Kapitel 6
Die nächsten drei Wochen waren für Sarah vollgepackt mit Arbeit. Nach und nach ging sie ihre Notizen der Präsentation durch und baute die kleinen und großen Wünsche der Backstreet Boys in die Webseite ein. Ihr Arbeitstag begann um halb acht und endete oft nicht vor zehn Uhr abends. Eines Tages klingelte das Telefon. "Chandler.net, Sarah O'Conner am Apparat." "Hi, hier ist Kevin Richardson." "Hallo Kevin, wie geht es Ihnen?" "Ein bisschen im Stress, wie immer. Aber ich genieße das." "Da geht es Ihnen wie mir, ich weiß seit drei Wochen auch nicht mehr wo mir der Kopf steht, aber anders würde es mir glaube ich keinen Spaß machen." Kevin lachte am anderen Ende
der Leitung "ich hoffe, wir haben Ihnen nicht zuviel Arbeit aufgehalst." "Oh nein," sagte Sarah hastig "so sollte es sich nicht anhören. Es ist nur..." "...unser tägliches Lebenselexier" beendete Kevin den Satz. "So ähnlich, ja," Sarah lächelte, er schien wirklich zu verstehen, wie sehr sie ihre Arbeit liebte. "Ich wollte eigentlich auch nur fragen, ob Sie demnächst mal mit mir Mittagessen gehen würden." "Ehrlich gesagt, wird es schwierig sein, einen Termin zu finden," erwiderte Sarah vorsichtig. "Nunja, Sie hatten mich doch gebeten, Ihnen Material über unsere Stiftungen zukommen zu lassen. Ich habe jetzt alles zusammen und da ich morgen sowieso in New York bin, könnte ich es Ihnen direkt vorbei bringen." Sarah schlug schnell den morgigen Tag in Ihrem Terminkalender auf "Hm, ich könnte Sie zwischen ein Meeting und einem Besichtigungstermin bei einem neuen Kunden
schieben. Würde Ihnen ein Uhr passen?" "Klingt gut, aber nur, wenn es nicht zu große Umstände macht." "Das ist schon o.k.. Ich denke es würde mir ganz gut tun, hier mal rauszukommen. Ich weiß schon garnichtmehr wie ein Restaurant von innen aussieht." "Also abgemacht, ich hole sie dann morgen um eins im Büro ab." "Alles klar. Dann bis morgen." "Ja, bis morgen." Sarah legte den Hörer auf und kritzelte den Termin in ihren Kalender. Essen K. Richardson schrieb sie und während sie so auf ihre eigenen Worte starrte, wanderten ihre Gedanken zu A.J.. Sie war beunruhigt darüber, wie oft er sich in Ihre Gedanken schlich. Das letzte was sie jetzt gebrauchten konnte, waren romantische Gefühle. Sie hatte sich auf ihren Job zu konzentrieren. Also schüttelte sie den Kopf um sich wieder auf ihre Arbeit zu besinnen und widmete sich wieder ihrem Computer.
