Chapter 18
Vielleicht ging er zu schnell vor, aber er war schrecklich ungeduldig und wollte sie wieder an sich ziehen - und soviel mehr -, wo niemand sie beobachten konnte. Er zog die Magnetkarte durch den Schlitz und drückte die Tür auf, dann hob er Cat, einer plötzlichen Eingebung folgend, auf seine Arme und trug sie über die Schwelle.
Die Tür ließ ein nebenher ausgeführter Fußtritt ins Schloss fallen, AJ kümmerte sich nicht weiter darum.
Er legte seine kostbare Fracht auf seinem Bett ab und kniete sich neben sie, um sie einen Moment voller stummer Bewunderung anzusehen. Das glänzende, schwarze Haar lag auf dem Kissen ausgebreitet, das er noch in der letzten Nacht voller Sehnsucht nach Cat festgehalten hatte.
Morgen früh würde es nach ihr duften... Und sie nach ihm, wenn es nach ihm ging...
Cat musterte AJ einen momentlang schmunzelnd. Dann legte sie ihm sanft die Hände in den Nacken und zog ihn ein wenig zu sich hinunter.
Hör auf drüber nachzudenken. Das hilft nicht
Glaub mir
ich hab es bis eben auch noch versucht. Flüsterte sie leise und zog ihn nun endgültig wieder an sich heran, um ihn erneut zu küssen und dort weiterzumachen, wo sie kaum eine Minute vorher aufgehört hatten.
Tatsächlich war Cat nach allem anderen zumute, aber nicht danach drüber nachzudenken, was richtig oder falsch war.
Während ihr Zungen wie selbstverständlich miteinander spielten und sich neckten, merkte Cat wie AJs Gedanken verschwanden und die Anspannung in seinem Körper anderen Dingen wich.
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Einen Moment und tausend Jahre später war es vorbei. Cat ließ sich seufzend, und leicht bebend, auf AJ sinken und fuhr mit den Fingern durch das feine, dunkle Haar auf seiner Brust. AJ versuchte wieder zu Atem zu kommen. Aber das hielt ihn nicht davon ab, Cat die Strähnen aus dem Gesicht zu streichen und kleine Küsse darauf zu verteilen, während er ihren warmen, schweren Duft einsog. Sie fühlte sich weich und warm und anschmiegsam an auf ihm, und er liebte dieses Gefühl.
Noch während eine Welle der Entspannung Cats Körper nachhaltig beben ließ und sie AJs schnell schlagendes Herz hörte, wusste sie bereits das es ein Fehler war.
Sie hätte sich niemals so gehen lassen dürfen.
Sie hatten noch mehr als 3 Monate, die sie nahezu jeden Tag zusammen sein würden, und weder eine Beziehung noch Gefühle in der Art und Weise waren während dieser Zeit angebracht oder angemessen.
Sie konnte ihn noch immer in sich spüren und zuhören wie sein Puls und seine Atmung sich langsam normalisierten.
Es schien fast, als konnte AJ nicht aufhören sie zu küssen... Am liebsten hätte er sie wieder in ein heißes Zungenspiel verwickelt, doch da drehte sie den Kopf weg und ihr Haar fiel wie ein Vorhang über ihr Gesicht.
Was war los? AJ runzelte die Stirn.
"Sorry, Honey... Wenn du jetzt zu müde bist, dann... können wir auch schlafen..." Er zog die Decke über sie beide und legte sanft die Arme um sie.
Langsam löste sich Cat von ihm. Nicht sicher was sie nun tun sollte.
Einen Moment lang sah sie ihn an, bevor sie schließlich aufstand und ihre Sachen zusammen suchte.
Augenblicklich saß AJ senkrecht im Bett.
Hey, was ist los?
Cat zog sich wortlos ihre Jeans über und setzte sich langsam auf die Bettkante. Sie sah ihn nicht an, doch das schlechte Gewissen schien ihr ins Gesicht geschrieben.
AJ
Ich
Sie machte eine kurze Pause und seufzte leise. Ich denke, es ist besser wenn ich jetzt gehe.
"Das denke ich aber ganz und gar nicht. Was ist los, hast du zu Hause einen Freund, der auf dich wartet, und den du mir verheimlicht hast?" AJ schob die Decke beiseite, er fühlte sich plötzlich im Bett nicht mehr wohl.
"Nein, das ist es nicht..." Cat schluckte. All ihre Entspannung war augenblicklich verflogen. Sie wusste, dass sie das Geschehene nicht wieder rückgängig machen konnte, während ihr im selben Moment bewusst wurde, was für Konsequenzen es haben könnte.
AJ bemerkte, dass Cat blass wurde und an sich herunter sah. Es durchzuckte ihn heiß.
"Wir... wir haben kein Kondom benutzt... Nimmst... nimmst du... die Pille...?"
Cat fuhr hoch und starrte ihn an. "J-ja... ja, natürlich..."
AJ atmete auf. Das wäre auch nicht gut gewesen, zu einem so frühen Zeitpunkt und mit Cats Rückzug nach...
Ja, nach was? Es war halb drei morgens, sie hatten nicht mal eine gemeinsame Nacht gehabt.
"Erklär mir bitte, warum du jetzt gehen willst... Ich habe hier ein breites Bett, und ich würde dich gern darin behalten, zumindest bis es Zeit zum Frühstücken wird..."
