Pregnant

Kapitel 1

Die Glock 17L ist die Wettkampfversion der Glock 17. Die kompaktere Glock 19 ist eine kleinere Version der Glock 17. Die kleine Größe der Glock 19 macht sie zu einer extrem attraktiven Waffe für solche, die nach einer effektiven, tragbaren Feuerwaffe suchen.
Erneut machte ich mir eine Notiz auf dem großen Block, der neben dem aufgeschlagenen „Hansons Waffen Almanach“ lag. Seit gut drei Stunden war ich dabei diesen Wälzer durch zu gehen, der mehr Informationen über Handfeuerwaffen beinhaltete, als ich in meinem ganzen Leben jemals wissen wollte.
Rosie schob mir unaufgefordert eine neue Tasse Vanille-Tee über den Tresen und ich bedankte mich dafür mit einem warmen Lächeln.
Im „Moonlight Cafe“ war an diesem frühen Dienstag Mittag noch nicht viel los. Ein paar Tische im hinteren Teil waren besetzt und am Tresen saß außer mir nur noch Holger, der im Moment von der Sozialhilfe lebte und somit genug Zeit aber eigentlich nicht genug Geld besaß um seine Tage hier zu verbringen.
Ich hatte mich heute Morgen ein wenig mit ihm unterhalten, bevor ich mich mit der Waffenlektüre aus der Leihbücherei an die Recherche für mein neues Buch machte.
Ich hasste Recherchen und wenn ich das schon hinter mich bringen mußte, dann tat ich das am liebsten hier in meiner Stammkneipe - meinem zweiten Wohnzimmer.
Als die große Eingangstür aufgezogen und gleich darauf der Vorhang aus roten Plastikblumen beiseite geschoben wurde, schaute ich nicht auf, da ich gerade dabei war einen äußerst komplizierten Schachtelsatz in mich auf zu nehmen, in dem es irgendwie um die diversen Kaliber der neusten Glock ging.
Der Neuankömmling setzte sich ein paar Stühle weiter an den Tresen und orderte ein Frühstück bei Rosie, allerdings bediente er sich dabei der englischen Sprache.
Rosie ist mit ihren 45 Jahren unglaublich intelligent, auch wenn sie die Schule nur bis zur siebten Klasse besucht und danach ein paar Jahre auf der Straße gelebt hat, bis sie in diesem Cafe als Bedienung anfing, es später übernahm und sich damit einen Jugendtraum erfüllte. Sie steckt voller Lebensweisheiten und da sie täglich die Tageszeitung von vorne bis hinten Wort für Wort liest, weiß sie auch über das Weltgeschehen bescheid.
Das Einzige, was sie nicht kann, sind Fremdsprachen und so fing ich auch sofort ihren Hilfe suchenden Blick auf.
„Er möchte ein Frühstück mit Eiern, Kaffe und zwei von diesen leckeren, deutschen Körnerbrötchen,“ übersetzte ich also und der Blick des Fremden huschte fragend zwischen Rosie und mir hin und her.
„Möchte er Spiegel- oder Rühreier?“ fragte Rosie zurück und ich wandte mich direkt an den unbekannten Amerikaner.
„Meine Freundin möchte wissen, ob Du Spiegel- oder Rühreier möchtest.“
„Oh ... ähm ... Spiegeleier währen toll ... uhm ... vielen Dank.“
Ich konnte nicht anders, als lächeln. Er wirkte ein wenig verlegen, wie er jetzt hastig seine Sonnenbrille abnahm, für einen Moment an seiner Baseballkappe herum nestelte und sich dann wieder mit fragendem Blick zu Rosie umwandte.
„Also Spiegeleier. Thank You,“ nickte sie dem Fremden zu und wandte sich um, um die Bestellung an die Küche weiter zu leiten.
„Vielen Dank für Deine Hilfe,“ sagte der Fremde.
„Kein Problem,“ winkte ich ab und wandte mich dann wieder meinen Recherchen zu.
Ich war schon wieder tief in der Welt von Tod und Zerstörung verschwunden, als mich ein Räuspern von Links aufblicken lies.
„Entschuldige, wenn ich vielleicht etwas aufdringlich bin aber ... ,“ er hatte die Hände auf der Theke gefaltet und sah stirnrunzelnd auf mein Buch hinunter „Du bist nicht zufällig eine Terroristin oder so etwas?“
Ich mußte lachen und schüttelte den Kopf „nein, knapp daneben.“
„Uhm ... dann ... Polizistin?“
„Nein.“ Wieder schüttelte ich den Kopf. Das Interesse meines Gegenübers war eindeutig geweckt.
