Kapitel 7

„Wie viel Zeit haben wir?“ fragte Maggie gerade, während sie ihren Koffer auf das breite Doppelbett hievte und geräuschvoll den Reißverschluss aufzog.
Alex warf einen Blick auf seine Uhr, bevor er antwortete. „Zwei Stunden, dann geht es los zum Soundcheck.“
„Na, das sollte reichen,“ nickte sie abwesend, während sie eine schwarze Jogginghose aus dem Koffer hervorzog.
„Das klingt, als wolltest du ne Gehirnoperation bei mir vornehmen,“ stellte er grinsend fest.
„So in der Art hatte ich mir das auch vorgestellt,“ lachte sie, öffnete dabei ohne zu zögern die Knöpfe ihrer Jeans, bevor sei elegant aus den Hosenbeinen stieg und das zerknüllte Kleidungsstück in die Ecke warf, wo bereits ein paar seiner eigenen Sachen lagen.
Alex streckte sich gemütlich auf dem Bett aus, stützte den Kopf in die Hand und beobachtete, wie Maggie mit angestrengt gerunzelter Stirn versuchte, Vorder- und Rückseite ihrer Jogginghose zu unterscheiden.
„Fitnessstudio?“ fragte er mit einem kurzen Kopfnicken auf ihre angenehm straffen, glatten Oberschenkel.
„Nur für dich,“ grinste sie und verhüllte zu seinem Leidwesen ihre langen, grazilen Beine mit dem schwarzen Baumwollstoff.
Nicht, dass er sie nicht schon unzählige Male halbnackt gesehen hatte, und dabei zählten die vielen Male, bei denen sie gemeinsam schwimmen gewesen waren und er sie im Bikini bewundern durfte, gar nicht. Im Grunde hatte er im Laufe der Jahre jede kleinste Veränderung ihres Körpers hautnah miterlebt und trotzdem wurde er nicht müde, sie immer wieder bewundernd anzusehen.
Er wusste, welche Wirkung sie auf Männer hatte. Sie war hoch gewachsen, aber nicht zu groß, alleine ihre wilde, rote Haarmähne fiel in jeder Menschenmenge sofort auf und die Rundungen ihres Körpers waren genau dort, wo sie sein sollten. Und schließlich war auch er nur ein Mann und auch wenn Maggie seine beste Freundin war, so konnte er nicht umhin zuzugeben, dass sie ein überaus heißer Feger war. Ein heißer Feger mit Prinzipen allerdings und diese hatten ihr schon mehr als einmal in einer Beziehung im Weg gestanden.
Ohne es zu bemerken seufzte er bei dem Gedanken verhalten, so dass sie ihm einen misstrauischen Blick zuwarf.
„An was denkst du gerade?“ fragte sie.
„Daran, welches Glück dein zukünftiger Ehemann haben wird.“
„Ach?“ entgegnete sie und hob dabei eine Augenbraue in die Höhe.
„Na, sieh dich doch an,“ erklärte er und deutete in einer unbestimmten Geste zu ihr hinüber. „Claudia Schiffer ist ein Scheißdreck gegen dich.“
„Claudia Schiffer ist bereits 36,“ gab sie mit missmutig gerunzelter Stirn zurück „das ist kein guter Vergleich. Nimm doch ... uhm ... Giselle Bündchen. Die ist erst 27, was zwar auch hart an der Grenze, aber gerade noch akzeptabel ist.“
„Also gut, dann Giselle Bündchen oder wer auch immer. Die können alle gegen dich einpacken.“
Sie schüttelte schmunzelnd den Kopf, zog den Koffer vom Bett, so dass er mit lauten Poltern auf dem Boden aufschlug, und krabbelte dann zu ihm auf die Mattratze. „Ich befürchte, du bist nicht wirklich objektiv.“
„Na und? Trotzdem ist das meine Meinung,“ grinste er, während er ein Stück zur Seite rutschte, damit sich Maggie neben ihm ausstrecken konnte.
Die Fülle ihres dichten Haars verteilte sich auf dem Kopfkissen, sie streckte die Beine und dann auch noch die Zehen, bevor sie die Arme über ihrem flachen Bauch faltete und zufrieden seufzte.
