Kapitel 37
Nach und nach verloren Zeit und Raum für Lacey jede Bedeutung. Irgendwann hatten sie einen der Schlafsäcke unter sich ausgebreitet und sich mit dem anderen zugedeckt, so dass sie nun dicht aneinander gekuschelt unter den warmen, weichen Daunen lagen. Ihr Kopf ruhte an Nicks nackter Brust und sie spürte seine Fingerspitzen, die langsam und zärtlich ihren Rücken streichelten, während sich in ihr eine ungeheure Ruhe ausbreitete. Zum einen lag dies sicherlich an der Erschöpfung, die jede Faser ihres Körpers und ihres Denkens durchdrang. Der lange, aufreibende Tag forderte nun seinen Tribut, wenn sie auch für eine köstliche Stunde alles andere um sich herum vergessen hatte. Zum Anderen hatte der hemmungslose Sex ganz sicher seinen Teil dazu beigetragen.
Sie konnte kaum glauben mit welcher Hingabe und Zärtlichkeit sie sich Nick hingegeben hatte. Das Gefühl seiner Lippen auf ihren war unbeschreiblich schön gewesen und längst verloren geglaubte Gefühle waren in ihre wieder zum Leben erwacht. Noch heute morgen schien es ihr unvorstellbar, jemals wieder einen Menschen so nahe an sich heran lassen zu können, und dann kam Mister Nick Carter daher und schmolz ihren Widerstand in Null Komma Nichts dahin. Tatsächlich war sie selbst über die Heftigkeit ihrer Gefühle überrascht gewesen, als er sie das erste Mal küsste. Sie vermutete, dass in diesem Moment ihr klares Denken komplett ausgesetzt hatte, anders war es jedenfalls nicht zu erklären, mit welchem Hunger sie sich auf ihn gestürzt hatte.
Irgendwann, als die ersten Wellen der Lust über sie hinweggeschwappt waren und sie der Meinung war, es könne nun unmöglich noch besser werden, hatte er sie auf den Rücken gedreht, ihr lange in die Augen gesehen und sie dann noch einmal geküsst. Die Intensität dieses Gefühls, die Liebe und Sicherheit, die sie förmlich auf ihrer Zunge hatte schmecken können, hätten ihr bei jedem anderen eine heiden Angst eingejagt. Doch diesmal wollte sich dieses Gefühl einfach nicht einstellen. Stattdessen ließ sie es zu, dass Nicks Lippen ganz langsam tiefer wanderten. Er küsste ihr Ohrläppchen, ihren Hals, ihre Schlüsselbein und den Ansatz ihrer Brüste, doch als er sich schließlich noch etwas tiefer schob, sprang sie die Panik augenblicklich wieder mit messerscharfen Krallen an.
Sie schnappte nach Luft, packte seinen Kopf und versuchte ihn wieder zu sich hinauf zu ziehen. Mit ihm zu schlafen war eine Sache gewesen, denn dabei hatte sie nicht mehr bewusst gedacht. Wie zwei Verhungerte waren sie übereinander hergefallen und hatten das altersschwache Stockbett ganz schön durchgeschüttelt. Doch jetzt ihm, seinen Blicken, seinen Händen und seinen tastenden Lippen vollkommen schutzlos und bewusst ausgeliefert zu sein, weckte erneut sämtliche Verteidigungsmechanismen in ihr.
Nicht! stieß sie deshalb atemlos hervor.
Augenblicklich hielt Nick inne, schob sich wieder in die Höhe, um ihr in die Augen sehen zu können und sagte dann leise aber unglaublich eindringlich da ist nichts, wofür du dich schämen müsstest Lace.
I-Ich ... dass ... , stammelte sie und wurde das Bild in ihrem Kopf nicht los, wie er seine Lippen auf ihre lange, hässliche Narbe drückte und sich hinterher sofort vor lauter Ekel über den Bettrand erbrach.
Das bist du, fuhr er ungerührt aber mit einem zärtlichen Lächeln auf den Lippen fort. Dabei ließ er sich ein Stück zur Seite sinken und legte seine Hand auf das hässliche Narbengewebe auf ihrem Bauch, noch bevor sie ihn in irgendeiner Form hätte aufhalten können.
Ich bin hässlich, wimmerte sie leise.
Bist du nicht, widersprach er sofort. Oder glaubst du, ich würde sonst mit dir hier liegen?
Du bist ein Mann, stellte sie lediglich fest.
