Chapter 41

"...und dann hat sie mir den Rest des Tages erst Vorhaltungen gemacht und dann nicht mehr mit mir geredet, obwohl ich mich wohl ein Dutzend Mal entschuldigt habe." Betrübt sah AJ seinen Freund an.
"Ich hab dir gleich gesagt, dass ihr es ihr nicht verheimlichen könnt, dass ich hier bin. Hab ich’s gesagt oder nicht?" Kevin zog, auf der Suche nach Bestätigung, die Brauen hoch.
"Ja, du hast es gesagt..." AJ seufzte, stand auf und holte Kevins Sachen aus dem kleinen Bad seines Krankenzimmers. "Dass du auch immer Recht haben musst." hörte man ihn gedämpft schimpfen.
"Ich überlege grade, ob ich nicht besser hier bleibe wo es ruhig und friedlich ist..." Kevin schaute nachdenklich auf seine halb gepackte Tasche. "Wer weiß, was Cat mir für eine Predigt hält wenn sie mich in die Finger bekommt."
"Dir?!" AJ steckte seinen Kopf durch die Tür und gestikulierte wild mit einer Hand. "Guck dich doch mal an, du siehst aus wie ein Gespenst... Sie wird dich bedauern und bemuttern, bis es dir besser geht." Er überlegte einen Augenblick. "Allerdings wird sie das alles dann in ein paar Tagen nachholen."
"Genau, mach mir Mut..." meinte Kevin trocken und ließ sich erschöpft aufs Bett sinken.
Brian kam grade mit den Entlassungspapieren herein. "Wer braucht Mut?"
"Dein Cousin hier, er traut sich nicht Cat gegenüberzutreten." AJ stopfte Kevins Sachen alle miteinander in die Tasche, bis Kevin dazwischenging und alles wieder rausholte.
"Feigling. Und warum ist er eigentlich immer mein Cousin, wenn er was angestellt hat?" Brian nahm Kevin die Wäsche ab, die er grade ordentlich zusammenlegen wollte, und schob ihm stattdessen die Papiere unter.
"Das nennt sich Sippenhaft." erklärte AJ und stopfte erneut alles in die Tasche, stieß diesmal dabei Kevins Hände weg. "Sortieren kannst du das nachher im Bus!"
"Genau, denn Johnny möchte gern, wenn du soweit in der Lage bist und nichts dagegen hast, dass wir heute Abend noch weiterfahren." begann Brian das am Vortag Besprochene wiederzugeben. "Nachdem die Konzerte vorgestern und gestern so kurzfristig verschoben werden mussten, kriegen die Veranstalter langsam kalte Füße. Das Konzert in Stuttgart ist schon morgen Abend und in den zwei folgenden Tage sind noch zwei weitere, eins in der Schweiz und eins in Italien, also haben wir viel Zeit im Bus. Wenn es dir nicht so gut geht, dass du denkst in Stuttgart auf der Bühne stehen zu können, müssen wir das abblasen und nachholen. Oder die Tour abs..."
"Vergiss es, wir werden die Tour nicht absagen." unterbrach Kevin ihn. "Die ist im Moment das Einzige, das mich bei Verstand hält... Und den Fans können wir das erst recht nicht antun, die warten seit Jahren auf uns."
"Dann also heute Abend weiter?" hakte Brian noch mal nach.
"Ganz genau. Und... Johnny soll eine Pressekonferenz einberufen."
Zwei Köpfe fuhren zu Kevin herum.
"Pressekonferenz einberufen?" echote Brian.
"Ja. Du weißt schon, diese seltsamen Treffen mit den vielen Reportern." meinte Kevin und zupfte ein T-Shirt aus der Tasche, um es ordentlich zusammenzulegen.
Schnaubend nahm AJ es ihm aus der Hand. "Wir wissen, was eine Pressekonferenz ist... Die Frage ist, wozu du eine einberufen willst?"
Kevin seufzte und verschränkte seine Finger. "Naja, irgendwie müssen wir erklären, warum zwei Konzerte so kurzfristig verlegt wurden. Ich nehme an, die Fans belagern euch immer noch und die zwei Hotelumzüge haben die Stimmung ja nun nicht wirklich beruhigt. Oder dass ich seit zwei Tagen nicht gesichtet wurde."