„Waffenhändlerin?“
„Nein.“
„Verrückte Massenmörderin?“
„Nein!“
„O.k., ich komm’ nicht drauf,“ grinste er.
„Ich schreibe ein Buch,“ antwortete ich also und sein Grinsen vertiefte ich.
„Das heißt also, Du wirst mich nicht gleich abknallen, wenn ich mich neben Dich setze?“
„Nein, natürlich nicht. Ist das bei Euch in Amerika so?“
„Ich befürchte,“ entgegnete er, während er von seinem Barhocker aufstand und zu mir herüber geschlendert kam „wenn Du in Amerika öffentlich in so einem Buch lesen würdest, würden sie Dich entweder verhaften oder Dir einen Orden verleihen, je nach dem in welchem Bundesstaat Du Dich befindest.“
Er setzte sich neben mich und legte seine Sonnenbrille neben den Aschenbecher vor sich.
„Ich bin übrigens A.J.,“ sagte er und streckte mir die Hand entgegen.
„Skyler,“ entgegnete ich und schüttelte seine Hand.
„Das ist aber auch nicht gerade der typisch deutsche Name, oder?“
„Meine Mutter ist Amerikanerin,“ gab ich lächelnd zurück. „Sie hat meinen Vater so lange um den Finger gewickelt, bis er mit diesem Namen einverstanden war und so wie sie erzählt hat, hat das Ganze fünf Monate gedauert.“
„Das nenne ich Ausdauer,“ lachte A.J..
In diesem Moment kam Rosie mit seinem bestellten Kaffee.
„Vielen Dank,“ sagte er in bestem Deutsch, durch das man ganz deutlich seinen amerikanischen Akzent heraus hörte.
„Gern geschehen,“ gab Rosie lächelnd zurück.
Er öffnete eines der kleinen Zuckerpäckchen und lies bedächtig die Hälfte davon in seinen Kaffe rieseln.
„Bist Du oft hier?“ fragte er, während er seinen Kaffe umrührte und danach genüsslich den Löffel ableckte.
„Ziemlich oft, ja. Rosie macht den besten Tee, die besten Sandwiches und ist noch dazu eine sehr nette Unterhaltung.“
„Klingt gut,“ nickte A.J..
„Und Du? Was machst Du hier?“
„Business,“ gab er kurz zurück und nun war es an mir interessiert zu ihm herüber zu blicken.
Das erste Mal betrachtete ich ihn genauer. Er trug weite Jeans und ein dunkelrotes T-Shirt, aus dessen Ärmel seine tätowierten Arme heraus schauten. Um den Hals trug er eine dicke Kette, dessen Anhänger wie eine Träne aussah und sicherlich eine Tonne wog. Seine dunklen Augen wurden von langen Wimpern umrahmt und um seine schmalen Lippen rankte sich ein perfekt gestutzter Bart.
„Wie ein Mensch aus der Finanzwelt siehst Du nicht aus,“ sagte ich nachdenklich.
„Sagen wir mal ... es hat auch etwas mit Finanzen zu tun,“ entgegnete er.
„Aber nicht hauptsächlich.“
„Nein, nicht hauptsächlich. Eigentlich geht es um ... uhm ... Spaß und Völkerverständigung,“ lachte er und wirkte dabei unglaublich sympathisch.
„Spaß und Völkerverständigung also ... uhm ... Du bist Repräsentant für ein neues Videospiel.“
„Nein. Wäre aber cool,“ gab er zu.
„Nun gut, dann ... wie wäre es mit ... Botschafter für UNICEF oder so etwas in der Art.“
„Nein.“
„Also gut, ich komme nicht drauf.“
„Ich bin Musiker,“ klärte er mich auf, was mich zunächst einmal nicht sonderlich beeindruckte.
„Hey, das klingt gut. Und, könnte ich schon irgendetwas von Dir gehört haben?“
„Ich gehe davon aus,“ gab er ohne eine Spur von Arroganz zurück.
„Du gehst davon aus? Wow ... ,“ ich sah noch einmal genauer hin, doch auch jetzt kam mir sein Gesicht nicht bekannt vor.
