Kapitel 13

AJs Magen rebellierte laut und vernehmlich, als sie schließlich ihre Bestellung aufgaben und Susan dabei einen Salat, eine Vorspeise plus Hauptgericht und dazu noch eine neue Karaffe Wein orderte. Die Speisekarte enthielt keine Preisangaben, so dass er hoffte, dass er sich mit seiner frischen Pasta an Tomatensugo auf einem Bett aus Basilikumpesto möglichst am Rande der unteren Preisklasse bewegte. Er beschloss zudem, sich an das auf jedem Tisch kostenlos zur Verfügung gestellte Wasser zu halten und lediglich aus Zwecken der Tarnung ein Glas Wein mitzutrinken. Wie viel der Wodka kosten mochte, den er bereits nervös herunter gestürzt hatte, wollte er lieber gar nicht wissen.
Als das Essen dann kam, musste er zumindest zugeben, dass er so etwas Gutes in seinem ganzen Leben noch nicht gegessen hatte, dass er aber mit seiner Vermutung, davon nicht satt werden zu können, richtig gelegen hatte. In der gesamten Zeit, in der sie auf ihre Bestellung warteten und diese später verzehrten, redete meist Susan, während er ihr immer weiter Löcher in den Bauch fragte. So erfuhr er mehr über ihren Job, das Leben in Los Angeles, Orlando und Miami, den angeblichen Niedergang der Schauspielbranche und das Leben in der High Society. Immer wieder fielen Namen, von denen er schon einmal gehört oder gelesen hatte und die Vorstellung, dass sein Gegenüber mit diesen bereits gespeist, gefeiert oder ihnen auch nur die Hand geschüttelt hatte, ließ sein Herz immer wieder schneller schlagen.
Als ihnen der Ober schließlich die beiden bestellten Espressi brachte und dazu ein silbernes Tablett mit allen Arten von Zucker vor ihnen abstellte, schwirrte ihm bereits der Kopf von all diesen Informationen.
„Ich habe George damals gesagt, dass er sich das mit Oceans 13 noch einmal überlegen soll,“ erklärte Susan gerade, während sie ihre Tasse hob und einen Schluck von ihrem immer noch ungesüßten, schwarzen Gebräu nahm. „Irgendwann ist dieses Format ausgelutscht und noch einen drauf zu setzen bringt meist recht wenig. Aber er war anderer Meinung,“ fügte sie schulterzuckend hinzu.
AJ nickte bedächtig, während er etwas Zucker mit einem winzigen aber dafür erstaunlich schweren Löffel in seinen Kaffee rieseln lies.
„Jedenfalls ... ,“ fuhr sie dann fort. „Hat er natürlich nicht auf mich gehört und den Film trotzdem gemacht. Für Hollywood Verhältnisse kam er noch einigermaßen gut an, aber ein Knaller war das alles schon lange nicht mehr.
Er rief mich dann zwei Wochen nach dem Filmstart an und meinte, dass ich doch nun zugeben müsse, dass es nicht das Schlechteste gewesen sei, diesen Film zu machen. In diesem Moment erkannte ich, dass ich nicht mehr in diese Welt passe, in der sich die Menschen und besonders die Stars mit zweitklassigem zufrieden geben.“
„Und sie haben dann einfach mal so beschlossen, nach Miami umzuziehen?“ hakte AJ interessiert nach, der inzwischen wusste, dass dort Susans Hauptwohnsitz lag und sie nur bei dringenden, geschäftlichen Angelegenheiten nach Orlando kam.
„Miami war nicht die erste Wahl,“ gab sie zu. „aber es gab ein paar viel versprechende Projekte, die mich hier reizten und die Stadt an sich gefällt mir auch ganz gut. Nur Orlando ist ... nun ja ... nicht so mein Geschmack.“
„Ich weiß, das sagten sie schon,“ nickte AJ lächelnd.
