Kapitel 3

Sarah erwachte und streckte sich. Mit einem Blick auf den Radiowecker stellte sie fest, daß sie bis zu ihrem Meeting noch gute zwei Stunden zeit hatte. Zufrieden schlug sie die Bettdecke zurück und machte sich auf ins Bad, um zu duschen. Während der warme Wasserstrahl auf ihren Kopf prasselte, dachte sie an den gestrigen Abend zurück. Zu schade, das dieser Typ eine Freundin gehabt hatte. Er war wirklich äußerst interessant gewesen. Doch sie hatte eine eiserne Regel. Wenn sie herausfand, das der Mann, mit dem sie die Nacht verbringen wollte, eine Freundin hatte, verabschiedete sie sich stets höflich aber bestimmt. Es war nicht so, daß sie die betreffenden Männer als erstes danach fragte, doch wenn sie es zufällig, wie zum Beispiel gestern Abend, heraus fand, dann suchte sie grundsätzlich das Weite. Sie hatte am eigenen Leib erfahren müssen, wie es war, betrogen zu werden und das wollte sie wissentlich niemandem antun. Eine halbe Stunde später saß sie mit einer dampfenden Tasse Kaffee und der Sonntagszeitung am Frühstückstisch. Es war für sie eigentlich nicht üblich, an einem Sonntag ins Büro zu gehen um zu arbeiten. Doch es handelte sich heute um „einen großen Fisch“ wie ihr Chef ihr versichert hatte und die Aussicht auf eine angemessene Prämie, hatte sie auf ihren geheiligten Sonntag verzichten lassen. Sie entwarf Internetseiten für größere Firmen oder Vereine. Dies war der erste Auftrag aus dem Musikbusiness. Für Sarah bedeute dies eine neue Herausforderung. Bisher hatte sie Produkte wie Druckmaschinen oder Kaugummi vermarktet, hatte die Firmen vorgestellt und manchmal ein oder zwei besondere Mitarbeiter oder Vorgesetzte herausgehoben. Diesmal ging es um eine fünfköpfige Boygroup. Die Backstreet Boys waren international bekannt, hatten schon unzählige Preise und Auszeichnungen erhalten und hatten eine riesige Fangemeinde. Sarah hatte sich bisher weder für diese Art von Musik, noch für die fünf Jungs interessiert. Sie hatte sich im Zuge der Vorbereitung für die Internetseite die CDs der fünf angehört und war überrascht, wieviele Lieder sie aus dem Radio kannte, ohne zu wissen, daß es sich bei den Interpreten um die Backstreet Boys handelte. Ihr gefiel die Musik ganz gut und nach drei Wochen ertappte sie sich dabei, wie sie leise die Melodien vor sich hin summte. Ihr eigentliche Aufgabe hatte nun darin bestanden, die fünf Jungs dem europäischen Markt etwas näher zu bringen. Die offizielle Webseite in Europa gab es noch nicht. Sie hatte sich die in Amerika und Asien angesehen, dazu noch einige der unzähligen Fanpages überall auf der Welt und hatte dann ein eigenes Konzept für Europa entwickelt. Diese Arbeit war so ganz anders, als ihre Bisherige. Sie mußte sich auf eine jüngere Zielgruppe einstellen, die praktisch schon alles über ihre Idole wußte und diesen etwas bieten, was sie so bisher noch nicht gesehen hatten. Außerdem mußte sie die Plattenfirma der Jungs, ihre eigentlichen Auftraggeber also, davon überzeugen, daß ihr Konzept genau das Richtige war. Eben dies hatte sie heute vor. Sie sah auf ihre Uhr. Immernoch genug Zeit, doch sie wurde langsam unruhig. Sie beschloss, etwas früher ins Büro zu fahren und ihre Unterlagen nocheinmal durchzusehen. Sie schnappte sich ihre Handtasche und fischte den Büroschlüssel von einem kleinen Regal neben der Tür. Dabei streifte ihr Blick das gerahmte Foto, das dort stand. Ein attraktiver Blondschopf lächelte sie an und seine leuchtenden, blauen Augen schienen ihr direkt ins Herz zu blicken. Sanft strich sie mit dem Zeigefinger über sein Gesicht. „Oh Danny, Du fehlst mir so. Ich liebe Dich,“ flüsterte sie. Dann wante sie sich entschlossen von dem Bild ab und verließ ihre Wohnung.