Er seufzte „bitte sag’ mir nicht, dass alle Backstreet Boys Fans aus Deutschland verschwunden sind.“
„Backstreet Boys?“ Mein Mund klappte auf und wieder zu. Von denen hatte ich natürlich schon etwas gehört, aber eigentlich war ich davon ausgegangen, dass es diese Band schon gar nicht mehr gab und Gesichter zu diesem Band Namen konnte ich mir schon gar nicht ins Gedächtnis rufen.
„Moment,“ ich stand auf, ging um die Theke herum und stand gleich darauf an Rosies umfangreichen CD-Regal.
„Was suchst Du?“ fragte sie und stellte sich neugierig neben mich.
„Du hast doch diese Backstreet Boys CD, oder?“
„Ja, warte,“ sie schob mich ein Stück zur Seite und mit geübtem Griff zog sie die CD mit hellblauem Cover aus einem der oberen Fächer.
„Verrätst Du mir auch noch, was Du damit willst?“
„Später.“
Ich ging zurück und setzte mich wieder neben A.J. auf den Barhocker. Meine Recherche war komplett vergessen, stattdessen zog ich das Booklett aus der Hülle und schlug es auf.
Gleich auf der ersten Seite, im Profil und mit einem Cowboyhut auf dem Kopf, das Bild in gelb gehalten, prangte das Konterfei meines Gegenübers.
„Tatsächlich,“ entfuhr es mir.
Er nahm mir grinsend das Booklett aus der Hand und betrachtete das Foto.
„Ich hasse dieses Bild. Ich sehe aus, als hätte ich die Form einer Karotte.“
Ich sah ihm über die Schulter und mußte ungewollt kichern.
„Jetzt wo Du es sagst ...“
Er blätterte langsam die Seiten durch.
„Das ist Kevin,“ sagte er und deutete dabei auf einen gut aussehenden, dunkelhaarigen Mann in schwarzer Lederjacke.
„Und das da ist Howie.“ Ein Latino in einem furchtbaren roten Anzug mit zurück gegeltem Haar blickte mir von der nächsten Seite entgegen.
„Hier haben wir Brian,“ ein dunkelblonder Jüngling mit kantigem Kinn und weißem T-Shirt blickte ernst in die Kamera.
„Und zu guter letzt haben wir hier noch Nick,“ der Inbegriff des blonden Teenieschwarms saß barfuß im Wasser und blickte so deprimiert vor sich hin, dass man ihn am liebsten sofort in den Arm nehmen wollte.
„Die Backstreet Boys,“ stellte ich überflüssiger Weise fest.
„Yep, die Backstreet Boys.“
„Und was machst Du alleine hier?“ fragte ich weiter, während ich das Booklett wieder zurück in die CD-Hülle schob und diese schließlich vor mich auf den Tresen legte.
„Ich kenne hier ein paar Musiker und wir wollen evtl. was zusammen machen. Ich treffe mich morgen mit ihnen und dann sehen wir weiter.“
„Klingt tatsächlich nach Spaß und Völkerverständigung.“
„Sag’ ich doch,“ grinste er.
Rosie kam mit A.J.s Frühstück und seine Augen begannen beim Anblick der Spiegeleier und Brötchen zu leuchten.
„Vielen Dank, Sie sind meine Lebensretterin,“ sagte er und ich übersetzte. Rosies Wangen begannen zu glühen und sie lächelte breit. Sie hatte schon immer eine Schwäche für ausgehungerte Männer.

Kapitel 2

Nachdem A.J. sein Frühstück verdrückt hatte, setzten wir uns an einen Tisch im hinteren Teil des Cafes auf eines der vielen plüschigen, roten Sofas.
„Es ist schön hier,“ bemerkte A.J., während er sich aufmerksam umsah, so als nehme er alles zum ersten Mal richtig wahr.
„Ich glaube, für mich macht eher das Wohlfühlklima den Reiz aus,“ entgegnete ich.
„Ja, wenn man viel Glück hat, kann man tatsächlich so etwas finden. Ist aber relativ selten.“
„Hast Du nicht auch so etwas? Ich meine ... hm ... einen Ort, an dem Du Dich wirklich wohl fühlst? Außer zu Hause natürlich.“
Er überlegte eine Weile, dabei schweifte sein Blick in die Ferne und er wirkte dabei so, als wäre ihm dieser Ort sofort eingefallen, konnte gedanklich aber nicht so schnell davon zurück kehren.
„Ich denke,“ sagte er schließlich „ich habe viele solche Orte. Wobei „Orte“ wohl die falsche Bezeichnung ist. Grundsätzlich ist es nicht so wichtig wo ich mich befinde. Viel mehr lege ich Wert darauf, mit wem ich dort bin.“
„Da drängt sich meine nächste Frage ja fast von selbst auf,“ schmunzelte ich.
