Kapitel 14
Vollidiot, murmelte Paula aufgebracht, während sie mit eiligen Schritten durch die Lobby schritt und dem Fahrstuhl zustrebte. Ich bin so ein Vollidiot. Ein Spaziergang! sie rollte mit den Augen während sie auf den Rufknopf des Fahrstuhls drückte. Was besseres ist dir nicht eingefallen, oder? Ganz toll gemacht Paula Sommer. Echt! Gratulation.
Ungeduldig klopfte sie mit ihrem rechten Fuß auf den Boden, während sie darauf wartete, dass der Fahrstuhl endlich kam. Währenddessen lief das eben Geschehene immer wieder wie ein Film in ihrem Kopf ab.
Als sie die Bar betrat, war noch alles in Ordnung gewesen. Das Hotel hatte wirklich ganze Arbeit geleistet und der Raum wirkte beinahe gemütlich. Sogar für sie.
Dann hatte Kevin sie begrüßt und sie hatte es sich nicht verkneifen können, als erstes nach AJ zu fragen, nachdem sie ihn bei ihrem kurzen Rundblick nicht entdeckt hatte. Für einen kurzen Moment hatte sie Angst, Kevin würde ihr erklären, dass AJ es vorgezogen hatte auf seinem Zimmer zu bleiben, doch er hatte grinsend kein Problem gesagt und sie durch den gesamten Raum in eine dunkle Ecke geführt. Und als sie AJ dort sitzen sah, in Jeans und dunklem T-Shirt, das seinen muskulösen Oberkörper so gut zur Geltung brachte, hatte ihr Herz angefangen schneller zu schlagen.
Sie hätte gleich merken sollen, dass er nicht wirklich gut drauf war, aber sie war im ersten Moment so glücklich gewesen so nahe bei ihm zu sitzen, dass sie sämtliche Alarmsignale übersehen hatte.
Und dann dieser absolut dämliche Vorschlag mit dem Spaziergang! Wenn er sich schon nicht mit seinen Leuten wohl fühlte, warum sollte er dann ausgerechnet mit ihr alleine sein wollen? Sie hätte ihn lieber fragen sollen, was denn los sei, oder, noch besser, ihn erst gar nicht ansprechen und sich einen Platz an der Bar suchen. Dann hätte er entscheiden können, ob er sie ansprach und sie würde sich jetzt nicht so lächerlich vorkommen.
Aber nein, sie hatte ja direkt auf ihn zustürzen müssen und ...
Es tut mir leid, hörte sie plötzlich eine Stimme hinter sich und fuhr herum. Und da stand er, hatte die Hände tief in den Hosentaschen vergraben und blickte ihr mit seinen dunklen, ernsten Augen direkt auf den Grund ihrer Seele.
Was? Sie war zu verwirrt um überhaupt einen klaren Gedanken fassen zu können. Was tat er hier?
Das da eben ... in der Bar ... ich ... es tut mir leid. Ich ... uhm ... war wohl nicht gerade sehr nett zu dir.
Jetzt verstand sie, was er ihr sagen wollte und am liebsten wäre sie hier auf der Stelle gestorben. Nicht nur, dass sie sich mit dem Spaziergang total lächerlich gemacht hatte, jetzt hatte er auch noch ein schlechtes Gewissen wegen ihrem schnellen Abgang. Konnte sie überhaupt irgendetwas richtig machen?
Das muss dir doch nicht leid tun, beeilte sie sich zu sagen jeder hat mal so einen Tag, an dem er niemanden um sich haben möchte. Ich verstehe das.
Nein. Du hast das völlig falsch verstanden. Ich ... also ... die Idee mit dem Spaziergang war wirklich toll. Ich war wohl nur ... keine Ahnung ... zu überrascht um angemessen darauf zu reagieren.
Angemessen? fragte Paula, nun vollends aus dem Konzept gebracht.
Nun jaaaa. Eigentlich hätte ich dich schnappen und so schnell wie möglich diesen Raum verlassen müssen. Stattdessen lasse ich dich einfach gehen. Ich glaube, manchmal bin ich ein ziemlicher Vollidiot.
N-Nein ... das bist du ganz und gar nicht. Du ... du meinst das ernst?
Ja. Warum denn nicht? Nun war es an ihm, sie verblüfft anzusehen.
