Chapter 33
Cat bekam in dieser Nacht überhaupt keinen Schlaf. Sie hatte lange mit Brian und Nick gesprochen, bevor Brian sich wieder beruhigt und sie ihn zu Kevin gebracht und er Howie abgelöst hatte.
Auch mit Howie hatte sie noch ein paar Worte gewechselt, bevor sie ihn und auch Marcus ins Bett geschickt und noch einmal nach Nick gesehen hatte.
Es dämmerte bereits, als sie sich in ihr eigenes Zimmer schlich, in dem AJ, mit dem Gesicht in den Kissen, auf dem Bett lag und schlief.
Seufzend hatte sie ihm die Hose ausgezogen und ihn zugedeckt, bevor sie das Handtuch mit AJs, mittlerweile getrocknetem, Blut entsorgt und leise ihre Koffer notdürftig gepackt hatte.
Anschließend hatte sie sich eine kurze Dusche genehmigt, bevor sie erneut aus dem Zimmer und zu Kevin geschlichen hatte.
Leighanne hatte bereits dafür gesorgt, dass ihre und Brians Koffer geholt wurden, und wartete in ihrem Zimmer, dass jemand sie abholte.
Während Brian, der kein Stück mehr Schlaf als Cat bekommen hatte, zu seiner Frau schlich, um sich für den Heimflug noch ein wenig frisch zu machen, hatte Cat verzweifelt versucht Kevin zu überreden etwas zu essen.
Doch sie hatte keinen Erfolg.
Mit einem Kaffee in der Hand und einem unguten Gefühl im Magen war sie schließlich mit Kevin, Leigh, Brian und einem erstaunlich ruhigen Baylee schweigend in die Tiefgarage gefahren, wo Marcus bereits mit einem gepackten Van auf sie wartete.
Kevin war eingestiegen, ohne sich von Cat zu verabschieden.
Mach Dir keine Sorgen. Wir werden Dich auf dem Laufenden halten. versprachen Brian und Leigh einvernehmlich und hatten Cat lange gedrückt.
Eine knappe Stunde später hatte Cat sich dann mit AJ zum Frühstück geschleppt. Stumm hatten alle auf ihren Tellern herum gestochert und es vermieden, AJ länger als nötig zu mustern.
Jeder der Anwesenden hatte Angst, dass er es als Angriff oder Vorwurf werten könnte und so waren sie dankbar, als Cat schließlich zum Aufbruch rief.
Und? Wie schlagen sie sich? fragte Marcus leise und ließ sich neben Cat in einen Sitz fallen.
Naja, außer einem schwachen Guten Morgen hab ich von ihnen heute noch nich viel gehört.
Das große Schweigen im Walde?
So kann man es nennen. Hat Kevin noch was gesagt?
Nein, er ist am Flughafen aus dem Van gestiegen, hat seine Sachen genommen und ist verschwunden. Ich hatte eine ebenso herzige Verabschiedung wie Du.
Cat seufzte und blickte auf die Wolken, die unter ihnen vorbeizogen.
Noch ein paar Stunden und sie würden wieder in L.A. sein.
Niemand wusste so genau, wie es weitergehen würde und Cat befürchtete, dass sie keine Zeit haben würde sich von dem Tourstress der letzten Wochen zu erholen.
Zum Einen, weil sie selbst bei AJ bleiben und nicht weiter nach Orlando, in ihre eigenen vier Wände, fliegen würde, zum Anderen, weil ihr und Johnny nur ein paar Tage blieben um zu klären, was mit der Europa Tour passieren sollte.
Cat bezweifelte noch immer stark, dass sie Kevin und AJ wieder auf eine Bühne bringen würden.
Kevin würde aus Anstand den Fans gegenüber vielleicht die Zähne zusammenbeißen, doch AJs desolater Zustand machte Cat ernsthafte Kopfschmerzen und sie hatte kaum Hoffnung ihn von seinen Selbstzweifeln befreien zu können, damit er, ohne größere Schäden zu nehmen, für weitere Monate mit Kevin auf die Bühne ging. Abend für Abend.
***
Kevin starrte blicklos aus dem Fenster. Er versuchte an gar nichts zu denken, aber das konnte er einfach nicht. Tausend Gedanken gingen ihm im Kopf herum, und kein einziger war positiv.