„Gut?“ fragte er lächelnd.
„Mehr als gut,“ nickte sie. „Und jetzt erzähl mir alles. Hat die Polizei schon etwas Neues herausgefunden?“
Sie drehte sich auf die Seite, stützte nun ebenfalls den Kopf in ihre Hand und sah aufmerksam zu ihm hinüber. Sein Magen zog sich augenblicklich zusammen und er versuchte, das unangenehme Gefühl, das in seiner Kehle aufstieg, herunter zu schlucken, allerdings mit wenig Erfolg.
„Nein, nicht wirklich,“ sagte er also kopfschüttelnd, ließ sich dann nach hinten auf das Bett sinken und verschränkte die Hände hinter dem Kopf.
„Unangenehmes Thema, hm?“ fragte sie sanft.
„Hm,“ gab er zu.
„Wir müssen jetzt nicht darüber sprechen, wenn du das nicht möchtest.“
„Ich weiß. Eigentlich möchte ich ja auch darüber reden, andererseits ist es ... na ja ... irgendwie komisch.“
Er fühlte, wie ihre Finger federleicht über seine Stirn strichen und dann weiter zu seiner Wange wanderten. Leise seufzend schloss er die Augen.
„Der Typ schweigt immer noch,“ murmelte er leise, während er versuchte, sich ausschließlich auf Maggies sanfte Berührungen zu konzentrieren. „Er wurde bereits dem Haftrichter vorgeführt und sitzt jetzt in Untersuchungshaft.“
„Vielleicht ist er stumm oder so was,“ bemerkte Maggie und widerwillig öffnete er die Augen wieder. „Das ist die Polizei mein Herz, das haben die schon überprüft. Mit seinen Organen ist alles in Ordnung.“
„Hm ... dann will er sicherlich auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren oder so,“ fuhr sie mit gerunzelter Stirn fort.
„Die psychologischen Untersuchungen laufen bereits,“ nickte er. „Aber wenn du mich fragst, können sie sich das sparen. Der Typ ist ganz eindeutig total krank im Kopf.“
„Das steht ja wohl außer Frage,“ schnaubte sie. „Wirklich, immer wenn ich daran denke werde ich so was von wütend, dass ... dass ... ,“ sie schnappte nach Luft und schüttelte dann vor hilfloser Wut den Kopf, während sich ihre Faust neben seinem Kopf in das Kissen bohrte.
„Ich weiß was du meinst,“ gestand er und fühlte, wie sein eigener Herzschlag zu rasen begann. Leider mischte sich zu seinem Hass auch noch eine gehörige Portion Angst hinzu. Angst davor, dass sie diesen Typen vielleicht doch laufen ließen – man sah ja im Fernsehen so einiges. Nur weil alle Welt gesehen hatte, wie dieser Irre auf ihn schoss, hieß das noch lange nicht, dass er auch wirklich verurteilt wurde.
„Er soll verrecken,“ bemerkte Maggie neben ihm wenig damenhaft und gegen seinen Willen entwich ihm ein leises Schmunzeln.
„Das wird er garantiert. Irgendwann.“
„Ich würde gerne ein wenig nachhelfen,“ gestand sie, immer noch mit diesem ärgerlichen Glitzern in den Augen, was sie unglaublich lebendig und anziehend machte.
Eine Weile schwiegen sie, während er ihr Gesicht beobachtete und förmlich dabei zusehen konnte, wie sie sich innerlich zur Ordnung rief um langsam wieder runter zu kommen.
„Wie wäre es, wenn wir uns einfach mal den angenehmen Seiten dieser Situation zuwenden?“ sagte sie schließlich.
„Die da wären?“ fragte er skeptisch.
„Du meinst, abgesehen davon, dass ich jetzt hier neben dir ein einem riesigen Luxusbett liege?“ grinste sie.
„Abgesehen davon natürlich,“ nickte er gespielt ernst.
„Sally. Ihr geht es doch sicherlich schon besser, oder?“
„Ja, ihr geht es schon wesentlich besser,“ entgegnete er und fühlte ein kleines Lächeln auf seinem Gesicht erstrahlen, als er an Sallys sanfte Stimme dachte und ihre Zuversicht, die sie angesichts dieses schlimmen Ereignisses verströmte. Fast kam es ihm so vor, als sei er der Einzige, der tatsächlich ein Problem mit diesem Anschlag hatte, doch diesen Gedanken versuchte er immer so schnell wie möglich abzuschütteln.