Ich dachte nur ... , Paula schüttelte den Kopf. Ach vergiss es. Fangen wir noch einmal von vorne an, o.k.?
Gerne, lächelte er, was sie warm erwiderte.
Wir sollten uns allerdings etwas überziehen. Draußen ist es inzwischen richtig kalt.
Vielleicht sollten wir den Fahrstuhl nehmen, was meinst du? grinste AJ und deutete auf die Kabine, die schon eine ganze Weile einladend offen stand.
Klingt gut, lachte Paula und ging ihm voraus.
Im zehnten Stock gingen sie beide zu ihren Zimmern und als Paula durch die Tür trat hörte sie AJ vom anderen Ende des Flures rufen aber wage es ja nicht, dieses Kleid auszuziehen!
Wieso nicht? Paula streckte noch einmal den Kopf um die Ecke.
Weil ich dir noch eine Weile auf deinen süßen Hintern und diese unglaublichen Beine starren will, grinste er und verschwand in seinem Zimmer.
Kichernd und gleichzeitig geschmeichelt schüttelte sie den Kopf und ging nun ebenfalls in ihr Zimmer um sich eine warme Jacke und eine Mütze zu holen.
Es ist wirklich schön hier, sagte AJ gerade, während er neben Paula einen schmalen Weg entlang schritt. Eine samtene Dunkelheit umgab sie, kleine Atemwölkchen tanzten vor ihnen in der Luft und die einzigen Geräusche, die sie vernahmen, waren ihre Schritte auf dem Kies und das weit entfernte Wummern der Bässe aus der Kellerbar.
Ja, ich habe heute Nachmittag schon einen kurzen Rundgang gemacht, entgegnete Paula und zog ihre Jacke enger um sich. Leider blüht hier im Moment nichts, dann muß es wirklich überwältigend sein. Überall Rosen und diese Sträucher ... Ich habe die mal in einem Gewächshaus gesehen. Sie haben ganz tolle lila Blüten und riechen nach ... ich kann das schwer beschreiben ... so ... frisch irgendwie.
Bist du ein Blumenfreak? fragte er schmunzelnd.
Nein, eigentlich nicht. Ich habe keine Ahnung, wie die verschiedenen Pflanzen heißen, aber ich sehe sie mir gerne an und ich rieche sie noch viel lieber.
Also ein Geruchsfreak, lachte er.
So etwas in der Art, gab Paula schmunzelnd zurück.
Eine Weile liefen sie schweigend nebeneinander her, dann hörte sie von AJ einen tiefen Seufzer.
Ich glaube, das habe ich heute Abend gebracht, sagte er, während er ein paar Steine vor sich her kickte.
Wieso? Was ist denn los? hakte Paula sanft nach.
Ich weiß es auch nicht so genau. Ich glaube, ich habe einfach Heimweh. Verrückt eigentlich. Früher war das nie so. Ich bin gerne und viel gereist ... ,
Gezwungener Maßen, lächelte Paula.
Ja, das auch. Aber ... ich weiß auch nicht ... ich habe teilweise schon meine Heimat vermisst, wobei Heimat so viel bedeutet wie Amerika. Aber mein Haus, meine Freunde, sogar mein Bett! Das ist unheimlich. Wirklich!
Ich weiß was du meinst, nickte Paula. Ich bin auch sehr viel unterwegs und eine Zeit lang geht alles gut. Aber dann kommen so Momente, wo man sich einfach wünscht, etwas Vertrautes um sich zu haben. Der Platz, wo man sich ... uhm ... sicher fühlt.
Sicher? fragte AJ und bog nach links in einen Weg ein, der von riesigen Bäumen gesäumt wurde und deren dichtes Blätterdach das fahle Licht des Mondes schluckte. Paul konnte AJ kaum noch erkenne, wenn sie zu ihm hinüber sah. Auf eine schwer zu erklärende Art, beruhigte sie dieser Umstand.
Ja. Sicherheit. Ist das nicht das, wonach wir alle streben? fragte sie.
Mag sein. Wobei ich denke, dass jeder Sicherheit etwas anders definiert.
Zum Beispiel?
Zum Beispiel ... hm ... für mich bedeutet Sicherheit von Menschen umgeben zu sein, denen ich vertraue. Menschen, die wissen wie ich bin, die mich eben genau so nehmen. Menschen, bei denen ich mich nicht verstecken muss.
