Chapter 32

Nachdem Kristin stumm aus dem Zimmer und vermutlich auch aus dem Hotel verschwunden war, hatte Cat AJ notdürftig versorgt.
Nebenbei hatte sie versucht Johnny zu erreichen und ihre Prioritäten neu sortiert.
„Kommst Du allein zu Recht, Baby?“
AJ nickte stumm.
Cat gab ihm einen sanften Kuss auf die Stirn und auf den Handrücken, der den Eisbeutel in seinem Gesicht hielt.
„Mach Dir keine Sorgen. Wir kriegen das wieder geregelt… Irgendwie.“ Obwohl Cat ihren eigenen Worten kaum glauben schenken konnte, stand sie vom Bett auf und machte sich auf den Weg zu Kevins Zimmer.
Als sie an Brians Zimmertür vorbei kam, hörte sie ihn und Nick heftig diskutieren. Doch um die beiden würde sie sich erst später kümmern. Kevin war jetzt wichtiger.
Für einen Moment horchte sie an der Tür, erwartete dass er toben würde. Doch es kam kaum ein Mucks aus dem Zimmer. Zaghaft klopfte sie.
Als Marcus ihr mit finsterer Miene die Tür öffnete, hatte Cat das unheimliche Bedürfnis sich einfach in seine starken Arme ziehen und trösten zu lassen. Doch sie wusste, dass auch ein Bodyguard nun niemanden schützen konnte. Nicht in dieser Situation.
„Hab ich Zutrittsverbot oder meinst Du, ich kann mit ihm sprechen?“
"Ich denke, du kannst mit ihm sprechen. Aber ob er antwortet... Er ist... Ach, du wirst es selbst sehen. Komm rein." Marcus öffnete die Tür weiter und ließ sie hindurchschlüpfen.
Howie sah ihr entgegen. Er saß in einem Sessel, neben dem Bett, auf dem Kevin, ganz oben am Kopfende, mit angezogenen Beinen saß. Er hatte die Stirn auf die Knie gelegt, so dass man sein Gesicht nicht sehen konnte.
"Ich hatte das Gepäck und die Sachen, die heute kamen, in den Flur raus gestellt." meinte Howie, diplomatisch Kristins Namen umgehend.
"Sie wurden abgeholt." erwiderte Cat leise und Howie nickte, zum Zeichen dass er verstand.
Dann wandte sich Cat Kevin zu.
"Kevin?"
Er rührte sich nicht.
Vorsichtig nahm sie neben ihm auf dem Bett platz. Nicht sicher was sie tun sollte. Sie wollte sich nicht einmal annähernd vorstellen, wie es ihm jetzt gerade wohl ging.
„Hey Kev…“ fragte sie erneut sanft nach, erntete jedoch wieder keinerlei Reaktion.
„So sitzt er nun schon seid über einer halben Stunde da.“ erklärte Marcus mit besorgter Miene.
Cat nickte verstehend und kletterte ein wenig weiter auf das Bett. Sie konnte nicht anders. Irgendetwas musste sie tun.
Vorsichtig legte sie ihm eine Hand in den Nacken und strich mit dem Daumen beruhigend über Kevins dunklen Haaransatz.
"Lass mich zufrieden..." murmelte Kevin tonlos. Seine Stimme klang fast so rau wie AJ's.
„Du weißt, dass ich Dich jetzt nicht in Ruhe lassen werde.“ sagte Cat sanft und dachte für einen Moment an den Abend in Winnipegh, als die Jungs von AJ’s Rückfall erfuhren und sofort vor seiner Tür standen. Selbst wenn AJ sich mit Händen und Füssen gewehrt hätte. Sie hätten ihn nicht Ruhe seinem Schicksal überlassen. Und Cat dachte nicht daran, bei Kevin andere Gesetze gelten zu lassen.
„Kevin, sieh mich an…“ forderte sie schließlich leise aber bestimmt.
Diese Frau... Es nervte Kevin, dass sie so nah war und Dinge von ihm verlangte, die er nicht tun wollte. Er wollte nicht angefasst werden. Schon gar nicht so, wie sie es grade tat. So, dass es ihn an Kristin erinnerte...
