Kapitel 16
Sie wanderten am Strand entlang und besprachen die Strategie, mit der Nick vorgehen sollte.
Wir sagen einfach Hallo und dann lädst Du sie für morgen Abend ein, schlug A.J. vor.
Ich kann doch nicht einfach sagen Hallo, wie geht es Dir, was machst Du morgen?. Das ist doch viel zu plump.
So macht man das aber, beharrte A.J.. Du zeigst ihr, dass sie Dir nicht egal ist, machst aber keine Versprechungen.
Nick seufzte. So dämlich hatte er sich schon lange nicht mehr angestellt. Hinzu kam, dass er nervöser wurde je näher sie dem Pfahlbau kamen. Schon von weitem konnte er die bunten Segel sehen zwischen denen eine Menge Menschen hindurch liefen. Auch draußen auf dem Wasser konnte Nick einige Segel ausmachen.
Auf einmal hielt er es nicht mehr für eine so gute Idee mit A.J. im Schlepptau dort auf zu tauchen. Das wirkte doch eher wie ein Überfall als ein harmloser Besuch.
Vielleicht sollte ich doch lieber alleine mit ihr sprechen, sagte er deshalb zu seinem Freund.
Bist Du dir sicher? gab A.J. zurück und blieb stehen.
Nicht wirklich. Aber ich denke, ich sollte das alleine durch ziehen.
Wie Du möchtest. Dann warte ich eben hier.
Unentschlossen blickte Nick noch einen Moment zwischen A.J. und der Surfschule hin und her, dann straffte er sich innerlich und nickte.
O.k.. Bis gleich und drück mir die Daumen.
Mach ich, sagte A.J. und Nick sah ganz deutlich das Grinsen, das A.J. erfolglos versuchte zu verbergen.
Die Surfschule kam unangenehm schnell näher, während Nick zwischen all den Segeln und herum wuselnden Köpfen nach Paige Ausschau hielt. Doch selbst als er den Pfahlbau erreicht hatte konnte er sie nirgends entdecken.
Langsam stieg er den Steg hinauf und stand schließlich in einem kleinen Büro hinter dessen Tresen ein Mann mit schulterlangen, blonden Haaren stand und ihm freundlich entgegen lächelte.
Hallo. Ich bin Maik. Was kann ich für Dich tun?
Hi. Ich suche Paige, kannst Du mir sagen wo ich sie finde?
Das Lächeln seines Gegenübers schien auf dessen Gesicht zu gefrieren, doch er klang immer noch freundlich als er antwortete.
Paige? Und wie weiter?
Ihr Nachname ... er wußte tatsächlich nicht einmal ihren vollen Namen.
Ich ... uhm ... weiß es nicht. Einfach nur ... Paige.
Nick lächelte gequält und fühlte sich äußerst unwohl. Dieser Maik mußte ja denken er hätte einen Vollidioten vor sich.
Tut mir leid, entgegnete Maik ich kenne niemanden mit diesem Namen.
Aber ... , Nick war verwirrt. Auf die Idee, dass sie ihn mit einer Lüge abgespeißt haben könnte war er nie gekommen sie sagte ich könnte sie hier finden.
Tut mir leid Dich enttäuschen zu müssen. Weder eine meiner Angestellten noch eine meiner Schülerinnen heißt so.
In Nicks Kopf wirbelten die Gedanken. Sollte das ganze Theater und die Aufregung umsonst gewesen sein? Hätte er sie vielleicht getroffen, wenn er sofort hier her gekommen wäre und nicht erst etliche Tage verstreichen gelassen hätte?
Vielleicht taucht sie ja noch auf, sagte Maik und lächelte nun eher mitfühlend.
Könntest Du ihr dann ... also ... vielleicht etwas ... ausrichten?
Natürlich.
Nick zog seine Geldbörse hervor und entnahm ihr eine kleine, rechteckige Visitenkarte. Mit einem bunten Plastikkugelschreiber, der vor ihm auf der Theke lag, schrieb er seine Handy-Nummer auf die Rückseite.
Falls sie wiedererwartend doch noch hier auftauchen sollte, sagte er mutlos zu Maik könntest du ihr sagen, dass sie mich anrufen soll? Ich würde sie wirklich gerne wieder sehen, verstehst Du?
Er schob die Karte über den Tresen und Maik nahm sie entgegen.
Nick Carter, ja?
Nick nickte.
Ich dachte mir doch, dass ich Dich von irgendwoher kenne.
Nick Carter? Oh mein Gott! hörte er plötzlich eine weibliche Stimme hinter sich und für einen kurzen Moment durchflutete ihn ein nie gekanntes Glücksgefühl. Sie war hier!
Er drehte sich schnell herum, doch statt Paige stand da ein dunkelhaariges Mädchen von vielleicht 14 Jahren in einem zu engen, tropfenden Neoprenanzug und einer knallroten Schwimmweste um den Hals.
Nick ... Nick Carter, er befürchtete, sie würde gleich in Ohnmacht fallen, so schnell wie sie atmete. Ihr Gesicht war rot angelaufen und ihre Hände öffneten und schlossen sich in schnellem Rhythmus.
Nick setzte sein professionelles Nick-Carter-von-den-Backstreet-Boys-Lächeln auf und trat auf das Mädchen zu.
Hallo, sagte er freundlich und lies sich anstandslos in die weit geöffneten Arme des Mädchens ziehen.
Er merkte nicht einmal, wie das kalte Wasser durch sein T-Shirt sickerte. Alles was er denken konnte war warum ist sie nicht hier?
Schnell löste er sich wieder aus der Umklammerung des Mädchens und wandte sich noch einmal Maik zu.
Trotzdem vielen Dank für Deine Hilfe.
Keine Sorge, wenn sie hier auftaucht werde ich ihr Deine Karte geben.
Nick hob noch einmal die Hand zum Gruß, verabschiedete sich dann von dem immer noch übernervösen Mädchen vor ihm und beeilte sich dann zu A.J. zurück zu kommen.
Kapitel 17