber die waren so was von zweidimensional und vorhersehbar, dass sie jedes Mal den Kopf geschüttelt hatte wenn von Larry die Frage kam, ob ihr der Song gefiel.
Mittlerweile schien die Geduld ihrer Freundin erschöpft zu sein, denn sie tigerte aufgebracht und dicke Rauchwolken vor sich herblasend im Studio auf und ab.
„Also wirklich Amy. Es kann doch nicht so schwer sein, sich für einen von den drei Titeln zu entscheiden. Das sind doch nur die Rohfassungen. Wir schnippeln hier ein bißchen, feilen dort noch etwas und den Rest erledigt deine Wahnsinnsstimme.“
„So geht das doch nicht Larry,“ verteidigte sich Keylie, während sie die Füße vom Tisch nahm, aufstand und sich müde streckte. „Das ist alles Schrott. Die Beats sind langweilig und die Melodien total flach. Ich spüre gar nichts. Keine Emotionen, kein Tiefgang, nichts Neues.“
„Was willst du eigentlich?“ fuhr Larry auf, blieb mitten im Raum stehen, stemmte die Hände in ihre ausladenden Hüften und funkelte Keylie wütend an. „Du bist nur die Stimme, Fishie und ich erledigen den Rest. Vertrau mir doch. Ich weiß, was der Markt will und im Moment sind diese Popballaden wieder schrecklich in.“
„Mir ist egal was im Moment „schrecklich in“ ist,“ schoß Keylie zurück. „Ich will, dass die Menschen meine Musik hören, weil sie etwas besonderes hat und nicht so ein 08/15 Abklatsch von bereits da gewesenem ist. Außerdem klingt das alles so gar nicht nach mir.“
„Es klingt nicht nach dir?“ fragte Larry und zog überrascht die Augenbrauen in die Höhe.
Keylie hatte augenblicklich das Gefühl, sich auf sehr dünnem Eis zu bewegen und kniff deshalb die Lippen fest zusammen. Sie durfte nicht vergessen, dass sie Amy war und dass diese augenscheinlich einen komplett anderen Musikstil und Geschmack hatte, als sie selbst. Andererseits konnte sie sich nicht vorstellen ihr gesamtes Herzblut und Energie in einen Song zu stecken, der rein gar nichts mit Keylie Constance zu tun hatte. Es würde doch jeder sofort merken, dass sie nicht hinter dem Song stand und damit wäre das Ganze bereits zum Scheitern verurteilt, noch bevor auch nur eine Note über den Äther gegangen war.
„Wenn ich einen Vorschlag machen dürfte,“ meldete sich unvermittelt Fishie zu Wort, der bisher geschwiegen hatte und dies wohl aus gutem Grund. Denn kaum hatte seine dunkle, dünne Stimme die Stille durchbrochen, fuhr Larry wie ein aufgescheuchter Drache zu ihm herum.
„Nein, kannst du ...,“ setzte sie an, doch Keylie ermunterte ihn gleichzeitig mit einem „Klar, immer heraus damit,“ so dass Larry der Wind aus den Segeln genommen wurde.
„Ich habe hier noch etwas, das ich vor einer Weile produziert habe. Nichts ... besonderes ... aber ... nun ja ... anders, wenn du verstehst was ich meine.“
„Das will doch niemand hören,“ giftete Larry sofort.
„Doch!“ Widersprach Keylie. „Ich will es hören.“
Fishie konnte sich einen kurzen, triumphierenden Blick in Larrys Richtung nicht verkneifen, bevor er in seinem Drehstuhl herum schwang und eine Datei in seinem Computer öffnete. Für zwei Sekunden blieb es noch still, dann erklang das feine Spiel eines Pianos aus den Boxen, das gleich darauf von beschwingten, nicht zu dick aufgetragenem Schlagzeugspiel unterstützt wurde.
