Kapitel 23

Es dauerte Stunden bis wir aus dem Tempel gehen konnten. Immer wieder kamen Leute auf mich zu und gratulierten mir. Lächelnd arbeitete ich mich durch die Massen, bis ich schließlich mit Takeo und Arai zurück ins Hotel fuhr.
Nur kurz wurde mir Ruhe gegönnt, schon wartete das Bankett auf mich, was eine kleine Nachfeier meiner Taufe darstellte. Die Betonung hatte auf KLEIN gelegen, es waren ja auch „nur“ 300 Gäste da. Isis und Takeo geleiteten mich in die Halle, Denahi blieb hinter mir. Die Menschen dort wurden Still als sie mich sahen, dann erhob sich ein Mann. Er musste sehr Alt sein, sein haar war ergraut und seine Beine Zitterten, doch seine Stimme war fest und klar.
„Willkommen Sheitan, Herzlich Willkommen in Japan und im Clan der Otori.“
Alle anwesenden, auch Takeo, Isis, Lord Arai, der General und Denahi erhoben sich von ihren Sitzen und stießen auf mich an. Gläser klirrten und Stühle wurden gerückt, bis Isis sich setzte und mich Anwies, neben ihr Platz zu nehmen.
In dieser großen Runde begann ich mich wohl zu fühlen. Isis lächelte mir zu und Takeo gab sich Entspannt. Denahi, der neben Lord Arai zu meiner Linken saß, sah neugierig zu mir herüber.
Dass Essen, was nun auf den Tisch kam, schmeckt besser als alles was ich bissher gegessen hatte. Vermutlich nur, weil diese Anspannung von mir gefallen war und meine Zukunft nun wieder klar vor mir lag. Nach ungefähr 3 Stunden stand ich auf, ich war Müde und wollte nicht am Tisch einschlafen.
„Ich danke ihnen allen für ihr Erscheinen bei meiner Taufe. Bitte entschuldigen sie dass ich nun gehe, aber ich bin Müde und möchte morgen mein Training nicht schleifen Lassen. Bitte feiern sie weiter, mein Vater wird ihnen wohl noch erhalten bleiben.“
Einige Lachten, die meisten lächelten verständnisvoll und Takeo grinste. Isis stand auf und verabschiedete sich, sie würde morgen zurück zur Tempelanlage fliegen. Ein wenig Schüchtern trat ich ihr entgegen und verneigte mich tief. Sie lächelte, zwang mich aufzustehen und umarmte mich.
„Du bist ein lieber Junge Sheitan, wenn wir uns wieder sehen kommst du in die Tempelanlage. Ich wünsche dir viel Glück bis dahin und dass du Gesund bleibst. Ich weis dass Takeo stolz auf dich ist, und ich....... ich bin es auch.“
Behutsam zog sie mich an sich, hielt mich so Gefangen in ihrer Umarmung. Wenn ich restliche Zweifel hatte, sie wurden weggekuschelt. Isis hielt mich wie eine Mutter fest. Endlich hatte ich die Gewissheit dass ich in einer neuen Familie war.
Seelig ging ich zurück in mein Zimmer, warf mich aufs Bett............. nur um mein Handy gegen den Kopf zu bekommen!
Ärgerlich langte ich danach und erstarrte mitten in der Bewegung. Wie lange war der Anruf von Kevin schon her?
In meinem Kopf tauchten die Bilder der Jungs auf, besorgt, auf mich wartend. Und mein schlechtes Gewissen ließ natürlich nicht lange auf sich warten. Sollte ich Anrufen?
Es konnte bestimmt nicht schaden, wenn ich ihnen Sagte dass es mir gut geht und sie sich keine Sorgen mehr machen brauchten. Ich wählte Kevins Nummer und wartete.
„Richardson?“
Nach Worten Suchend meldete ich mich
„Hi Kev, ich bin’s...“
„Hey, Nick! Wir haben uns schon Sorgen gemacht, weil wir nichts von dir hörten! Wir wissen ja nicht mal wo du steckst!“
„Ich....... ich wollte mich nur melden und sagen dass alles okay mit mir ist. Mir geht es wieder gut“
Ich spürte Kevins Besorgnis, als er nun kurz innehielt und dann weiter Sprach.
„Mir war nicht klar, dass es dir so schlecht ging... Wenn du noch Zeit brauchst, oder jemanden zum Reden, oder sonst irgendwas... Nick, wir sind immer für dich da. Das weißt du, ja?“
„Kev, ich habe hier jemanden zum reden und mir geht es wirklich gut. Ehrlich. Ich weis nur noch nicht wann ich zurückkomme.“
Wieder herrschte einen Augenblick Stille in der Leitung, da erst wurde mir klar, wie diese Worte auf Kevin wirken mussten.
„Verstehe. Du fehlst uns sehr, kleiner Bruder.“
„Ihr mir auch, ich hab oft an euch gedacht“
„Wir warten hier auf dich... Komm wann immer du dich danach fühlst. Aber lass es nicht mehr zu lang dauern, ja? Sonst machen wir uns wirklich Sorgen und fangen an nach dir zu suchen...“
Ich hörte die Wärme in seiner Stimme heraus, er sprach mit mir wie mit einem Verängstigten Tier. Ich hörte sein lachen, am Ende des Satzes, und doch zweifelte ich nicht dran, dass er seine Drohung, mich zu suchen, wahr machen würde.
„Okay, großer Bruder, ich hab dich auch lieb. Und wie........ was machen die anderen? Brian und Aj? was macht Howie?“
Kevin lachte leise
„Oh, Brian ist noch immer schwanger, aber das Kind ist da... Es ist ein bisschen blöd, dass nun ich dir das sage, aber wir konnten dich ja nicht erreichen... Am 26. November kam dein Neffe Baylee Thomas Wylee zur Welt, 53 Zentimeter, dreieinhalb Kilogramm. Ich gratulier dir, du bist ein frischgebackener Onkel...“
Ich war sprachlos. Brians Kind war da?
„wow........................ äääääh Woha, ich..... ich ....... wow“
Kevins Lachte lauter
„Ja, so was Ähnliches dachte ich auch im ersten Moment.“
„Wir sind also nun sechs Backstreet Boys?“
„Ja, man kann das wohl so nennen.’“
„Warst du dabei? Geht es Brian und Leigh gut?“
„Hey, da solltest du Leighanne aber besser kennen als anzunehmen, sie ließe jemanden dabei sein außer den Großeltern oder dem werdenden Vater.....Nein, aber ich war letzte Woche da und hab mir den kleinen Erdenbürger angesehen. Er ist unglaublich süß... Kaum hatte ich ihn auf dem Arm, fing er an zu schreien... Brian, erzählte sein Dad, war nach der Geburt etwas blass im Gesicht, Leigh geht es sehr gut. Ein paar Tränen und so, das Übliche eben.“
Ich machte mir Vorwürfe, wie hatte ich so etwas nur verpassen können. Mit Bedrückter Stimme fuhr ich fort.
„Oh Mann und ich hab dass verpasst. War Brian sehr sauer?“
„Ach was, woher denn... Er weiß ja, dass du in letzter Zeit viel Stress hattest. Er vermisst dich nur entsetzlich und möchte dir seinen Sohn vorstellen. Wann kommst du zurück?“
„Ich weis es noch nicht, mir sind da,“
in meine Gedanken schlich sich Takeo, wie er lachte und mich beim Essen vorgestellt hatte,
„Noch ein paar Sachen dazwischen gekommen.
„Was für Sachen?“
“Dass kann ich dir schlecht erklären, du ich. ich muss Schluss machen, ich muss noch was erledigen. kann ich dich zurückrufen?“
Ich hörte das Seufzten von Kev, aber ich brauchte wenigstens etwas Zeit um einige Dinge zu klären
„Okay... Aber, bitte Nick, melde dich bald, ja? Hier warten vier sehr besorgte Brüder auf dich.“
„Ich melde mich spätestens in 12 stunden, versprochen. So ich muss los,...... bye.“