Na und? Auch Männer haben Gefühle, weißt du? Er schmunzelte dabei leise, doch seine Augen blieben weiterhin sehr ernst.
Du kannst das doch unmöglich schön finden, würgte sie hervor, während sie sich wünschte, sie könnte einfach die Beine in die Hand nehmen und vor diesem Gespräch flüchten. Doch selbst wenn sie es irgendwie aus Nicks Umklammerung und aus diesem Bett geschafft hätte, tobte draußen immer noch ein Hurrikan. Es gab also kein Entrinnen.
Schönheit liegt im Auge des Betrachters, entgegnete er leise. Und du bist in meinen Augen wunderschön. Vielleicht mögen das andere anders empfinden, aber für mich ist das so. Und diese Narbe gehört genau so zu dir wie deine hübschen Augen, dein absolut erotischer Mund oder deine wunderschönen Beine.
Zur Bestätigung spürte sie in diesem Moment, wie seine flache, warme Hand über ihren Oberschenkel strich.
Das ist ... , setzte sie an, doch er verschloss ihren Mund mit einem sanften, langen Kuß. Als er sich wieder von ihr löste, hatte sie vollkommen vergessen, was sie eigentlich hatte sagen wollte.
Ich beweise es dir, flüsterte er dann mit einem Lächeln. Halt einfach still, in Ordnung?
Sie schüttelte den Kopf, wusste aber gleichzeitig, dass sie sich keinen Millimeter mehr rühren würde. Ein bisschen fühlte sie sich wie ein paralysiertes Reh, dass mit großen Augen in das grelle Licht von Scheinwerfern starrte und dabei nicht mehr in der Lage war, auch nur einen Muskel zu bewegen.
Erneut beugte sich Nick über sie, hauchte ihr einen sanften Kuß auf die Lippen und schob sich dann wieder tiefer.
Zu erst spürte sie seine Lippen neben ihrem Bauchnabel, dort, wo ihr Körper unversehrt geblieben war, doch dann wanderte er ohne zu zögern weiter und in Laceys Magen stieg Übelkeit auf. Ohne zu zögern oder auch nur eine Sekunde inne zu halten, küsste er sich den langen, sichelförmigen Weg von ihrem Bauchnabel über ihren Bauch bis hinauf zu ihrem letzten Rippenbogen, wo er mit seiner Nase an ihre Brust stieß. Ihren Körper erfasste ein Zittern und in ihren Augen sammelten sich Tränen. Was ihre Augen sahen und was ihr Körper empfand, waren in diesem Moment zwei ganz verschieden Dinge.
Ihre Augen ekelten sich vor dem Anblick von Nicks Lippen auf diesem hässlichen Wulst, gerade so als müsse sie mit ansehen, wie er sich ohne zu Zögern eine handvoll Maden in den Mund schob und darauf herumkaute. Doch ihr Körper, ihre Gefühle und Empfindungen erklärten ihr mit Nachdruck, dass sich seine Berührungen viel zu gut anfühlten, als dass sie etwas schlechtes oder ekelhaftes sein konnten.
Ein letztes Mal leckte er mit einem schnellen Schlag seiner Zunge über das Ende des Narbengewebes, dann hauchte er einen kecken Kuß auf ihre Brustwarze und schob sich wieder zu ihr hinauf.
Siehst du? Wir leben beide noch, sagte er mit einem schiefen Grinsen. Du und deine Vergangenheit seid untrennbar mit einander verbunden. So ist das nun mal.
Sie war nicht in der Lage irgendetwas darauf zu sagen, deshalb zog sie einfach seinen Kopf zu sich herunter und hoffte, dass ihm ein Kuß mehr sagen konnte, als tausend Worte.
Tja ... und jetzt lag sie hier, eingehüllt in seine angenehme Wärme und mit dem beruhigenden Gefühl seiner starken Arme um ihren Körper. Ihre Hand ruhte auf seiner nackten Brust und fühlte damit seinen gleichmäßigen, langsamen Herzschlag, der mit ihrem im Einklang schlug. Es kam ihr so vor, als sei ihr Geist das erste Mal seit Jahren wieder im Gleichgewicht und sie fragte sich benommen, wie es dazu nun tatsächlich gekommen war. War dies tatsächlich alles Nicks Verdienst? Oder hatten ganz andere Umstände dazu geführt?
