Epilog

Ich sitze auf einer Decke am Strand (wegen des Laptops, der absolut keinen Sand verträgt…) und höre den Wellen zu. Immer, wenn die Erinnerungen zu stark werden komme ich diesen Ort, der auf eine seltsame Weise befreiend und besänftigend zugleich auf mich wirkt. Ich habe oft überlegt, woran das wohl liegen mag und bin zu dem Schluss gekommen, dass es wohl an dem Gefühl, ganz klein zu sein liegt. Klein und grenzenlos unbedeutend. Nur ein kleines Puzzleteil inmitten dieser riesigen Welt Und es ist ein gutes Gefühl. Denn auch alle Probleme, Ängste und Erinnerungen sinken in sich zusammen. Ich bin froh, heute auch auf dem Papier einen Punkt hinter diese Geschichte setzen zu können. Keine Seiten mehr, die man umblättern muss. Neue Seiten, die allesamt mit dem Satz „was wäre wenn…?“ beginnen.

Ich weiß noch, wie ich nach unserem Abschied, der eigentlich nur meiner gewesen war in die Klinik zurückgekehrt war. Zwei Tage zwischen Leben und Tod. Und so irreal wie das klingt war es auch. Ich kann mich kaum noch daran erinnern. Zwei Monate danach war ich dann auch draußen.
Wenn ich mein Leben ohne ihn leben konnte, dann sollte das Leben an sich eine Kleinigkeit sein. Das war es natürlich nicht, aber ich bin glücklich, irgendwie. Aber irgendwie wirklich.
Der Job fordert mir einiges ab, aber es ist durchweg positiver Stress .Ich habe begonnen, mein eigenes Buch zu schreiben… Außerdem sind da immer noch Kevin und Lisa, die jeden meiner Schritte beobachten. Wer kann es ihnen vorwerfen? Ich nicht mehr. Sie haben mich gelehrt, was Freundschaft heißt und die Tatsache, dass sie immer noch an meiner Seite sind, habe ich bis heute nicht wirklich begriffen. Ich hoffe, dass sie mir irgendwann wieder vertrauen werden.
Cole sehe ich noch einmal wöchentlich, und auch er ist sehr wichtig für mich geworden. Nein, er war es schon seit dem Tag, an dem er in mein Leben getreten ist. Ich glaube, er ist stolz auf mich und manchmal kann ich sein Gefühl sogar ein wenig Teilen. Das sind die Tage, an denen ich mit einem Lächeln auf dem Gesicht aufstehe. So ist es nicht immer. Ich bin nicht gesund, aber ich weiß und akzeptiere das. Und ich weiß, es werden wieder Tage kommen, die ich lächelnd begrüßen werde. Alleine dafür lohnt es sich. Ich will leben. Ich habe keine Sehnsucht mehr nach dem Tod. Ich kann kämpfen. Ich kann aufstehen, wenn ich falle. Und den Tiefpunkt habe ich hinter mir, da bin ich mir ganz sicher.

Manchmal denke ich an ihn. Dann frage ich mich, wie es ihm wohl geht und was er so macht. Ob er unser Lied noch von Zeit zu Zeit spielt. Einen Gedanken an mich verschwendet…?

Und da wäre ich wieder, bei was wäre wenn…einmal im Kreis.
Erkenntnis eines Atemzugs.

The End

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