"Die Frage ist, wie ehrlich wir da sein sollen. Ich weiß nicht, ob es besonders viel hilft wenn wir sagen, du und AJ konntet euch Mittwoch nicht zusammen auf eine Bühne stellen, weil du ihm dann an die Kehle gegangen wärst." gab Brian zu bedenken. "Oder dass AJ nicht auf die Bühne wollte, weil seine Freundin nach dem Soundcheck zusammenbrach."
Kevin schüttelte den Kopf. "Ich habe nicht vor, AJ oder Cat da mit reinzuziehen. Das Letzte was ich will ist, dass in der Fangemeinde der Krieg ausbricht, der zwischen uns gewütet hat. Nein..." Er rieb gedankenverloren über die helle Stelle an seinem Finger, die zuvor sein Ehering bedeckt hatte. "Ich habe vor, genug von der Wahrheit zu sagen um alles zu erklären und zugleich Cat und AJ völlig herauszuhalten. Fans und Medien spekulieren garantiert längst wo ich bin. Vielleicht ist das Geheimnis, dass und warum ich in der Klinik bin, schon keins mehr. Ich hab jedenfalls nicht vor, die Fans anzulügen und ihnen zu sagen alles sei in bester Ordnung, denn das ist es nicht. Das werden sie schon bemerkt haben, so oft wie ich in den letzten Tagen, ohne Autogrammwünsche zu erfüllen, an ihnen vorbeigegangen bin."
"Du willst ihnen also sagen, dass deine Ehe am Ende ist?" fragte Brian geradeheraus.
Kevin verzog gequält das Gesicht. "Früher oder später erfahren sie es doch, warum also nicht früher? Warum nicht von mir, ehe Kristin gefragt wird wie es mir geht und vielleicht erwähnt, dass wir uns getrennt haben? So habe ich zumindest ein Mindestmaß an Kontrolle darüber, was an die Öffentlichkeit gelangt und was nicht."
Sein Blick blieb kurz an AJ hängen, dann sah er wieder weg. Aber es reichte für AJ um zu wissen, dass er es im Grunde auch für ihn tat...
"Bist du dir sicher, dass es das Richtige für dich ist?" wollte Brian wissen. Er löste Kevins Hände voneinander und hielt sie fest. "Wir könnten uns irgendwas anderes überlegen und... es vielleicht aufschieben, damit du mehr Zeit hast über alles nachzudenken."
"Genau das ist das Problem, Bri... Ich denke viel zu viel. Grüble stundenlang was ich falsch gemacht habe, was ich hätte ändern müssen, was ich tun muss, damit Kris vielleicht doch noch zurückkommt..." Kevin drückte Brians Hände, dann sah er ihm direkt in die Augen. "Aber sie wird es nicht tun, nicht um alles in der Welt... und das muss ich verarbeiten. Sie will mich nicht mehr, und ich kann daran nichts ändern, ich kann nur versuchen weiterzuleben. Unsere Fans waren so toll, als AJ in Therapie ging... Ich werde es ihnen sagen, bevor die Presse Wind von der Scheidung bekommt, damit sie wissen was los ist und nicht spekulieren müssen. Ich möchte das tun, wirklich."
Brian seufzte und starrte auf ihre ineinander verschränkten Hände. "Also gut... Ich werde Johnny bescheid sagen, aber er wird bestimmt mit dir drüber reden wollen. Was genau du sagen wirst und so." Er ließ Kevins Finger los und holte sein Handy aus der Tasche.
"Kev?"
Kevin blickte zu AJ hoch, der die ganze Zeit stumm und mit besorgtem Gesicht neben ihnen gestanden hatte.
AJ schluckte. "Kev, ich weiß, ich habs schon gesagt und... dass es nichts ändert... aber es tut mir so gottverdammt leid..." In seinen Augen schwammen Tränen.
"Das weiß ich doch, AJ." antwortete Kevin leise. "Das weiß ich doch..."

***

Zwei Stunden später stand Kevin im Bad seines Hotelzimmers vor dem Spiegel und starrte das blasse Gesicht vor sich an.