Sie dachte an das Game of Life, das sie so unvorhergesehen aus ihrem dunklen Tal der Trauer gerissen hatte. Im Nachhinein betrachtet kam ihr jeder Schritt, der bisher eher willkürlich und ohne Zusammenhang erschienen war, wie ein feinsäuberlich ausgearbeiteter Plan vor. War sie tatsächlich zufällig ausgewählt worden? Oder hatte irgendjemand beschlossen, dass es ihr nur nutzen konnte, wenn sie an diesem Spiel teilnahm? Und wie passte dann Nick in dieses Bild?
Bei diesem Gedanken angekommen, fiel ihr plötzlich auch noch etwas anderes ein und erschrocken schoss sie in die Höhe.
Nick zuckte bei dieser unerwarteten Aktion sichtlich zusammen und die Angst, die dabei sofort in seinen Augen aufflammte, schnitt ihr mitten ins Herz. Wie konnte ein Mensch, der jeden Tag in der Öffentlichkeit stand, dessen Leben sich zum großen Teil vor irgendeiner Kamera abspielte, so unsicher sein?
Was ist? fragte er sofort und sie fühlte, wie sich sein gesamter Körper anspannte.
Wir haben den neuen Hinweis total vergessen, platzte es aus ihr heraus.
Für zwei Sekunden starrte er sie mit großen Augen an, dann schien er sichtlich in sich zusammen zu fallen und ein langer, tiefer Seufzer entrang sich seiner Kehle. Gott sei Dank. Ich dachte schon, es wäre was passiert, stöhnte er, richtete sich auf und stützte sich neben ihr auf seinen Ellenbogen. Müde rieb er sich mit der freien Hand über die Augen. Ich habe vorhin auch schon daran gedacht. Aber irgendwie kamen mir dann deine Lippen dazwischen und danach war alles andere vergessen, gestand er.
Sollen wir ihn uns jetzt ansehen? fragte Lacey und strich ihm sanft ein paar verirrte Haarsträhnen aus der Stirn.
Hm, können wir machen. Obwohl ich nicht weiß, was ich dann tun soll. Sie sagen uns vielleicht, wo Aaron ist und ich kann hier nicht weg, weil mich ein Hurrikan in Stücke reißt, wenn ich nur einen Fuß vor die Tür setze.
Wir werden ihn ganz sicher finden, versprach sie sanft.
Ja, aber wann? fragte er und sie konnte in seinen Augen den Schmerz und die Angst ganz deutlich lesen.
Wenn dieser Sturm vorüber ist, machen wir uns sofort auf die Suche. Ihm ist ganz bestimmt nichts passiert, glaub mir.
Sie spürte, wie ihre Wangen vor Scham eine leichte Röte annahmen. Da lag sie hier und lamentierte über ihr Leben, während Aaron immer noch in Gefahr schwebte und Nick damit genug eigene Probleme hatte, ohne sich auch noch mit ihren beschäftigen zu müssen.
Tut mir leid, quetschte sie also hervor.
Was tut dir leid? fragte er irritiert.
Dass wir jetzt hier sind. Ich meine ... irgendwie ist das ja schon meine Schuld und ... ,
Ist es nicht, unterbrach er sie. Dieses dämliche Komitee ist daran schuld und ich schwöre dir, wenn ich die irgendwann erwische, können sie sich warm anziehen.
Sie beschloss, sich jeden weiteren Kommentar darüber zu sparen. Er würde ja doch nur jedes ihrer Argumente in Stücke hauen, da lohnte es den Aufwand einfach nicht.
Wo ist der Brief? Ich hole ihn, sagte sie also und schob sich bereits unter dem warmen Schlafsack hervor.
In der Innentasche meiner Jacke, erklärte Nick, während sie den kleinen Raum durchquerte und vor dem wilden Haufen inne hielt, in dem seine nassen Klamotten auf dem Boden lagen.
Vorsichtig nahm sie jedes einzelne Kleidungsstück und hängte alles feinsäuberlich über die Stuhllehnen. Wenn Nick Glück hatte, waren sie wenigstens ansatzweise trocken, wenn sie hier heraus kamen.
Schließlich griff sie in die angegebene Tasche seiner Jacke und kehrte gleich darauf mit der Plastiktüte in ihren Hände zu Nick zurück. Er hatte die ganze Zeit im Bett auf der Seite gelegen, seinen Kopf in die Hand gestützt und sie ungeniert beobachtet.
Noch nie ne nackte Frau gesehen? neckte sie ihn, während sie sich wieder zu ihm unter die Decke schob.