„Und was machen sie hier in dieser Einöde, Alexander?“ fragte sie dann mit einem breiten Grinsen und lehnte sich ein Stück in seine Richtung, wobei ihm ein Hauch ihres feinen, blumigen Parfums in die Nase stieg und ihn ganz schwindlig machte.
„Erstes hasse ich es, wenn man mich Alexander nennt,“ gab er unumwunden und mit einem, wie er hoffte, entschuldigenden Lächeln zu. „Und zweitens bin ich Besitzer eines Plattenladens hier in der Stadt.“
„Ach,“ entgegnete sie mit hochgezogenen Augenbrauen. Er konnte dabei leider nicht unterscheiden, ob sie sich auf den ersten oder zweiten Punkt seiner Antwort bezog, also nickte er einfach nur und nahm noch einen Schluck von seinem fürchterlich bitteren aber angenehm belebenden Kaffee.
„Wenn nicht Alexander, was dann?“ hakte sie nach.
„AJ bitte. So nennen mich alle schon seit Jahren.“
„Also gut. AJ. Uhm ... ein Plattenladen also, ja?“
Er nickte wieder und lächelte.
„Nicht sehr erfolgreich, wie mir scheint.“
Sein Lächeln erstarb und er runzelte irritiert die Stirn. „Wie kommen sie darauf?“
„Wer eine solche Rostlaube sein Auto nennt, kann nicht wirklich viel Gewinn erwirtschaften,“ stellte sie ohne den Hauch von Verlegenheit fest.
„Ich investiere jeden Cent in den Laden,“ konterte er. „Mein Geschäft ist mir einfach wichtiger als irgendein schicker Wagen.“
„Ach so,“ entgegnete sie, doch das Lächeln und der wissende Ausdruck in ihren Augen sagte ihm, dass sie ihm kein Wort glaubte. Also beschloss er, so schnell wie möglich das Thema zu wechseln.
„Mögen sie Boote?“
Sie wirkte zu recht aus dem Konzept gebracht, doch sie fing sich recht schnell wieder und wiegte den Kopf bedächtig hin und her. „Das kommt auf das Boot an. In diesen kleinen Nussschalen fühle ich mich nie sonderlich sicher. Doch die großen Jachten haben durchaus etwas für sich. Wieso fragen sie?“
„Vielleicht hätten sie ja Lust, mal mit mir raus zu fahren. Ich verspreche auch, dass sie nicht in einer Nussschale sitzen müssen,“ lächelte er und kreuzte unter dem Tisch die Finger. Wenn sie zusagte, hoffte er, dass Nick ihm weiterhelfen würde. Außerdem hätte er dann aus einem Date gleich zwei gemacht, was bei seiner miesen Ausgangssituation gar kein schlechter Schnitt wäre.
„Sie gehen ja ganz schön ran,“ bemerkte sie, während ihre beringten, schlanken Finger mit dem Stiel des Weinglases spielten.
„Ach,“ winkte AJ ab und versuchte dabei nicht zu zeigen, wie nervös er eigentlich war. „Ich wette, sie bekommen jeden Tag hunderte von Einladungen. Ich versuche nur, meine etwas interessanter zu gestalten.“
Sie legte den Kopf leicht schräg und musterte sein Gesicht ausgiebig, während ein rätselhaftes Lächeln auf ihren Lippen erschien. Ihm war schon öfter aufgefallen, dass er sie nicht durchschauen konnte wenn sie dies nicht wollte und somit machte ihm die Pause, die sich nach seiner Feststellung zwischen ihnen ausbreitet, mehr als nervös.
„Wir werden sehen,“ sagte sie schließlich, trank ihren restlichen Kaffee mit einem einzigen, tiefen Schluck aus und erhob sich dann ohne Vorwarnung. „Lassen sie uns gehen.“
„Uhm ... so schnell? Wir könnten doch noch ... ,“ setzte er an, weil er noch nicht wollte, dass dieser herrliche Abend bereits jetzt und so abrupt zu Ende ging. Doch sie hatte sich bereits aus der Nische heraus geschoben, angelte nach ihrer Handtasche, die neben ihr auf dem Sitz gelegen hatte und strich dann ihre Bluse glatt.