Warum? Warum war es passiert? Hätte er irgendetwas dagegen tun können, dass Kristins Liebe sich in Luft auflöste? War er zu wenig für sie da gewesen? Hatte er ihr zu wenig Freiraum gelassen?
Warum hatte sie es ihm nicht einfach gesagt? Musste sie Angst vor ihm haben? War er ein so schlechter Mensch?
Warum hatte Alex ihm das angetan?
Nein... Kevin konzentrierte sich auf den Gedanken.
Alex hatte ihm das nicht absichtlich antun wollen, er war Kristins Verführungskünsten unterlegen. Das hatte sie gesagt. Dass es lange gedauert hatte, bis sie ihn so weit bekam.
Aber das änderte nichts daran, dass einer seiner besten Freunde, Alex, der seinem Herzen so nahe stand und auf den er so stolz gewesen war, als er begann den Alkoholismus zu bekämpfen, mit seiner Frau geschlafen hatte. In ihrem Ehebett...
Kevin schloss die brennenden Augen. Er konnte sich nicht vorstellen, jemals wieder dieses ihr Haus in L.A. zu betreten. Aus jeder Ecke würden ihn Kristins und AJ's Gesicht ansehen...
Ein leichtes Zupfen an seinem Ärmel brachte Kevin zurück in die Wirklichkeit. Er wandte sich um... und blickte in blaue Kinderaugen.
"Bist du müde?" wollte Baylee wissen.
Kevin brachte es fertig die Hand zu heben und ihm durch die wirren Locken zu streichen.
"Ein bisschen."
"Daddy sagt, du bist müde. Mummy sagt, du bist traurig. Bist du traurig?" Die großen Augen schauten todernst.
Kevin seufzte verhalten.
"Ein bisschen..." wiederholte er.
Baylee legte einen Finger auf seinen Mund und dachte angestrengt nach. Dann lief er davon, zu seinen Eltern.
Kevin seufzte erneut. Sein süßer, kleiner Großcousin... Noch ein Kind, für das er den Onkel spielte, wie schon für seine Patentochter und die Kinder seiner Brüder. Doch es gab kein dunkelhaariges, neugieriges Kind, das mit ihnen spielte und dessen Vater er war... In wenigen Wochen wurde er 34, und er war allein...
Tapsende Schritte schreckten ihn auf und er drehte sich um. Baylee kam, im Arm trug er seinen Affen. Eng hielt er ihn an sich gepresst, wie um dem Stofftier zu versichern, dass er da war und ihm nichts passieren konnte.
Kaum hatte Baylee Kevin erreicht, drückte er ihm den Stoffaffen an den Bauch. Instinktiv hielt Kevin ihn an sich, damit er nicht herunterfiel, als Baylee ihn losließ.
"Ich leih' dir AJ-Monkey. Dann musst du nicht mehr traurig sein, okay?"
Stumm schaute Kevin auf seinen Großneffen herunter. Blickte tief in die ernst blickenden Augen, die so viel sahen. In ihnen tauchte ein Lächeln auf, das dem seines Vaters so glich.
Lachend wandte Baylee sich um und rannte zu seinen Eltern zurück, um mit den Stiften zu malen, die die Stewardess ihm gegeben hatte.
Kevin nahm den Affen hoch und sah ihn sich an. AJ-Monkey war Baylees kostbarster Besitz... Wenn der Kleine ihm den lieh, musste er wissen wie es in Kevin ausschaute.
'Ich leih' dir AJ-Monkey. Dann musst du nicht mehr traurig sein, okay?'
Heiße Tränen befeuchteten das Gesicht des Stofftiers. Kevin holte zittrig Luft und wünschte sich, dass es so einfach wäre
***
Kommt ihr? Müde griff Cat nach ihrem Koffer und schlurfte voraus gen Ausgang.
Der Rückflug nach L.A. war mehr als ruhig verlaufen.
Lediglich Nick hatte sich bei ihr und AJ erkundigt, ob er sie denn in ihrer freien Zeit bis Europa gelegentlich besuchen durfte.
Ansonsten hatte kaum jemand ein überflüssiges Wort verloren.
Nun hatten sie ihre Koffer vom Laufband gezerrt und wollten scheinbar alle nichts mehr, als nach Hause.
Marcus hatte noch angeboten, Cat und AJ nach Hause zu begleiten. Doch AJ hatte dankend abgelehnt und auch Cat hatte Marcus auferlegt endlich nach Hause und ins Bett zu fahren, um sich auszuschlafen.