Eine halbe Stunde später trat sie aus dem Fahrstuhl und schloss die große Milchglasscheibe auf, auf der in goldenen Lettern Chandler.net prangte. Wie immer wenn sie die Büroräume betrat, fühlte sie sich gleich wie zu Hause. Genau genommen verbrachte sie hier die meiste Zeit ihres Lebens, umgeben von Internetfreaks, die ihre Leidenschaft zu Computern und kreativer Arbeit teilten. Heute war hier allerdings nichts los. Die vertrauten Geräusche wie das Klingeln der Telefone und das klappern der Tastaturen fehlten. Genauso wie der Duft nach frischgebrühtem Kaffee, der sie jeden Morgen willkommen hies. Chandler.net war eine ziemlich kleine Firma mit ca. 20 Angestellten. Doch sie waren jung und dynamisch und ohne Zweifel dabei, sich hier in New York einen großen Namen zu machen. Der Auftrag von Jive-Records sollte ihnen Tür und Tor in die bessere Gesellschaft und damit zu lukrativen Aufträgen öffnen. Das ihr Chef sie mit dem Konzept betraut hatte, empfand Sarah als große Ehre. Sie hatte buchstäblich Tag und Nacht daran gearbeitet und war mit dem Ergebnis äußerst zufrieden. „Wollen wir hoffen, das das die Plattenbosse genau so sehen,“ dachte sie und schaltete ihren Computer ein. Sie überflog kurz die eingegangenen Mails, stellte fest, das nichts dabei war, was nicht bis morgen warten konnte und ging dann hinüber in den großen Konferenzraum. Sie hatte gestern schon an jeden Platz einen Laptop aufgebaut und sie mit ihrem eigenen, der an der Stirnseite des ovalen Tisches stand, vernetzt. Sie überprüfte jetzt nocheinmal den Kabelsalat, der sich über den ganzen Tisch ergoß und krabbelte dann unter den Tisch, um jeden einzelnen Stecker in die Steckdose zu stecken. „Das hätte ich gestern schon machen sollen,“ dachte sie entnervt „da hatte ich wenigstens Hosen an.“ Sie krabbelte weiter auf den Knien unter dem Tisch herum und zog dabei immerwieder ihren schwarzen Rock herunter, der jedesmal wieder bedrohlich weit nach oben rutschte. Plötzlich hörte sie hinter sich ein Hüsteln und leises Gekicher. Vor Schreck fuhr sie auf und stieß sich dabei schmerzhaft den Kopf an der Tischplatte. „Au,“ und während sie sich den Kopf rieb, krabbelte sie unter dem Tisch hervor. Ihr erster Blick viel auf zwei Paar Turnschuhe, die mehr oder weniger direkt vor ihr standen. Als sie den Blick nach oben wandern lies, führte er sie über zwei Paar weite Kahkihosen in beige und grau zu zwei grinsenden, gutaussehenden, männlichen Gesichtern. Der eine hatte blondes Haar und stechende blaue Augen, der andere hatte braune Locken und einen dunklen Taint. Der Blonde reichte ihr seine Hand und zog sie unter dem Tisch hervor auf die Füße. „Alles in Ordnung?“ fragte er besorgt, aber immernoch mit einem amüsierten Grinsen auf den Lippen „Ja, ich denke es ist noch alles drann,“ erwiederte Sarah und rieb sich dabei den Hinterkopf, an dem sie schon eine kleine Beule ertasten konnte. „Na Gott sei dank,“ erwiederte der Blonde „ich bin Brian Litrell,“ sagte er dann und schüttelte ihr immernoch grinsend die Hand „und ich bin Howie Dorough,“ sagte der dunkelhaarige. „Sie sind zu früh,“ war alles was Sarah in ihrer Verwirrung sagen konnte. Doch dann mußte sie lachen „ich habe bestimmt gleich den richtigen Eindruck hinterlassen, auf dem Boden vor Ihnen in einem kurzen Rock herumkriechend.“ sagte sie. Ihre Gäste lachten. „Ich bin Sarah O’Conner,“ und bemerkte dann die anderen, die hinter Brian und Howie standen. Ein breitschultriger Mann in dunklem Anzug schob sich zwischen den beiden hervor und streckte ihr die Hand entgegen. „Hi, ich bin David Milton von Jive-Records, wir haben bereits telefoniert.