Chapter 31

So leise er konnte schlich Tyler sich an das Bett seiner Mutter, die augenscheinlich noch immer tief und fest schlief.
Obwohl niemand weiter im Zimmer oder der Wohnung war sah Tyler sich um, ehe er vorsichtig zu Shoya ins Bett krabbelte.
Er hatte AJ etwas versprochen und versuchte sich ganz genau an das zu halten das AJ ihm gesagt hatte.
Natürlich wurde Shoya augenblicklich wach als das Bett sich unter Tylers Gewicht ein wenig bewegte.
„Ty… was machst du?“
“Nichts Mommy, ich wollte nur noch ein bisschen kuscheln.“
„Was hast du angestellt?“ fragte Shoya misstrauisch und rieb sich kurz über die Augen um wach zu werden.
„Ich habe nichts angestellt...“
„Sicher?“
„Ja.“
„Was willst du dann?“ Shoya kannte ihren Sohn in und Auswendig und ihr war längst klar das er nur ins Bett gekommen war weil er für irgendwas die Erlaubnis wollte.
Tyler schwieg einen Moment ehe er sich an die Worte von AJ erinnerte und seinen ganzen Mut zusammen nahm.
„Mom?“
„Hmm?“
„Ich mag die Freunde von Nick und AJ kennen lernen.“
Shoya runzelte die Stirn „Welche Freunde von Nick und…“ augenblicklich schoss Shoya hellwach in die Höhe. „Was? Hat AJ dir den Floh ins Ohr gesetzt?“
„Nein, ich…“
„Tyler… wie kommst du darauf das du die plötzlich kennen lernen willst? Das sind erwachsene und niemand zum spielen.“
„Mom… jetzt reg dich doch nicht auf.“ Versuchte Tyler seine aufgebrachte Mutter zu beruhigen. „AJ hat mir gestern Geschichten erzählt von den anderen und hat mir gesagt dass Brian Donald Duck nach machen kann und dass Kevin Achterbahn fahren mag… Du gehst nie mit mir in die Achterbahn, weil du Angst hast. Aber AJ meint Kevin würde bestimmt mit mir da rein gehen.“ Tyler nickte überzeugt und war begeistert von der Idee die anderen Freunde von Nick kennen zu lernen. Er konnte sich nicht erinnern dass die anderen Freunde seiner Mutter soooo cool waren.
„Aber Ty… Die Jungs müssen arbeiten. Die haben viel zu tun und im Moment überhaupt gar keine Zeit für uns. Im Moment sind sie in New York und…“
„Aber Mom, du hast doch gesagt du möchtest das ich sie kennen lerne… warum dann nicht jetzt?“
Shoya seufzte.
„Schatz, können wir da bitte später drüber reden wenn ich geduscht und angezogen bin?“
„Na gut.“ Tyler verzog das Gesicht und krabbelte wieder aus dem Bett seiner Mutter. Doch so kampflos wie es den Anschein machte, machte er keinen Rückzug.
Tyler wartete bis er hörte dass seine Mutter die Dusche angestellt hatte und lief dann schnell ins Wohnzimmer und nahm Shoyas Handy vom Tisch.
Wie abgemacht ließ er es bei AJ einmal klingeln und legte dann ganz schnell wieder auf und lief zurück in sein Zimmer.
Shoya hatte gerade den Frühstückstisch gedeckt und sich ein paar Worte zurecht gelegt um mit Tyler noch einmal das Thema des Kennen Lernens mit den anderen Jungs zu besprechen als das Telefon klingelte.
Es war zwar früh jedoch nicht ungewöhnlich dass um diese Uhrzeit schon jemand anrief.
„Thomas?“
„Carter!“
„Nick!“
„Shoya!“
„Was willst du?“
„Das du nach New York kommst… noch heute!“
„Nick, ich…“
„Shoya.. hier ist Brian. Du musst her kommen. Ausreden zählen nicht.“
„Aber…“
„Hey Shorty, ich bin’s AJ… du hast die Jungs gehört ich glaube du hast keine andere Wahl.“
„Leute, was zum…?“
„Howie hier. Wir können nicht länger ohne dich auf Tour sein. Außerdem nervt Kevin.“
„Hallo? Hört mir jemand…“
„Hey Prinzessin, ich kann nicht länger drauf warten bis du uns Tyler vorstellt. Außerdem vermisst du uns doch auch oder nicht?“
„Kevin…“ Kommentarlos ließ Shoya sich auf einen Stuhl fallen.
"Es ist doch so, das weißt du so gut wie ich. Wir vermissen dich, du vermisst uns, Tyler möchte uns treffen und wir Tyler... Kommt zu uns nach New York und alle haben was sie wollen."
„Aber Kev ich kann doch nicht einfach alles stehen und liegen lassen hier. Mein Geschäft und… ihr habt doch eine menge Termine und…“ Shoya fehlten nach diesem Überfall am frühen morgen eindeutig die passenden Argumente.
"Das mit den Terminen drehen wir schon, lass das mal unsere Sorge sein. Und was dein Geschäft angeht, das kann auch mal zwei Tage wegen eines Krankheitsfalls schließen, oder ich schicke jemanden vorbei der solange auf den Laden aufpasst. Ich lasse ein &Mac226;Nein’ nicht gelten, Prinzessin, also tu uns allen den Gefallen und lass uns nicht länger betteln."
Ein fünfstimmiges 'Biiiiiitteeeeee' erklang aus dem Hörer, gefolgt von einem kirchlichen Bi-hi-hi-hi-hi-hi-hiiiiitteeee und einem Ton, der einem Dampfschiff entstammen konnte, beim näheren Hinhören jedoch das gleiche Wort darstellte. Shoya wurde schnell klar, das die Jungs jetzt ihr gesammeltes Repertoire bringen würden, wenn sie nicht zustimmte...
Für einen Moment hielt Shoya den Hörer weg und wollte laut nach Tyler rufen um ihn zu fragen was er da eigentlich genau mit AJ besprochen hatte am Abend zuvor. Doch als sie sich umdrehte stand ihr Sohn schon breit grinsend, mit dem Telefon aus dem Wohnzimmer in der Hand, hinter ihr. Er hatte die ganze Zeit auf dem anderen Apparat mitgehört und baute sich nun vor seiner Mutter auf.
„Tja Mom… sieht wohl so aus als wenn du Koffer packen müsstest.“
Die Jungs am Telefon brachen in heiteres Gelächter aus und auch Shoya konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Irgendetwas hatte sie bei der Erziehung der Männer in ihrem Leben eindeutig falsch gemacht. Doch sie wollte partout nicht kampflos aufgeben und startete einen letzten Versuch.
„Ich würde euch den Gefallen ja gern tun, Jungs… aber wo soll ich so schnell Flugtickets her kriegen?“
„Da kümmere ich mich drum. Fang du schon mal an zu packen.“ Rief AJ ein bisschen zu schnell irgendwo aus dem Hintergrund hinein und sorgte erneut für Gelächter bei seinen Kollegen.
„Heißt das ihr kommt noch heute nach New York?“ fragte Kevin vorsichtig nach.
„Ich werde Maria anrufen und sie bitten ob sie den Laden Halbtags übernehmen kann für ein paar Tage und wenn Alex tatsächlich Flugtickets aus dem nichts zaubern kann, dann… ja. Sieht wohl so aus.“
Mit einem leisen Lächeln nahm Shoya das Gejubel der Jungs zur Kenntnis.

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