Chapter 6
Als ich am nächsten Morgen wach wurde, hatte ich meine Lesebrille noch auf und den weißen Ordner den ich vor Zwei Tagen mit nach Hause genommen hatte noch auf der Brust.
Ich hatte am Abend zuvor noch bis in die Nacht darin gelesen, obwohl ich das Gefühl hatte bereits jedes Dokument Fünfmal gelesen zu haben. Dennoch hatte ich den Hefter mit ins Bett genommen. Ich wollte ganz genau wissen worauf ich mich einließ.
Müde und mit schweren Gliedern stieg ich schließlich aus dem Bett. Ließ mir Zeit beim Frühstück und beschloss einen Teil meines Weges sogar zu Fuß zu gehen.
Pünktlich auf die Minute betrat ich das Büro in dem bereits reges Treiben herrschte.
Wie jeden morgen legte ich meine Jacke und meine Tasche auf meinem Schreibtischstuhl ab und ging als erstes in die Gemeinschaftsküche um mir einen Kaffee zu holen.
Doch im Gegensatz zu sonst setzte ich mich nicht an meinen Schreibtisch sondern machte mich auf direktem Weg zu Mister Grape und klopfte an seine Tür.
Ich vernahm ein leises&Mac226;herein und betrat das Büro. Als ich sah dass er noch telefonierte, schloss ich die Tür leise hinter mir, stellte meine Kaffeetasse auf seinem Schreibtisch ab und setzte mich ihm gegenüber.
Während er Telefonierte sah ich mich das erste Mal wirklich bewusst in seinem Büro um und stellte fest dass sich ein Haufen Arbeit auf seinem Schreibtisch türmte. Eigentlich schien sein ganzes Büro nur aus Aktenordnern, wild durcheinander geworfenen Papieren und alten Kaffeetassen zu bestehen.
Er sollte sich dringend eine Putzfrau zulegen.
Ich nippte gerade an meinem Kaffee als er das Gespräch beendete und sich mir zuwandte.
Cat, was kann ich für Sie tun?
Er sah Müde aus und fast hatte ich schon wieder so etwas wie ein schlechtes Gewissen wenn ich an meinen Plan dachte den ich mir in der letzten Nacht zusammen gereimt hatte.
Ich hab mir die ganze Sache mit den Backstreet Boys, der Tour und dem Jobangebot durch den Kopf gehen lassen.
Und?
Ich hätte da ein paar Bedingungen.
Was für welche?
Erstens, Vier Monate sind eine lange Zeit und in dem Geschäft und mit dem was Sie mir erzählt und ich durch die Unterlagen erfahren habe ziemlich anstrengend. Ich möchte irgendwann zwischen jetzt und dem Termin an dem es los geht mindestens eine Woche Urlaub in der ich mich um all meine Privaten Dinge kümmern kann.
Das ist doch selbst
Zweitens, mindestens Zwei Wochen Urlaub NACH der Tour.
Mister Grape nickte und schien augenblicklich nicht mehr ganz so Müde zu sein wie noch ein paar Minuten zuvor.
Drittens, Ich spiele nicht den Babysitter für die Jungs. Ich werde auf keine Partys mit ihnen gehen, Sie morgens nicht wecken, abends nicht ins Bett bringen. Ich werde lediglich dafür sorgen dass sie pünktlich bei ihren Terminen und ihren Konzerten erscheinen. Das wars. Ich werde nur meinen Job machen. Keine privaten Extra Touren oder dergleichen. Außerdem möchte ich eine Liste sämtlicher Beteiligten auf der Tour, damit ich mich nicht durchfragen muss, wer wo arbeitet und wie ich den erreiche
ach und eine Standleitung zu meinem Therapeuten wäre vielleicht auch nicht schlecht!
Ich denke das lässt sich alles einrichten.
Ich verkniff mir ein schmunzeln und ließ meinen Chef noch einige Sekunden Schmoren, bevor ich ihn schließlich erlöste.
Also gut Joe, dann sind wir im Geschäft!
***
Zwei Stunden nachdem ich das Büro meines Chefs betreten hatte, stand ich in der Gemeinschaftsküche und war gerade dabei neuen Kaffee zu kochen, damit ich mich endlich an meine eigentliche arbeit machen konnte, als Abby den kleinen Raum betrat.
Hey, wo kommst Du denn um diese Uhrzeit her? fragte sie überrascht und öffnete den kleinen Kühlschrank.
Aus seinem Büro. Antwortete ich beiläufig und nahm das Kaffeepulver aus dem Schrank.
Wie? Du warst den ganzen Morgen beim Chef im Büro?
Ich nickte.
Ich wusste gar nicht dass ihr eine Besprechung hattet.
