Kapitel 23

Das Bordrestaurant befand sich etwa in der Mitte des langen Zuges. Nachdem das Gepäck scheinbar auf sich warten ließ und die Wände des Abteils langsam aber sicher immer weiter auf sie zukamen, hatte Lacey sich Nick geschnappt und war mit ihm dort hin gegangen.
Nicht, dass es ihm hier, an dem mit einer kleinen Stehlampe beleuchteten Tisch besser ging, doch Lacey war einfach froh, dem engen Abteil entkommen zu sein. Nun starrte sie zu Nick hinüber, vor dem eine Tasse Kaffee und ein Glas Whisky auf dem Tisch standen. Er sah sie nicht an, sondern blickte unbeweglich in das heiße Gebräu hinunter, während seine Kiefer immer noch imaginäre Felsbrocken zermalmten und sich seine Hände abwechselnd um das Glas, die Tasse oder ineinander krampften.
Seltsamer Weise hatte Lacey eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie es im Moment in ihm aussah. Sie kannte das Gefühl der Hilflosigkeit, wusste wie es war einfach daneben zu stehen, zu sehen zu müssen und nichts tun zu können.
Highfields tauchte aus der Dunkelheit vor ihrem geistigen Auge auf und so sehr sie sich auch davor gefürchtet hatte, so sehr war ihr doch auch klar gewesen, dass sie unweigerlich kommen würden. Als ob das Leid von Nick und Aaron sie an ihr eigenes erinnerte. Dabei hatte sie das gar nicht nötig. Die vielen Narben und offenen Wunden waren heute immer noch allgegenwärtig, auch wenn man sie von außen nicht alle sehen konnte.
„Ich fasse es einfach nicht,“ riss Nicks leise Stimme Lacey schließlich aus ihrem eigenen Gedankenchaos.
„Das kannst du laut sagen,“ gab Lacey ebenso leise zurück.
„Ich denke die ganze Zeit darüber nach ... ,“ Nick verstummte, schüttelte den Kopf und hob dann den Whisky an seine Lippen. „ ... was ich falsch gemacht habe,“ fügte er dann hinzu und leerte das Glas in einem Zug.
„Wie meinst du das? Du hast nichts falsch gemacht,“ gab Lacey irritiert zurück.
„Oh doch, habe ich,“ beharrte Nick und richtete dann den müden, ängstlichen Blick seiner blauen Augen auf sie. „Wenn ich an diesem blöden Spiel nicht teilgenommen hätte, wäre Aaron nichts passiert. Ich hätte einfach nur die verfickte Flasche wieder ins Meer werfen und mein ödes Leben wieder aufnehmen sollen. Stattdessen sitzen wir jetzt hier und ich habe keine Ahnung, was sie gerade mit ihm machen und wie es ihm geht und ob er Angst hat und ... ,“ er schluckte heftig und wandte seinen Blick abrupt Richtung Fenster, das ihm allerdings durch die vollkommene Finsternis dahinter nur sein blasses Spiegelbild zeigte.
„Du konntest es doch nicht wissen,“ sagte Lacey sanft und überlegte dabei krampfhaft, ob sie es wohl riskieren konnte nach seiner Hand zu greifen, die im Moment leicht zitternd auf der weißen Tischdecke lag.
„Und weißt du was das schlimmste ist?“ fügte er beinahe flüsternd hinzu als hätte er sie gar nicht gehört.
„Was denn?“ fragte sie und lehnte sich ein Stück über den Tisch um ihn besser verstehen zu können.
„Meine letzten Worte an ihn waren Irgendwann wirst du einsehen, dass ich Recht habe und dann brauchst du auch nicht mehr angekrochen zu kommen. Ich hasse dich! Kannst du dir das vorstellen?“ Nick wandte den Blick von der Scheibe ab und blickte wieder zu Lacey hinüber.
Bei seinen Worten war ihre Körpertemperatur kontinuierlich auf Null gesunken und sie zitterte nun leise vor Kälte und Furcht am ganzen Körper. Obwohl es im Zug eigentlich angenehm warm war, spürte sie einen eisigen Hauch, der um ihre nackten Schultern strich und ihr verdrängte Wahrheiten ins Ohr flüsterte.