Mehr als du dir vorstellen kannst, kicherte er und für einen Moment dachten sie sicherlich beide zurück an die Everglades, als sie dieses Gespräch schon einmal geführt hatten.
Möchtest du? fragte sie dann, zog den Umschlag aus der Plastikummantelung und hielt ihn Nick entgegen.
Nein. Mach du ihn nur auf, entgegnete er, während sein Arm sie wieder dicht an sich zog und er sein Gesicht in ihrem Haar versenkte. Du kriegst doch sowieso wieder die Krise, murmelte er dann wenn der Umschlag hinterher in Fetzen gerissen ist.
Das ist dir aufgefallen? fragte sie unbehaglich, während sie feinsäuberlich die zugeklebte Lasche von dem Umschlag löste.
Er antwortete mit einem leisen Lachen, das sie in der Halsbeuge kitzelte. Du bist gut. Ob mir das aufgefallen ist? Sein Gesicht tauchte wieder vor ihr auf und sein breites, jugendhaftes Lächeln strahlte sie an. Ich habe das teilweise absichtlich gemacht. Es war einfach zu süß, wie du hinterher förmlich über den Boden gekrochen bist um die Schnipsel aufzusammeln.
Du bist gemein, rief sie und versetzt ihm einen sanften Klaps auf den Oberarm. Trotzdem oder gerade wegen dieser grotesken Situation musste sie leise kichern.
Ich weiß, war auch das einzige, was er darauf erwiderte.
Schließlich hatte sie den Umschlag geöffnet und vorsichtig und mit klopfendem Herzen zog sie den Inhalt hervor. Erleichtert stellte sie fest, dass die Feuchtigkeit nicht bis zum Papier vorgedrungen war und die mit Tinte geschriebenen Buchstaben somit noch intakt waren.
Gespannt lasen sie beide gemeinsam die neue Nachricht des Game of Life Komitees.
Liebe Lacey,
Lieber Nick,
wir gratulieren zur Bewältigung der sechsten Spielstation und wir hoffen, dass der Blick in die Vergangenheit ihnen dabei geholfen hat, die Gegenwart besser zu verstehen.
Station sieben Helden
Ein Held ist nicht mutiger als ein gewöhnlicher Sterblicher aber er ist es fünf Minuten länger.
Ralph Waldo Emerson (1803 1882)
Jeder Mensch hat seine persönlichen Helden. Das können Eltern, Verwandte, Freunde oder auch Personen des öffentlichen Lebens sein.
Mit dieser Station möchten wir Ihnen - Lacey und Nick - zeigen, was erforderlich ist, um ein Held zu sein.
Begeben Sie sich hierzu zum Gelände, das in dieser Gegend auch als Highfields bekannt ist. Dort gibt es ein Tor in die Dunkelheit, von Menschenhand geschaffen und vom Verstand vergessen. Genau der richtige Einstieg also, auf dem Weg ein wahrer Held zu werden.
Ihr G-o-L Komitee
Habe ich schon mal erwähnt, dass ich sie umbringen werde, murmelte Nick neben ihr, während Lacey den letzten Abschnitt überflog.
Ich helfe dir gerne dabei, bestätigte sie grimmig. Als ob wir nicht schon heldenhaft dieses beschissene Spiel spielen.
Sie schwiegen eine Weile, bevor Lacey den Umschlag wieder in die Hand nahm und einen erneuten Blick hinein warf.
Noch ein Stück der Karte, verkündete sie dann und zog den rechteckigen Ausschnitt hervor.
Die restlichen sind auch in meiner Jacke, sagte Nick. Lass uns nachsehen, ob die inzwischen irgendwie zusammen passen.
Gute Idee, nickte Lacey und hatte sich bereits wieder aus dem Bett geschoben.
Ich habe nicht gesagt, dass du das machen musst, gab Nick zu bedenken.
Ich weiß, lächelte Lacey, während sie Nicks Jackentaschen erneut untersuchte aber da ich weiß, wie sehr du darauf stehst, meinen nackten Hintern anzustarren, dachte ich, ich tu dir den Gefallen.
Sehr großzügig, kicherte Nick.
Plötzlich ertasteten Laceys Finger etwas in der Außentasche der Jacke, das sie ebenfalls vollkommen vergessen hatte.
Nick?
Ja?
Was ist eigentlich hiermit?
Sie zog die CD hervor, die sie gemeinsam mit dem letzten Hinweis unter dem Sitz im Turner Field in Atlanta vorgefunden hatten und schwenkte sie kurz durch die Luft.