„Und?“ hakte Maggie nach. „Herzflatten?“
„Ich weiß es nicht so genau,“ gab er zu. „Sie ist schon ... uhm ... irgendwie sehr nett.“
Irgendwie sehr nett,“ wiederholte Maggie schmunzelnd. „Das kann ich über meinen Postboten auch sagen.“
„Aber dein Postbote ist sicherlich nur halb so attraktiv,“ gab er grinsend zu bedenken.
„Ich kenne Sally nicht, aber wenn sie den Bauch in der Hose statt darüber trägt, hat sie eindeutig gewonnen,“ kicherte sie.
„Davon kannst du ausgehen,“ lachte Alex.
„Im Ernst Alex. Ich meine ... ich kenne dich, okay? Du brennst schnell und dann lichterloh. Und in diesem speziellen Fall könnte ich mir vorstellen, dass das noch um einiges schneller geht.“
„Versuchst du mir hier gerade eine Romanze einzureden?“ fragte er stirnrunzelnd.
„Nein,“ sie schüttelte den Kopf. „Ich möchte nur ... hm ... deine Gefühle aus dir herauskitzeln.“
„Das ist nicht nötig,“ gab er bestimmt zurück.
„So? Hm ... ,“ machte sie und ließ ihn dabei keine Sekunde aus den Augen. „Da bin ich anderer Meinung.“
„Warum?“
„Lass es mich so ausdrücken ... ,“ sie legte einen Finger an das Kinn und verdrehte die Augen gen Decke. „Mr. McLean, Teenie-Schwarm Nummer eins und Traum meiner schlaflosen Nächte neigt dazu, Backsteine so groß wie Kleinlaster um sich herum anzuhäufen, wenn es darum geht, die Dame seines Herzens zu erwählen.“
Gegen seinen Willen musste er lachen. „Danke für die Analyse Doktor Freud, aber wenn hier jemand mauert, dann bist das ja wohl du.“
„Einigen wir uns auf ein Unentschieden, okay?“ schmunzelte sie.
„Okay, aber nur weil du es bist.“
„In Ordnung. Also ... wann lerne ich denn nun die potenzielle neue Frau an deiner Seite kennen?“
„Ich weiß es noch nicht so genau. Wahrscheinlich wird sie nächstes Wochenende entlassen und dann sehen wir weiter.“
„Nächste Wochenende schon? Wow, und da dachte ich immer, Schussverletzungen wären etwas Ernstes.“
„Das sind sie auch,“ gab er zurück, während sein Lächeln schlagartig erlosch. Erneut standen ihm seine blutigen Hände und Sallys blasses Gesicht vor Augen. Verdammt, hörte das denn niemals auf?
„Hey,“ hörte er Maggies sanfte Stimme, bevor sich ihre Hand warm und weich auf seine Brust legte.
„Es ist nicht so einfach Mag,“ gab er beinahe flüstern zu, während er seine Finger über ihre schob. „Das alles ist wie eine Endlosschleife eines besonders gruseligen Horrorschockers. Ich möchte am liebsten jede Nacht zu meiner Mom ins Bett kriechen und mich trösten lassen, aber das geht ja nun leider nicht.“
„Ich würde dir gerne helfen, aber ich weiß nicht so genau wie,“ entgegnete sie ebenso leise.
„Du bist hier. Das ist schon mehr als genug,“ sagte er und versuchte ein halbwegs aufrichtiges Lächeln zustande zu bringen.
„Ich hoffe es. Wirklich.“
Er wollte noch etwas sagen, wenn er auch nicht so genau wusste was, als ihn das Klingeln seines Handys vorerst davon abhielt.
„Wenn das einer von den Jungs ist, kann er was erleben,“ murmelte er, ungehalten über die Störung.
„Sie gnädig. Ist sicherlich was wichtiges,“ versuchte ihn Maggie zu beschwichtigen, während er nach seinem Telefon angelte, das sich irgendwie unter sein Bett verirrt hatte.
