Kapitel 21
Ich fühlte mich benommen als ich versuchte Aufzustehen und mir mein Schwert, das neben mir lag, wieder umband. Mich hatte etwas Mächtiges Berührt, damit musste ich erstmal klarkommen.
Auch Isis hielt sich zurück, scheinbar hatte sie nicht erwartet, dass es so schnell gehen würde. Okay, ich hatte dass wohl am wenigsten Erwartet.
Mit einem Mal musste ich an die Kornflakeswerbung denken, Erwecke den Tiger in dir..... Ob die wohl wussten wie sich so etwas anfühlte? Bestimmt nicht.
Befreiter lächelnd ging ich aus meinem Zimmer und in die Lobby, wo der General und Lord Arai auf mich warteten. Ich fühlte mich so lebendig wie nie Zuvor, voller Kraft und Selbstvertrauen. In diesem Augenblick wusste ich dass mich so leicht niemand Besiegen konnte.
Denahi schritt neben mir her und sah sehr zufrieden aus. Kein wunder, als Diener eines Otorilords erwarb er mehr Anerkennung als wenn ich nur ein einfacher Soldat bleiben würde.
Takeo setzte sich neben mich im Wagen und wir mussten eine ganze Weile Fahren bis wir an dem Tempel angelangt waren, in dem ich zum Otorierbe Getauft werden sollte.
Im glänzenden Gold präsentierte sich die Anlage. Die Statuen der verschiedenen Götter ragten aus den Reinweisen Steinen und wurden von feuerroten Ahornbäumen sanft umrandet.
Die Brücken, welche sich über die unzähligen Bäche spannten, waren eine Augenweide aus Rot und Goldtönen. Das war aber noch nichts gegen den Tempel selbst.
Aus reinem Gold gefertigt überragte er die Anlage. An einem See gebettet wartete er scheinbar auf alle, die zu den Göttern sprechen wollten. Und ich wollte es noch vor meiner Taufe tun.
Still betrat ich die Tempelanlage und verneigte mich vor dem Mönch, der mir am Eingang meine Schuhe abnahm. Auch Jato ließ ich bei ihm zurück und ging auf den Hauptaltar an der gegenüberliegenden Wand zu.
Bishamon, Herr des Krieges höre mich an. Ich klatschte dreimal in die Hände und legte die dünnen Reisplätzchen ab. Dann ging ich vor dem Altar in die Knie und berührte ihn leicht mit der Stirn.
Herr ich danke dir. Für meine Familie, meine Freunde und meinen Schutzgeist. Möge deine Güte mich ewig begleiten, lass mich nicht wanken und geb mir die Stärke um durch zu halten. Lass mich richtig handeln und gebe mir die Weisheit mein Folk zu führen. Ich bitte dich, oh Herr, lass meine Familie stolz auf mich sein, und gebe meinen Freunden in Amerika die Gabe mich zu Verstehen. Geb mir die Möglichkeit beide Seiten meines Lebens zu vereinen und lass mich nie Schwach werden.
Ich erhob mich schweigend und verneigte mich vor dem Altar. Isis und Takeo warteten am Eingang um mich in den Tempelhof zu führen. Ich hörte das Geräusch vieler Stimmen als wir uns dem Platz nährten. Ein Blick auf Takeo genügte um mich zu beruhigen.
Bevor wir nun auf den Innenhof traten wurde ich in ein Zimmer gelotst, dass seitlich versetzt des Hauptgebäudes lag.
Du wirst gleich getauft werden Nick, deinen alten Namen wirst du zusammen mit deinen Kleidern nun ablegen. Dort hinten steht eine Trennwand, hinter der ein Kimono hängt, der dir bekannt sein Dürfte. Zieh ihn an und komm dann wieder zu uns.
Ich verneigte mich vor Isis und schaute hinter die dünne Papierwand, die den Raumteiler bildeten und zog mich um. Es war derselbe Kimono, denn ich schon bei der Schwertweihe getragen hatte. Eng schmiegte sich der Dunkle Stoff um mich als ich wieder zu Isis und Takeo stieß.
Bist du bereit mein Sohn?
Ich lächelte und drückte kurz seine Schulter um mich dann Isis zu zuwenden.
Sie nickte und wir gingen durch die Türe wieder in den Innenhof. Vor mir verschwamm eine farbige Wand aus Kimonos und Rüstungen, gepaart mit dem, immer wieder aufblitzen, von Schwertern.
Als ich nervös werden wollte geschah etwas Sonderbares. Blaue Augen tauchten in meinen Gedanken auf und eine Stimme widerhallte in meinem Kopf.
Du bist nicht irgendwer, vergiss dass nie. Ich bin freiwillig bei dir geblieben und ich habe sehr viel Macht, die ich nun mit dir teile.
Ich straffte meine Schultern und ging, ohne mich umzusehen, gerade auf Isis zu, die mich an einem Altar in der Mitte des Platzes erwartete.
Vor ihr war eine schale aufgebaut, die seltsam schimmerte. Als ich näher kam, konnte ich eine, seltsam Blauschimmernde, Flamme sehen, die in dieser Schale tanzte.
Stell dich bitte hier hin und schau immer in diese Flamme. Sag mir was du siehst.
Ich blickte hinein und sah eine Wiese, ein Tiger spielte dort und tollte herum, immer um einen Mann herum, der versuchte ihn zu verjagen. Dem Tier schien es spass zu machen denn Mann zu ärgern, denn es lief immer nur so schnell, dass der Mann gerade noch mit kam. Dann veränderte sich die Szene. Sie waren in einem Wald angekommen und der Mann war näher an dem Tiger als sonst. Da drehte dieser ab und griff den Mann an. Dieser konnte sich nicht schnell genug abwenden und starb.
Ein Tiger hat einen Mann getötet. Erst kam der Mann nicht nahe ran, als er es konnte tötete der Tiger ihn.
Isis lächelte: Da hab ich ja den richtigen Namen gefunden. Mehr sagte sie nicht und wandte sich der wartenden Menge zu.