“ „Hallo Mr. Milton, es freut mich, sie endlich persönlich kennenzulernen,“ entgegente Sarah und erwiederte seinen kräftigen Händedruck. „Bitte nennen sie mich doch David,“ „gerne, ich bin Sarah,“ entgegnete sie lächelnd und wante ihre Aufmerksamkeit dann den restlichen Anwesenden zu. Hinter David stand Kevin Richardson, der sich jetzt nach vorne beugte und ihr ebenfalls die Hand schüttelte. Er hatte dunkle Haare, die ihm in alle Himmelsrichtungen vom Kopf abstanden und durchdringende grüne Augen „nett Sie kennenzulernen,“ sagte er höflich. „Ich bin Nick Carter,“ ein großer, ebenfalls blonder junger Mann mit Lausbubengesicht drängte sich an David vorbei und schüttelte ihr die Hand „und falls das ein Versuch war, uns von ihrem Konzept zu überzeugen, sind sie schonmal auf dem richtigen Weg,“ setzte er mit einem breiten Grinsen hinzu. „Freut mich, das es die entsprechende Wirkung gezeigt hat,“ ging Sarah auf den Scherz ein „währe ja schlimm, wenn ich mir den Kopf ganz umsonst gestoßen hätte.“ Nick lachte. Kevin trat einen Schritt zur Seite, damit sich das letzte Bandmitglied vorstellen konnte. Als Sarah in die dunklen Augen mit den langen Wimpern blickte, erstarrte sie für einen unmerklichen Augenblick. Wie hatte ihr das gestern nicht auffallen können? Hatte sie sich nicht wochenlang die Bilder und Videosequenzen der Backstreet Boys angesehen, um die neue Homepage zu gestalten? Gut, es war gestern ziemlich dunkel im Club gewesen, doch hatte sie so blind sein können? Sie gab sich innerlich einen Ruck und ging freundlich lächelnd auf A.J. zu. „Hi, ich bin Sarah O’Conner, es freut mich sie kennenzulernen,“ sie streckte ihm ihre Hand entgegen und für einen kurzen Moment dachte sie, er würde sie nicht ergreifen, doch dann schien er sich innerlich zusammenzureißen. „Ich bin A.J. McLean,“ sagte er und seine Stimme war immernoch so rauh wie gestern. Ein kleiner Schauer rieselte über Sarahs Rücken als sie daran dachte, was alles hätte passieren können. Instinktiv hatte sie sich dazu entschlossen, so zu tun, als ob sie sich nicht kannten. Genau genommen war ja nicht wirklich etwas passiert. „Wunderbar, dann sind wir ja alle vollzählig. Bitte nehmen Sie doch Platz,“ Sarah deutete mit einer einladenden Geste auf die Stühle rund um den ovalen Tisch und ging dann zu ihrem eigenen Platz hinüber.

Als A.J. den Raum betreten hatte, war er im ersten Moment genauso amüsiert wie seine Freunde. Er blickte direkt auf den wohlgeformtesten Hintern, den er seit langem gesehen hatte, nicht wissend, daß er erst am Abend zuvor seine Hand darauf gelegt hatte. Für einen Moment standen die sechs Männer einfach nur da und genossen die Aussicht. David hatte sich als erster wieder gefaßt und sich hinter vorgehaltener Hand geräuspert. Als die junge Frau sich dann vor Schreck den Kopf angestoßen hatte, tat es ihm schon fast wieder leid, daß sie so einfach hier gestanden und sie so ungeniert angestarrt hatten. Als ihr Brian dann aufhalf und er zum ersten Mal in ihr Gesicht gesehen hatte, war ihm direkt das Herz in die Hose gerutscht und er war schnell einen Schritt hinter die Anderen zurückgetreten. Konnte es so einen großen Zufall geben? Da tat er einmal etwas Unüberlegtes und am nächsten Morgen lief ihm direkt sein schlechtes Gewissen über den Weg. Er dachte verzweifelt darüber nach, wie er die Situation in den Griff kriegen sollte. Er wollte vor seinen Freunden und vorallendingen vor seinem Plattenboss nicht wie ein Idiot dastehen. Gott sei Dank hatte sie schnell geschaltet, sogar schneller als er, wenn er es sich recht überlegte. Beinahe hätte er alles vermasselt und ihre Hand nicht geschüttelt, so perplex war er. Er