Chapter 3
Nachdem ich aus den ersten Drei Kartons noch sauber Sortierte und beschriftete Mappen gezogen hatte, erwartete mich in Karton Nummer Vier bereits der erste Schock.
Als ich einen weißen Ordner mit der Aufschrift&Mac226;Hotelrechnungen & Spesen anhob, fiel sämtlicher Inhalt lose in und neben den Karton zurück.
Nicht eine Seite war abgeheftet und das erste Mal an diesem Tag stöhnte ich hörbar auf.
Als ich den zusammen gerauften Berg an Papier dann schließlich auf den Schreibtisch liegen hatte um den ganzen Kram erneut abzuheften erwartete mich der Zweite Schock.
Was zum Teufel machen Testergebnisse von Fitnesstests und der Vertrag eines Auto Kaufes hier drin? fluchte ich laut.
Als mir schließlich noch Vier verschiedene Handy Verträge in die Hand fielen, ahnte ich bereits böses.
Ich zog den ersten Ordner, den ich bereits als "erledigt" registriert und beiseite gelegt hatte, vom Stapel und hievte ihn auf meinen Schoß.
Er trug die Aufschrift "N. Carter Privat".
Es überraschte mich nicht das ich schon nach den ersten Rechnungen und Papieren ein Schriftstück fand auf dem ein anderer Name stand als "Nick Carter" und nur ein paar Seiten weiter fand ich eine Hotelrechnung der Band, die Nick sicherlich nicht "Privat" gezahlt hatte.
Genervt ließ ich den Kopf in den Nacken fallen.
Ich hatte noch Zwanzig Kartons vor mir und es schien als müsste ich tatsächlich die letzten Zwölf Jahre der Band erneut sortieren.
***
Abby?
Hey Cat, was kann ich für Dich tun?
Wo finde ich ungefähr eintausend leere Ordner, Heftleisten, Registraturen und Post-it-Zettel?
Augenblicklich fing Abby an zu lachen.
So schlimm?
Schlimmer. Ich habe das Gefühl das meine Vorgängerin eine Verzweiflungstat begangen hat mit ihrem Unfall, als sie hörte sie muss das alles Sortieren.
Oh Weh, Du arme. Komm, ich geh mit Dir runter ins Lager. Da suchen wir alles zusammen und dann helfe ich Dir tragen.
Danke, das ist lieb.
Etwa eine Stunde später hatten wir alles zusammengesucht was ich brauchte und machten uns beide mit riesigen Kartons auf den Armen wieder auf den Weg ins Büro.
Weißt Du denn schon in etwa was Du tatsächlich alles an Unterlagen der Jungs da hast? fragte Abby im Fahrstuhl und versuchte an ihrem Karton zu mir herüber zu schauen.
Ich schüttelte den Kopf.
Nicht wirklich. Ich bin gespannt was da alles so zu Tage kommt.
Ich glaube ich würde das nicht wissen wollen.
Warum nicht?
Na ja sagte sie ausgedehnt Die Geschichte der Band und die Dramen die sich abgespielt haben in den letzten Jahren kennt man ja. Ich glaube nicht das ich das noch im Detail wissen wollen würde.
Hey, mich hat keiner gefragt, aber was meinst Du mit "Dramen"? fragte ich nach und ging vorweg aus dem Fahrstuhl als wir im Vierten Stock hielten.
Ich wartete einen Moment bis Abby neben mir auftauchte und sah sie fragend an.
Hast Du denn nichts mitbekommen?
Was mitbekommen?
Na ja, das AJ
weiter kam Abby nicht.
Sie hatten den Jungen Blonden nicht kommen sehen und rannte frontal in ihn hinein. Prompt fiel ihr der Karton mit meinen Büroartikeln aus der Hand und der gesamte Inhalt verteilte sich ungleichmäßig auf dem Fußboden.
Oh verdammt. Schimpfte sie und sah ihr Gegenüber an. Nick! War ja klar. Kannst Du nicht aufpassen?
Ich freu mich auch immer wieder Dich zu sehen Abby. Es tut mir leid.
Tatsächlich zeigte sich so etwas wie Reue auf seinem Gesicht und während ich meinen Karton abstellte um Abby zu helfen, ließ auch Nick sich auf die Knie sinken und half Abby die auf dem Boden verteilten Büroklammern aufzusammeln.
He Nick, darf ich vorstellen? Das ist Cat
Cat? Das ist Nick Carter. Stellte Abby uns einander vor als ich mich ebenfalls auf dem Boden nieder ließ um zu helfen.
Ich reichte ihm die Hand.
Freut mich.
Ebenfalls. Du bist die Neue, oder?
Ich spürte wie ich rote Ohren bekam als mir eine fremde Stimme zur Hilfe kam.
Das kann man auch netter ausdrücken Nick. Bist Du etwa schon wieder für dieses Chaos verantwortlich?
Ich fuhr herum und erblickte einen Mann Anfang Dreißig, den ich trotz meines schlechten Gedächtnisses eindeutig als Kevin Richardson identifizierte.