Langsam ließ sich Keylie zurück auf das Sofa sinken und lauschte aufmerksam. Ihr Kopf begann im Takt der Musik zu wippen, sie schloß die Augen und ließ die Melodie auf sich wirken. Leise summte sie vor sich hin, während Gedankenfetzen und bunte Bilder vor ihrem geistigen Auge entstanden.
Schließlich setzte der Refrain ein, der Beat wurde abgehakter aber dadurch auch mitreißender und ein befriedigtes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.
„Setz dich,“ sagte sie zu Larry ohne die Augen zu öffnen und klopfte auffordernd neben sich auf das Sofa.
„Also ich weiß nicht. Das ist doch viel zu aufgemotzt für dich,“ hörte sie Larry sagen, dann sackten die Polster der Couch in sich zusammen und verkündeten Keylie damit, dass sich ihre Freundin tatsächlich gesetzt hatte.
„Halt die Klappe und hör zu,“ widersprach Keylie. „Das ist gar nicht so übel.“
Larry schnaubte lediglich, schwieg aber tatsächlich.
Nach guten vier Minuten erklang der letzte Ton des Klaviers, der eine Weile gehalten und dann ganz langsam ausgeblendet wurde.
„Fishie, du bist genial,“ strahlte Keylie und schenkte dem Mann ein breites Lächeln, was dieser leicht verschüchtert erwiderte.
„Also ich weiß nicht,“ gab Larry immer noch zu bedenken. „Das klingt viel zu gospelmäßig. Popig, ja, aber ... auch ... ,“ sie verstummte und als Keylie einen kurzen Blick zu ihr hinüber warf blätterte sie bereits in ihrem Berg an Papieren.
„Aber doch so gut, dass du gleich nach einem passenden Text wühlen mußt, was?“ stichelte Fishie grinsend.
„Halt die Klappe,“ fuhr ihn Larry an ohne dabei aufzusehen.
„Wie die Herrin befiehlt,“ gab dieser leicht beleidigt zurück.
„Das hier ... könnte gehen,“ murmelte Larry schließlich. „Lass das noch mal laufen Fischie. Pronto.“
Erneut erklang das Klavier, während sich Larry in die Polster zurücklehnte und leise vor sich hin summte. Ihr tiefer Bass wirkte im ersten Moment fehl am Platz, doch als sich langsam einzelne Worte zu den gemurmelten Tönen mischte, entfaltete sich eine erstaunlich klare und in jeder Situation stimmige Klangfarbe.

Be ready to fly, find a path that is your own
The world is lying in your hands,
what are you waiting for,
spread your wings and fly away.

„Stop Fishie,“ unterbrach Keylie den Song, zog die dichtbeschriebenen Seiten von Larrys Konzept zu sich heran und warf einen genaueren Blick darauf. „Hast du mal nen Stift?“ fragte sie ihre Freundin und erntete dafür ein unwilliges Stirnrunzeln.
„Jetzt sag mir nicht, dass du auch noch an meinen Texten herumkritisieren willst. So langsam frage ich mich echt, was ich hier eigentlich zu suchen habe wenn du der Meinung bist, es so viel besser zu können.“
„Darum geht es doch nicht Larry,“ lächelte Keylie milde. „Wir sind hier zu dritt und warum sollte nicht jeder seine eigenen Ideen einbringen dürfen? Das kann uns allen doch nur nützen.“
Larry hatte bereits den Mund geöffnet um eine entsprechende Erwiderung auf diese Bemerkung abzugeben, als Fishie einen schwarzen Filzschreiber in Keylies Schoß warf.
„Danke,“ lächelte sie, beugte sich tief über das Papier und begann hier und da mit den in ihren Augen nötigen Korrekturen. Sie strich hier ein paar Passagen, fügte dort neue an und unterstrich die Textzeilen, die bereits perfekt waren, so wie sie auf dem Papier standen.
