Kapitel 2

Takeo verriet mir auch mehr über sich. Wie viel Macht er in seiner Heimat hatte, was ich würde tun müssen um wie er zu werden. Und ich wollte alles dafür tun.
So zu sein wie er, erschien mir wie der schönste aller Träume.
Tage und nächtelang übte ich, auch in seiner Abwesenheit. Ich wurde allmählich eins mit meinem Schwert und den anderen Übungswaffen, die er mir hier gelassen hatte.
Er war sehr Überrascht als er nach einer Woche wieder in mein Leben trat. Er war in Japan gewesen. Was er da getan hatte, sagte er mir nicht.
Aber er schien ehrlich erfreut, dass ich das Training nicht schleifen gelassen hatte.
„Das sieht sehr gut aus! Du hast viel getan, als ich weg war. Es wird Zeit, dass ich dir etwas gebe.“
Mit diesen Worten ging er zurück zu seiner Reisetasche und wühlte etwas darin rum. Er zog ein längliches Packet hinaus und überreichte es mir.
„Das ist für dich! Behandel es sorgfältig und Klug. Es soll dich beschützen und ich hoffe, dass du es eines Tages wirklich unter Kontrolle hast!“
Ich starrte gedankenverloren auf den Gegenstand, der sich als Langschwert entpuppte. Verdattert starrte ich ihn an und versuchte die richtigen Worte zu finden.
„Ist gut Nick. Du musst jetzt nichts sagen.“
„Das........ das ist, ich weis nicht was ich sagen soll. Etwas Besseres hab ich noch nie Bekommen.“
„Was soll ein Otori denn ohne eigens Schwert?“
Da ich in der Zeit auch viel über die Sitten und Gebräuche in japanischen Clans gelesen hatte, wusste ich was ich zu tun hatte. Ich neigte meinen Oberkörper, bis er eine gerade Linie über dem Boden bildete.
„Eine richtige Verbeugung beginnt anders, führ deine Hände vor der Brust zusammen, Verschließe die eine Hand zu einer Faust und dann erst verneigst du dich.“
Ich tat, was er wollte und versuchte es nochmals. Diesmal war er begeistert!
„Du wirst das schon alles lernen, du machst das schon. Dann fangen wir wohl heute mit den Sitten und Gebräuchen an!“
Wir fingen an, und ich hatte nie erwartet, dass es so kompliziert werden würde.
Wir fingen zuerst mit den unterschiedlichen Verneigungen an, bei hoch gestellten Persönlichkeiten so tief wie möglich, bei niedrigeren nur einmal kurz aber deutlich nicken. Als ich das verstanden hatte, und auch die Ausführungen besser aussahen, gingen wir in ein Teehaus, um die Teezeremonie zu lernen, die immer wieder von mir verlangt werden würde.
Dort angekommen wurden wir von einer Dienerin des Hauses in einen Raum gebracht, wo eine Geisha auf uns wartete. Damals hatte ich noch den Irrglauben, dass eine Geisha eine Prostituierte sei. Das Stimmt jedoch so nicht ganz. Das japanische Wort „GEI“ in GEISHA bedeutet KUNST, so dass eine Geisha eigentlich eine Künstlerin ist. Natürlich wird sie auch liebend gerne ein Arrangement mit einem Herren eingehen, allerdings nur, wenn die Bedingungen geklärt sind. Meistens kosstet das einen Man sehr viel Geld.
Takeo bekam mit, wie sehr mich diese Frauen, mit ihrem Maskengleichem Make-up, Faszinierten. Er sagte mir alles was ich wissen wollte und auch die Geisha, die bei uns war, war sehr nachsichtig mit mir. Auch sie erklärte mir viel. Genauso wurde ich von Takeo gerügt, als ich es wagte, einen Samurai mit einem ninja zu vergleichen. Ein Samurai ist ein Lord, also eine hochgestellte Person, die ein begrenztes Stück land regiert. Wo hingegen ein Ninja eine alte Version des Auftragskillers ist! Also ist es nicht ratsam einem Samurai mit „ninja“ anzureden. Begeht man diesen Fehler doch könnte es sehr Wehtun.

Kapitel 3