Als er allerdings einen Blick auf das Display warf, erstrahlte ein glückliches Lächeln auf seinem Gesicht.
„Das ist Sally,“ verkündete er Maggie, bevor er sich das Telefon ans Ohr drückte. „Guten Tag. Sie sind verbunden mit ihrer örtlichen Krankenkassen. Wenn sie ein Problem mit der Behandlung in ihrem Krankenhaus haben, drücken sie die eins, wenn sie sich über unseren Service beschweren wollen, legen sie einfach auf und wenn sie sich von einem gut aussehenden Popstar verwöhnen lassen wollen, sagen sie einfach Hallo.“
„Hallo,“ hörte er Sally in sein Ohr kichern.
Maggie hatte sich ebenfalls aufgesetzt und rückte nun ganz dicht an ihn heran. Er konnte ihr Parfum riechen und eine ihrer Haarsträhnen kitzelte ihn an der Wange, während sie ihr Ohr ganz nahe an den Hörer brachte und er diesen ein Stück in ihre Richtung drehte, damit sie Sallys Stimme hören konnte.
„Na Schönheit? Wie geht es dir?“ fragte er.
„Schon viel besser,“ antwortete sie und er hörte sich erleichtert seufzen.
„Das klingt gut.“
„Das ist es auch. Die Ärzte sagen, dass ich vielleicht schon übermorgen nach Hause kann.“
„So viel zu üblen Schussverletzungen,“ hörte er Maggie neben sich murmeln.
Am anderen Ende der Leitung kehrte plötzlich eine eigentümliche Stille ein.
„Tut mir leid. Ich wollte ... ,“ stammelte Sally dann. „Du hast Besuch, ich wollte dich nicht stören.“
„Hey, du störst mich nie. Maggie ist da, ich habe dir doch von ihr erzählt, oder?“
„Oh, ja klar. Maggie. Stimmt.“
„Hallo Sally,“ rief Maggie daraufhin in den Hörer.
„Hallo Maggie,“ kam es zurück.
„Ich lass euch zwei dann Mal alleine und gehe mir die Nase pudern oder was die Giselle Bündchens dieser Welt sonst so im Bad machen,“ grinste sie, schob sich vom Bett, wühlte einen Moment in ihrem Koffer und verschwand dann mit ihrer knallroten Kulturtasche im angrenzenden Badezimmer.
„Du freust dich sicherlich sehr, dass sie jetzt bei dir ist, hm?“ hörte er Sally sagen.
„Oh ja,“ nickte er. „Aber genau so sehr freue ich mich darüber, dass es dir schon so gut geht und du bald nach Hause kannst. Das bedeutet nämlich auch, dass wir uns bald wieder sehen werden.“
„Willst du das tatsächlich immer noch?“ fragte sie etwas unsicher.
„Natürlich! Hey, das hatten wir doch schon besprochen, oder? Du kommst vorbei und wir machen uns ein paar schöne Tage auf Kosten der Plattenfirma. Das wird toll!“
„Uhm ... ich hoffe, du machst dir da keine falschen Vorstellungen. Ich bin ... nun ja ... nicht gerade die Partykanone, wenn du verstehst, was ich meine.“
„Na und? Ich auch nicht. Nicht mehr,“ gab er zu. „Irgendwie ... keine Ahnung. Ich befürchte, aus dem Alter komme ich langsam heraus. Du solltest dir also gut überlegen, ob du deine Freizeit tatsächlich mit so einem alten Sack wie mir verbringen möchtest.“
Er hörte sie kichern und musste unwillkürlich lächeln. Er konnte sich nicht helfen, aber jedes Mal wenn er ihre Stimme hörte, war ihm, als ginge die Sonne in seinem ansonsten recht tristen Alltag auf.
„Du meinst also die Stubenhockerin und der alte Sack würden sich ganz gut verstehen?“ hakte sie nur halb im Scherz nach.
„Ich würde sagen, wir geben das perfekte Paar ab,“ schmunzelte er.
„Nun gut. Aber auf deine Verantwortung!“
„Die übernehme ich gerne.“
„Und Maggie? Meinst du nicht ... also ... dass sie ...,“ Sally verstummte und er konnte förmlich vor sich sehen, wie sie sich peinlich berührt auf die Unerlippe biss.