Ungefragt ließ Fishie das Band erneut ablaufen, während Keylie und Larry gemeinsam summten, sangen und am Text feilten. Vier Stunden arbeiteten sie hochkonzentriert. Während sich Larry und Keylie gemeinsam mit dem Text befaßten, legte Fishie eine Tonspur über die andere und verlieh damit ihrem Text noch mehr Tiefe. Ab und an wurde er von Larry unwirsch gebremst, dann hatte Keylie wieder Einwände gegen ein zu bombastisches Arrangement und als sie sich schließlich zurück lehnten und für einen kurzen Moment die Stille auf sich wirken ließen hatte Keylie das überwältigende Gefühl, bei der Erschaffung von etwas ganz Großem mitgewirkt zu haben.
„Ist das tatsächlich gut oder bin ich jetzt größenwahnsinnig geworden?“ fragte Keylie schließlich in die Stille hinein.
„Also wenn du mich fragst,“ entgegnete Fishie „ist das das Beste, was du jemals gemacht hast.“
„Was keine große Kunst ist wenn man sich den letzten Flopp ansieht,“ bemerkte Larry mürrisch.
„Na komm’ schon,“ grinste Keylie und stieß Larry auffordernd in die Seite. „Ich will deine ehrliche Meinung hören.“
Larry seufzte abgrundtief, richtete sich dann umständlich und unter einiger Mühe in den tiefen Polstern des Sofas auf und zog die Blätter mit dem Text zu sich heran.
„Es ist nicht schlecht,“ nickte sie schließlich „aber genaueres kann ich erst sagen, wenn ich es komplett gehört habe.“
„Mein Einsatz, was?“ grinste Keylie.
Larry nickte, reichte ihr die Blätter und bedeutete Fishie das Band erneut abzufahren.

When they push when they pull, tell me can you hold on?
When they say you should change can you lift your head high and stay strong?
Will you give up, give in, when your heart's crying out that it's wrong?
Will you love you for you at the end of it all?

Die Töne kamen mittlerweile flüssig über Keylies Lippen, während ihre Augen über das Papier huschten um die Textpassagen davon abzulesen, die ihr noch nicht ganz so geläufig waren. Beim Refrain schloß sie schließlich die Augen und ließ die Musik vollkommen von ihrem Körper und ihrer Stimme Besitz ergreifen.

Don't be scared to fly alone, find a path that is your own.
Love will open every door, it's in your hands, the world is yours.
Don't hold back and always know, all the answers will unfold.
What are you waiting for, spread your wings and soar.
(Christina Aguilera - Soar)

Als der letzte Ton schließlich verklang, legte sich eine beinahe ehrfürchtige Stille über den kleinen Raum.
„Und?“ fragte Keylie mit klopfendem Herzen und vor Aufregung leise zitternden Händen.
„Baby ... wir werden berühmt, das ist dir klar, oder?“ sagte Larry schließlich und das erste Mal spielte dabei ein angedeutetes, ehrliches Lächeln um ihre Mundwinkel.
„Na, na. Keine voreiligen Schlüsse. Das hier ist nur der Anfang. Er ist ganz sicher nicht schlecht, aber ganz bestimmt auch noch nicht das Ende der Fahnenstange,“ bremste Keylie Larrys Enthusiasmus. „Ich will auf jeden Fall echte Instrumente. Nichts gegen deine Computerkünste Fischie, aber ein echtes Piano, reale Streicher und Bläser und vor allen Dingen ein authentisches Schlagzeug wirken einfach ehrlicher und klingen tiefer.“
„Ich hab’s gewußt,“ seufzte Larry. „Jetzt will sie auch noch ne Band. Kannst du mir vielleicht auch noch verraten, wer das bezahlen soll?“
„Das ist mir ehrlich gesagt total egal,“ gab Keylie zurück. „Piano und Gitarre kann ich selbst übernehmen. Schlagzeug ginge auch, aber das traue ich mir dann doch nicht so wirklich zu. Oh ... und ein Chor wäre irgendwie auch cool, findest du nicht?“
Als sie auf Larry hinunter blickte, erstarb Keylies Grinsen nach und nach. Der Blick der Songwriterin hatte sich verdunkelt und tiefe, mißmutige Falten waren auf ihrer Stirn erschienen.
