Prolog

Ich schlenderte aus der Bar und befand mich in einer Strasse, die ich mit klarem Kopf gemieden hätte.
Ein Backstreet Boy, auch wenn er momentan Solo unterwegs war, sollte hier nicht sein.
Die Häuserfassaden bildeten eine schmale Gasse, die an einer Seite in eine Sackgasse endete. Wenn mich hier jemand erkenne würde, wäre ich in ernsten Schwierigkeiten.
Schnell ging ich auf die Haubstrasse zurück und versuchte ein Taxi zu finden, das mich nach Hause fuhr. Denn Fahren würde ich nicht mehr, wenigstens das hatte ich gelernt.
Schweigsam und in Gedanken versunken rempelte ich jemanden an. Hastig eine Endschuldigung murmelnd wollte ich Platz machen, dabei sah ich nach oben.
Bernsteinfarbene Augen sahen mich an. Das war nicht weiter ungewöhnlich, ungewöhnlich war nur die Art, wie sie es taten.
Sie sahen mich direkt an, ohne zu blinzeln oder in mein Gesicht zu sehen, sie sahen immer nur in meine Augen. Dieser Mann baute eine ungeheure Aura von Stärke auf, ohne mit mir gesprochen zu haben. Das hatte noch nicht mal Kevin in dieser art hinbekommen.
„Sie scheinen nicht zu Wissen wo ihr Platz ist!“ stellte der Mann mit ruhiger Stimme fest.
Fest entschlossen mich nicht verschrecken zu lassen, antwortete ich: „Sie Wissen wohl nicht mit wem sie Reden, meinen Platz habe ich schon vor langer Zeit gefunden!“ Innerlich konnte ich mich gerade selbst Ohrfeigen. Ich hatte mich auf ein Gespräch mit einem Fremden eingelassen, was auch noch damit angefangen hatte, mich zu beleidigen.
„Sie sehen so aus, als ob sie nicht wüssten wer sie sind.“ Erklärte er ruhig und sachlich.
„Und wenn sie ihren Platz kennen, warum kommen sie dann in meinen?“
Verdutzt sah ich ihn an und musste wieder in diese Augen sehen. Sie strahlten Stärke aus, und etwas, was ich lange nicht mehr gesehen hatte, Vertrauen und Verständnis.
„Wollen wir nicht zusammen noch etwas Trinken und uns dabei Unterhalten? Sie sehen wie ein junger Mann aus, der Hilfe braucht.“
Und wirklich, ich ging mit. Ich vertraute mich diesem Mann an, ohne zu Wissen, das es mein ganzes Leben verändern würde.

Kapitel 1