„Wie konntest du das nur tun?“
„Was habe ich denn gemacht, hm?“
„Du hast sie angebaggert! Während ich daneben stand Herr Gott noch mal!“
„Ich habe mich mit ihr unterhalten Lacey. Nur unterhalten.“
„Ach fick dich!“

Lacey schluckte schwer und versuchte die Tränen zurück zu halten. Jetzt nur nicht die Beherrschung verlieren. Das war das letzte, was sie jetzt beide gebrauchen konnten.
„Kannst du dir das vorstellen?“ wiederholte Nick nun noch einmal etwas lauter und zerriss damit den dunklen Nebel, der sich um ihre Gedanken gelegt hatte.
„Ja, das kann ich,“ hörte sie sich sagen, räusperte sich dann kurz, weil ihre Stimme irgendwie nicht wie ihre eigene klang und fuhr dann fort. „Es ist doch ganz normal, dass man sich ab und an mal streitet. Wer konnte denn schon wissen, dass so etwas passiert?“
„Ich muß doch nicht wissen, dass so etwas passieren kann, wenn ich es einfach nur vermeiden sollte, mich mit meinem Bruder um Nichtigkeiten zu streiten,“ widersprach Nick kopfschüttelnd.
„Wahrscheinlich denkt er jetzt genau das Selbe,“ vermutete Lacey und nippte vorsichtig an ihrem Tee, der angenehm warm ihre Kehle hinunter lief.
„Wenn er ... ,“ setzte Nick an, biss sich dann auf die Unterlippe und schüttelte erneut den Kopf.
„Ihm wird nichts passieren Nick. Da bin ich mir sicher,“ sagte Lacey und griff nun doch nach seiner Hand, die nervös an der Tischdecke herumfummelte.
„Du kannst dir gar nicht sicher sein,“ widersprach er, während sich seine Finger um ihre kalte Hand schlossen.
„Warum sollte das Komitee so etwas tun, hm? Das hier soll doch nur ein Spaß sein, eine kleine Schnitzeljagt durch das Land.“
„Woher willst du das wissen?“ begehrte er auf. „Nur weil uns bisher nichts passiert ist heißt das noch lange nicht, dass mit Aaron alles in Ordnung ist. Wer weiß, was in diesen kranken Gehirnen vor sich geht? Vielleicht macht es ihnen Spaß ihn zu foltern oder ... ,“
„Nicht,“ bremste Lacey seinen Redefluss. „Hör auf damit Nick. Über so etwas solltest du gar nicht nachdenken. Wir werden ihn in Atlanta unversehrt und an einem Stück wieder sehen. Vertrau mir.“
Sie hatte keine Ahnung, wo diese Überzeugung herkam. Im Grunde war dies noch nicht einmal eine Überzeugung sondern eher der verzweifelte Versuch, die lange Fahrtzeit bis an ihr Ziel angenehmer zu gestalten. Wenn er die nächsten sechs Stunden ausschließlich darüber nachdachte, was diese Wichser mit seinem Bruder anstellten, würde er selbst irgendwann durchdrehen.
„Ach fick dich!“ hörte sie schon wieder ihre sich überschlagende Stimme in ihrem Kopf. Sie sah Michael, der vor ihr über das Gelände des Güterbahnhofs marschierte. Eigentlich war es stockdunkle Nacht, doch die Gleise waren hier gut ausgeleuchtet, so dass sie nicht Gefahr liefen, sich die Füße zu brechen, während sie auf den Schienen balancierten oder von einer Bahnschwelle zur anderen sprangen.
Hinter sich konnte sie die Anwesenheit von Aden und Trinity spüren. Sie hatten sich etwas zurückfallen lasse, als klar wurde, dass sich die kleine Meinungsverschiedenheit zwischen Michael und ihr über das Geschehen auf der Party zu einem echten Streit ausweiten würde.