„Maggie ist schon ganz heiß darauf dich kennen zu lernen,“ beeilte er sich also zu sagen. „Es wäre zwar möglich, dass sie mit dir ein ernstes Gespräch darüber führen will, wie du mich behandeln sollst, aber das ist in etwas so wie ... uhm ... wie wenn du dein Haustier in einer Pension abgibst. Sie möchte einfach sicher gehen, dass ich gut versorgt bin.“
„Aha,“ kam es vom anderen Ende der Leitung zurück und er ärgerte sich darüber, dass er Maggie so überzogen dargestellt hatte.
Ihm lag sehr viel daran, dass sich die beiden Frauen gut verstanden, also fügte er in wesentlich sanfterem Ton hinzu „sie ist wirklich total nett und eine unglaublich liebenswerte Person. Mach dir keine Sorgen.“
„Warum sollte ich mir Sorgen machen?“
Ja, warum eigentlich? „Uhm ... na ja ... ,“ stammelte er und fühlte sich plötzlich vollkommen überfordert.
Sally schien dies zu spüren, denn sie beeilte sich zu sagen „auf jeden Fall freue ich mich schon sehr darauf zu sehen, wie das bei einer Tour so abläuft und ... na ja ... dich wieder zu sehen und ... und so ...“
„Ich auch,“ lächelte er und fühlte sich schon etwas besser.
In diesem Moment trat Maggie wieder aus dem Badezimmer. Sie hatte ihr Haar gebürstet und es zu einem langen Pferdeschwanz zusammen gebunden. Ihr schmales Gesicht wirkte somit um mindestens fünf Jahre jünger und erinnerte ihn dadurch daran, wie sie sich damals kennen gelernt hatten.
„Ich muß dann Schluß machen,“ hörte er Sally sagen. „Der Professor kommt gleich zur Visite.“
„Uhm, klar,“ nickte er abwesend, während er Maggie dabei beobachtete, wie sie ohne erkennbaren Sinn und Zweck in ihrem Koffer wühlte.
„Bis bald also?“ drang Sallys Stimme wieder zu ihm durch.
„Ja, ich ruf dich morgen an. Vielleicht weißt du dann ja schon, wann du tatsächlich entlassen wirst.“
„Ja, das wäre schön.“
„Finde ich auch. Dann also bis morgen?“
„Ja, bis morgen.“
Er beendete das Gespräch und wandte sich wieder Maggie zu, die ein Kleid aus dem Koffer hervorgeholt hatte und nun im Kleiderschrank nach einem Bügel kramte.
„Sie kann vielleicht übermorgen schon nach Hause,“ strahlte er.
„Ich weiß,“ schmunzelte Maggie. „Ich habe es gehört.“
„Stimmt,“ nickte er und war immer noch nicht in der Lage sein seliges Grinsen einzudämmen.
„Und ich sage dir,“ verkündete Maggie, hängte ihr Kleid außen an den Schrank, kam dann zu ihm herüber, stützte sich mit beiden Händen auf dem Bett auf, beugte sich ganz tief zu ihm hinunter und flüsterte dann verschwörerisch in sein Ohr. „Ich kann die Herzchen direkt über deinem Kopf tanzen sehen.“
Als sie sich wieder aufrichtete, lag ein breites, triumphierendes Grinsen auf ihrem Gesicht.
„Bleibt nur die Frage, ob sie bei Sally auch tanzen,“ gab er ernst zurück.
„Das werden wir herausfinden, wenn sie hier ist,“ lächelte Maggie, gab ihm einen schmatzenden Kuss auf die Wange und fuhr dann damit fort, ihren Koffer auszupacken.
Mit einem wohligen Seufzen ließ er sich zurück auf das Bett sinken und starrte verträumt an die Decke. Vielleicht ... nun ja ... irgendwie ... diese Sally ... hatte schon schwer was für sich. Und wenn er nach seiner Herzfrequenz ging, die sich in etwa auf dem Level eines strammen Dauerlaufs befand, tanzten die Herzchen vielleicht tatsächlich bereits über seinem Kopf.

Kapitel 8