zweifelte keine Sekunde daran, daß sie ihn sofort wiedererkannt hatte. Ihm entging ihr fast unmerkliches Zögern und die leicht angehobenen Augenbraue nicht. Die Anderen schienen davon allerdings nichts mitbekommen zu haben und so lies er sich fürs Erste erleichtert auf seinen Stuhl fallen. „Vor ihnen stehen Kaffe und Getränke, bedienen sie sich,“ sagte Sarah und während ihre Gäste sich mit Kaffee versorgten, schaltete Sarah ihren Laptop ein. Die Startseite der Backstreet Boys Webseite erschien und wurde gleichzeitig auf einen großen Monitor, der hinter ihr an der Wand installiert war, übertragen, sodaß alle im Raum sie sehen konnten. Als sich das allgemeine Geklapper und Gemurmel gelegt hatte stand sie auf. „Erstmal vielen Dank, daß sie so zahlreich erschienen sind,“ begann sie „unser Auftrag war, eine Webside für den europäischen Markt zu gestalten und was sie hinter mir sehen, ist der erste Entwurf hierfür. Ich erkläre Ihnen hierzu gleich noch ein paar Dingen aber zu erst möchte ich noch kurz anmerken, daß dies nur ein erster Entwurf ist, der auf den Vorgaben von ihnen David und unseren Vorstellungen dazu basiert. Wenn sie Anregungen oder Ideen haben, können diese selbstverständlich noch berücksichtigt werden. Also, nur heraus damit,“ sie schenkte der Gruppe ihr gewinnenstes Lächeln und wante sich dann wieder dem Monitor zu. Sie umriß kurz den Aufbau und die verschiedenen Inhalte und kam dann zu dem Herzstück des Ganzen, auf das sie besonders stolz war, da es sich hierbei um eine Idee von ihr handelte. Sie hoffte, das David Milton genauso von ihrer Idee beigeistert war, wie sie selbst. „Ich habe mir überlegt, wie man diese Seite zu etwas ganz besonderem machen könnte, etwas, das bisher noch keine oder zumindest die allerwenigsten Webseiten anbieten,“ sie machte eine kurze Pause und stellte zu ihrer Befriedigung fest, daß alle gespannt auf ihre nächsten Worte warteten. „Ich habe mir Ihre Tourdaten angesehen und David hat das wirklich geschickt geplant,“ sie warf ein Lächeln in seine Richtung „der Tourstart in Europa fällt sozusagen mit dem Start der Webseite zusammen. Ich habe mir also überlegt, daß man so eine Art Tourtagebuch erstellen könnte,“ sie klickte mit der Maus auf den entsprechenden Menüpunkt und ein weitere Seite öffnete sich. „Das hier ist natürlich nur die Rohfassung. Ich stelle mir vor, daß man jeden Tag mit Fotos und/oder kurzen Videosequenzen und kleinen Texten dokumentiert. Natürlich nichts privates, aber einfach Szenen aus dem Arbeitsalltag einer Boygroup. Ich denke, daß das genau das ist, was die Fans wollen. Nicht nur im Konzert in der ersten Reihe stehen, sondern hautnah dabei sein.“ Sie hielt einen Moment inne und betrachtete die Gesichter rund um den Tisch. Brian und Nick grinsten sich über den Tisch hinweg an, ihnen schien die Idee zu gefallen. Kevin hatte den Finger ans Kinn gelegt und schien intensiv über ihre Idee nachzudenken. Howie betrachtete immernoch interessiert ihre Modellseite und A.J. starrte auf seine Hände, als ginge ihn das alles garnichts an. Davids Gesichtsausdruck konnte sie nicht deuten. „Wie sollen diese Daten gepflegt werden,“ fragte er. Auf diese Frage war Sarah vorbereitet „nun, die einfachste Lösung währe, jemanden aus unserem Team mit on Tour zu schicken. Der große Vorteil besteht noch dazu darin, daß sie jederzeit jemanden vor Ort haben, wenn sie Dinge verändern oder hinzufügen möchten.“ Sarah wartete gespannt auf Davids nächste Worte „das bedeutet natürlich auch einen erhöhten Kostenaufwand,“ sagte er. Sarah lächelte „natürlich, das gebe ich zu. Aber sie werden keine Webseite finden, die aktueller ist und schneller auf bestimmte Entwicklungen reagieren kann.