Alex! Eine kleine Frau mittleren Alters erregte Cats Aufmerksamkeit, kaum das sie mit AJ, dicht gefolgt von den anderen, den Sicherheitsbereich des Flughafens verlassen hatte.
Mum
AJ flog förmlich in die Arme der Frau, während Cat sich noch irritiert umsah. Doch Howie und Nick lächelten lediglich matt.
Ich hab Denise angerufen und ihr gesagt wann wir landen würden. Marcus lächelte auf Cat hinunter.
Cat nahm die Tatsache, ihrer sozusagen-Schwiegermutter ohne Vorwarnung gegenüber zu stehen, schulterzuckend hin.
Sie war zu müde, um sich deshalb jetzt Sorgen zu machen, ob ihre Frisur saß oder nicht.
Cat? AJ griff nach ihrer Hand und zog sie zu sich ran. Darf ich vorstellen, Mum? Das ist Cat, unsere Tourassistentin und die unglaublichste Frau auf diesem Planeten. Cat? Meine Mum
Hallo Mrs. McLean
Ergeben lächelnd streckte Cat die Hand aus, die Denise freudig ergriff.
Nenn mich Denise, Kleines. Augenblicke später wurde Cat von Denise gedrückt, als würden sie sich schon ewig kennen.
***
Brian, der für seine Familie vom Flughafen aus einen Mietwagen genommen hatte, setzte Kevin vor der Tür seiner Mutter ab.
Ann erwartete ihren Sohn. Noch ehe er die Haustür erreichte, öffnete sie sich und Ann kam ihm entgegen, um ihn in eine feste Umarmung zu ziehen.
Brian und Leighanne tauschten einen Blick. Er war hier in Sicherheit, er würde hier nichts anstellen, und der Mensch, der ihm am ehesten helfen konnte, würde ihm zur Seite stehen.
Ann winkte ihnen zu und bedeutete ihnen, loszufahren. Die kleine Familie Littrell würde bei Brians Eltern unterkommen, so war es abgesprochen. Kevin sollte Ruhe haben und niemanden sehen, zumindest für ein paar Tage.
Es war nicht das Haus, in dem er aufgewachsen war. Seine Familie war mehr als einmal umgezogen in seinem Leben. Aber er hatte in diesem Zimmer eine Weile gewohnt, in seiner Highschoolzeit und danach, bis er sich entschloss nach Orlando zu gehen und sein Glück zu versuchen.
Und auch einige Zeit nachher. Hier hatte er auf dem Bett gelegen und um seinen Vater gebangt, hier hatte er versucht sich mit dem Gedanken vertraut zu machen, dass sein Dad sterben würde. Hier hatte er sich drei Wochen jede Nacht in den Schlaf geweint, als das Unfassbare eingetreten war.
Kevin ließ seine Reisetasche am Bettende sinken. Inzwischen war es ein Gästezimmer, seine Mannschaftsflaggen, Pokale und Auszeichnungen waren ebenso verschwunden wie seine Poster. Aber auf seltsame Art war es noch immer sein Zimmer, und er hatte den Verdacht, dass seine Mum es ihm absichtlich gegeben hatte, und nicht das größere, am Ende des Ganges, wo er und Kristin geschlafen hatten, wenn sie zusammen zu Besuch waren.
Kevin seufzte und schob alle Gedanken an seine Frau und seine Probleme weit von sich. Er sehnte sich nach den kühlen Wäldern der Berge, die er mit seinem Vater so oft durchstreift hatte. Er würde dort hinfahren... schon morgen...
Er seufzte erneut und öffnete seine Tasche, um sie auszupacken. Dann stutzte er. Und nahm das braune Etwas mit den langen Schlenkerarmen und beinen heraus, das er bestimmt nicht zu der Schmutzwäsche gepackt hatte.
Okay, also musste Baylee wohl schon ziemlich gut Reißverschlüsse öffnen und schließen können, denn das hier war eindeutig AJ-Monkey...
***
Als Cat nach einer kleinen Ewigkeit aus der Dusche stieg, fühlte sie sich müde und abgespannt aber doch deutlich besser.
