Chapter 5

Am nächsten Tag hatte ich da Chaos auf meinem Schreibtisch endgültig beseitigt und alle Daten bereits auf meinem Computer Archiviert.
Stolz wie Oskar stand ich in der kleinen Gemeinschaftsküche und berichtete Charlotte, bei einem gemeinsamen Kaffee, wie ich heldenhaft in nur vier Tagen alles sortiert hatte, als Mister Grape zu uns stieß.
„Na die Damen, ist noch ein Kaffee da für den alten und einzigen Mann im Haus?“ fragte er Müde und fuhr sich mit der Hand durchs Gesicht und durch die Haare.
„Für Sie doch immer Mister Grape.“ Lächelte Charlotte und goss Ihrem Chef umgehend etwas von dem schwarzen Gebräu in eine Tasse.
„Sie sehen Müde aus Mister Grape. Stress?“ fragte ich gerade heraus und nippte an meinem Kaffee.
„Kann man so sagen… ja!“
„Was ist passiert?“ fragte Charlotte und reichte ihm seinen Kaffee.
„Ach, die Tour der Backstreet Boys macht mir Kopfzerbrechen.“
„Ich dachte das wäre alles längst organisiert.“ Sagte Charlotte sichtlich überrascht.
„Ist es ja auch. Allerdings fehlt uns die Tourassistenz und das stellt mich gerade vor ein Unlösbares Problem.
„Wieso fehlt die Tourassistenz? Ich dachte sie nehmen die gleiche Crew mit wie damals. Wer hat den Job denn sonst gemacht?“ fragte meine Kollegin nach und nahm mir damit meine Gedanken ab.
„Früher hat Dionne das gemacht. Sie wusste schließlich immer am besten bescheid. Sie hatte ja über alle Angelegenheiten vollen Überblick. Eigentlich hatten wir gehofft dass sie zur Tour soweit wieder fit sein würde, doch die Ärzte haben ihr heute einen Strich durch die Rechnung gemacht und ihr gesagt das sie in Zwei Monaten zwar soweit wieder hergestellt sein wird das sie einigermaßen durchs Leben kommt, haben ihr jedoch verboten mit einer Popgruppe auf Welttournee zu gehen. Zu viel Stress, zu viel Arbeit, Zu viel Bewegung. Absolutes No No!“
„Und jetzt?“
„Ich habe keine Ahnung. Wir können nicht irgendjemanden einstellen und mitschicken. Die Verantwortung ist zu groß und die Vorbereitungs- und Einarbeitungszeit zu kurz.“
Der Seitenblick von Charlotte der schon eine ganze Weile auf mir Ruhte entging mir nicht, dennoch hoffte ich noch dass wenn ich mich ruhig genug verhalte mir nichts geschehen würde, doch eigentlich hätte ich gleich die Flucht ergreifen sollen.
„Was ist mit Cat?“
Ich wusste dass sie es sagen würde. Trotzdem zuckte ich innerlich zusammen und schickte mindestens hundert Stoßgebete auf einmal gen Himmel.
„Was soll mit ihr sein?“ fragte Mister Grape Ahnungslos und so etwas wie Hoffnung machte sich in mir breit.
„Sie hat doch jetzt quasi Dionnes Job. Warum dann nicht auch den auf der Tour? Sie hat alle Unterlagen. Ist hier direkt vor Ort, nicht fremd und hätte genug zeit sich noch das Rest wissen zuzulegen das sie brauchen würde.“
„Moment mal.“ Fuhr ich dazwischen bevor Charlotte noch mal Luft holen konnte „Fragt mich hier auch mal einer? Ich habe überhaupt keine Ahnung was ich machen muss. Ich habe noch nicht mal eine Woche mit einem Unterschriebenen Vertrag hinter mir. Unterlagen hin oder her, aber ich habe doch nicht jeden Satz auf dem ganzen Papier gelesen. Und davon mal ganz abgesehen wäre ich genauso fremd wie alle anderen auch.“
„Das ist doch gar nicht wahr.“ Ereiferte sich Charlotte „Du kennst die Jungs schon. Du hast die ganzen Unterlagen hier und hättest noch genügend Zeit Dich auf alles vorzubereiten. Wir sind alle da um Dir zu helfen und außerdem, Hey überleg doch mal. Vier Monate mit den beliebtesten Männern der USA einmal um die Welt. Was würde ich dafür geben?“
„Dann mach Du den Job doch.“
„Ich kann nicht. Was würde mein Mann dazu sagen?“
„Wie wäre es wenn Du unseren Chef erstmal fragst was der dazu sagt?“
Mir fiel eindeutig nichts mehr ein, denn die Hoffnung die sich bereits in Mister Grapes Gesicht breit gemacht hatte, war mir nicht entgangen.
„Was soll der Chef dazu sagen?“ grinste selbiger „Das ist der beste Vorschlag den ich seid langem gemacht bekommen habe.“
Charlotte strahlte von einem Ohr zum anderen und platze fast vor Stolz, während sich über meinem Kopf eine große schwarze Gewitterwolke zusammen braute.
„Mister Grape, ich weiß Ihr Vertrauen in der Sache wirklich zu schätzen, dennoch denke ich nicht das ich die richtige für diesen Job bin.“
„Warum nicht? Sie wissen doch noch nicht einmal worum es geht. Kommen Sie doch erstmal mit in mein Büro, dort können wir uns doch erstmal in Ruhe Unterhalten was Sie erwarten würde.“
Noch während ich protestierte schob mein Chef mich bereits vor sich her in sein Büro.

