Kapitel 16
Das belanglose Essen, von dem Isis gesprochen hatte, war wirklich alles andere als belanglos. Takeo wies mich an, rechts neben ihm zu sitzen, ein Platz, der traditionell von einem Leibwächter übernommen wird. Das war also die neue Aufgabe, der ich mich zu stellen hatte.
An den Gesprächen, die ich ja Verstand, konnte ich feststellen, dass mein Stand gar nicht so schlecht war, wie ich zuerst vermutet hatte. Alle Männer am Tisch sahen neugierig zu mir und stellten mir sogar fragen. Und ich war zum ersten Mal berechtigt, ihnen zu Antworten.
Es war neu für mich, keine Frage, aber es war nicht schwierig, alle waren Freundlich zu mir, ich wurde nach meinem Leben gefragt, nach Freunden, Eltern und nach meinem bisherigem Leben. Und ich bemerkte dass dahinter keine Bösartigkeit, sondern reine Neugier lag.
Auch Takeo wurde lockerer, er Lachte, wurde Sicherer, was meinen Umgang betraf und überließ mich zeitweise sogar mir selbst.
Am ende des Abends waren Takeo, Arai und ich uns einig, dass ich es wohl doch nicht so schwer haben würde, wie zuerst angenommen. Meine Aufnahme hatte ich mit Bravour gemeistert.
Am nächsten Morgen wurde ich Geweckt und ging hinunter um zu Frühstücken. Wieder wurde ich von den Kellnerinnen Begrüßt, die sich nun einen Spaß daraus machten, mit mir japanisch zu Reden.
Dann zog ich meinen Trainingsanzug an und ging in die Halle zurück, wo der General mich bereits Erwartete. Obwohl ich wusste, dass ich viel zu früh war, entschuldigte ich mich für meine Unpünktlichkeit und begann mit dem Aufwärmen.
Auf einmal klingelte es, es dauerte eine Weile, bis ich begriff, dass es mein Handy war!
Dieser Anrufer hat ein beschissenes Timing, sagte ich laut und sah den General an, ob er, wegen der Störung, verärgert war.
Und er hat Ausdauer, geh rann, danach machen wir weiter. Willst du auch was trinken? Ich hol was.
Nachdem ich verneinte, nahm ich das Gespräch an.
Carter?
Hey kleiner, ich bins, Kevin.
Tausend Fragen schossen auf mich ein. War etwas zuhause geschehen? Was wollte er von mir? Hatte ich jemanden vergessen bescheid zu sagen?
Nick? Schläfst du noch?
Nein Kevin, keine Sorge. Was gibt es denn?
Ich wollte nur wissen, wann du aus deinem Urlaub zurückkommst, und wo du eigentlich bist. Das weiß irgendwie keiner.
Ich bleib wohl noch ein wenig, muss noch ein wenig entspannen. Log ich, während ich gleichzeitig mit dem Aufwärmen weitermachte. Ohja, Entspannung würde ich brauchen, allerdings nur vom gestrigen Tag.
Lass dir Zeit kleiner, aber sag mir wenigstens wo du bist.
Sorry Kevin, aber ich brauch was ruhe, ich kenn dich doch, du würdest sofort hier auftauchen.
Komm schon Kleiner, ich mach mir doch auch nur Sorgen.
Kevin, es tut mir sehr leid, aber ich bin keine 13 mehr. Ich brauche keinen mehr, der ständig auf mich aufpasst!
Ich meins ja nicht böse, ich will nur verhindern, dass du irgendwelchen Mist baust.
Kev? Ich muss Schluss machen, hab noch was zu tun, ich meld mich wieder okay?
Ohne eine Antwort abzuwarten legte ich auf und wandte mich wieder dem General zu, der in einer Ecke sitzend auf mich gewartet hatte.
Verzeiht Herr, es wird nicht wieder vorkommen. Mit diesen Worten schaltete ich das Handy aus und steckte es zurück in meine Tasche.
Der General gab mir meine Übungswaffen da Jato geschont werden sollte.
Mit den Sai, den Kurzdolchen, fingen wir an.
Das Gespräch mit Kevin ging mir nicht aus dem Kopf, so das ich unkonzentriert war und General Tai schließlich Takeo dazuholte, weil er meinte, dass ich ihn nicht ernst genug nehmen würde.
Takeo sah mir in die Augen und wusste bescheid.
General, ich schätze er ist Heute nicht in der Lage zu trainieren, der gestrige Tag war sehr anstrengend, dass werden sie sicher Verstehen. Bitte lassen sie uns für einen Augenblick alleine, Morgen wird Nick sich mit Sicherheit mehr Anstrengen.
Ich dankte dem General für seine Nachsicht und kniete mich vor Takeo, der mich still und beobachtend Ansah.
Was ist passiert Nick? Du bist durcheinander, deine Gefühle rotieren und du bist Aufgebracht.
Kevin hat angerufen... betreten sah ich zu Boden.
Du hast Heimweh?
Ich konnte nur Nicken, während ich mir gleichzeitig unheimlich Kindisch vorkam. Diese Leute taten doch alles für mich, war es nicht sehr Undankbar, wenn ich jetzt nach Hause flog?
Takeo holte Jato aus meiner Tasche und reichte es mir.
Nimm es. Sagte er nur kurz angebunden und hielt mir das Schwert hin.
Ich zog es aus der Scheide und begann, wie von selbst, bestimmte Schrittfolgen nachzumachen.
Plötzlich fühlte ich eine art Wärme in den Fingern, die sich schnell auf den Arm ausbreitete. Dass Schwert begann in meinen Händen zu zittern.
Takeo betrachtete das und zog Boya heraus. Er stellte sich mir gegenüber und warf mir einen Gesichtsschutz zu. Auch er trug einen, genau wie Schienbein Schoner und Polsterungen an den Armen.
Lass es raus. Sagte er nur noch als er mich Angriff.
Langsam, um ein Gefühl für die, in meiner Hand pulsierende, Waffe zu bekommen schwang ich Jato vor mir her. Griff Takeo allerdings nicht an. Damit erreichte er dass ich mich wieder auf ihn Konzentrieren musste. Meine Bewegungen wurden Flüssiger, Nachdrücklicher und nach einer Weile setzte ich mich schwer atmend hin. Ich war verschwitzt und fertig, geschafft und gleichzeitig Überglücklich. Mit Takeo hatte ich nicht gekämpft, sondern mit mir selber!