Er wollte nicht an seine Frau denken. Er wollte gar nicht denken. Denken hieß zu fühlen und fühlen bedeutete Schmerz.
Aber er konnte Cat auch nicht wegstoßen, obwohl er kurz daran gedacht hatte. Er hatte nicht mehr die Kraft dazu. Er fühlte nur noch Schmerz und diese innere Leere.
Hätte er ein wenig mehr Stärke besessen, wäre er in die Bar gegangen und hätte sich betrunken, bis er bewusstlos vom Stuhl fiel. Aber er hatte sie nicht gehabt, er hatte es grade so bis in sein Zimmer geschafft, in dem noch der Duft von Kristins Parfüm hing.
Warum ließen sie ihn nicht einfach alle in Ruhe?
„Kevin… Sieh.mich.an.“ Cats Unterton wurde energischer. Doch noch immer rühret sich nichts. Keine Antwort. Keine Reaktion.
Cat seufzte und warf erst Marcus und anschließend Howie einen kurzen Blick zu.
„Wir haben schon so ziemlich alles versucht. Du wirst wohl genauso scheitern wie wir.“ seufzte Howie.
Cat schnaufte.
„Ich bin eine Frau. Ich scheitere nicht.“
Erneut wandte sie sich an Kevin. Sie rückte ein Stück von ihm ab, zündete sich eine Zigarette an und inhalierte nachdenklich den Rauch.
Sie dachte darüber nach, wie sie in so einer Situation wohl reagieren würde und versuchte sich vorzustellen, wie es wohl wäre wenn an diesem Abend herausgekommen wäre, dass es erst letzte Nacht geschehen war.
Jetzt wo sie und AJ… Nein, sie wollte nicht einmal darüber nachdenken. Dennoch konnte sie Kevin nicht einfach so sitzen lassen und abwarten was passierte.
Wenn AJ nicht an der Situation beteiligt gewesen wäre, hätte sie wohl einfach solange auf ihn eingeredet, bis Kevin sich wenigstens bereit erklärt hätte mit zu AJ zu kommen. Dort hätte sie ihn in nächster Zeit im Auge gehabt. Doch der Plan fiel wohl aus.
So blieben ihr nicht mehr viele Möglichkeiten und sie fühlte sich so hilflos wie Marcus und Howie drein blickten.
„Kevin… bitte…“
Kevin versuchte sich in die Wälder seiner Kindheit zurückzuversetzen. Kühl, grün und friedlich lagen sie vor ihm. Durchsetzt mit klaren, kalten Bächen und kleinen Seen, in denen Fische standen die nur auf die Angel warteten.
Wie gern wäre er dort gewesen, doch er saß in einem Hotelzimmer an einem fremden Ort, an dem er sich nicht wohl fühlte, und eine weiche, weibliche Stimme sprach unablässig auf ihn ein.
"Kev... Du weißt, ich bin genauso dickköpfig wie du. Ich werde nicht hier weggehen, und wenn es Tage dauert, bis du reagierst. Ich will, dass du mich anschaust, hörst du?"
"Lass mich doch einfach in Ruhe..." quetschte er kaum hörbar heraus.
"Das kann ich nicht... Wenn es andersherum wäre, wenn ich dort säße, würdest du mich dann in Ruhe lassen? Würdest du weggehen? Nein, würdest du nicht. Sieh mich an, Kevin."
Er löste die Arme, die die ganze Zeit seine Beine umschlungen hatten, und presste die Hände vors Gesicht. Die Berührung war sein Bezug zur Realität, sein Schutzschild vor den Leuten um sich, die, so nah sie ihm standen, sich fremd anfühlten.
"Ich will nach Hause..." schluchzte er.
Cat konnte ihr Herz fast brechen hören, so viel Schmerz lag in diesen vier Worten.
Sie zögerte keine Sekunde länger und schloss Kevin augenblicklich fest in die Arme. Sie wusste, dass Worte überflüssig waren und nichts ausrichten würden.
Beruhigend strich sie ihm über den Rücken.
Sie traute sich nicht, die üblichen tröstenden Floskeln zu nutzen, sie wusste, dass sie gelogen wären.
Nichts würde nach dieser Nacht jemals wieder so sein wie vorher.