Das geht nicht, Alex. Cat holte tief Luft und nahm sich zusammen.
Sie striff sich entschieden ihr Top über den Kopf und stand entlossen auf.
Warum nicht?
AJs Gesichtsausdruck verriet, dass er tatsächlich nicht verstand.
Ich halte dich für intelligent genug, dass Du weißt, dass die letzten Stunden ein Fehler waren.
Cat sah eindringlich auf AJ hinunter.
Alex
Du bist mein Boss, wir sind irgendwo zwischen unserem Zuhause und dem Rest der Welt und werden die nächsten Monate täglich miteinander arbeiten müssen. Das geht so nicht.
AJ stand ebenfalls auf, ohne sich die Mühe zu machen seine Blöße zu bedecken. Sie hatte das sowieso alles schon gesehen und berührt.
"Da bin ich anderer Meinung. Klar ist das nicht einfach, eine Beziehung zwischen Boss und Angestellter, aber ich schwöre dir, dass ich Beruf und privates auseinander halten kann... Außerdem bin ich nicht allein dein Boss, da sind noch ein paar andere... Cat, ich..."
Er fuhr sich nervös durchs Haar. "Ich... Ich weiß nicht, wie es passieren konnte, aber..." Er seufzte. Sollte er es ihr wirklich sagen? Hatte er denn eine andere Wahl? Vielleicht änderte das ihre Meinung, vielleicht wurde alles...
"Ich hab mich in dich verliebt, Cat..."
Sie zuckte kaum merklich zusammen und schloss für einen Moment die Augen.
Verdammt, sie hatte so etwas bereits geahnt. Wenn er nicht ihr Boss gewesen wäre und sie ihn nicht aus irgendwelchen unergründlichen Anlässen in ihr Herz geschlossen hätte, wenn auch auf einer anderen Art und Weise als er, dann hätte sie ihm jetzt ihre Meinung direkt ins Gesicht gesagt, doch das konnte sie nicht.
Es war AJ, der, schüchtern wie ein kleiner Junge, mit roten Ohren vor ihr stand und noch immer nach den letzten Stunden roch, die sie mit ihm geteilt hatte
Sie konnte ihn nicht einfach so stehen lassen, wie sie es vielleicht mit jedem anderen getan hätte.
Sie atmete tief durch, bevor sie die Augen wieder öffnete und AJ einen Moment ansah. Sie ergriff seine Hände und setzte sich erneut mit ihm auf die Bettkante.
Hör zu Alex
Du weißt, dass ich Dich sehr gern habe und dich sehr schätze, für Deine offene und ehrliche Art und Deinen Hang dazu, mich vor allem Bösen zu beschützen, das die anderen Jungs mir während dieser Tour antun wollen
und wir teilen eine Menge Dinge. Die letzten Wochen haben uns sicherlich zu so etwas wie einem &Mac226;Team gemacht, nicht umsonst zerreißt sich die komplette Crew das Maul über uns. Aber sei realistisch
eine Beziehung zwischen uns beiden
AJ McLean, dem Backstreet Boy
dem Superstar
und Caitlin Carlton, einer kleinen nichts sagenden Büroangestellten, die dazu auch noch ein Alkoholproblem hat
das funktioniert nicht.
Der traurige Ausdruck in Cats Gesicht war alles andere als aufgesetzt, als sie langsam aufstand.
Hier, in diesem Hotel, auf dieser Tour, zwischen all diesen Leuten, zwischen all euren Interviews, TV-Auftritten und Konzerten
mögen wir in einer Welt Leben. Aber nicht da draußen. Nicht in der realen Welt. In der echten Welt liegen Universen zwischen uns.
AJ stand ebenfalls auf. Er schüttelte langsam den Kopf, ohne den Blick von ihr zu wenden.
"Nein... Egal ob hier drinnen oder da draußen, wir sind nur ein Mann und eine Frau... Ich bin kein Star - ich bin einfach nur ein Mensch, der einen seltsamen Job hat, der ihm Spaß macht - und ich verliebe mich ebenso wie jeder andere. Das hat weder mit Freundschaft, noch mit 'Team' zu tun... Ich weiß, dass ich dich liebe... auch wenn du mich nicht liebst..."
Er fasste sich an die Nasenwurzel, als bekäme er Kopfschmerzen.
"Ich denke, es wäre dann besser, wenn du jetzt wirklich gehst... Wir...", er räusperte sich rau, "Wir sehen uns ja mor... später..."
Einen Moment stand Cat noch unschlüssig vor ihm. Nicht sicher, ob sie noch etwas sagen oder die Szenerie stumm verlassen sollte.
Sie stand bereits an der Tür, als sie sich noch einmal zu ihm umdrehte und ihn einen Moment lang musterte.
Es tut mir wirklich Leid Alex, aber ich kann einfach nicht.
Leise zog sie die Tür hinter sich ins Schloss.
In ihrem eigenen Zimmer angekommen, ließ sie sich gegen die kalte Hotelwand fallen und schloss die Augen.
Du bist wirklich das Letzte, Carlton.
AJ ließ sich indessen in seinem Raum aufs Bett sinken und schloss die Augen. Es roch nach ihr... Das ganze Zimmer, und vor allem das Bett... Er konnte in den Laken sogar noch ihre Wärme spüren.
Er zog die Decke über sich, vergrub das Gesicht im Kissen, und ließ den Tränen freien Lauf.