„Ich habe keine Hunger mehr und auch keine Lust hier weiter zu sitzen. Also kommen sie schon,“ erklärte sie, drehte sich ohne ein weiteres Wort herum und strebte dem Ausgang zu.
AJ beeilte sich ebenfalls aufzustehen und fragte sich dabei, wie er das mit der Rechnung erledigen sollte, ohne dass ihm Susan dabei davon lief. Doch als er schließlich an dem Durchgang zur Lounge ankam sah er, wie ihr einer der Angestellten in einen leichten, schwarzen Mantel half, während ein anderer eine kleine, in Leder gebundene Mappe aufklappte und ihr einen Kugelschreiber reichte. Susan setzte schwungvoll ihre Unterschrift unter den Beleg, richtete sich dann wieder auf und suchte mit umherhuschenden Blick nach AJ. Als sie ihn schließlich fand, erstrahlte ein Lächeln auf ihrem Gesicht und mit einem kurzen „kommen Sie,“ ging sie ihm voraus, durchquerte die Lounge und steuerte direkt auf den Ausgang zu.
Erst draußen vor einer schwarzen Strechlimousine holte er sie wieder ein. Der Fahrer kam gerade um die Motorhaube herum um den hinteren Wagenschlag zu öffnen, während AJ Susan vorsichtig am Ellenbogen fasste.
„Sie haben eben nicht wirklich die Rechnung beglichen, oder?“ fragte er und spürte, wie ein Anflug von Wut und Scham in ihm hoch kochte. So sehr er sich auch vor der Endsumme gefürchtet hatte, so sehr hatte sie ihn auch in seiner Männlichkeit getroffen. Er war schließlich durchaus in der Lage das Mädchen seines Herzens zum Essen einzuladen!
„Machen sie sich darüber mal keine Gedanken,“ entgegnete sie leichthin, nickte dem Fahrer kurz zu und schob sich dann auf den Rücksitz der Limousine.
Wie erstarrt blieb AJ am Straßenrand stehen, unfähig sich zu rühren oder auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. Irgendwie passierte hier alles viel zu schnell. Eben hatten sie noch gemütlich beisammen gesessen und ihren Wein genossen und im nächsten Moment stand er auf der Straße und versuchte den Umstand zu verdauen, dass sie ihn für so abgebrannt hielt, wie er im Grunde auch war.
„Steigen sie nun ein oder wollen sie den Rest der Nacht da stehen bleiben?“ drang Susans Stimme aus dem Inneren der Limousine und erst jetzt wurde ihm so richtig klar, was hier gerade passierte.
Susan hatte das Lokal verlassen, um mit ihm in einer Strechlimousine irgendwo hinzufahren. Seine Zunge schnellte vor und er fuhr sich damit nervös über seine trockenen Lippen. Selten hatte sich ein Traum so real angefühlt. Schnell warf er noch einen letzten Blick zurück zu der hell erleuchteten Fensterfront und tauchte dann ohne weitere Verzögerung in das dunkle Innere der Limousine ab.
Die Tür schloss sich hinter ihm mit einem leisen Rums, während er ein Stück weiter in das Wageninnere rutschte und sich dabei mit großen Augen umsah.
Die getönten Scheiben ließen nur sehr wenig Licht von draußen herein und so konnte er die weichen Lederpolster, die sich rechts und links an der Wagenwand entlang zogen gerade noch erkennen. Im rückwärtigen Teil des Wagens, der ihm unglaublich weit entfernt vorkam, öffnete Susan gerade eine Minibar, in der bereits eine geöffnete Flasche Champagner und zwei langstielige Gläser warteten. Als die Limousine sich schließlich in Bewegung setzte, saß er immer noch vollkommen erschlagen auf der schmalen Rückbank und starrte zu Susan hinüber, die mit zwei schnellen Handgriffen den Knoten in ihrem Haar löste und gleich darauf den Kopf schüttelte, damit sich ihre blonde Mähne über ihre Schultern ergießen konnte. Ihr Brille verschwand gleich darauf ebenfalls in dem selben, kleinen Fach wie ihre Haarklammer.
