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Kapitel 7 Wo bleibt sie nur, Nick trat nervös von einem Bein auf das Andere. Mach Dich locker, entgegnete Howie und tätschelt ihm beruhigend die Schulter sie wird jeden Augenblick hier sein. David hat extra einen Wagen zu ihr geschickt. Sie kann also garnicht zu spät kommen. Hoffentlich. Sie standen gemeinsam mit Brian, Kevin und A.J. auf dem Rollfeld des J.F.K. Flughafens. Über ihnen ragte die riesige Boing auf, die sie über den großen Teich, nach Europa bringen sollte. Um sie herum herrschte geschäftiges Treiben. Unzählige Koffer und Taschen wurden von einigen Flughafenangestellten in den großen Gepäckraum verfrachtete. Die etwa 30 Crewmitglieder der Backstreet Boys hatten zum Teil bereits ihre Plätze im Flieger eingenommen oder standen ebenfalls noch auf der Startbahn herum um eine letzte Zigarette zu rauchen oder einfach die letzten Minuten mit sicherem Boden unter den Füßen zu genießen. Erneut sah Nick auf seine Armbanduhr wenn sie nicht gleich kommt, müssen wir ohne sie abfliegen, nörgelte er besorgt. A.J. hatte währenddessen mit einem flauen Gefühl im Magen den Weg zwischen Flughafengebäude und Flugzeug mit den Augen abgesucht und spannte sich nun, als er ein Auto näher kommen sah. Ich glaube da kommt sie, sagte er und deutete mit dem Kopf auf den dunkelblauen Chevy, der sich ihnen schnell näherte. Kurz darauf hielt das Auto direkt vor ihnen und die Schiebetür des Busses öffnete sich. A.J.s Herz machte einen Satz, als er Sarah aus dem Auto klettern sah. Ihre blonden Haare waren zu einem langen Zopf geflochten. Sie trug enge Jeans, Turnschuhe und ein knallrotes Sweatshirt, das ihr um den Körper schlabberte. Sie sah zum anbeißen aus und verstohlen wischte er sich seine schweißnassen Hände an seiner Jeans ab. Tut mir leid, sagte Sarah anstatt einer Begrüßung und hievte eine große schwarze Tasche aus dem Auto. Warte, sagte Kevin und eilte ihr zu Hilfe. Danke Kev, Du bist ein Schatz. Es war garnicht so einfach, meine ganze Ausrüstung in diese Tasche zu bekommen. Dann war unterwegs auch noch ein riesen Stau und alle Ampeln auf Rot. Ich dachte schon, wir schaffen es nicht mehr rechtzeitig. Aber jetzt ... hallo erstmal. Mit diesen Worten umarmte sie Kevin wie selbstverständlich und drückte ihm einen Kuss auf die Wange. A.J. erstarrte innerlich. Er hatte zwar gewusst, das Kevin öfter mit ihr telefoniert hatte, aber das sie sich bereits so nahe gekommen waren, hatte er nicht gewusst. Doch dann schüttelte er innerlich den Kopf oh Mann Bone, komm mal wieder runter. Kevin ist glücklich verheiratet und sie will einfach nur nett sein. Außerdem, denk an Amanda. Alleine der Gedanke an ihren Namen lies ihn wieder zur Vernunft kommen und er schaffte es endlich, sich in Bewegung zu setzten und sich zu der kleinen Gruppe zu gesellen, die sich mittlerweile um Sarah geschart hatte. Großzügig wurde von allen Küsschen und Umarmungen verteilt und als er an der Reihe war, nahm er sie wie selbstverständlich in die Arme und drückte sie. Willkommen an Bord, sagte er und lächelte sie an. Vielen Dank. Mit so einem herzlichen Empfang hatte ich nicht gerechnet, etwas verlegen schulterte sie ihre Tasche und blickte an dem großen Flugzeug empor. Habe ich schon erwähnt, dass ich nicht besonders begeistert bin vom Fliegen, sagte sie mit einem skeptischen Stirnrunzeln. Mir geht es da auch nicht anders, entgegnete A.J. und folgte ihrem Blick die Treppe zur Einstiegsluke hinauf. Aber bis jetzt ging immer alles gut. Vertrau mir, das schaffen wir schon. Sie warf A.J. einen erstaunten Seitenblick zu. Soviel Fürsorglichkeit hatte sie von ihm nicht erwartet. Eher eine gewisse Distanziertheit, immerhin hatten sie ja ein kleines Geheimnis, das ihn zumindest an der Präsentation davon abgehalten hatte, ihr näher als nötig zu kommen. Doch scheinbar hatte sie bis jetzt nur falsche Vorstellung davon gehabt, was hier auf sie zukommen würde. Und das hast Du nach nur zehn Minuten ganz alleine herausgefunden, sagte sie ironisch zu sich selbst Sarah OConner, Du bist wirklich spitze