Kapitel 12

Nach dem Training schoss ich förmlich die Treppe hinauf, in Erwartung einer Dusche. Ich hatte nun schon Über zwei Stunden Trainiert, davon sogar eine mit den Wurfsternen, und hatte dementsprechend geschwitzt. Vor meiner Tür jedoch bekam ich einen gewaltigen Dämpfer. Dort saß Lord Arai!
Schneller als er reagieren wollte, warf ich meinen Oberkörper nach vorne, so da ich bestimmt die schnellste Verneigung der Welt hinbekam.
„Wo warst du?“ fragte er und klang dabei eigentlich sehr freundlich.
„Ich habe Trainiert Herr,“ antwortete ich und versuchte, natürlich unauffällig, nach meinem Handtuch fischte, was mir von den Schultern geglitten war.
Er kam auf mich zu und nahm das Handtuch auf. „Wie ich gerade fühle sogar recht fleißig! Lass uns in dein Zimmer gehen.“
Ich ließ ihm den vortritt und schloss die Tür hinter mir. Mein Blick wanderte hinüber zur Minibar und machte mir so begreiflich, dass ich wahnsinnigen Durst hatte. Aber Trinken durfte ich jetzt nichts, ich musste alles Vermeiden, das ein schlechtes Licht auf mich warf. Ich bot ihm den Sessel an, während ich mich auf den Boden Setzte.
„Ich wollte mich wegen der Kommentare, die ich während deiner Prüfung gesagt habe, entschuldigen. Es war im höchsten Maße unfair.“
„Ich bin mir sicher das sie ihre Gründe hatten Herr.“
Er fixierte mich und lächelte.
„Ich weis dass du sehr Höflich sein kannst, dabei würde es dir keiner Verübeln, wenn du mich nicht mehr grüßen würdest.“
“Doch, ihr Herr. Ich weis wen ich beeindrucken muss!“
Zu meinem erstaunen verging ihm, trotz dieser Antwort, sein lächeln nicht.
„Es tut mir leid, deine Familie muss sehr stolz auf dich sein. Du kämpfst sehr gut.“
„Ich möchte sie bitten meine Familie nicht mehr zu erwähnen.“
Interessiert sah er mich an. Sein Blick spiegelte Überraschung wieder, gepaart mit Interesse.
„Erzählst du es mir? Das war eine Frage, kein höflicher Befehl, du musst es nicht.“
„Es gibt dann doch Dinge die ich niemanden Außer Lord Otori erzählen möchte. Verzeihen sie mir, Lord Arai, aber es tut noch zu Weh.“
Er verneigte sich vor mir und beendete so die Unterhaltung.
Beim rausgehen drehte er sich noch einmal um und betrachtete mich.
„Heute Abend wollen wir deine Prüfung feiern. Sei bitte um 19 Uhr unten im Restaurant, Isis mag keine Unpünktlichkeit.“
Damit überließ er mich meinen verwirrten Gedanken. Ich flog regelrecht zur Minibar, da ich es vor Durst nicht mehr aushielt. Mit der Flasche Wasser ließ ich mich in den Sessel fallen und dachte über das gerade Geschehende nach.
Lord Arai hatte sich bei mir entschuldigt! Das musste ich erstmal verdauen. Viel Zeit dafür wurde mir allerdings nicht gelassen. Da ich zu dem essen nicht unpünktlich sein durfte, zog ich es vor, jetzt schnell zu Duschen und dann nach Unten zu gehen.

Viel zu früh fand ich mich in der Halle ein und wartete in der Sitzecke auf die anderen. Isis kam als erste und wirkte fröhlich und gelöst. Auch Takeo strahlte über das ganze Gesicht und machte die ganze Zeit Witze, bis Lord Arai auch zu uns stieß. Auch er war etwas lockerer, scherzte sogar mit mir, was Takeo mit Verwunderung zur Kenntnis nahm.
Während des Essens stieg die Spannung am Tisch jedoch gewaltig.
Ich spürte, dass Takeo, sowie Isis, mir etwas sagen wollten, es aber herauszögerten, weil Lord Arai dabei war.
Auch er schien gespannt auf etwas zu warten, als plötzlich ein kleiner Tumult in der Halle ausbrach.
Mein Kopf flog in die Richtung und auch Takeo und Arai sahen aufmerksam in diese Richtung. Ich sah, wie sie unter dem Tisch an ihre Schwerter fassten. Ich tat dasselbe und mein ganzer Körper spannte sich. Ich spürte, dass Gefahr dort war, wusste aber nicht wieso es mir so klar war. Ganz ohne dass ich es verhindern konnte, ging ich nach draußen, um zu sehen, was da war. Auch Takeo, Arai und der, eben erst hinzugekommene General, folgten mir.
In der Halle war der Teufel los. Männer mit Masken liefen umher, alle mit Schwertern oder anderen Waffen, und jeder schrie. Ich wusste nicht was da los war, worum es ging, aber mir war klar dass ich in einer Schlacht war. Takeo nickte Arai zu, der sich daraufhin zur Seite hin entfernte. Der General wich Isis nicht mehr von der Seite und ich ging zielstrebig zur anderen Seite, um Takeo notfalls zu Unterstützen.
Als einer der Männer Takeo sah, rief er etwas, einen Befehl, den ich nicht verstand. Dann ging alles sehr schnell, es begann mein erster Kampf als einer der Männer auf Lord Arai einschlug.

Kapitel 13