Ich fühlte mich elend, wie hatte ich sie so vernachlässigen können? Brians Sohn war da und ich... ich war nicht da Gewesen. Völlig Verwirrt ging ich wieder nach Unten und suchte meinen Vater, ich musste zurück nach Amerika. Wie würde er darauf reagieren?
Isis fing mich in der Lobby ab, als ich gerade wieder in den Festsaal wollte.
„Sheitan, bleib stehen. Was ist los?“
„Ich muss mit Takeo reden, weist du wo er ist?“
Sie verzieh mir dass „du“ in dem Augenblick wo sie mir in die Augen sah.
„Er ist in sein Zimmer gegangen, du weist wo es ist?“
„Ja Herrin des Tempels.“
Sie lächelte Wissend und drehte sich um, machte mir den Weg frei.
Ich rannte den Weg zurück und blieb vor Takeos Zimmer stehen. Von der anderen Seite des Flures kam Denahi auf mich zugeschossen.
„Sie müssen noch lernen, was es heißt einen Diener zu haben Herr.“ Bemerkte er schlicht als er mich erreichte.
„Wieso?“
„Sie hätten mich schicken müssen. So zeigen sie dass sie mir nicht Vertrauen.“
„Ups. Ich ............. äääääh.“
„Kein Problem, wir üben noch.“
Ich sah ihn an und musste lachen, er auch. Plötzlich ging vor uns die Tür auf und Takeo sah uns erstaunt an.
„Kann ich den zwei Herren irgendwie helfen oder wollte ihr nur vor meiner Tür stehen und lachen?“
Immer noch lachend gingen wir ins Zimmer und Denahi versuchte sich zu Verneigen, was allerdings Scheiterte, da er immer wieder vor Lachen fast umkippte. Schließlich wurde auch Takeo von unserer Stimmung angesteckt und half Denahi auf, der nun tatsächlich umgefallen war.
„Okay ihr zwei, was ist los?“
„Wir sind uns einig geworden dass wir noch Üben müssen.“ Sagte ich schlicht und lachte wieder los. Es dauerte einige Zeit bis ich mich wieder Beruhigte und mir der Grund für mein Kommen wieder einfiel.
„Vater? Ich............ ich möchte zurück nach Amerika.“

Kapitel 24