Nachdem Denise sie und AJ nach Hause gebracht und AJ Cat sein komplettes Haus im Schnelldurchlauf gezeigt hatte, wollte Cat Mutter und Sohn die Gelegenheit geben um in Ruhe über die Ereignisse zu sprechen, und hatte sich ins Schlafzimmer zurückgezogen, um ihre dreckige Wäsche auszusortieren und eine Dusche zu nehmen.
Nachdem sie jedoch in Jeans und Shirt geschlüpft war, beschloss Cat wieder hinunter zu gehen.
Am Treppenabsatz lauschte sie einen Moment, hörte allerdings niemanden und schlug den Weg zur Küche ein.
Dort angekommen fand sie Denise, die geschäftig mit ein paar Tassen klapperte.
Hey.
Denise fuhr zu Cat herum.
Hey Cat
gehts besser?
Ein bisschen. Sie nahm auf einem der Hocker am Tresen platz. Zumindest ein wenig entspannter für den Moment.
Das ist schön. Möchtest Du einen Tee?
Cat nickte Sehr gern.
Einen Augenblick sah sie Denise bei der Zubereitung zu und warf einen Blick durch die Küche, die in etwa so groß war wie ihre ganze Wohnung.
Aus dem Augenwinkel musterte sie ihre Schwiegermutter in Spe. Obwohl sie Denise nicht kannte, fühlte Cat sich nicht unwohl oder unsicher. Denise machte einen sehr sympathischen Eindruck und schien sehr besorgt um ihren Sohn. Das Gefühl zumindest hatte Cat auf dem Weg zu seinem Haus gehabt. Immer wieder hatte sie Denise Seitenblicke auf AJ bemerkt.
Danke. Cat griff nach dem großen dampfenden Becher, den Denise ihr entgegen hielt Wo ist Alex?
Eigentlich wollte er Duschen gehen, während ich euch etwas zu essen mache, er ist allerdings vorher auf dem Sofa eingeschlafen. Denise lächelte und setzte sich zu Cat an den Tresen.
Cat spähte zur Couch hinüber, doch sie sah von ihrem Platz aus nur die Rückenlehne und einen nackten Fuß mit schwarzlackierten Nägeln. "Er hatte in der letzten Zeit auch nicht viel Schlaf..."
"Genauso wenig wie du." meinte Denise leise.
Cat wandte sich zu ihr um und fand sich einem paar brauner Augen gegenüber, nicht so dunkel wie AJ's, aber von der gleichen Art Intensität wie seine.
"Cat, ich weiß nicht, wie ich dir danken soll. Ohne dich wäre Alex inzwischen am Ende..."
Cat winkte ab. Ich hab doch überhaupt nichts getan. Außerdem konnte ich ihn ja nicht einfach seinem Schicksal überlassen. Vorsichtig nippte Cat an ihrem Tee und warf Denise einen gedankenverlorenen Blick zu.
Denise schüttelte leicht den Kopf. "'Nichts' ist das nun wirklich nicht. Vergiss nicht, ich habe mit Marcus gesprochen, und der konnte gar nicht genug von seinem 'kleinen Chef' schwärmen. Wenn er nicht glücklich verheiratet wäre, würde ich vermuten, er sei in dich verschossen..."
Cat schmunzelte. Ach was
was hat er denn bitte alles so von mir erzählt?
Denise lächelte breit. "Oh, dass du meinen Sohn in Vegas aufgelesen hast, ihn gepflegt und ihm den Kopf gewaschen hast, dann den Alkohol von ihm fern gehalten, soweit es dir möglich war... Du bist mit ihm zu den Treffen hin, hast dir, neben deiner Arbeit, nächtelang sein Gejammer angehört - und jammern kann er gut, das weiß ich -, ihm Mut zugesprochen und ihn aufgebaut. Hab ich was vergessen?" Sie zählte es an ihren Fingern ab. "Ach ja, und dann hast du dich schützend vor AJ gestellt, als er sein Zimmer verwüstete und Kevin kurz davor war die Tür einzutreten, hast bei allen ein gutes Wort für ihn eingelegt und zu ihm gestanden, selbst auf die Gefahr hin, dass sie dich feuern." Denise Gesicht wurde ernst. "Und als das mit Kristin herauskam, warst du für sie alle da. Allen voran für Alex und Kevin. Ich habe viel zu danken, Cat... Du hast meine Jungs beschützt wo du nur konntest, alle fünf."
Cat schluckte und stellte ihre Tasse auf dem Tresen ab. So aufgezählt wurde ihr erst wirklich bewusst, was sie die letzten Wochen eigentlich mit den Jungs durchgemacht hatte.