AJ hatte Recht gehabt, er sah nicht gut aus, eher wie der Tod auf zwei Beinen. Tiefe Schatten lagen um seine Augen, die irgendwie fiebrig wirkten, vor allem mit diesem Netz feiner roter Äderchen, die ihr Grün so hervorhoben. Seine Wangen wirkten hagerer als sonst, weil er sich zum Essen förmlich zwingen musste. Auch seine Muskeln bauten allmählich ab, da er das Training vernachlässigte.
Ihm dämmerte langsam, dass den aufmerksamen Fans schon längst aufgegangen sein musste, dass es ihm nicht gut ging. Wie sollte man das auch übersehen? Klar, er verlor immer etwas Gewicht auf Tour, aber das hier war schon richtig auffällig...
Aber es unterstrich nur die kleine Rede, die er gleich halten würde. Die Reporter waren fix zur Stelle gewesen, das hier war ja auch noch interessanter als das Comeback der Backstreet Boys. Johnny hatte ihnen absichtlich eine große Neuigkeit versprochen, und sie hatten sich darauf und ins Hotel gestürzt, wie die Geier auf einen Kadaver.
Die Fans hatten, auf nette Art, ganz ähnlich reagiert. Als er entdeckt worden war, von den Fans die sich hier eingemietet hatten, war die Nachricht von seiner Rückkehr wie ein Lauffeuer verbreitet worden. Und dann gingen die Sprechchöre los... Natürlich nicht im Hotel, sondern nur davor, und er hatte auch nicht viel davon gehört hier oben, nur ganz leise drang es durch die offene Balkontür herein.
Sie waren der Grund, warum er die Pressekonferenz wollte. Nicht damit die Pressefutzis was zum Schreiben hatten, sondern damit die Fans von ihm selbst hörten was los war, ehe Gerüchte und Falschmeldungen alle verwirrten. Er schuldete ihnen eine ehrliche Antwort auf die Frage, warum er eine so schlechte Tour lieferte. Er konnte nur hoffen, dass sie es verstehen würden...
Kevin zog seine Lederjacke über und warf noch einen letzten prüfenden Blick in den Spiegel. Okay, besser ging es im Moment nicht.
Er ging zur Tür und öffnete, und prallte fast mit Cat zusammen, die grade klopfen wollte. Schnell ergriff er ihren Arm, damit sie nicht stolperte.
"Cat..." Ihm fiel wieder ein, was er befürchtete von seiner Tourassistentin und Freundin zu hören, und machte instinktiv einen kleinen Schritt rückwärts.
"Hi Kev... Tut mir leid, eigentlich wollte ich dich eher begrüßen, aber niemand hat mir gesagt, dass du da bist. Ich wüsste es jetzt noch nicht, hätte ich nicht die Fans draußen gehört und nachgehakt... Darf ich reinkommen?"
"Uhm... sicher." Er machte eine einladende Geste und schloss hinter ihr die Tür. Unwillkürlich fragte er sich, ob sie etwas von der Pressekonferenz ahnte, wenn sie nicht wusste dass er zurück war. Höchstwahrscheinlich nicht...
"Nimm doch Platz."
Cat schaute ihn plötzlich misstrauisch an und schüttelte dann, scheinbar über sich selbst, den Kopf.
"Entschuldige, in letzter Zeit wird mir irgendwie zuviel angeboten mich zu setzen, macht mich jedes Mal skeptisch..." Sie ließ sich auf dem Sofa nieder, während er sich einen Sessel heranzog. "Wie geht es dir denn?"
"So gut, wie es einem nach einer Alkoholvergiftung geht, denke ich. Etwas müde und erschöpft, aber noch am Leben."
"Du siehst auch erschöpft aus." stimmte Cat zu.
Kevin schenkte ihr ein schwaches Lächeln. "Das ist stark untertrieben. Ich hab vor nicht mal ner Minute mein Spiegelbild gesehen."
Cat zog eine Grimasse und zuckte die Schultern. "War ein Versuch nett zu sein. Naja, es hat auch Vorteile, zumindest für mich... Dann bin ich nicht mehr die Einzige hier, die von oben bis unten bemuttert und betüddelt wird."
"Freut mich, dich entlasten zu können." Kev schmunzelte.