Für Brian ist zum Beispiel seine Familie seine Sicherheit. Hauptsache sie sind bei ihm, alles andere ist zweitrangig.
Ich verstehe, nickte Paula und tauchte unter einem tief hängenden Ast hindurch.
Und für dich?
Was für mich Sicherheit ist? Hm ... Sicherheit ist für mich ... vier Wände um mich herum zu haben, in denen ich mich voll und ganz auskenne, in denen ich weiß, wo sich meine Habseligkeiten befinden, wie es sich anfühlen wird, wenn ich mich auf die Couch lege, was sich im Kühlschrank befindet und wenn ich weiß, dass ich die Tür abschließen kann und niemand mehr hinein kommen kann. Ich denke, das ist für mich Sicherheit.
Aber ist das nicht nur ... hm ... äußerlicher Schutz? Ich meine, wir alle wünschen uns doch einen Ort, den die bösen, schwarzen Männer nicht erreichen können.
Mag sein. Aber für mich haben diese bösen, schwarzen Männer eben oberste Priorität. Sicherlich ist es schön mit Menschen zusammen zu sein, denen ich vertraue, aber ... ich weiß auch nicht ... es ist mir einfach wichtiger, wenn ich weiß, wo ich mich gerade befinde. Paula lächelte entschuldigend, auch wenn es höchst unwahrscheinlich war, dass AJ dies in der Dunkelheit überhaupt sehen konnte.
Interessant, hörte sie ihn sagen und sie glaubte, seine Augen in der Dunkelheit glänzen zu sehen, aber das konnte durchaus auch nur Einbildung sein.
Die Bäume lichteten sich schließlich und gaben den Blick auf eine ausgedehnte Rasenfläche frei, auf der sich in der Mitte ein kleiner Pavillon vor dem dunklen Nachthimmel abhob.
Hey, das ist cool. Wollen wir da rüber gehen? fragte AJ und deutete zu dem Pavillon hinüber.
Klar, nickte Paula und sah dann belustigt zu, wie er voraus rannte.
Gerade eben hast du gewirkt wie ein fünfjähriger, lächelte Paula, als sie schließlich den kleinen, weißen Holzbau erreichte und die drei Stufen hinauf stieg.
Manchmal muß ich einfach so sein, grinste AJ, während er sich aufmerksam umsah. An den weißen Holzsprossen schienen im Sommer Rosenranken hinauf zu wachsen, doch jetzt waren diese gestutzt und vor dem Winter durch kleine Haufen Erde und Rindenmulch geschützt. Der Pavillon war kreisrund, an der Innenseite zog sich eine Bank entlang und direkt neben dem Eingang stand eine Holzkiste. Neugierig trat Paula näher und öffnete den Deckel.
Hey, das nenne ich doch mal perfekt. Besser hätte man es kaum planen können, sagte Paula und zog zwei dicke Wolldecken hervor.
Das hast du doch, gib es zu, lachte AJ und nahm eine der Decken in Empfang.
Glaub mir, wenn ich das geplant hätte, würden hier noch ein paar Kerzen brennen, wir hätten etwas leckeres zu trinken und zu essen und eine Standheizung.
AJ kicherte und wickelte sich in die Decke ein. Dann setzte er sich auf die Bank und klopfte auffordernd neben sich.
Na komm, setzt dich. Ich will kuscheln, grinste er und Paulas Herz machte einen Satz.
So, der Herr will also kuscheln, entgegnete sie mit hochgezogenen Augenbrauen um ihre Aufregung zu verbergen, schlang ebenfalls die Decke um sich und setzte sich neben ihn. Wie selbstverständlich legte er einen Arm um sich und zog sie an sich.
So ist das doch schon viel besser, seufzte er zufrieden.
Paula wagte kaum zu atmen. Die Decken rochen etwas muffig und kratzten an ihren nackten Beinen, aber das Gefühl seiner Brust an ihrer Schulter, das sanfte auf und ab seiner Atemzüge, der Duft, der von ihm ausging, machte sie beinahe schwindelig.
Verdammt dachte sie worauf habe ich mich hier nur eingelassen? Das ist nicht gut. Das ist gar nicht gut. Das ist ... Gott, er riecht so gut ...