Ich
Sie senkte für einen Moment den Blick und sortierte Denise Worte in ihrem Kopf. Ich habe lediglich das getan, was wohl jeder andere auch für seine Freunde getan hätte. Die Jungs sind mir im Laufe der letzten Wochen und Monate wirklich ans Herz gewachsen und auch wenn ich mich nicht um diesen Job und vor allem nicht um die ganzen Erlebnisse gerissen habe
ich bin froh sie kennen gelernt und das alles mit ihnen erlebt haben zu dürfen. Es war anstrengend, ja. Es hat mich viel Kraft und noch viel mehr Überwindung gekostet
Vor allem meine Sucht unter Kontrolle zu halten, nachdem Billy und ich Alex in Vegas gefunden haben und die Probleme plötzlich überhand nahmen, dennoch
Sie haben mich von Anfang an aufgenommen, als wäre ich eine von ihnen, und wenn ich mal etwas hatte, gerade zu Beginn der Tour, sie waren immer da und haben alles getan um mir zu helfen. Ich konnte sie nicht im Stich lassen. Keinen von ihnen. Aber niemand muss sich dafür bei mir bedanken. Das alles war für mich selbstverständlich.
Denise legte ihre Finger um Cats Hände, die die Tasse umschlossen hielten, und lächelte sie warm an.
"Du bist ein wahres Mitglied der Backstreet Family, Kleines. Ich werde meinem Sohn, sobald er aufwacht, sagen müssen, dass er großen Ärger mit mir kriegt, wenn er dich nicht anständig behandelt."
Das musst Du nicht. Cat lächelte Er ist gut zu mir. Ich bin diejenige, die nicht sonderlich gut zu ihm war. Aber über den Punkt sind wir Gott sei dank hinaus. Ich hab ihn sehr gern und gemeinsam werden wir all diese hässlichen Probleme lösen.
"Das ist die richtige Einstellung." Denise drückte sanft Cats Hände und ließ dann los. "Ich glaube, ich sollte mal Ann anrufen und fragen, wie es um Kevin bestellt ist. Der arme Junge tut mir so Leid... Kristin ist seine große Liebe und ihm zugleich eine sehr gute Freundin. So trifft es ihn doppelt hart, dass es zu Ende ist. Ich hoffe, er stellt nichts Dummes an... Was meinst du, werden sich die Beiden wohl wieder zusammenraufen und gemeinsam auf eine Bühne stellen?" Sie warf einen sorgenvollen Blick Richtung Sofa.
Cat folgte ihrem Blick und seufzte. Wenn ich ehrlich bin, Denise
Ich habe keine Ahnung. Ich werde alles tun, um die Europa Tour zu retten. Aber ich muss auch sagen, dass ich durchaus verstehen kann, wenn Kevin nie wieder ein Wort mit Alex wechseln will. Die ganze Sache hat ihn hart getroffen und ich weiß nicht, ob ich das verkraften würde. Cat zuckte mit den Schultern. Es ist eine Sache zwischen Kev und Alex. Sie allein müssen sie aus der Welt schaffen und für sich ihren Frieden damit schließen. Wir alle können nichts tun, außer für sie da zu sein und ihnen gut zuzureden.
"Ich kann einfach nicht verstehen, warum Kristin ihnen das angetan hat... Es wäre schlimm genug gewesen, Kevin zu sagen, dass es aus ist. Aber meinen Sohn mit hineinzuziehen und durch seine Sucht sein Leben zu gefährden? So kenne ich Kristin nicht, sie war immer ein liebes, fröhliches Mädchen. Was ist nur in sie gefahren?"
Ich habe absolut keine Ahnung. Ich kenne sie nicht gut und wenn ich ehrlich bin, bin ich auch nicht wirklich böse darum. Cat schüttelte verständnislos den Kopf. Letztendlich ist das warum und weshalb wohl auch nebensächlich. Zumindest für uns und für Alex. Kevin ist ein anderes Kapitel.
Denise starrte in ihre Tasse. "Ich weiß nur eins. Ein Mensch, der so bedingungslos liebt wie Kevin, kann seine Gefühle nicht abstellen oder begraben. Für ihn hat es grade erst angefangen wehzutun, und es wird noch viel schlimmer werden... Es wird ihn vollkommen verändern..."