"Und mich freut es, dich ein bisschen Lachen zu sehen." Cat lächelte ihn an. "Ich halte dich auf, was? Wo willst du hin?"
Die Frage aller Fragen... Was jetzt, den Mutterinstinkt-Bonus ausnutzen, den er grade bei ihr hatte, und sie anlügen, oder die Wahrheit sagen und die Anderen reinreißen? Er entschloss sich zur Wahrheit, denn der Mutterinstinkt hörte früher oder später auf zu wirken...
"Ich gehe zur Pressekonferenz." sagte er so beiläufig wie möglich und hielt den Atem an.
Langsam richtete sich Cat auf, ihre Augen wurden schmal. "Was für eine Pressekonferenz? Warum weiß ich davon nichts?"
"Ich hab Johnny gebeten sie einzuberufen, weil ich gern das Ende meiner Beziehung mit Kristin öffentlich machen möchte, bevor Gerüchte aufkommen und jeder was anderes erzählt."
Cat wurde kreideweiß. "Du willst ihnen sagen, dass AJ..."
"Um Himmels Willen, nein!" Kevin sprang auf und setzte sich neben sie, legte ihr den Arm um die Schultern. "Cat, das würde ich doch nie tun. Nein, sei ganz ruhig, wir haben miteinander gesprochen, AJ und ich. Wir wollen Freunde sein, trotz allem, und wir haben die ersten kleinen Schritte in die richtige Richtung gemacht. Ich werde nichts von AJ sagen, ganz bestimmt nicht. Ich schwöre es."
Cat begann sich langsam zu entspannen und lehnte sich gegen ihn. "Warum sagt mir denn keiner mehr was? Ich sollte doch über so was bescheid wissen, oder etwa nicht?"
Kevin seufzte. Noch was, das sie Cat hätten sagen sollen, aber das hier war wohl wirklich nicht seine Aufgabe.
"Ich kann dir nicht sagen was los ist. Frag AJ, ich denke er wird es dir bald erzählen."
Cat musterte ihn. "Du weißt es, ich sehs dir an."
"Ich weiß immer mehr, als für mich gut ist, nur leider nie genug... Begleitest du mich nach unten? Eine hungrige Reportermeute wartet auf mich."
Cat verschränkte die Finger mit seinen. "Ich werde dich vor ihnen beschützen."
Kev lachte leise. "Das wollte ich doch nur hören."

Man wartete bereits auf Kevin. Während er tief durchatmete und mit Johnny durch den Konferenzraum zum Rednerpult ging, blieb Cat an der Tür zurück, wo er sie als moralische Unterstützung sehen konnte. Ab und zu flackerte ein Blitzlicht auf, als jemand ein Foto machte, und in der ersten Reihe hörte Kevin zwei Männer tuscheln, dass er scheinbar der nächste Popstar mit Drogenproblem war. Den Zahn würde er ihnen hoffentlich ziehen können.
"Meine Herrschaften, Fragen werden am Ende beantwortet, insofern Kevin das möchte." erklärte Johnny kurz. Dann winkte er Kevin nach vorn.
"Ich danke Ihnen für..." begann Kev. Dann unterbrach ihn eine ansteigende Unruhe, als seine vier Freunde sich einen Weg zu Bühne bahnten. Sie traten hinter ihn und bildeten einen Schutzschild, den Kevin fast zu spüren glaubte.
Er drehte sich zu seinem Cousin um. "Bri, was macht ihr hier? Ich wollte die Erklärung doch allein abgeben..."
"Das kannst du ja auch." Brian deutete nach vorn, wo die Reporter unruhig wurden.
"Es ist nur so, wir sind Freunde, und egal was passiert, wir stehen hinter dir." erklärte Howie sachlich.
"Schließlich sind wir eine Familie." ergänzte Nick.
Kevin sah AJ an, von dem er auch noch einen Äußerung erwartete. Doch der lächelte nur.
"Also gut..." Kevin drehte sich zögernd wieder zum Pult um.
"Ich danke Ihnen für Ihr Kommen." begann er zum zweiten Mal. Seine ruhige Stimme deutete zum Glück nichts von dem Nervenflattern an, das er verspürte.