***

„Heute früh, 09:34 Uhr, drei Erwachsene und ein Kind, Erster Klasse… ja genau…. Und die Reservierung des Mietwagens?... Ist auch bestätigt. Ich danke Ihnen vielmals für Ihre Hilfe. Bye!“
Nachdem Cat den Telefonhörer wieder aufgelegt hatte, notierte sie sich noch schnell die Eckdaten bevor sie wieder auf- und Kevin einen Moment stumm ansah.
„Euer Flug ist bestätigt. Marcus wird Dich und Brian zum Flughafen bringen. Ein Mietwagen wird am Flughafen in Kentucky für euch bereitstehen. Schafft ihr das allein, oder soll ich doch…“
Kevin schüttelte den Kopf. „Danke. Wir werden zu Recht kommen.“
Cat seufzte. „Also schön. Ich werde dann rüber gehen und Brian bescheid sagen, wann ihr los müsst.“
Kevin nickte, während Marcus Cat einen besorgten Blick zuwarf und sie zur Tür begleitete.
„Bist du sicher, dass Du ihn allein fliegen lassen kannst?“
„Was soll ich machen? Ich muss mich entscheiden. Ich kann weder ihn noch Alex jetzt allein lassen. Aber ich denke meine Anwesenheit wird Kevin nur immer wieder an Alex und das Geschehene erinnern. So ist es am besten. Brian gehört zur Familie. Und sobald sie in Kentucky gelandet sind, wäre ich eh überflüssig. Seine Familie wird ihn auffangen.“
Marcus nickte, als Cat aus dem Zimmer in den Flur trat. Sie gab, an Marcus vorbei, Howie ein kurzes Handzeichen, dass sie sich später sehen würden und sie jederzeit telefonisch erreichbar wäre.
„Sehen wir uns nachher noch mal?“ fragte Marcus leise.
„Ich denke schon. Wenn was ist, rufst Du sofort an, ja? Ich werde jetzt erst mal sehen, was Brian und Nick machen und mich dann wieder um Alex kümmern. Ich hoffe, er hat in der Zwischenzeit nichts angestellt.“
Marcus strich seinem kleinen Chef besorgt über den Oberarm und wollte gerade die Tür hinter ihr schließen, als Johnny aus dem Aufzug gerauscht kam.
„Cat… Marcus!“ Er wirkte gehetzt.
„Hey Johnny!“ Cat sprach leise. Sie ahnte bereits, dass Johnny noch nicht ganz im Bilde war und wollte verhindern, dass Kevin mitbekam wie sie für Johnny die ganze Misere wiederholte.
„Was zum Teufel ist schon wieder passiert? Ich war in einer Telefonkonferenz wegen Alex Verschwinden und…“
„Glaub mir, ich wäre auch lieber in einer Telefonkonferenz gewesen…“ unterbrach Cat ihn und nahm ihn ein Stück beiseite.
„Was ist passiert?“ fragte Johnny erneut.
„Wie soll ich dir das erklären…“ Nervös trat Cat von einem Fuß auf den anderen. „Kevin hat den wahren Grund für Alex Rückfall herausgefunden.“ sagte sie schließlich und warf einen traurigen Blick auf Johnny.
„Und der wäre?“
„Alex hat mit Kristin geschlafen.“
„No way! Das ist doch nich wahr. Du scherzt“ Johnny blieb der Mund offen stehen, während er Cat fassungslos ansah und nach Anzeichen für einen Scherz suchte.
„Nein, es ist die Wahrheit. Kristin kam hinzu und hat Kevin vor die Füße geworfen, dass sie sich trennen wollte, aber nicht wusste wie. Aus dem Grund hat sie mit Alex geschlafen. Sie wusste, dass es früher oder später raus kommen würde… tja, was soll ich sagen?!“ Müde zuckte Cat mit den Schultern und blickte zu Marcus hinüber, der noch immer in der leicht geöffneten Tür stand.
