| Prolog Während ich in einem rasanten Tempo zum Telefon rannte, wäre ich beinahe mal wieder über den Teppich im Flur gestolpert. Das passierte mir öfters. Paris hatte schon ein paar Mal darüber gelacht. "Das kommt davon, dass du so ein Wirbelwind bist." Meinte sie dann jedes Mal. Ach ja, Paris! Sie war die allerbeste Freundin, die es nur gab. Ich lächelte. Sie würde gleich ausflippen. Ich rutschte mit meinen Socken die letzten Meter über den Parkettboden, schnappte mir beim Stoppen das Telefon und wählte hektisch ihre Nummer. "Paris Laurelle?" hörte ich sie freundlich fragen. "Hey ich bin's." sagte ich außer Atem. "London! Hi." "Du wirst es nicht glauben." "Wenn du mir nicht sagst, was es ist, kann ich dir nicht sagen, ob ich es dir glauben werde." Lachte sie. Ich verschnaufte erstmal. "Muss ja was sensationelles sein, wenn du deswegen durch's ganze Haus rennst. Ach ja, bist du dabei wieder halb über den Teppich geflogen?" Das brachte mich zum Lachen, sie konnte irgendwie immer meine Gedanken lesen. Und mein Kichern war ihre Antwort. Als ich mich wieder beruhigt hatte, sagte ich: "Ich habe den perfekten Ort für unseren Sommerurlaub." Kurze Zeit war es still. Dann hörte ich Paris' begeisterte Stimme: "Ich komme rüber." Es kam uns einmal mehr zugute, dass wir nur drei Straßen auseinander wohnten. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, nach dem Abi erst einmal eine USA-Rundreise zu machen. Aber schnell wurde uns klar, dass das mit unserer knappen Kasse nicht zu machen war. So hatten wir schon fast befürchtet, dass der Urlaub ganz ausfallen musste. Nach gut 5 Minuten hörte ich den Schlüssel an der Haustür. Paris hatte einen Schlüssel von mir, wie ich von ihr. Wir vertrauten uns, und manchmal war es einfach praktischer, als immer klingeln zu müssen. Ich konnte ihr ansehen, dass sie neugierig war. Also setzten wir uns an den Esszimmertisch, und ich erklärte es ihr. "Du kennst doch Janice." "Ja natürlich, die mit dir reiten geht." "Genau. Ihre Tante hat ein Haus direkt am Meer. Sie will im Sommer mit ihrem Mann eine 5-wöchige Reise durch die USA unternehmen, und sucht jemanden, der ihr Haus beaufsichtigt. Janice meinte, dass sei genau das Richtige für uns. Oh warte! Ich habe ja auch Fotos!" Bevor Paris irgend etwas sagen konnte, schoss ich die Treppe hoch, holte die Fotos und saß nach ein paar Sekunden wieder neben ihr. Paris betrachtete das ganze grinsend. Doch als sie die Fotos sah, blieb ihr erst einmal der Mund offen stehen. Das Haus war nicht sehr groß, aber wunderschön. Ein Rosenbogen säumte die Auffahrt, das romantische Häuschen war geschmackvoll eingerichtet, und die schmale Holztreppe am Ende des kleinen Gartens führte direkt in den Sandstrand hinein. Nicht einmal 50m entfernt begann das Meer. Es war ein Paradies, man konnte die Wellen schon fast hören. Während sie sich alles ansah, erzählte ich weiter. "Der Ort, in dem das Haus liegt, ist nur ganz klein, mit höchstens 200 Einwohnern. Und die Ecke hier ist sowieso total abgeschieden. Janice meinte, es gäbe nur ein Haus zur Rechten, das leer steht, und der andere Nachbar wäre im Sommer auch weg. Das bedeutet, dass wir vollkommen unsere Ruhe haben, sozusagen am Ende der Welt, nur wir zwei und das Mittelmeer. Das ist doch genau das, was wir wollten, nach all dem Abi-Stress! Miete müssen wir auch nichts bezahlen, nur eben Anfahrt, Essen, und das Haus versorgen." "Wer ist das?" unterbrach mich Paris. Sie hielt mir ein Foto von einem Golden Retriever hin. "Das ist Valentine. Ihr Hund. Oh, das hätte ich beinahe vergessen. Sie können ihn natürlich nicht mitnehmen, deswegen bleibt er bei uns. Ist er nicht süß?" Paris lächelte. Sie liebte Hunde genauso wie ich. Nachdem sie alle Fotos gesehen hatte, sah sie mich an. Sie war begeistert, wie ich es erwartet hatte. "Und wie heißt der Ort?" fragte sie. "St. Mireille." Antwortete ich. Sie seufzte. "Ich wusste ja, dass wir in Frankreich landen würden, wenn du es aussuchst, London." Ich lächelte verlegen. "Na ja..." "Es klingt wirklich traumhaft schön." Gab Paris zu. "Mir war klar, dass es dir genauso gefallen würde wie mir. Also kann ich zusagen?" Paris und ich lächelten uns an. Unsere Augen strahlten gleichermaßen. Das würden unsere Traumferien werden. "Aber sicher. Wann geht's los?" |
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