„Um Dir zuvor zu kommen: Ja, ich fühle mich hier sehr wohl,“ entgegnete er mit einem breiten Lächeln und ich spürte wie mein Herz einen Satz machte. Man sollte verbieten, dass ein Mensch mit diesen Augen und dem dazugehörigen Lächeln ausgestattet wurde. So etwas stiftete nur Verwirrung, wo eigentlich keine sein sollte.
„Und Du?“ fragte er gleich weiter „fühlst Du Dich auch wohl?“
„Meinst Du hier im Allgemeinen, was ich Dir im Übrigen schon beantwortet habe, oder in Deiner Nähe im Besonderen?“ grinste ich.
Er antwortete mit einem tiefen Blick in meine Augen und einem warmen Lächeln und plötzlich hatte ich das unwirkliche Gefühl, dass er in diesem Moment alles über mich wußte.
Gerade eben waren wir noch zwei fremde Personen gewesen, die sich zufällig über den Weg gelaufen waren und nun hatten wir einen Ort betreten, an dem wir beide gemeinsam existierten.
„Machst Du das immer?“ fragte ich und wandte mich meiner Teetasse zu, einfach um seinem intensiven Blick und seiner Anziehungskraft zu entkommen. Was Punkt zwei betraf, hatte ich allerdings wenig Erfolg.
„Was mache ich?“ fragte er sofort gespielt unschuldig und ich hätte mich am liebsten für meine unbedachte Frage geohrfeigt.
„Ich weiß nicht ... Du ... verwirrst mich, glaube ich.“
Er lachte leise. „Ja, ich habe schon gehört, dass das vorgekommen sein soll.“
„Nicht sehr witzig für die Frauen,“ bemerkte ich trocken.
„So? Ich habe nicht den Eindruck, dass es Dir ... uhm ... unangenehm ist.“
„Was heißt schon unangenehm? Ich kenne Dich ja noch nicht einmal.“
„Was willst Du wissen?“
Ich starrte ihn überrascht an „ich ... also ... so war das gar nicht ... also ...“
Verdammt, verdammt, verdammt.
Wieder lachte er dieses leise, raue Lachen, das eine angenehme Gänsehaut über meine Wirbelsäule rieseln lies.
„Hey, das ist mein Ernst. Frag’ mich. Wenn es Dir danach besser geht ... “
„Ich glaube, ich will gar nicht ... so viel wissen,“ entgegnete ich und schluckte.
Wieder dieses unergründliche Lächeln, das meinen Blick gefangen hielt und es mir schwer machte, zu atmen.
Unvermittelt hob er die Hand und federleicht strichen seine Finger über meine Wange. Selbst wenn in diesem Moment jemand in das Cafe gestürmt wäre und eine unglaubliche Geschichte von explodierenden Autos und hemmungslosen Sex direkt vor uns auf der Straße erzählt hätte, wäre ich nicht in der Lage gewesen meinen Blick auch nur für den Bruchteil einer Sekunde von seinem Gesicht ab zu wenden.
Seine Hand wanderte weiter, strich zärtlich über meine Lippen, malte dann die Konturen meines Halses nach und legte sich danach sanft in meinen Nacken. Ganz langsam näherte sich sein Gesicht dem meinen und ich hatte noch Zeit, die Stimme in meinem Kopf zu ignorieren, die ganz laut Du wirst gerade auf die übelste Art abgeschleppt schrie, dann berührten seine Lippen meinen Mundwinkel und die Stimme verstummte augenblicklich.

Irgendwie schafften wir es, komplett bekleidet meine Wohnung zu erreichen, doch ich hatte kaum die Wohnungstür aufgeschlossen, da waren seine Arme schon um meine Taille geschlungen und seine Lippen liebkosten meinen Hals, was mir endgültig die Sinne raubte.
Mit einem Fuß stieß er die Wohnungstür zu und gemeinsam stolperten wir kichernd in den Flur. Sein geschmeidiger, muskulöser Körper drückte mich gegen die Wand, während er sich sein T-Shirt über den Kopf zog.
Ich verschwendete in diesem Moment keine Gedanken an das Wieso, Weshalb oder Warum: Ich wollte ihn, jetzt und hier.