"Ich habe zu dieser Konferenz laden lassen, um einige Veränderungen in meinem Leben anzukündigen, die sonst möglicherweise falsch ausgelegt werden könnten. Ich möchte Sie bitten, meine Worte nicht aus dem Zusammenhang gelöst abzudrucken, damit Missverständnisse vermieden werden."
Kevin suchte sich einen festen Punkt, den er ansehen konnte. Das war der Moment, wo Cat sich durch die Menge schob und mitten unter den Reportern stehen blieb... Dankbar sah er sie an und fuhr fort.
"In den letzten Tagen mussten leider zwei Konzerte, ohne irgendeine Erklärung, verschoben werden. Dafür möchten wir uns, vor allem ich, entschuldigen. Die letzten Wochen waren nicht leicht für mich, und es war mein Fehler, dass es soweit kam..."
Kevin hielt kurz inne und holte tief Luft, um die Tränen zurückzudrängen und seine Stimme weiter ruhig zu halten. Trotzdem zitterte sie merklich beim nächsten Satz.
"Meine Frau hat sich von mir getrennt und wir werden die Scheidung einreichen."
Stimmengewirr und Blitzlichtgewitter brandeten auf, einzelne Reporter versuchten Fragen anzubringen, wurden aber von Johnny, der mit einem Mikrofon vorn bereit stand, ignoriert. Zugleich schlossen die Jungs zu Kevin auf und zogen ihr Schutzschild enger um ihn. Eine warme Hand legte sich beruhigend auf seine Schulter.
Kevin wartete ab, bis es leiser war, und machte weiter.
"Sie können sich vielleicht vorstellen, dass mich das nicht grade kalt lässt. In den letzten Wochen habe ich infolgedessen schlecht auf mich geachtet und hatte deswegen am Mittwoch, an dem hier in Hamburg das Konzert stattfinden sollte, einen Schwächeanfall und musste ins Krankenhaus. Ich möchte mich bei allen Fans entschuldigen, die ich damit um ein Konzerterlebnis gebracht habe, wir werden die Events so schnell wie möglich nachholen. Und ich möchte darum bitten, mein Privatleben meine Sache sein zu lassen und nicht bei Familie, Freunden und Bekannten nach den Gründen des Scheiterns unserer Ehe zu fragen."
Damit war im Grunde schon alles gesagt. Nicht zu detailliert, damit schlecht zu belegen war, dass da noch mehr hinter steckte, und nicht zu pauschal, damit die Zeitungen auch drauf ansprangen.
"Kevin! Wie fühlst du dich jetzt?"
"Ist die Scheidung schon eingereicht?"
"Was ist der Grund für die Trennung? Gab es Seitensprünge in der Ehe?"
"Kevin!"
Jeder versuchte seine Aufmerksamkeit zu erlangen, oder die von Johnny. Aber der sah zu Kev, bemerkte sein kurzes Kopfschütteln und trat einen Schritt von der Meute zurück.
"Kevin, bitte beantworte nur eine Frage." erklang plötzlich eine helle weibliche Stimme aus der ersten Reihe.
Kevin entdeckte die junge Frau, eine alte Bekannte, die für ein Jugendmagazin arbeitete. Er wandte sich ihr zu, was sie als Aufforderung zu sprechen auslegte.
"Wie wird sich das auf die Backstreet Boys auswirken?" wollte sie wissen. Es wurde still, alle warteten gespannt.
Kevins Lippen verzogen sich langsam zu einem kleinen Lächeln.
"Das siehst du ja, ich kann nirgends mehr alleine hin."
Er wartete ab, bis das hochbrandende Gelächter verklang.
"Es wird sich nichts ändern, wir werden weiter zusammen Musik machen. Also lasst euch bloß nicht einfallen zu schreiben, wir wollten uns trennen." Demonstrativ sah Kevin in Richtung des Reporters, dessen Zeitschrift jedes Jahr mindestens zwei Mal schrieb, BsB stünden vor dem Aus.
Wieder gab es Lacher, und diese Gelegenheit nutzten die Jungs, um vom Podest zu verschwinden und sich von ihren Bodyguards in reporterfreie Sicherheit bringen zu lassen.

Kapitel 42