Am nächsten Tag erschien Kevin wie verabredet um Punkt eins in ihrem Büro. Es klopfte und vorsichtig streckte er den Kopf durch die Tür. Hallo, da bin ich, Hi, ist es schon so spät? verblüfft sah sie auf ihre Uhr. Kevin grinste yep, genau richtig um sich einen kleinen Imbiss zu gönnen. Da haben sie recht, können wir das blöde Sie nicht lassen? Gerne, lächelnd kam Sarah um ihren Schreibtisch herum und hängte sich dabei ihre Handtasche über die Schulter. Also, hast Du Dir schon überlegt, wo wir hingehen? fragte sie und trat gefolgt von Kevin auf den Flur hinaus. Du wirst es nicht glauben, aber das habe ich. Sarah hob die Hand um ihn kurz zu unterbrechen und ging hinüber zu Annie, die wie immer hinter dem geschwungenen Empfangstresen saß. Ich bin für ca. eine Stunde außer Haus. Falls Murdock anrufen sollte, sag ihm, der Termin morgen steht, o.k.? Alles klar Sarah, mach Dir keine Sorgen, der Laden läuft auch ohne Dich. Na, wer weiß mit diesen Worten wante sie sich wieder Kevin zu. Gemeinsam verließen sie das Büro und fuhren mit dem Fahrstuhl hinunter. Als sie auf die Straße traten sagte Kevin gerade hier in der Nähe gibt es einen kleinen Italiener. Die machen dort die beste Pasta, die Du jemals gegessen hast. Das klingt nach ner Menge Kalorien, grinste Sarah genau das, was ich jetzt brauche. Du scheinst Dich hier ja recht gut auszukennen. Ich habe eine Weile hier gelebt. Besser gesagt meine Frau. Ich habe sie ziemlich oft besucht. Da lernt man das ein oder andere Lokal kennen, antwortete er verschmitzt grinsend. Vorausgesetzt man kommt lange genug aus der Wohnung, um das richtig zu geniesen, sagte Sarah ohne nachzudenken, um sich im nächsten Moment auf die Zunge zu beißen. Ob das jetzt zu persönlich gewesen war? Immerhin war er ja eigentlich ein Geschäftspartner. Doch Kevin fand ihren Spruch wohl sehr amüsant, denn er lachte ja, so ähnlich. Doch irgendwann muß man auch mal was anderes sehen, als nur die Schlafzimmerdecke. Kann ich mir vorstellen, sagte Sarah und kicherte. Gut gelaunt betraten sie wenig später das kleine Lokal und Sarah verliebte sich auf Anhieb in die kleinen Tische mit den roten Tischdecken und in Luigi, den italienischen Kellner mit dem runden Bauch, der sie zu ihrem Tisch im hinteren Teil des Lokales führte. Nachdem Luigi ihnen beiden ein Glas seines besten Rotweines gebracht und ihre Bestellung aufgenommen hatte, kam Kevin zum eigentlichen Grund seines Besuches. Er schob ein großes, braunes Kuvert über den Tisch, aus dem Sarah einen dicken Schnellhefter hervorholte. Wow, das ist umfangreicher als ich dachte, sagte sie und begann interessiert in den Seiten zu blättern. Naja, ich dachte wenn schon, dann machen wir es richtig. entgegnete Kevin und nippte an seinem Wein. Sicher, so habe ich das auch nicht gemeint. Es wird nur einige Zeit dauern, bis ich das alles gesichtet habe. Ich kann Dir nicht versprechen, ob ich das wirklich alles bis zum offiziellen Starttermin schaffe. Es ist noch soviel zu tun. Hm, meinst Du, Du könntest Dich unterwegs ein bischen darum kümmern? Klar, das ist dann garkein Problem mehr. Ihr werdet Euch warscheinlich sowieso nach spätestens drei Wochen fragen, wofür ihr mich eigentlich bezahlt. Wenn die Seite soweit fertig ist, bleibt mir nichts anderes zu tun, als Euch den ganzen Tag hinterherzuschleichen und Fotos zu schießen und sie hinterher auf die Seite zu stellen. Glaub mir, uns hinterherzuschleichen ist anstrengender als Du es Dir jetzt vielleicht vorstellst, entgegnete Kevin lächelnd. Wie meinst Du das? Nunja, eigentlich sind wir den ganzen Tag in Bewegung. Proben, Pressetermine, Fotoshootings und dann natürlich die Shows mit Soundcheck und alles was so dazu gehört. Wenn wir uns dann kaputt ins Bett fallen lassen, wirst Du mit Deiner Arbeit noch nicht fertig sein. Glaub mir, nach drei Wochen wirst Du der Meinung sein, daß wir Dir für den Job eindeutig zu wenig bezahlen. Sarah lachte leise wenn Du Dich da mal nicht teuschst. Ich bin zäher als ich aussehe. Na dann würde ich sagen, auf Deine Zähigkeit und eine aufregende Zeit, er hob sein Glas auf eine aufregende Zeit, wiederholte Sarah lächelnd und stieß mit Kevin an.
Kapitel 7