Nach und nach glitten unsere Kleider zu Boden und legten damit eine Spur über den Flur, durch das Wohnzimmer bis in mein Schlafzimmer.
Die Sonne schien durch die Fenster direkt auf mein Bett, was den Szenen, dich sich dort die nächsten Stunden abspielten, selbst im Nachhinein noch einen wundervoll unmoralischen, verruchten Touch gab.
Obwohl wir uns eigentlich nicht kannten, schien er genau zu wissen, welche Knöpfe er bei mir drücken musste und als wir schließlich gemeinsam den Höhepunkt ereichten, lag ein heiserer Schrei auf meinen Lippen.

Im Dämmerlicht schlich ich durch die Wohnung, sammelte eher halbherzig unsere verstreuten Kleidungsstücke ein, schlüpfte schließlich in sein T-Shirt und warf den Rest unbeachtet auf die Couch. AJ schlief wie ein Baby, mein unruhiger Geist fand allerdings keine Ruhe.
Auf meinem Weg in die Küche kam ich am Flurspiegel vorbei und für einen Moment blieb ich davor stehen.
Meine Haare standen unordentlich vom Kopf ab und die glühenden Wangen waren selbst in diesem schummrigen Licht gut zu erkennen. Ajs Shirt reichte mir gerade mal bis zum Ansatz der Oberschenkel und enthüllten meine langen Beine, deren Knie ich schon immer viel zu knochig fand.
In einer eher unbewußten Geste fuhr ich mir über die Wange, während ein recht dämliches, aber zufriedenes Lächeln auf meinen Lippen erschien.
„Wow,“ hauchte ich leise und schüttelte gleich darauf kichernd den Kopf. Bilder der vergangenen Stunden wirbelten durch meinen Kopf.
Seine Hand, die über meinen nackten Körper strich, seine Lippen, die sicherlich jeden Millimeter meiner Haut erkundet hatten, seine wundervollen, braunen Augen, die sich nur ganz selten schlossen, so als wollte er jedes Detail an mir in sich aufnehmen.
„Du bist wunderschön.“
„Das hat sich die Natur sicherlich nur für diesen Moment ausgedacht.“
„Keine schlechte Leistung von Mutter Natur,“
sagte er mit einem breiten Grinsen und küsste mich dann so leidenschaftlich, dass sämtliche Gedanken an Mutter Natur ausgelöscht wurden.
„Ich glaube, ich werde diesen Ort zu meinem neuen „Wohlfühlort“ erklären.“
„Ich denke, Du machst das Wohlfühlen an Personen und nicht an Orten fest?“
„Eben. Genau dieser Ort ... ,“
und dann küsste er die kleine Kuhle an meinem Hals.
Ich riss mich vom Flurspiegel los und tapste in die Küche. Aus dem Kühlschrank nahm ich eine Flasche Wasser und goss mir ein Glas voll ein, als sich plötzlich Arme von hinten um mich schlangen.
„Du hast mich einfach alleine gelassen,“ schnurrte er leise und drückte mich an sich.
„Du hast so schön geschlafen, da wollte ich Dich nicht wecken.“
„Hm ... ,“ gab er unbestimmt zurück und begann an meinem Ohr zu knabbern.
Mir schossen tausend Fragen durch den Kopf – Wie würde das hier weiter gehen? War das nur ein vorübergehendes Feuer? Machte er das öfter? - entschied mich dann aber, dass ich die Antworten darauf im Grunde gar nicht wissen wollte.
„Komm’ wieder ins Bett,“ murmelte er, während er meinen Nacken mit kleinen Küssen bedeckte.
„Hast Du immer noch nicht genug?“ kicherte ich.
„Von Dir kann ich nie genug bekommen,“ entgegnete er schmunzelnd, nahm mir mein Wasserglas aus der Hand, stellte es auf die Arbeitsplatte und hob mich hoch.
Wir waren schon auf halben Weg in mein Schlafzimmer, als mir dann doch eine meiner tausend Fragen unbeabsichtigt heraus rutschte.
„Werden wir uns nach diesem Wochenende jemals wieder sehen?“
Abrupt blieb er stehen und sah mich an.
„Möchtest Du das denn? Und überlege gut, bevor Du antwortest.“
Ich mußte nicht überlegen, machte aber trotzdem eine angemessen lange Pause.
„Ich denke schon.“
„Dann wird das sicherlich auch passieren,“ gab er ernst zurück, küsste mich dann sanft auf die Lippen und setzte seinen Weg in Richtung Schlafzimmer fort.

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