Wir hatten so etwas früher auch in unserem Garten, sagte AJ leise und sie spürte, wie sein Kinn dabei ihr Haar streifte. Natürlich war das nicht halb so groß und ehrlich gesagt hat sich niemand wirklich darum gekümmert, so dass es irgendwann ziemlich schäbig aussah, weil die Farbe abblätterte und das Holz langsam morsch wurde. Aber trotzdem ... immer wenn ich einen Pavillon sehe, muß ich an zu Hause und meine Mom denken.
Ich denke immer an meine Mom, wenn ich Rosen sehe, entgegnete Paula ebenso leise. Sie hat Rosen geliebt und war eine hervorragende Gärtnerin. Sie hat sogar mal eine Züchtung nach mir benannt.
Wirklich? Die Paula Rose, schmunzelte er.
Ja, entgegnete Paula und schluckte.
Sie hätte dir ein bisschen was davon beibringen sollen. Dann wüsstest du heute, wie die ganzen Pflanzen heißen.
Hm, murmelte Paula zustimmend und lies ihren Blick hinauf zu den Sternen wandern. Ob sie von da oben auf sie hinunter sah? Sie beschützte?
Wo leben deine Eltern? Vielleicht könnten wir sie ja mal besuchen, sagte AJ.
Sie sind tot.
Oh ... das ... tut mir leid. Das wusste ich nicht.
Ist schon in Ordnung. Es ist ... lange her. Wir haben in Hannover gewohnt.
Da kommen wir auf der Tour auch noch hin, oder?
Ja, das ist richtig, entgegnete Paula und zog fröstelnd die Decke etwas fester um sich.
Alles in Ordnung? fragte AJ und begann fürsorglich ihren Oberarm zu reiben.
Alles bestens. Mir ist nur ein wenig kalt. Im Übrigen, weil mir so ein Obermacho verboten hat, mein Kleid gegen etwas Warmes einzutauschen!
Obermacho?? Also bitte, ich bin doch kein Macho!! lachte AJ.
Wer hat denn vorhin nur Augen für meinen Hintern und meine Beine gehabt, hm? lachte Paula und richtete sich auf um ihn direkt ansehen zu können.
Wenn mich das schon zu einem Macho macht, dann bin ich gerne einer, grinste er breit, was Paula erneut zum Lachen brachte.
Du bist unmöglich, sagte sie und lies sich wieder zurück in seine Arme sinken.
Ich?? Ha, das glaube ich nicht. Ich denke, ich sollte mich mal mit deinem Freund austauschen, der kann dir sicherlich was ganz anderes bestätigen.
Mit meinem Freund? fragte Paula verständnislos.
Ja. Mit ... warte, wie hieß er noch gleich ... Ben. Ja, genau. Ich werde mich mal mit Ben austauschen und dann ... ,
Mit Ben? prustete Paula. Du glaubst, Ben ist mein Freund?
Ist er das denn nicht?
Er ist EIN Freund, was ein Unterschied ist. Außerdem könnte er mein Großvater sein, was er in gewissem Sinne auch irgendwie ist. Also bitte keine schlechten Witze auf seine Kosten.
Hm ... und ... ähm ... hast du denn einen Freund?
Du meinst so etwas wie eine Beziehung? Zu einem Mann?
AJ lachte. Ja, so in die Richtung.
Nein. Frei und ungebunden und das nun auch schon ziemlich lange. Ich weiß schon gar nicht mehr wie es ist, in einer Beziehung zu sein, in der jeder auf jeden Rücksicht nehmen und in der man jeden Tag Kompromisse eingehen muss. Ich weiß noch nicht einmal mehr, wie es sich anfühlt, geküsst zu werden.
Ach je, du Armes, schmunzelte AJ.
Ach was, kein Mitleid bitte, winkte Paula ab. Ich bin gerne allein. Ganz ehrlich. Mal abgesehen davon, dass ich gar keine Zeit für eine ernsthafte Beziehung hätte.
Das kenne ich allerdings, nickte AJ. Als wir noch in unserer Pause feststeckten, habe ich es sehr genossen so viel Zeit zu haben, mich verabreden zu können wann ich wollte und nicht sagen zu müssen tut mir leid Schatz, aber an diesem Tag befinde ich mich gerade auf einem anderen Kontinent. Versuch es doch in drei Monaten noch einmal.