„…Aber Mister Grape, ich bin doch noch nicht mal ganz eine Woche in Ihrem Büro. Ich habe mich noch nicht einmal richtig eingearbeitet und von der Materie doch überhaupt gar keine Ahnung.“
Seid einer knappen Stunde bereits redete ich mit Händen und Füßen auf Mister Grape ein und versuchte alles um ihn davon abzubringen mich mit Fünf, für mich, wildfremden Popstars auf Tour rund um die Welt zu schicken.
„Aber Miss Carlton, Sie haben die Herren doch kennen gelernt und noch volle Zwei Monate Vorbereitungszeit. Sie würde mir nicht nur den Tag sondern den Rest des Jahres retten, außerdem helfen sie damit ja auch nicht nur mir, sondern auch noch den Backstreet Boys und Mister Wright ebenfalls. Ohne Sie wären alle komplett aufgeschmissen.“
„Warum?“
„Na ja, ich habe Ihnen ja schon erklärt das Sie quasi der&Mac226;Terminkalender’ der Band wären. Sie würden alle Termine koordinieren und lediglich die Anweisungen geben wer, wann, wo und warum zu erscheinen hat. Den Rest übernehmen andere. Außerdem doppeltes Gehalt, Spesenübernahme und ein Firmen Handy.“
„Aber Mister Grape…“
„Bitte Cat!“
Ich schnaufte vernehmlich, verschränkte die Arme vor der Brust und ließ mich in meinen Stuhl zurück fallen.
„Kriege ich wenigstens ein bisschen Bedenkzeit?“
„Soviel Sie wollen. Wenn Sie möchten nehmen Sie sich den Rest des Tages frei.“
Ich verzog das Gesicht. Das klang nach nicht einmal 24 Stunden Bedenkzeit.
„Ok Mister Grape…“
„Wenn Sie den Job machen dürfen Sie mich ab sofort Joe nennen.“
„Deal?“
„Was für ein Deal?“
„Ich werde mich jetzt an meinen Schreibtisch setzen, eine ganze Menge Privater Telefonate führen, anschließend nach Hause fahren und mir meinen armen kleinen Kopf über die Sache zerbrechen und Ihnen morgen früh meine endgültige Entscheidung mitteilen…“
Mein Chef wollte bereits hörbar aufatmen, als ich ihn noch einmal unterbrach.
„ABER… Wenn ich morgen früh aus unerfindlichen Gründen&Mac226;Nein’ sagen sollte, will ich nie wieder ein Wort über diese Sache hören, kein schmollen, kein Türen knallen und keine Kündigung.“
„Warum sollte ich Sie deshalb Kündigen?“
„Das weiß ich doch nicht, aber irgendwelche Forderungen muss ich doch stellen oder nicht?“
Mister Grape Lächelte und ich hatte meine Entscheidung eigentlich schon längst getroffen, dennoch musste ich mir erst über die Tragweite des ganzen erst Bewusst werden bevor ich wirklich zusagte.
„Stellen Sie so viele Forderungen wie Sie wollen. Ob ich sie erfüllen kann ist eine andere Sache.“
Ich konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen und stand schließlich auf.
„Über die Forderungen verhandeln wir dann morgen früh noch einmal.“
„Heißt das Sie machen den Job?“
„DAS habe ich nicht gesagt.“

Chapter 6