Michael bog unvermittelte nach links ab und verschwand zwischen zwei abgestellten Güterwagons.
„Hey? Ist der feine Herr auch noch zu feige darüber zu diskutieren?“ schrie sie ihm hinterher und beeilte sich, ihm zu folgen.
„Ich will mich nicht mit dir streiten Lacey,“ kam es aus der Dunkelheit hinter den Wagons zurück.
„Tja, zu spät. Wir sind schon voll dabei,“ ereiferte sie sich, schob sich zwischen den beiden riesigen Eisenpuffern der Wagons hindurch und sah sich dann aufmerksam nach allen Seiten um. Sie konnte Michael nirgends entdecken, was ihre Wut nur noch mehr anstachelte.
„Verdammt noch mal Michael, ich hab es doch mit eigenen Augen gesehen. Wie du sie angeschmachtet hast und dieses streicheln am Arm! Himmel, das war eindeutig zu viel. Und ich schwöre dir ... ,“
„Was?“ hörte sie seine unwirsche Stimme direkt über sich.
Als sie den Blick nach oben wandte, sah sie ihn auf dem Dach des Wagons sitzen. Ein Corona aus gleißendem Licht umgab seine Silhouette, er hatte die Beine untergeschlagen, nahm gerade einen kräftigen Schluck aus seiner Bierflasche und schien sie von seinem Aussichtsposten herab spöttisch anzufunkeln.
„Das wird nicht noch einmal vorkommen,“ gab sie bissig zurück.
„Und wie willst du das verhindern? Darf ich mich jetzt nicht mehr mit einer Frau unterhalten? Oder sperrst du mich gleich ganz weg?“ Sein Sarkasmus machte die ganze Situation nicht wirklich besser und Lacey stand kurz davor einfach zu explodieren.
Was glaubte er eigentlich, wen er hier vor sich hatte? Sie kannte ihn bis in den kleinsten Winkel seines Selbst und er konnte einfach nicht leugnen, dass ihm diese blöde Zicke gefallen hatte. Wie sie ihn angelächelt hatte! Oh Mann, und dann sein Herumgesäusel, von dem Lacey ganz schlecht wurde. Noch dazu hatte er so getan, als sei sie gar nicht anwesend, während er dieser Tussi sein schönstes Zahnpasterlächeln schenkte.
„Es ist aus!“ brüllte sie also zu dem Wagon hinauf, machte auf dem Absatz kehrt und marschierte einfach los in die Nacht hinaus.
„Was? Lacey warte, verdammt noch mal,“ hörte sie es hinter sich, während ihr die Tränen vor Wut und Verzweiflung in die Augen stiegen. Sie liebte ihn doch, was tat sie hier also?
„Lacey bitte,“ hörte sie erneut Michaels Stimme hinter sich, bevor er sie am Arm fasste und sie zu sich herumwirbelte.
Sie wollte sich wehren, sie wollte ihn schlagen, kratzen, treten dafür, dass er sie heute wie Luft behandelt hatte, doch nichts von all dem wollte ihr Körper mitmachen. Sie stand einfach nur da, starrte in sein hübsches Gesicht auf und wünschte sich, dass er sie in den Arm nehmen und alles gut werden würde.
„Ich liebe dich, okay?“ stieß Michael hervor, wenn auch sein Tonfall im Gegensatz zu seinen Worten nichts liebevolles an sich hatte. „Aber manchmal bist du echt schwierig. Ich wollte nichts von ihr. Wir haben uns einfach ein bisschen unterhalten. Das musst du mir einfach glauben. Ich meine ... du warst doch sogar dabei. Ich habe ... ,“
„Ja, ich war dabei. Und genau da liegt das Problem. Bin ich nur Luft für dich? Siehst du durch mich hindurch? Bin ich dir inzwischen so egal, dass du nichts mehr um dich herum mitkriegst, wenn irgendwelche blöden, blonden Schnepfen in dein Gesichtsfeld treten?“
So langsam wurde sie unfair, das war ihr auch klar, aber sie konnte sich einfach nicht bremsen. Sie war so ... so ... wütend und ... auf hundertachtzig und ... und ... und überhaupt. Er sollte leiden, so wie sie gelitten hatte und ...