Und jetzt?
Jetzt? Hm ... ich entdecke zum ersten Mal das Single-Dasein und noch gefällt es mir ziemlich gut. Ich habe gar nicht gewusst, wie schön das sein kann. Früher war ich der Meinung, dass man nur zu zweit wirklich glücklich ist. Dabei muss man erst einmal mit sich im Reinen sein und sich selbst gefunden haben, bevor man eine glückliche Beziehung führen kann.
Das stimmt allerdings. Sehr vernünftig Mr. McLean.
Ja, ab und zu kommt sogar aus meinem Mund etwas vernünftiges, schmunzelte er und sie spürte, wie er sie noch ein Stückchen näher zu sich heran zog.
Wie es wohl wäre, jeden Morgen neben ihm aufzuwachen, jeden Tag mit ihm zusammen zu sein, zu ihm zu gehören? Entsetzt biss Paula sich auf die Unterlippe. Was dachte sie da eigentlich?
Als sie schließlich wieder hinauf in ihre Etage fuhren, waren sie beide ziemlich durchgefroren, doch irgendwie hatte es keiner von ihnen übers Herz gebracht den lauschigen Pavillon zu verlassen. Erst als Paula merkte, dass ihre Füße langsam taub wurden, hatte sie sich schweren Herzens erhoben und sie hatten den Rückweg angetreten.
Vor Pauls Zimmertür blieben sie schließlich stehen.
Es war ein wirklich schöner Abend, sagte AJ lächelnd. Vielen Dank für die Einladung.
Auch wenn mich morgen sicherlich alle umbringen werden, weil du dir wegen mir ne Erkältung eingefangen hast, bemerkte Paula schmunzelnd.
Ach, ich werde einfach sagen, ich hätte mich in der Nacht nicht richtig zugedeckt. Das passt dann schon, grinste AJ.
Na gut. Dann also ... uhm ... gute Nacht und bis morgen.
Ja, gute Nacht. Schlaf gut und ...,
... träum was schönes, sagten sie gemeinsam und lachten leise.
Bis morgen, sagte Paula noch einmal und holte ihre Codekarte aus der Jackentasche hervor.
Ja, bis morgen, nickte AJ lächelnd und machte sich dann langsam auf den Weg zu seinem Zimmer.
Immer noch lächelnd steckte Paula die Karte in den dafür vorgesehenen Schlitz und stellte erleichtert fest, dass diesmal das grüne Licht sofort aufflammte. Gerade als sie die Tür aufschob um in die Dunkelheit dahinter zu treten, spürte sie, wie sie jemand sanft am Arm festhielt.
Warte, hörte sie AJ leise sagen und überrascht sah sie zu ihm auf. Nicht bewegen, flüsterte er und war ihr dabei ganz nahe.
Was ... , brachte sie noch heraus, dann senkten sich seine Lippen auf ihre und ihr Herz hörte auf zu schlagen, nur um sich gleich darauf mit einem Paukenschlag zurück zu melden.
Seine weichen Lippen strichen zärtlich über ihre, lösten sich für einen winzigen Moment und nahmen dann ihren ganzen Mund in Besitzt. Sie klammerte sich Halt suchend an den Türknauf, spürte, wie ihre Knie weich wurden und wünschte sich, dass dieser Kuss nie enden möge.
Doch in diesem Moment löste AJ sich von ihr, trat einen Schritt zurück und lächelte dann verschmitzt. Nur, damit du wieder weißt, wie es sich anfühlt, sagte er mit rauer Stimme, dann drehte er sich herum und schritt den Gang hinunter. Er öffnete seine Zimmertür und kurz bevor er eintrat, warf er noch einmal einen Blick zurück. Sie stand immer noch wie festgewachsen dort, wo er sie eben verlassen hatte, umklammerte den Türknauf und starrte ihn mit großen Augen an.
Für einen Moment verharrte er an der Schwelle, dann schien er sich einen Ruck zu geben und verschwand in seinem Zimmer.
Paulas Hand wanderte unbewusst zu ihren Mund, wo sie AJs Lippen immer noch spüren konnte, dann taumelte sie mehr als dass sie ging in ihr Zimmer hinein. Was war da eben verdammt noch mal passiert?