Kapitel 14

Ich hatte nicht lange geschlafen als Takeo sich in mein Zimmer schlich. Er berührte mich an der Stirn und lächelte mich an.
„Geht es dir Besser? Isis sagte das du reichlich schlaf brauchen würdest.“
„Ich hatte das Gefühl das meine Beine nachgeben, aber jetzt geht es.“
„Dann steh bitte auf und geh erstmal ins Bad. Mach dich fertig, ich werde hier auf dich warten.“
Ich tat was er von mir Verlangte und kam, nach einer kurzen Dusche, wieder hervor. Nur mit einem Handtuch bekleidet, stand ich vor meinem Schrank als Takeo sich wieder bemerkbar machte.
„Trag den!“ Wies er mich kurz an und warf mir ein Packet quer durch das Zimmer zu. Es war leicht, und ich öffnete es langsam. Er stand lächelnd hinter mir und beobachtete mein Gesicht.
Das Packet enthielt einen schwarzen Kimono, der auf dem Rücken mit einem rotem Drachen bestickt worden war. Wie der restliche Kimono was der Drache aus Seidenfäden gewebt, die Augen jedoch bildeten zwei Rubine.
„Schwarz, die Farbe des Anfangst, und Rot, die Farbe des Neubeginns. Beides in diesem Kimono, der dich einen Wichtigen Schritt lang begleiten wird. Aber dies ist nur die halbe Gabe für einen neuen Anfang. Ein Samurai, oder Lord was dasselbe ist, kann nicht ohne ein eigenes Schwert auskommen. Du wirst dich nur mit diesem Griff verteidigen können, kein anderes Schwert wird dich ab jetzt begleiten. Hier,“ dabei öffnete er ein neues Packet, „ist dein Schwert. Niemand hat es bisher berührt, niemand wird es je wagen. Beschütze es, es wird dich zu einem besseren Kämpfer machen. Wenn du es beherrschst, wird es tanzen.“
Damals wusste ich noch nicht, dass es genau dieselben Worte waren, die sein Vater ihm gesagt hatte. Ich war einfach nur dankbar und versuchte das Zittern in meinen Beinen zu ignorieren.
„Du wirst gleich etwas sehen, was nicht viele vor dir zu sehen bekamen. Die Schwertweihe wird nur noch geheim Praktiziert, was seinen Grund hat. Aber bei unserem Clan ist sie immer dann Präsent, wenn ein neuer Schüler seine Laufbahn beginnt. Ein Schüler aus gutem Hause, also ein möglicher Erbe des Clans. Mit dieser Zeremonie wirst du in diese Reihen aufgenommen. Bist du dazu bereit?“
Ich nickte nur Stumm. Ich war bereit, bereit für ein neues Leben, für einen neuen Anfang.
Und dieses Schwert würde tanzen, mit mir, durch mich.
Federleicht lag der glitzernde Stahl in meinen Händen und ich musste daran denken, das es tödlich war, sich diesem tanz zu widersetzten. Ich spürte die Macht dieser Klinge und wollte sie beherrschen.
„Du musst einen Namen wählen, denn dieses Schwert braucht einen!“
„Wie heißt dein Schwert?“
„BOYA, kleine Flamme. Ein Zeichen das Namen trügen können.“
In diesem Moment erinnerte ich mich an die Bruchstücke eines Schwertes, das er mir mal gezeigt hatte. Es war sein erstes Schwert gewesen, und dass, was ihn alles beigebracht hatte. Warum nicht diesen Namen wählen?
„Wir müssen langsam los. Die Wagen warten nicht lange. Bist du soweit?“
„Ja Lord Otori, ich bin es. Aber eine Frage hab ich da noch, was wird bei dieser Zeremonie von mir verlangt?“
„Da musst du keine Angst haben. Du hast dabei herzlich wenig zu tun. Ein Diener wird das Schwert Testen. Er wird einen Holzscheit zerteilen. Wenn das Schwert kaputtgeht oder nur beschädigt wird, bekommst du es nicht.“
„Was passiert denn dann?“
„Bekommst du ein neues. Früher wäre allerdings mehr passiert. Damals wurden Schwerverbrecher so hingerichtet. Sie wurden über einen Erdhügel gefesselt und dann in der Körpermitte gespalten. Damit hatten sie, neben ihrem Tot, noch die Möglichkeit ehrenvoll zu Sterben. Wenn das Schwert dabei zersprang oder nur eine kleine Macke bekam, wurde der Schmied ebenfalls getötet. Sie schmiedeten also um ihr eigenes Leben, da man dem Samurai, der dies Schwert bekommen sollte, ja keine untaugliche Waffe geben konnte. Beschützte er doch das Land, indem der Schmied lebte.“
„Nette Sitten. Bin ich froh, dass ich das nicht sehen muss.“
Er lächelte und deutete mir an, dass wir los mussten.
„Isis und der General sind schon im Tempel. Arai fährt mit uns dorthin, er wird dein Patona, dein Pate, sein. Und dich damit durch deine Ausbildung begleiten.“
„Meinst du nicht, dass er das vielleicht gar nicht will?“
„Nein, er hat sich, sogar äußertest freiwillig, angeboten. Er will dein Patona sein!“
Wie waren mittlerweile in der Lobby angekommen und betrachteten die Putzfrauen, die noch damit beschäftigt waren, die Überreste unseres Kampfes zu beseitigen.
„Sind die uns nicht Böse?“ fragte ich in Richtung Takeo und versuchte, möglichst unauffällig, aus dem Hotel zu kommen.
„Nein, das passiert hier öfter,“ war alles was er dazu sagte.
Auf mein verdutztes Gesicht hin lachte er immer noch, als Lord Arai den wagen bestieg und wir losfuhren.

Kapitel 15