“ David nickte gedankenversunken. Sarah wertete dies als gutes Zeichen und atmete innerlich erleichtert auf. Fürs Erste war das ja garnicht so schlecht gelaufen. „Würden Sie denn mitkommen,“ fragte Nick interessiert. „Nunja, das währe sicherlich möglich, aber ich kann ihnen auch mindestens fünf andere Mitarbeiter empfehlen, die genauso qualifiziert dafür sind wie ich,“ anwortete Sarah diplomatisch. Sie warf einen schnellen Blick zu A.J. hinüber. Sie hatte so das Gefühl, daß er es nicht besonders begrüßen würde, wenn sie mitkäme. „Könnte man denn noch andere Sachen unterbringen,“ fragte Nick weiter. „Natürlich. An was hatten sie denn so gedacht?“ „Nunja, ich zeichne einwenig. Also, Comics um genau zu sein,“ seine Augen leuchteten „währe es denn möglich, auf diesem Wege einige davon ins Netz zu stellen?“ „Nichts leichter als das. Das klingt wirklich gut. Das ist auf jeden Fall was Neues,“ Nick schien vor Stolz in seinem Stuhl um einige Zentimeter zu wachsen. „Mir währe es wichtig,“ meldete Kevin sich zu Wort „daß zumindest ein Link zu unseren diversen Hilfsorganistionen besteht.“ „Darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht,“ pflichtete Sarah ihm bei „wenn Sie mir entsprechendes Material zur Verfügung stellen könnten, können wir zu jeder Stiftung eine kleine Vorstellung machen und über die neusten Projekte berichten.“ Kevin war verblüfft, soviel Engagement hatte er nicht erwartet. „Das dürfte kein Problem sein,“ erwiederte er und lehnte sich entspannt in seinem Stuhl zurück. „Wenn jetzt erstmal keine Fragen mehr sind schlage ich vor, daß sie einmal selbst auf ihrer neuen Homepage herumserven. Die Laptops vor Ihnen sind alle mit meinem vernetzt, sodaß sie einen kleinen Spaziergang durch das bisher erstellte Modell machen können.“ Sarah ging von einem zum anderen und schaltete die Laptops ein. Auf jedem Bildschirm erschien sofort die Startseite und alle begannen munter drauflos zu klicken. Zwischendurch gab es immerwieder Fragen und Anregungen und Sarah füllte nach und nach die Seiten ihres Notizblockes. Ihre Arbeit schien gut anzukommen. Nick lachte sich halbtot, als er das kleine Videospiel entdeckte, daß Sarah eigens hierfür programmiert hatte. „Schau mal Kevin, wenn ich mich einigermaßen geschickt anstelle, kann ich Dich fangen und Dir einen riesigen Schmatzer mitten ins Gesicht drücken,“ er lachte und verbrachte die restliche halbe Stunde damit, seine Bandkollegen auf dem Bildschirm zu jagen. Irgendwann stand David auf. „Das haben Sie wirklich gut gemacht,“ lobte er Sarah und sie spürte wie ihr die Röte vor Stolz ins Gesicht stieg. Sie warf einen Blick in die Runde, ignorierte den amüsierten Blick, mit dem A.J. sie musterte und beschloss die Sitzung für heute zu beenden. Ihre Gäste standen auf und Brian streckte sich. Clive kam auf sie zu „das war wirklich eine sehr interessante Präsentation. Ich werde mich in den nächsten Tagen bei ihnen melden,“ er schüttelte ihre Hand. „Vielen Dank, daß sie gekommen sind,“ entgegnete Sarah. Nacheinander verabschiedete sie sich von Brian, Nick, Howie und Kevin. Als die Reihe an A.J. kam, nahm er ihre Hand, sah ihr fest in die Augen und sagte „vielen Dank.“ „Gern geschehen,“ erwiederte Sarah, die genau wußte, daß er diese Bemerkung nicht nur auf die Präsentation bezogen hatte. Sie geleitete ihre Gäste noch zur Tür und als sie alleine in den Konferenzraum zurückkehrte lies sie sich in ihren Stuhl sinken und legte die Füße auf den Tisch. Sie hatte das befriedigende Gefühl, daß es besser nicht hätte laufen können. Ihren Chef würde das sicherlich freuen.

Kapitel 4