AJ schluckte bei diesem Anblick trocken, während seine Eingeweide langsam aber sicher in einem warmen Rhythmus zu pulsieren begannen. Susan setzte sich seitlich, legte dabei ein Knie auf die Lederpolster und streckte ihm wortlos und mit einem breiten Lächeln ein gefülltes Champagnerglas entgegen. Irgendwie erinnerte ihn dieses Lächeln an ein Raubtier, kurz bevor es seine Beute verschlang, aber wenn er sich ihre langen Beine und ihre ansprechend gerundete Brust so ansah, hatte er rein gar nichts dagegen im nächsten Moment verspeist zu werden.
Also schob er sich auf die lange Bank zu ihr hinüber, rutschte nahe an sie heran und nahm das Glas von ihr entgegen. Dabei berührten sich ihre Fingerspitzen für einen winzigen Moment, was ausreichte, um einen heißen Stromstoß wie einen Blitzschlag durch seinen Magen bis hinunter in seine Zehen schießen zu lassen.
„Also ... ,“ setzte sie an, machte dann eine kurze Pause, in der sie ihn noch einmal abschätzend musterte und hob dann ihr Glas. „ ... auf eine ganz und gar ungeschäftsmäßige Nacht.“
Sein Herzschlag explodierte augenblicklich in seiner Brust und schlug dann nachdrücklich in seinem Hals weiter, während er sich weiterhin bemühte, sich äußerlich nichts anmerken zu lassen und wie selbstverständlich mit ihr anzustoßen. Irgendetwas zu sagen brachte er allerdings nicht fertig, da ihm erstens nichts passendes einfiel, er zweitens noch nicht einmal sicher sein konnte, dass sie ihm gerade tatsächlich das Angebot gemacht hatte, mit ihm die Nacht zu verbringen und er drittens seiner Stimme nicht mehr wirklich vertraute.
Er war beinahe ein bisschen enttäuscht, dass der Champagner nicht so teuer und edel schmeckte, wie er wahrscheinlich war, vielmehr schien er vollkommen geschmacksneutral seine Kehle hinunter zu rinnen, während Susan ihr Glas bereits beiseite stellte und noch ein Stück näher an ihn heran rutschte. Wie selbstverständlich entwand sie ihm ebenfalls das Glas aus seinen bereits leicht feuchten Fingern und stellte es zu ihrem eigenen, zurück in die Vertiefungen der Minibar.
AJ schluckte krampfhaft, obwohl sich schon lange kein Champagner mehr in seinem Mund befand, dann landete seine Hand irgendwie und ganz von alleine auf ihrem Knie und das Atmen wurde ihm schwer.
„Nur noch eine Sache,“ hauchte sie so nahe an seinem Mund, dass er ihr Aroma bereits auf der Zunge schmecken konnte und seine Lippen vor ungestilltem Verlangen zu brennen begannen.
„Die da wäre?“ raunte er mit rauer Stimme zurück und schob seine Finger dabei ein Stück weiter ihren Oberschenkel hinauf.
„Ich bin niemals so, wie andere mich gerne haben möchten. Ich denke, das solltest du wissen.“
„Ich mag Frauen, die mich noch überraschen können,“ gab er mit einem breiten Grinsen zurück und fand, dass das für seine Verhältnisse eine ziemlich coole Antwort gewesen war. Gleichzeitig legte sich seine freie Hand in ihren Nacken und noch während er registrierte, dass sich ihr Haar genau so seidig anfühlte wie es aussah, hatte er sie bereits zu sich heran gezogen und seine Lippen auf ihre gedrückt.