„Okay, lass mich eines klarstellen,“ sagte sie und erhob sich ebenfalls. Keylie mußte den Kopf in den Nacken legen, um zu ihr aufsehen zu können und ganz sicherlich hatte Larry auch genau das beabsichtigt. „Ich weiß nicht was mit dir in den letzten Tagen passiert ist. Fakt ist, ich erkenne dich überhaupt nicht wieder. Ich will nicht sagen, dass das unbedingt eine negative Entwicklung ist, ich will damit nur meine Verwirrung zum Ausdruck bringen. Du kommst hier an, wirfst mal eben so ein ganzes Album Konzept über den Haufen und stellst Forderungen wie eine Diva. Hast du dir mal zugehört? Eine Band! Ein Chor! Himmel Herr Gott. Du bist nicht Britney Spears und selbst die könnte sich das im Moment wahrscheinlich nicht leisten. Du bist nur ein kleines Licht Amy Salinas, das solltest du besser nicht vergessen.“
„Willst du nun eine gute Platte machen oder nicht?“ gab Keylie ebenso unnachgiebig zurück.
„Ich will eine gute Platte machen UND dabei innerhalb meines Budgets bleiben,“ entgegnete Larry, während sie hektisch eine neue Zigarette aus ihrer Packung hervor zog.
„Es kann doch nicht so schwer sein an ein paar einigermaßen gute Musiker und einen Chor heran zu kommen, die wenig kosten, oder?“ fragte Keylie aufgebracht.
„Wenn du mir jetzt auch noch sagst, wie ich das anstellen soll?“
„Also ... ich hätte da ...,“ setzte Fishie an, wurde aber von Larry sofort überrannt.
„Halt die Klappe wenn sich Erwachsene unterhalten Fishie.“
„Lass ihn gefälligst ausreden,“ brauste Keylie auf.
„Verdammt noch mal, was ist nur los mit dir,“ brüllte Larry plötzlich, während sie hektisch eine voluminöse Qualmwolke in die Luft bließ. „Früher konntest du nicht oft genug über Fishie herziehen. Du hast genau so auf ihn geschimpft und ihn nicht für voll genommen wie ich und jetzt hörst du plötzlich auf den Zwerg?“
„Larry!“ rief Keylie entsetzt.
„Nein. Nichts hier mit Larry. Du hast dich verändert Madame. Aber so was von und ich will jetzt verdammt noch mal wissen, was dazu geführt hat. So etwas passiert doch nicht über Nacht!“
„Ich bin immer noch die Gleiche Larry,“ versuchte Keylie sich heraus zu reden. „Mir ist nur irgendwie klar geworden, was wirklich wichtig im Leben ist. Und das ist in meinem Fall die Musik und dieses Album. Das letzte Mal habe ich geschwiegen und alles getan, was du von mir verlangt hast ... ,“ Keylie hoffte, dass sie mit diesem Ausspruch wenigstens in der Nähe der Wahrheit lag, aber so wie sie Larry inzwischen kennen gelernt hatte, konnte es gar nicht anders gewesen sein. „ ... aber diesmal läuft das anders. Ich will nicht noch einmal Zeit und Arbeit in ein Album stecken und hinterher feststellen, dass ich das Ganze auch genau so gut im Klo hätte runterspülen können. Das hier ist wichtig. Sogar sehr. Und das sowohl für dich, als auch für mich.“
„Wichtig?“ Das gehässige Lachen, das Larrys Ausspruch begleitete, hatte nichts freundliches mehr an sich. „Wichtig ist Geld, Macht und Ansehen. Das war bisher dein Credo.“
„Und? Daran hat sich nichts geändert, oder? Ich brauche dieses Album genau aus den Gründen, die du gerade eben genannt hast.“
„Du willst mich nicht verstehen, oder? Die Amy die ich kenne, hätte sich heute in eine Ecke gesetzt, den ersten Song so wie er kam angenommen und den Text dazu eingesungen. Sie wäre niemals auf die Idee gekommen auch nur einen Finger für die Nummer krumm zu machen. Stattdessen stolzierst du hier rein wie die Königin von Saba, wirfst einfach mal so alles über den Haufen und mischst dich in Dinge ein, von denen du bis gestern nicht die Bohne verstanden hast. Darf ich mich da nicht ein bißchen wundern?“
„Doch, darfst du,“ sagte Keylie, inzwischen den Tränen nahe. Was sollte sie denn noch sagen? Alles was Larry vorgebracht hatte entsprach der Wahrheit, doch die Erklärung dafür würde sie ihr nie im Leben abnehmen.
