Kapitel 19
Bevor wir den See verließen gab Arai mir eine Kette, die einen runden Anhänger trug. Der Anhänger war in der Mitte gespalten, die eine Seite gab er mir, die andere trug er selbst.
Les es und denke immer daran! wies er mich an und hielt mir die beiden Stücke entgegen.
Wir sind weit gekommen, wie weit können wir kommen?
Stand dort in japanischen Zeichen geschrieben. Ich nickte und schloss die Kette um meinen Hals. Ein Gefühl von Stärke durchflutete mich erneut und schwemmte die letzten trüben Gedanken und Zweifel weg.
Zusammen gingen wir zurück ins Hotel und setzten uns in das Restaurant. Plötzlich kam ein Diener des Hotels zu uns und verneigte sich.
Herr, sprach er zu Arai gewandt, in der Lobby wartet ein Herr auf sie, darf ich ihn zu ihnen führen?
Gerne.
Er lächelte mir zu.
Du wirst noch eine ganze Zeit lang Unterricht brauchen. Du hast eine fantastische Art zu Kämpfen, nur musst du sie unter Kontrolle bekommen. Ich werde dir einen Diener mitgeben, der ein wenig mit dir Trainieren und auf dich Achten kann.
Bevor ich etwas einwenden konnte war ein kleiner Japaner mit sehr Ausdrucksstarken Augen an uns herangetreten und hatte sich vor Arai verneigt. Ich erkannte die Dienstkleidung der Diener der Otori.
Dies ist Denahi, er wird dich nach Amerika begleiten, wenn du wieder nach Hause fliegst.
Überrascht sah ich ihn an und musste mich daran erinnern, den Mund wieder zu schließen.
Wolltest du nicht zurück nach Amerika? helles Lachen verhinderte meine Antwort, auf die Arai wohl auch nicht gewartet hatte.
Takeo war in der Tür des Restaurants erschienen und hatte uns gesehen. Ein begeistertes strahlen auf dem Gesicht kam er auf uns zu. Er nickte Arai nur einmal kurz zu, dann erhob sich dieser und begab sich zum Ausgang.
Du verzeihst mir doch wenn ich deinen Patona entführe oder? Wir müssen noch was vorbereiten, komm bitte erst in einer Stunde wieder in dein Zimmer ja? Mit diesen Worten verschwand auch er und ließ mich mit Denahi alleine.
Der schien auch etwas Überrumpelt, denn auch er suchte nach Worten um dieses Eisschweigen zu überbrücken.
Hi ich bin Nick, sagte ich und hielt ihm meine Hand hin. Nach anfänglichem Zögern nahm er sie und schüttelte sie herzlich.
Ich danke ihnen dass sie mich Aufnehmen Herr, ich werde alles tun, was sie verlangen!
Okay, also ich Wusste nicht dass ich einen Diener bekommen würde, aber okay, damit muss ich wohl jetzt klarkommen. Können wir dieses Herr nicht lassen? Ich kenn dass nicht!
Ich muss dass machen, zumindest solange wir noch in Japan sind.
Warum musst du eigentlich weg? Hast du denn keine Familie hier? Ich stellte es mir grausam vor, jeden und alles hinter mir zu lassen. Besonders als Diener.
Ich will mitkommen, da ich nur so Ehre aufbauen kann. Meine Verlobte wird warten, bis wir zurückkommen.
Bist du kein bisschen Traurig?
Nein, Lord Takeo Otori hält sehr viel von ihnen. Zudem haben sie uns so sehr Geholfen.
Wo habe ich euch denn Geholfen?
Als sie Lord Takeo Otori etwas über Gleichberechtigung erzählt haben!
Nun fiel es mir wieder ein. Takeo hatte mir von einem Aufstand seiner Bauern berichtet. Nur um es sich von der Seele zu reden, zu seiner Verwunderung hatte ich seine Meinung nicht geteilt.
Warum sollte ich den Bauern nachgeben? hatte er gefragt und mich angesehen.
Weil sie euch ernähren! Sie bringen den Reis in eure Schüsseln, sie versorgen das Vieh, das später als Fleisch auf euren Tellern liegt. Sie halten eure Felder in Ordnung, so dass ihr genug zu Essen habt. Meinst du nicht, dass sie dafür wenigstens ein wenig Anerkennung verdient haben?
Eine weile hatte er Geschwiegen, dann hatte er mir auf die Schulter geschlagen.
Du bist sehr Gescheit, du hast Recht.
Dass es den Bauern was genützt hatte, Wusste ich nicht.
Also ein Tiger ja? riss mich Denahi aus meinen Gedanken und sah mich an. Da haben sie sich ja einiges Vorgenommen.
Wieso? wollte ich perplex Wissen, schließlich hatte ich es mir ja nicht Ausgesucht.
Sie Wissen schon dass der Tiergeist eines jeden Kriegers in dessen nähe zu Finden sein muss?
Ich schüttelte den Kopf, was Denahi zu einem Lachen reizte.
Was soll dass bedeuten? fragte ich vorsichtig, obwohl ich die Antwort schon vermutete.
Sie müssen sich einen weisen Tiger anschaffen. Bestätigte er meine Befürchtungen. Gedanklich schluck ich die Hände über den Kopf zusammen, wie sollte ich dass denn hinbekommen? Ich war doch nicht Siegfried oder Roy.