Irgendwo in seinem Hirn machte es bang, während sein gesamter Unterleib von einer heißen Welle aus Verlangen überschwemmt wurde. Ihre Hände landeten auf seiner Brust, wo sie sich langsam und verführerisch über sein hektisch pochendes Herz nach oben auf seine Schultern zuschoben. Ihr Mund war so unglaublich süß, ihre Lippen waren angenehm fest und schienen perfekt auf seine eigenen zu passen und als plötzlich ihre Zunge hervorschnellte und aufreizend über seine Lippen fuhr, entwich aufgeregt die Luft aus seinen bebenden Nasenflügeln.
Sie schob sich nun noch ein Stück näher in dem schwanken Innenraum des Wagens an ihn heran, so dass sich gleich darauf ihre festen Brüste an seinen Brustkorb drückten, während sich eines ihrer wunderschönen, langen Beine über seinen Schoß legte. Instinktiv schob er seine Hand auf ihrem Bein noch etwas weiter in die Höhe, streifte dabei mit dem Daumen wie zufällig die Innenseite ihrer Schenkeln, die, wenn er sich nicht täuschte, unter seinen Berührungen leise vibrierten, tastete dann vorsichtig über ihre Hüfte, wobei sich seine Finger unter den schwarzen, seidigen Saum ihrer Bluse schoben, und legten sich dann schließlich heiß und nachdrücklich auf ihren festen, kleinen Hintern. Seinem sanften Druck gab sie sofort nach, stemmte sich in die Höhe und rutschte nun gänzlich auf seinen Schoß, während ihre Hände in seinem Nacken verschwanden und sich ihre Lippen keine Sekunde von seinen lösten.
Noch während sich seine Hände nun vollends unter ihre Bluse schoben und ihren weichen, warmen Rücken liebkosten, schoss ihm der Gedanke durch den Kopf, dass er sich diesen Abend nicht besser hätte ausmalen können. Dann schob sie ihr Becken vor und rieb sich mit einer solch geschmeidigen und aufreizenden Bewegung an ihm, dass augenblicklich jeder klare Gedanke verscheucht wurde und damit seinem bereits glühenden Verlangen jede Menge Raum gab, sich vollends zu entfalten.
Wie lange sie schließlich unterwegs waren, konnte er im Nachhinein nicht mehr sagen. Es hätten Sekunden, Minuten oder auch die Ewigkeit sein können. Doch schließlich verebbte das Schaukeln des Wagens und der Motor erstarb. In einer geschmeidigen Bewegung rutschte Susan von seinem Schoß, strich sich mit einer nachlässigen Geste das zerwühlte Haar aus dem Gesicht und richtete mit einigen resoluten Handstrichen ihre Kleider.
Als der Chauffeur schließlich den Wagenschlag öffnete hoffte AJ, dass man ihnen beiden nicht all zu deutlich ansehen konnte, dass sie den gesamten Weg hierher mit hemmungslosen Knutschen und Fummeln verbracht hatten.
Der Weg von der Limousine in die Fahrstuhlkabine, die sie hinauf zu Susans Penthouse bringen sollte, kam AJ unendlich lang vor. Sein gesamter Körper vibrierte in ungestilltem Verlangen, während er hinter Susan durch das Foyer hastete und sie gleich darauf gegen die Fahrstuhlwand drückte, noch bevor sich die Türen richtig geschlossen hatten. Nur am Rande bekam er mit, wie sie nach dem obersten Etagenknopf tastete, dann legte sich eines ihrer langen Beine um seine Hüften und zog ihn damit noch näher zu sich heran, während ein leises Stöhnen über ihre Lippen drang und heiß sein Ohrläppchen umschmeichelte.