„Lacey?“
Das war nicht Michaels Stimme.
„Hey, Erde an Lacey,“ eine Hand fuchtelte plötzlich vor ihr in der Luft herum und wischte so nach und nach die dunkle Nacht von Highfields von ihrem ganz eigenen Kopfbildschirm.
„Oh ... entschuldige ... ,“ stammelte Lacey, der gar nicht aufgefallen war, dass sie vollkommen mit ihren Gedanken abgedriftet war.
„Ist schon in Ordnung. Uhm ... ist dir kalt?“
Erst jetzt bemerkte sie, dass sie die Arme vor der Brust gekreuzt und ihre Hände um ihre Oberarme gekrampft hatte. Ja, ihr war kalt. Unglaublich kalt sogar, aber es gab auf dieser Welt leider nichts, das sie wärmen konnte.
„Geht schon,“ wehrte sie deshalb ab, doch Nick schnaubte lediglich, stand auf und nahm sein Jackett von der Lehne seines Stuhls.
Mit zwei Schritten hatte er den Tisch umrundet und gleich darauf legte sich der weiche Wollstoff zusammen mit dem Geruch nach angenehm herben Aftershave um sie und Nicks Hände auf ihre Schultern.
„Tut mir leid, dass ich dich da mit reingezogen habe,“ hörte sie ihn in ihrem Rücken murmeln.
„Ich bin gerne hier,“ entgegnete sie und drehte sich halb auf ihrem Stuhl herum, damit sie zu ihm auf sehen konnte.
„Es ist lieb, dass du das sagst, aber ... ,“ entgegnete Nick, warf einen kurzen Blick hinter sich und zog dann den freien Stuhl zu sich heran. Gleich darauf saß er neben ihr, während zwischen ihre Schultern nicht einmal mehr ein dünnes Comicheftchen gepasst hätte. „ ... aber ... das hier ist vielleicht gefährlich. Ich meine ... sie haben meinen Bruder entführt, verstehst du? Vielleicht ... ich meine ... wenn sie dir vielleicht auch ... ,“ er verstummte und traute sich dabei scheinbar nicht sie anzusehen.
„Mir wird schon nichts passieren,“ beruhigte sie ihn automatisch, auch wenn sich ihre Worte selbst in ihren Ohren leer und schal anhörten.
„Klingt nicht sehr überzeugend,“ gab Nick auch gleich zurück und brachte ein schwaches Lächeln zustande.
„So oder so werde ich dich jetzt nicht hängen lassen. Ist ja wohl klar,“ gab sie nun etwas fester zurück.
„Ganz im Ernst Lacey. Vielleicht wäre es doch besser, wenn ich alleine weiter mache. Ich habe das Spiel angefangen, also werde ich es auch beenden. Aber du musst nicht ... ,“
„Danke, das habe ich jetzt kapiert. Können wir jetzt von etwas anderem reden?“ unterbrach sie ihn und nahm einen erneuten Schluck von ihrem Tee.
Für einen Moment sah er sie noch aufmerksam an und schien dabei in ihrem Gesicht nach einer letzten Bestätigung zu suchen, doch sie wich seinem Blick aus und wandte sich stattdessen dem Fenster zu. Doch dort wartete auch keine Erleichterung. Die schwarze, spiegelnde Scheibe schien vielmehr als eine Art Leinwand zu funktionieren und noch während vor ihr von Unkraut überwucherte Gleise aus dem Nichts auftauchten, wandte sie sich schnell wieder ab.
„Ich kann immer noch nicht glauben, dass ich mich mit ihm wegen ... wegen ... nichts gestritten habe,“ murmelte Nick neben ihr, reckte sich dann über den Tisch und zog seine Kaffeetasse zu sich heran.
„Wie gesagt, das kommt in den besten Familien mal vor. Du solltest dir wirklich keine Vorwürfe machen, zumal zu einem Streit immer zwei gehören,“ entgegnete Lacey bestimmt.