und mit diesem Gedanken begann sie die steilen Stufen hinaufzuklettern. Es geht los, hörte sie Nick hinter sich jubeln und langsam begannen auch die restlichen Leute ihre Zigaretten auszudrücken und stellten sich an, um ebenfalls das Flugzeug zu besteigen. Sarah warf einen prüfenden Blick zurück zu dem Wagen der sie hergebracht hatte. Erleichtert stellte sie fest, das der nette, junge Fahrer gerade dabei war, ihre letzte Reisetasche aus dem Kofferraum zu hieven, wo ein Mann vom Flughafenpersonal sie in Empfang nahm und nach hinten zum Frachtraum brachte. Sie ließ ihren Blick ein letztes Mal über ihre geliebte Heimatstadt schweifen und setzte dann den Fuß über die Schwelle in das Flugzeug. Drinnen angekommen begrüßte sie eine freundliche Stuardess und wies ihr den Weg nach rechts in den Passagierraum. Wir sehen uns dann später, sagte A.J., lächelte ihr nochmals aufmunternd zu und wandte sich dann nach links in das Abteil der ersten Klasse. Soviel zu dem Thema das stehen wir zusammen durch, dachte Sarah und bahnte sich einen Weg durch den engen Mittelgang des Flugzeuges. Wo sie hinblickte sah sie nur Köpfe, nirgends ein freier Platz. Auf einmal winkte ihr jemand aus dem hinteren Teil der Maschine zu. Hier ist noch Platz, rief ein Mädchen ungefähr in ihrem Alter mit roten Haaren und den leuchtendsten blauen Augen, die sie jemals gesehen hatte. Erleichtert steuerte Sarah auf den freien Platz zu. Seufzend lies sie ihre Tasche, die mittlerweile eine Tonne zu wiegen schien, auf den Sitz fallen und strich sich eine verirrte Haarsträhne aus dem Gesicht. Ich dachte schon ich muss im stehen fliegen, sagte sie lächelnd und streckte dem jungen Mädchen die Hand entgegen ich bin Sarah OConner, Hallo ich bin Jessy Hunter, entgegnete das Mädchen freundlich und schüttelte ihre Hand. Ich bin das zweite Mal dabei und ich weiß, wie verlassen man sich am ersten Tag vorkommen kann. Setz Dich, es geht bestimmt gleich los. Deine Tasche kannst Du erstmal oben im Gepäckfach verstauen. Sarah tat wie ihr geheißen und lies sich dann zufrieden seufzend auf den freien Platz fallen. Geschafft, sagte sie und legte sich den Sicherheitsgurt an. Du bist für die Internetseite zuständig, stimmt's? fragte Jessy. Yep, und ich habe ehrlich gesagt noch keine Ahnung, was auf mich zukommt. Jessy lachte es wird Dir gefallen. Es ist zwar mordsmäßig anstrengend, aber wir haben immer jede Menge Spaß. Was machst Du denn so? fragte Sarah interessiert. Ich bin eine der Tänzerinnen, entgegnete Jessy stolz wir proben jetzt schon seit drei Monaten an den Stücken vom neuen Album, aber so richtig perfekt ist es noch nicht. Ich befürchte wir werden die ersten Wochen jede freie Minute mit tanzen verbringen fuhr sie fort und strahlte dabei über das ganze Gesicht. Kling wirklich anstrengend, sagte Sarah und die beiden Frauen lachten. Ich mag sie, dachte Sarah zufrieden. Ladys und Gentleman, wir begrüßen sie auf unserem Flug von New York nach Amsterdam, hörten sie dann plötzlich eine Stimme aus den Lautsprechern. Wir möchten Sie nun bitten, ihre Sitze in eine aufrechte Position zu bringen, die Sicherheitsgurte anzulegen und das Rauchen einzustellen. Ihr Kapitän und die Crew wünschen ihnen einen angenehmen Flug es knackte in der Leitung und im selben Augenblick ging ein Ruck durch das Flugzeug und das laute Dröhnen der Motoren war zu hören. Wenig später setzte sich die Maschine in Bewegung und rollte auf die Startbahn hinaus. Nervös umfasste Sarah ihre Armlehnen und blickte starr geradeaus. Sie spürte wie Jessy ihre Hand fasste und leicht drückte der Start ist das Schlimmste, wir haben es gleich geschafft, sagte sie aufmunternd und als Sarah einen Blick zu ihr hinüber warf, lächelte sie ihr ermutigend zu. Sarah brachte ein gequältes Lächeln zustande und sah dann wieder nach vorne. Das Flugzeug wurde schneller und schneller und mit einem Ruck hob es zitternd vom Erdboden ab. Sarah schloss die Augen, bis nach wenigen Minuten das Ruckeln und Zittern nachließ und dann ganz aufhörte. Sie waren in der Luft und auf dem Weg in das große Abenteuer. |