Sie stolperten mehr als das sie gingen aus der Kabine und einen langen Flur hinunter, an dessen Ende Susan eine Tür aufschloss und sich mit ihm im Schlepptau in die Dunkelheit dahinter schob. Hier, von allen neugierigen Blicken abgeschottet und endlich allein, gab es für sie beide kein Halten mehr. Ihre Kleidung wurde zu einem unwillkommen Hindernis, das es galt so schnell wie möglich aus dem Weg zu räumen. Während sie küssend durch den Flur stolperten, landeten nach und nach seine Krawatte, Susans Bluse, ihr BH, sein Hemd, ihre Schuhe und Hosen auf dem weichen Teppich, während ihre Hände wie im Fieberwahn über jede freigelegte Körperstelle rasten.
Auf der Hälfte der Strecke hatten sie sich schließlich sämtliche Kleider vom Leib gerissen und handelten inzwischen beide nur noch aus Instinkt. Mit einer knappen Handbewegung fegte Susan die Oberfläche einer Kommode leer, das Glas eines Bilderrahmes zersprang dabei mit lautem Klirren, bevor AJ sie auf das Möbelstück hob und sie dabei mit einem dumpfen Laut gegen die Wand stieß. Ihre Fingernägel krallten sich in seine Schultern, während sich ihre Schenkel um seine Körpermitte schlossen und ihn mit Nachdruck zu sich heranzogen. Seine Hände krampften sich um ihr festes Hinterteil, während er mit einem ersten, harten Stoß in sie eindrang.
Das laute Stackatto, mit dem die Kommode immer wieder an die Wand schlug, Susans heißes Keuchen an seinem Hals und ihr fiebriger, verschwitzter Körper überall an seinem eigenen raubten ihm beinahe den Verstand. Und so dauerte es auch nicht lange, bis ihn eine mächtige, heiße Welle überrollte. Noch einmal rammte er das Möbelstück und die darauf sitzende Frau gegen die Wand, bevor sich die Spannung in ihm mit einem heiseren Schrei entlud. Dabei hatte er das Gefühl, dass ihn ihre Schenkel beinahe zerquetschten und sein Bizeps kurz vor dem Platzen stand, weil er sie so fest an sich presste.
Er konnte hinterher nicht mehr sagen, wie lange er so in ihr verharrte. Seine Brust hob und senkte sich unter seinen hektischen, keuchenden Atemzügen, der Schweiß rann ihm in kleinen Rinnsalen den Rücken und die Brust hinunter und sein gesamter Körper schien in einem uralten Rhythmus zu pulsieren. Ganz langsam entspannte er sich. Seine Finger legten sich nun weich und nachgiebig auf ihr Hinterteil, sein Kopf sackte auf ihre Schulter und seine Lippen streiften zärtlichen ihren Hals.
Er fühlte, wie ihre Hände sein Rückrat hinunter fuhren, dann hörte er ihre sanfte Stimme in seinem Ohr.
„Das war erst der Anfang,“ hauchte sie und leckte dann verführerisch über sein Ohrläppchen, was ihn leicht erschauern ließ.
„Na das hoffe ich doch,“ brachte er irgendwie über seine brennenden Lippen, bevor er sich unter leisem Stöhnen aufrichtete und sie dann sanft küsste. In der Dunkelheit fühlte er mehr als er sah, dass sie ein Stück von ihm abrückte, dann verriet ihm der Druck ihrer Finger auf seine Hüften, dass er einen Schritt zurück treten sollte und auch wenn er sich nur sehr ungern jetzt schon von ihr löste, tat er ihr den Gefallen. Gleich darauf rutschte sie von der Kommode herunter, hauchte ihm noch einen Kuss auf die Brust und verschwand dann in der Dunkelheit.
Für einen Moment verharrte er noch mit gesenktem Kopf und immer noch leise vor sich hin japsend vor der Kommode, dann drang ein Stück weiter den Flur hinunter sanfter Lichtschein aus einem der Zimmer und leuchtete ihm damit den Weg. Mit immer noch weichen Knien setzte er sich langsam in Bewegung und konnte dabei kaum fassen, dass es ihm tatsächlich gelungen war, Susan Kennedy in sein bzw. ihr Bett zu bekommen.
Er war eben doch ein Glückskind.
Irgendwie.

Kapitel 14