„Gut. Dann sind wir uns ja wenigstens in diesem Punkt einig,“ lenkte Larry unvermittelt ein. „Und jetzt Fishie sag, was du zu sagen hast.“
Vollkommen verblüfft, dass er plötzlich angesprochen wurde starrte Fishie verdattert zu Larry auf, dann räusperte er sich und sagte mit seiner dünnen, unsicheren Stimme „ich hätte vielleicht eine Band für uns. Mein ... uhm ... Cousin. Er ... also ... er hat ne Band. Bisher proben sie nur so ein bißchen in der Garage seines Dads, aber wenn ich ihnen sage, dass sie bei der Produktion eines richtigen Studioalbums mitwirken könnten ...“
„Und das sind dann sicher so ein paar langhaarige Wichser, die meinen totaler Punk Rock zu sein und mit einer Pop-Platte nichts anfangen können,“ vermutete Larry sarkastisch.
„Ja, sie spielen eher Rock’n Roll,“ gab Fishie ihr recht „aber ich bin mir sicher ... ,“
„Vergiss es Fishie,“ fuhr ihm Larry ins Wort.
„Wir können sie uns doch wenigstens mal anhören,“ warf Keylie beinahe verzweifelt ein.
„Aber das bringt doch nichts. Sie kosten uns nur Zeit, von der wir sowieso nur wenig haben.“
„Wie meinst du das?“
„Das Album soll in drei Monaten fertig sein, aber das weißt du doch alles schon.“
„Oh ... hab ... hab ich vergessen,“ stotterte Keylie und senkte den Blick verlegen auf ihre Schuhspitzen.
„Ja. Genau so wie du vergessen hast wer hier das Sagen hat, wem du vertrauen kannst und wer hier im Raum die größte Erfahrung mitbringt,“ schnaubte Larry, drückte ihre Zigarette so heftig im Aschenbecher aus, dass die Asche davon stob und rauschte dann an Keylie vorbei hinaus in den Gang.
„Ich brauch ne Pause,“ rief sie über die Schulter hinweg, dann schlug die Tür geräuschvoll hinter ihr zu und Keylie hatte das Gefühl, gerade von einer Dampfwalze überfahren worden zu sein.
„Mach dir nichts draus,“ hörte sie Fishies leise Stimme. „Du weißt doch wie sie ist. Sie braucht immer erst ihren großen Auftritt bevor sie zugeben kann, dass andere vielleicht auch ganz gute Ideen haben.“
„Das ist so anstrengend,“ schnaubte Keylie.
„Ja, aber das warst du bisher auch und sieh dir an, was aus dir geworden ist. Da besteht für Larry auch noch Hoffnung.“
„War ich so schlimm?“ fragte Keylie nun schon zum zweiten Mal an diesem Tag.
„Schlimmer,“ gab er unumwunden zu. „Das, was Larry über dich gesagt hat stimmt bis aufs i-Tüpfelchen. Um so erstaunlicher, dass du ... na ja ... jetzt so bist, wie du bist.“
„Es tut mir leid,“ würgte Keylie hervor und fragte sich dabei, wie oft sie sich eigentlich noch für Amys Taten entschuldigen mußte. So langsam hatte sie von dieser Person gestrichen die Schnauze voll und das nach gerade mal einem einzigen Tag in diesem Körper.

Kapitel 9