„Du verstehst das nicht,“ wehrte er kopfschüttelnd ab. „Ich liebe ihn. Ich meine ... er ist ... mit das Wichtigste für mich auf der ganzen, weiten Welt und alles was ich bisher zustande gebracht habe ist, ihn anzuschreien und ihm vor Augen zu führen, wie beschissen kläglich doch sein Leben ist.“
„Meinst du nicht, dass er weiß, dass du dir nur Sorgen um ihn machst?“ hakte Lacey nach und fühlte sich schon wesentlich entspannter, weil sie endlich von ihren dunklen Gedanken abgelenkt wurde.
„Ich befürchte, er hat keine Ahnung wie es tatsächlich ist sich Sorgen um irgendjemanden zu machen,“ gestand Nick und drehte Gedanken verloren die Tasse in seinen Händen.
„Das glaube ich nicht,“ widersprach Lacey. „Er gibt es bestimmt nicht zu, aber tief in seinem Inneren wird er wissen, was richtig und was falsch ist.“
Nick schüttelte seufzend den Kopf. „So oder so ist er jetzt ... ,“ er schluckte schwer. „ ... fort. Ich kann ihn nicht erreichen und würde ihm doch so gerne sagen, dass ich ... im Unrecht gewesen bin.“
„Die Gelegenheit wirst du bekommen,“ versprach Lacey und legte ihm dabei vorsichtig eine Hand auf den Arm.
„Ich hoffe es,“ nickte er, seufzte noch einmal tief und anhaltend und schien sich dann augenscheinlich zusammen zu reißen. Er richtete sich auf seinem Stuhl auf, straffte die Schultern und schob urplötzlich seine Hand über Laceys auf seinem Arm.
„Schon seltsam, oder?“ hörte sie ihn sagen, während ihr Blick wie gebannt an seinen langen Fingern hing.
„Seltsam?“ fragte sie abwesend, während ihre Augen sich an seinem Handgelenk festsaugten, dann weiter über seinen muskulösen Unterarm über seinen ansprechenden Bizeps und bis hinauf zu seinem Hals wanderten, an dem sie meinte ganz schwach seinen hektischen Pulsschlag sehen zu können. Als ihr Blick schließlich auf seinem Gesicht und damit bei seinen blauen Augen landete, schien ihr gesamtes Innenleben in einem seltsam, hektischen Takt zu vibrieren und ihr Herz schlug fiel zu schnell.
„Naja ... hättest du vor ein paar Tagen gedacht, dass du dich irgendwann in einem Zug nach Atlanta befinden würdest?“ entgegnete er, während sich seine Augenwinkel zum Ansatz eines Lächelns verzogen.
Vor ein paar Tagen? Vor ein paar Tagen war ihre Welt noch in Ordnung gewesen. Vor ein paar Tagen hatte sie in einem Hotelzimmer gesessen, sich einen ordentlichen Weincocktail gemixt und hatte sterben wollen. Jetzt war sie so weit von dieser Zeit und dem Gefühl entfernt, dass sie sofort die Angst spürte, die bei diesem Gedanken durch ihre Adern zu pulsieren begann.
„Nein, das habe ich mir wohl nicht vorstellen können,“ gestand sie also, wobei sich ihre Stimme seltsam gepresst anhörte.
„Vielleicht ist das Schicksal,“ fuhr Nick fort, dem scheinbar entgangen war, wie unbehaglich sie sich fühlte.
„Ich glaube nicht an Schicksal,“ entgegnete sie deshalb fest.
„Hm ... alles Zufall und jeder ist für sein Leben selbstverantwortlich?“
„So ähnlich, ja,“ nickte sie.
„Tja, dann danke ich dem Zufall und dem selbstverantwortlichen Leben, dass wir uns getroffen haben,“ grinste er, auch wenn seinen Augen dabei der übliche Glanz fehlte.
Sie schwieg, denn mittlerweile traute sie ihrer Stimme gar nicht mehr.

Kapitel 24