Ach du Scheiße, entfuhr es Nick, der sich jetzt ruckartig aufrichtete, die Beine über den Bettrand schwang und nackt wie er war auf sie zugehastet kam. Die habe ich ja total vergessen!
Was meinst du, was da drauf ist? murmelte Lacey, während sie die unschuldige CD anstarrte, als könne sie mit bloßen Augen lesen, was darauf gebrannt worden war.
Vielleicht eine Nachricht von oder über Aaron? vermutete Nick. Gott, ich könnte mir in den Hintern beißen, dass ich das vergessen habe. Verdammte Scheiße! Ich war so damit beschäftigt dir hinterher zu rennen und dann hierher zu kommen, dass ... , er verstummte und sah sie mit großen Augen an. T-Tut mir leid Lace. So war das nicht gemeint, ich ... ,
Ist schon in Ordnung, beschwichtigte sie ihn, auch wenn das flaue Gefühl in ihrer Magengegend blieb. Mal wieder musste sie feststellen, dass sie Nick mehr aufhielt, als dass sie ihm nützte.
Im Ernst, murmelte er, zog sie an sich und drückte seine Lippen auf ihre Stirn. Ich habs einfach vergessen, weil ich solche Angst hatte, dass du mich alleine lässt. Du kannst nichts dafür, ganz ehrlich.
Das weiß ich doch, bekräftigte sie noch einmal und diesmal fühlte es sich beinahe aufrichtig an.
Sie hörte, wie er dicht an ihrem Ohr seufzte, dann drückte er sie noch etwas fester an sich, küsste sanft ihre nackte Schulter und biss gleich darauf verführerisch hinein. Sie spürte, wie sich etwas hartes, glattes gegen ihren Bauch drückte und sie musste schmunzeln. Sag bloß, du hast immer noch nicht genug.
Eigentlich schon ... zumindest fühle ich mich, als würde ich gleich aus den Latschen kippen. Andererseits ... ich kann dir halt nicht widerstehen ... , dann schnurrte er tief und anhaltend und küsste sie nachdrücklich auf den Mund.
Okay Romeo, bevor du mir hier zusammen brichst ... lass uns nach der Karte sehen und dann versuche wir noch ein bisschen zu schlafen, in Ordnung? Wir werden unsere gesamten Kräfte später brauchen. Immerhin sollen wir zu Helden gemacht werden.
Hm, hörte sie ihn zustimmend murmeln, doch er rückte keinen Zentimeter von ihr ab.
Und so benötigten sie noch gute zehn Minuten, bis sie die sechs Kartenfragmente auf dem Tisch ausgelegt und zusammengefügt hatten. Tatsächlich passten die Teile alle nahtlos aneinander, was nicht hieß, dass sie wirklich irgendetwas damit anfangen konnte. Die Straßen, Plätze und Grünflächen wiesen keinerlei Namen auf. Genau so gut hätte dies eine Karte von Kambodscha sein können, ohne dass sie dies in irgendeiner Weise hätten erkennen können.
Na immerhin sind wir im Puzzeln Meister, bemerkte Nick schließlich, fasste dann nach ihrer Hand und zog sie hinter sich her wieder auf das Bett zu.
Also Plan für später, stellte Lacey fest, während sie zu Nick unter den Schlafsack kroch. Als erstes herausfinden, was auf der CD ist, dann nach Highfields ... , sie schluckte und versuchte die Vorstellung zurückzudrängen, was wohl passieren würde, wenn sie diesen Ort, der für sie so viel Schmerz und schlechte Erinnerungen barg, wieder betrat ... und dann sehen, ob wir irgendetwas mit der Karte anfangen können.
Klingt gut, gähnte Nick, während er ihr bedeutete sich herumzudrehen und gleich darauf ihren Rücken fest an seine Brustkorb drückte. Im Moment möchte ich aber einfach nur schlafen.
Das ist auch ein guter Plan, gab Lacey lächelnd zu.
Für einen Moment rutschten sie noch hin und her, bis sie eine möglichst bequeme Position gefunden hatten, dann lagen sie schließlich ganz still.
Das dumpfe Klappern der Flügeltüren, das Heulen des Windes und das anhaltende Prasseln des Regens lullte sie langsam aber sicher ein und schließlich erfüllten nur noch ihre tiefen, gleichmäßigen Atemzüge den Schutzraum.