Prolog
Kälte umgab mich, krabbelte durch meine Glieder, bis ich das Gefühl hatte mich weder bewegen noch atmen zu können. Weiße Wölkchen meines Atems schwebten vor meinem Gesicht.
Als ich an mir hinunter blickte, sah ich meine nackten Füße auf einer mit Raureif bedeckten Wiese stehen.
Wo zum Teufel war ich? Und was noch viel wichtiger war, wie kam ich hier her? Schnell überprüfte ich den Rest von mir. Dunkelrotes Trägernachthemd ... sonst nichts. Kein Wunder das mir kalt war.
Und in diesem Moment kam die Angst. Sie legte sich wie ein eiserner Ring um mein Herz, lies meine Glieder zittern und trotz der Kälte brach mir der Schweiß aus allen Poren.
Hektisch sah ich mich um. Keinerlei Anzeichen von Zivilisation, nur diese Wiese, die sich nach allen Seiten bis zum Horizont erstreckt und in der Ferne die Kämme grauer, schroffer Berge.
Mein Herz klopfte zum Zerspringen. Was tat ich hier?
In meinem Hirn begann ein kleines Lämpchen zu blinken. Ich suchte etwas ... Jemanden.
Ich sog scharf die Luft ein, als es mir wieder einfiel. Tammy! Ich mußte sie finden. Sie war hier irgendwo, ganz alleine, das wußte ich genau. Schließlich hatte ich ihre Spuren bis hier her verfolgt ... oder etwa nicht?
Ich rief ihren Namen. Erst leise und zögerlich, dann immer lauter und verzweifelter.
Tammy? Tam? Taaaaammmmmyyyy?
Ich rechnete nicht wirklich mit einer Antwort. Immerhin war ich hier ganz alleine ... dachte ich zumindest.
Ich erschrak, als ich tatsächlich eine Antwort bekam. Doch die Stimme die ich hörte, schien nicht wirklich real zu sein. Sie bewegte sich nicht durch die Luft, um von dort in mein Ohr und zu meinem Gehirn durch zu dringen, sondern schien direkt in meinem Kopf zu entstehen.
Die Stimme sprach zu mir, direkt aus meinem Verstand und es war eindeutig Tammy.
Ich will Dich nie wieder sehen, hörst Du mich? schrie sie in meinem Kopf, so laut dass ich das Gefühl hatte, mir würde gleich der Schädel platzen. Verschwinde aus meinem Leben. HAU! AB!