„Wie geht es ihm?“
„Seine Frau hat ihn mit einem seiner besten Freunde betrogen. Wie soll es ihm gehen?“
„Warst du schon bei ihm?“
„Ich habe bereits einen Flug für ihn reservieren lassen. Er fliegt morgen früh mit Brian und Leigh nach Kentucky, damit er dort in Ruhe seine Wunden lecken kann.“
„Was ist mit Europa?“
Cat schnaufte. „Ist das momentan nicht nebensächlich? Wir haben knapp zwei Wochen um zu klären, ob wir die beiden jemals wieder auf eine Bühne bekommen oder alles abblasen müssen. Sei einmal ERST ihr Freund und DANN ihr Manager. Den Rest kriegen wir schon geregelt.“
Johnny nickte einen Moment nachdenklich.
„Ich… ich werd mal nach ihm sehen, ja?“
„Mach das. Wenn was ist, erreichst Du mich auf dem Handy.“
Die beiden verabschiedeten sich und Cat machte sich auf den Weg zu Nick.
Bevor sie klopfte, holte sie noch einmal tief Luft. Sie hatte keine Ahnung, wie sehr die ganze Angelegenheit sich auf den Rest der Jungs auswirkte, und hatte keinen blassen Schimmer was sie ihnen sagen sollte, um sie zu beruhigen. Doch die lauten Stimmen aus Nicks Zimmer bereiteten sie schon einmal auf das Schlimmste vor.
„Cat… gut das Du kommst.“ Nachdem Nick mit hochrotem Kopf die Tür geöffnet hatte, war ihm die Erleichterung, Cat zu sehen, ins Gesicht geschrieben.
„Was ist los?“
„Ich hab Angst, dass Brian mein Zimmer auseinander nimmt. Ich habe ihn in all den Jahren, die ich ihn jetzt kenne, noch nie so fluchen gehört.“
„Brian kann fluchen?“
„Wenn Du ein paar neue Schimpfwörter, Kristin betreffend, hören möchtest, dann komm rein.“
Brian lief im Raum auf und ab und bekam erst gar nicht mit, dass Cat zugegen war. Er hatte die Hände zu Fäusten geballt und als er an dem Badtürpfosten vorbei kam, versetzte er ihm einen Schlag.
"Wie kann sie ihm das nur antun, nach all der Zeit. Acht Jahre lief er hinter ihr her und versuchte sie an sich zu binden, drei Mal musste er sie um ihre Hand bitten, ehe sie zusagte... Er wollte eine Familie... Zur Hölle mit ihr, er wollte schon eine Familie ehe wir überhaupt bei BsB einstigen! Wie kann sie das tun?"
„Brian?“ Cat traute sich kaum ihn anzusprechen so aufgebracht schien er.
„Was?“ fuhr er sie an „Oh… Cat… entschuldige.“
„Schon ok.“
„Was gibt’s?“
„Ich wollte nur fragen, ob bei euch alles in Ordnung ist, und Dir sagen, dass euer Flieger nach Kentucky morgen früh um 09:34 Uhr geht.“
Brian hielt inne und versuchte sich zu sammeln. Fahrig rieb er sich über die Stirn.
"Ja... Ja, das ist gut. Je schneller er hier weg ist, desto besser. Ich hab Ann angerufen, sie war ziemlich schockiert. Ich hab auch kurz mit Jerald jr. geredet. Sie erwarten uns bei Ann zu Hause. Gott, wir werden am besten einen Umweg fahren, damit Kev Bohemian Earth nicht zu Gesicht bekommt, das würde alles noch schlimmer machen..." Brian biss sich auf die Lippe, als er daran dachte wie Kevin reagieren mochte, wenn er das viktorianische Haus sah, das er als Heim für seine Familie gekauft und restauriert hatte.
"Vielleicht haben wir Glück und Baylee kann ihn auf andere Gedanken bringen."