Ein Foto von den Jungs hatte schließlich auch ich schon einmal gesehen.
Ich stand umständlich auf als er mit großen Schritten auf mich zukam.
Hallo, ich bin Kevin.
Cat, Angenehm. Antwortete ich und ergriff die Hand die mir gereicht wurde.
Sie arbeiten jetzt für Joe Grape, richtig?
Ich nickte und wandte mich wieder meinem Karton zu.
Ja, seid heute allerdings erst ganz offiziell. Sagte ich und hob den Karton an, den Kevin mir allerdings sofort bestimmt aus der Hand nahm.
Und dann gleich so ein Empfang. Sie tun mir wirklich leid.
Ich winkte ab.
Er ist ja nicht in mich hineingerannt. Halb so wild.
Im Büro angekommen deutete ich auf den sichtlich überfüllten Schreibtisch in der Ecke, der von den Kartons mittlerweile komplett umrahmt war.
Kevin stellte den Karton ab und sah sich um.
Sie Ärmste. Erster Tag und es sieht so aus als müssten Sie sich den Rest Ihres Lebens mit Dionnes Chaos und unseren letzten Zwölf Jahren beschäftigen.
Ich seufzte.
Ja, So etwas Ähnliches wurde mir heute Morgen aufgetragen.
Kevin lachte.
Dionne war nie wirklich gut organisiert, aber wenn wir Unterlagen brauchten, hatte sie sie immer sofort zur Hand.
Wer Ordnung hält ist bloß zu Faul zu suchen, hmm? schmunzelte ich und ließ mich auf meinem Bürostuhl nieder.
Kevin, Nick
kommt ihr? Wir wollen anfangen. Mister Grapes Stimme hallte durch das Büro.
Ich warf einen Blick auf Kevin, der gerade ein paar Spesenabrechnungen in der Hand hielt.
Klingt nach Arbeit. Grinste ich.
Sieht nach Arbeit aus. Gab er lachend zurück und legte die Papiere auf den Tisch.
Im selben Moment kam Nick und ließ mit einem deutlich vernehmbaren Schnaufen den Zweiten Karton, mit meinen Büro Utensilien auf den Tisch fallen, woraufhin natürlich gleich wieder ein paar Papiere aufflogen und neben dem Schreibtisch auf den Boden segelten.
Wir machens wieder gut. Versprach Kevin, schon halb auf dem Weg ins Büro meines Chefs und schenkte mir ein mildes Lächeln.
Ich sah den beiden einen Moment hinterher als Abby an meinen Schreibtisch kam und noch Drei Hefter und ein paar lose Büroklammern auf den Tisch legte.
Wo Nick ist herrscht das Chaos. Gewöhn Dich schon mal dran. Wenn die Fünf im Haus sind herrscht regelmäßig Ausnahmezustand.
Ach ja? fragte ich belustigt nach und nahm den Karton vom Tisch, den Nick mir Augenblicke zuvor auf die ergeben ächzende Tischplatte geworfen hatte.
Ja, irgendwie bringen die hier immer alles durcheinander. Dabei sind sie eigentlich ganz harmlos.
Vermutlich liegts an euren Hormonen. Nuschelte ich und versteckte mein breites Grinsen hinter ein paar Papieren.
Wenn dem mal so wäre. Seufzte Abby und setzte sich auf die Tischkante Zwei von Ihnen sind bereits Verheiratet und der Rest
Ich weiß nicht. Da regen sich bei den meisten von uns wohl bloß Muttergefühle.
Das kichern das ich die ganze Zeit versucht hatte zu unterdrücken brach nun endgültig aus mir heraus und Abby stimmte kurz darauf mit ein.
Also bei mir regt sich da weder das eine noch das andere. Kicherte ich Aber ich gebe zu das mir dieser Kevin wirklich sehr sympathisch ist.
HA! Also doch!
Hey, Du bist mir auch Sympathisch, aber deshalb will ich doch nicht gleich mit Dir ins Bett!
Nicht?
Nein!
Während Abby und ich begannen in schallendes Gelächter auszubrechen, machte sich meine Gegensprechanlage bemerkbar und zeigte mir an das Mister Grape nach meinem Typ verlange.
Ja Mister Grape?
Cat, würden Sie uns wohl einen Moment mit Ihrer Anwesenheit erfreuen?
Nichts lieber als das. erwiderte ich gut gelaunt und warf Abby einen Vielsagenden Blick zu.
Na dann mal auf in die Höhle des Löwen. Lachte Abby und stand von meiner Schreibtischkante auf Denk daran. Zwei sind schon vergeben und der Rest wird hier geteilt.
Ich verdrehte schmunzelnd die Augen und klopfte an Mister Grapes Tür.
Ich hatte zwar keine Ahnung was mein Chef von mir wollte, doch in diesem Moment war mir nicht danach mir wieder Gedanken zu machen. Es würde sich von selbst klären.
Die Zweifünftel der Backstreet Boys die ich schon kennen gelernt hatte erschienen mir sehr umgänglich und der Rest konnte kaum schlimmer sein.