Hatten wir eigentlich auch nicht. Hat sich gestern Abend so ergeben Dank Charlotte.
Jetzt erst drehte ich mich zu Abby um und sah in ihr Fragendes Gesicht.
Der Chef hat mir ein Jobangebot gemacht.
Was für ein Jobangebot?
Die Tourassistenz bei den Backstreet Boys, weil Dionne noch im Krankenhaus liegt.
Augenblicklich verschluckte Abby sich an ihrer Coke.
Du gehst mit den Jungs auf Tour?
Sieht so aus, ja.
Wie kommst Du dazu?
Also wenn ich das richtig verstanden habe, hat Dionne den Job immer gemacht, weil sie ja auch sämtliche Unterlagen hatte und die einzige war die einen Wirklichen Überblick hatte. Was mich schon ziemlich wundert bei dem ganzen Papierchaos, aber gut
na ja und da sie wegen ihres Hüftbruchs noch eine ganze Weile ausfallen wird und ich jetzt die ganzen Papiere habe, und der Chef noch keinen Ersatz hatte, kam Charlotte auf die Glorreiche Idee das ich doch mitfahren könne.
Wow! Abby hatte so ziemlich den gleichen Gesichtsausdruck wie ich, als es am Abend zuvor aus Charlotte herausgeplatzt war.
Ja, So was in der art habe ich gestern Abend auch gedacht. Seufzte ich.
Hast Du den Job angenommen?
Er hat mir ein Angebot gemacht das ich nicht ausschlagen konnte. Außerdem habe ich ein paar Bedingungen gestellt. Erfüllt er die nicht, bleibe ich hier.
Eine Weile blieb Abby Stumm und sah mich an.
Du weißt auf was Du Dich einlässt?
Nicht so wirklich, aber das wird schon. Ich bin nicht auf den Mund gefallen und ich habe schon ganz andere Sachen Mitgemacht. Vier Monate sind eine Absehbare Zeit.
Respekt. Ich hätte den Job nicht für Geld und Gute Worte gemacht.
Warum nicht?
Hast Du die Jungs schon mal in Aktion erlebt?
Ich schüttelte den Kopf.
Nicht wirklich.
Abby begann zu grinsen.
Na dann mal viel Spaß. Ich hoffe Du hast einen guten Therapeuten.
Mit diesen Worten stieß Abby sich vom Schrank an dem sie gestanden hatte ab und verließ die kleine Küche ohne ein weiteres Wort.
***
Die nächsten Tage und Wochen verbrachte ich hauptsächlich damit Nachzudenken darüber ob es wirklich richtig von mir war diesen Job einfach so anzunehmen. Ich hatte keinerlei Ahnung worauf ich mich wirklich eingelassen hatte. Auch wenn meine Kollegen, mein Chef und letztendlich sogar die Backstreet Boys selbst, die sich hin und wieder im Büro einfanden, versuchten mich auf das schlimmste Vorzubereiten.
Doch selbst das schockierte mich nicht wirklich und so beschloss ich Zwei Wochen bevor es nun endgültig losgehen sollte, dass es gar nicht so schlimm werden konnte, nahm schließlich meine geforderte Woche Urlaub, kümmerte mich darum das jemand meine Blumen goss während ich weg war und die Post aus dem Briefkasten nahm, ging ausgiebig Shoppen um für jedes Land und jede Situation gewappnet zu sein suchte alle wichtigen Papiere zusammen und überprüfte sie auf Korrektheit und Aktualität. Schlussendlich kaufte ich mir sogar noch einen neuen Koffer, da ich der Meinung war das mein kleiner Kuli den ich hatte die Vier Monte erstens nicht überleben und zweitens eindeutig nicht ausreichen würde.
Die letzte Woche bevor es schließlich losgehen sollte verbrachte ich Hauptsächlich damit die Papiere der Jungs zusammen zu suchen die ich während der Tour brauchen würde, koordinierte die ersten Termine und Telefonierte ungefähr Zehnmal am Tag mit der netten Sekretärin von Johnny Wright.
Das Kick Off Konzert ihrer Tour sollte auf einem Freitag stattfinden. Allerdings sollten die Jungs bereits Am Mittwoch In West Palm Beach anreisen, und so verbrachte ich das Wochenende und den Montag im Büro um meine Arbeit die ich noch vor mir hatte zu erledigen und den Dienstag mit packen.
Ich würde die Backstreet Boys und ihre Crew am Abreisetag gegen Mittag Im Büro von Mister Wright treffen. Eigentlich genug Zeit für mich, doch durch den mehr als mäßigen Schlaf den ich in der Nacht bekam und durch die Panik etwas zu vergessen war ich letztlich ziemlich spät dran und Terrorisierte hektisch meinen Taxifahrer um Rechtzeitig am Management zu sein