Cat nickte und rieb sich nachdenklich die Stirn. „Ich denke, solange Du Leigh und den Kleinen an Deiner Seite hast, wird er sich zusammen reißen. Schon um dem Kleinen keine Angst zu machen…“ Cat machte eine Pause und ließ sich auf das Bett fallen. „Was hat Ann denn zu dem ganzen Drama gesagt?“
"Was soll sie schon sagen um drei Uhr früh, wenn ihr wild gewordener Neffe anruft und ihr direkt auf die Nase bindet, dass ihre Schwiegertochter ihren Sohn betrogen hat und die Scheidung will..." Wütend gab Brian dem Sofa einen Tritt, den es aber ungerührt hinnahm. "Sie sagte, sie will mit ihm sprechen, und als ich ihr erklärte, dass wir wahrscheinlich in ein paar Stunden zu viert vor ihrer Tür stehen meinte sie, sie wird die Gästezimmer fertig machen und frisches Brot backen, damit ihr Junge sich zu Hause fühlt wenn er kommt, und sie was zu tun hat um nicht verrückt zu werden vor Sorge." Brian sah auf. "Ich hab ihr gesagt, dass wir ihn keine Sekunde allein lassen und alles für ihn tun, das hat sie etwas beruhigt."
Cat nickte verstehend und massierte sich mit einer Hand den Nacken „Seine arme Mum… sag ihr, dass ich das nicht gewollt habe.“
Sie sah rüber zu Nick, der unentschlossen und ein wenig unsicher gegen die Wand gelehnt stand und aufmerksam zwischen Brian und Cat hin und her sah. Die Hände tief in den Hosentaschen.
"Mit dir alles klar?" wollte Cat leise wissen.
"Ja... schon... irgendwie... Wenn ich nur wüsste, wie ich Kevin helfen kann. Er war immer da für mich, wenn ich in der Klemme steckte. Ob ich jetzt in einer Zelle saß oder von Reportern bedrängt wurde wegen Paris, er war immer wie ein lebender Schutzwall, der Trost spendete, Rat, oder mir auch mal in den Hintern trat. Und ich bin einfach nicht in der Lage auch nur ein bisschen davon zurückzugeben..." Nick ließ den Kopf hängen.
„Hey Nicky…“ Cat stand auf und trat auf Nick zu. Mit sanfter Gewalt zwang sie ihn sie anzusehen. „Hör auf Dir deswegen jetzt Vorwürfe zu machen. Niemand kann etwas für das was geschehen ist…“
„Niemand außer Kristin.“ schimpfte Brian.
Cat verdrehte die Augen. „Ja, niemand außer Kristin. Aber das hier ist nun wirklich eine Ausnahmesituation, mit der noch keiner weiß umzugehen. Kevin nicht, Alex nicht und ich ebenso wenig. Er weiß, dass Du immer und jederzeit für ihn da bist und das ist es was zählt. Im Moment kann ihm niemand helfen. Er würde sich auch nicht helfen lassen. Er braucht Zeit und Abstand um sich auszuweinen, sich ein bisschen gehen zu lassen und sich in seinem Leid zu suhlen. Gib ihm ein paar Tage den Schock zu verarbeiten. Ich denke, er wird früher oder später von allein auf euch zu kommen. Mach Dir keine Sorgen. Es tut weh. Aber er ist stark. Er weiß, dass ihr hinter ihm steht und wird das schaffen. Ganz bestimmt.“
Nick sah Cat zweifelnd an.
"Ich weiß nicht... Ob Kevin AJ das jemals vergeben kann? Ist das vielleicht das Ende der Backstreet Boys, mitten im Comeback?"
"Nick, um die Frage machen wir uns erst in 14 Tagen Gedanken, okay? Selbst wenn Kevin AJ nicht verzeihen kann, würde er sich trotzdem mit uns auf die Bühne stellen, um die Fans nicht zu enttäuschen. Sie warten schließlich auf uns und wer wüsste das besser als Kev. Wir müssen nur im Fall des Falles die Choreographie und die Interaktionen überarbeiten, damit sie einander nicht zwangsläufig zu nahe kommen. Aber das lassen wir auf uns zukommen, okay? Erst sehen wir, wie Kevin es verkraftet."
Was Brian Nick und Cat nicht zeigen wollte, war seine Angst, dass Kevin in Depressionen verfallen könnte und in einen Abgrund rutschte, aus dem er nicht ohne professionelle und medikamentöse Hilfe herauskam. Schon beim Tod von seinem Vater hatte sich Kevin wochenlang in sich zurückgezogen. Und ausgerechnet Kristin hatte ihn da rausgeholt... Dieses Mal gab es keine Kristin die das schaffen konnte.

Chapter 33